Motivationsmysterium einer FF

Wer bei der Freiwilligen Feuerwehr ist, kennt diese Pappenheimer: Beim Alarm sind sie ganz vorne mit dabei, oft hochmotiviert, manchmal aber auch einfach nur wichtig. Wenn sie die kommenden Tage jemanden treffen, der ihnen auch nur den Hauch einer Chance dazu lässt, strunzen sie ausführlich mit ihren Leistungen beim Einsatz rum.

Zu Übungsabenden, vor allem den theoretischen, oder gar zu Arbeitsdiensten, sieht man diese Menschen ehr selten.

Zum Glück haben wahrscheinlich die meissten Feuerwehren nicht allzuviele Kandidaten dieser Art.

Ich dachte immer, dieses Verhalten sei für alle „teilmotivierten“ Kollegen normal. Mal ehrlich: Die Masse ja bei der FF, um auch was zu erleben. Weil es auch zugegebenermaßen aufregend ist. Eben der „etwas andere Verein“.

Aber Auto putzen? Theoretische Unterrichte? Böh, wie öde…

Wenn es auch nicht tollerabel ist, sich bei dem erforderlichen und manchmal lästigen Drumherum zu drücken, so ist dieses Verhalten für mich zumindest nachvollziehbar. In der ländlichen FF, in der ich quasi aufgewachsen bin, gibt es leider auch einige wenige dieser Pflegefälle.

Hier in der Großstadt habe ich jetzt aber den umgekehrten Fall kennen gelernt: Hier gibt es einen freiwilligen Löschzug, der zu Arbeits- und Übungsdiensten genug Personal vor Ort hat – aber Probleme damit hat, seine Mitglieder zum Einsatz zu bekommen!

Dieses Verhalten hat mich erstaunt. Tritt man nicht einer Feuerwehr bei, um bei Alarm zu helfen? Übt regelmäßig, damit im Einsatz jeder Handgriff sitzt? Besucht Lehrgänge, um seine Einsatzqualifikation zu erhöhen? Arbeitet also über Jahre für die Einsatzfähigkeit?

„Gesoffen“ wird bei besagtem Zug an diesen Abenden nicht. Die meißten Mitglieder gehen ein paar Minuten nach dem „offiziellen“ Teil nach hause. Fällt also auch als Erscheinensgrund weg.

Die einzige mögliche Ursache für dieses Verhalten vermute ich in der Tatsache, das dieser FF- Löschzug zumeißt den zuständigen BF- Löschzug „nur“ unterstützt. Also, das vermute ich. Aber dass dieser Zug keinen eigenständigen Ausrückebereich hat, sollte auch schon jedem beim Eintritt bekannt gewesen sein. Im Übrigen gibt es hier noch viele weitere „Unterstützer- Löschzüge“ der FF, die anscheinend nicht so ein Problem haben.

Möchte jemand keine Einsätze mehr fahren, könnte er auch jederzeit wieder austreten. Tun die Kollegen aber nicht. Verzweiflungstaten aufgrund mangelnder Alternativen zur Feuerwehr als „Verein“ sollten hier in der Großstadt ausgeschlossen werden können, da gäbe es beileibe genug.

Ich kann mir kaum einen vernünftigen Reim auf diese Art Motivationsmangel machen.

Vielleicht bin ich ja kognitiv zu früh abgebogen. Dann kann es mir ja mal jemand erklären. So für Feuerwehrverstrahlte verständlich?

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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2 Antworten zu Motivationsmysterium einer FF

  1. Grisu93 schreibt:

    Könnte das vielleicht weniger an der Motivation, als an der Zeit liegen? Es soll ja Arbeitgeber geben, die es überhaupt nicht mögen, wenn man unter der Arbeitszeit ausrückt. Manche drohen ja mit Entlassung und sonstigem. Ich kann mir gut Vorstellen, dass die Kameraden lieber nicht mit ausrücken, als dass sie Ärger mit ihrem Chef riskieren.

    • firefox05c schreibt:

      Leider liegt es nicht am Arbeitgeber. Die betreffende Löschgruppe rückt nur „ausserhalb der Geschäftszeiten“ zwischen 17.00 und 06.00 Uhr aus.

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