Tolle Verarsche

Also, mal im Ernst: Wir bzw. unsere Politiker werden von der Industrie immer mehr vorgeführt. AKW- Laufzeitverlängerungen, Anpassung von Schadstoffgrenzen nach oben, damit irgendwelche Produkte am Markt bleiben können (Kinderspielzeug!), Erlaubnisse durch die Regierung, die Umwelt zu verschmutzen (Zertifikate) , staatliche Unterstützung bei der „Ad Blue“- Technologie, obwohl andere Motorenhersteller als Mercedes zeigen, dass man auch die Schadstoffe senken kann, ohne in den Tank zu pinkeln, keine Lebensmittel-Ampel, auf der man sehen könnte, wie gesund Lebensmittel wirklich sind, und-und-und. Jetzt auch noch Manipulationen über das Ausland! (Wobei „jetzt“ nur den Zeitpunkt beschreibt, an dem mir das durch die Zeitung unter die Nase gerieben wurde.) Eine Frechheit ist das.

Wie ich in der Zeitung lesen musste, betreibt unsere Industrie nämlich auch in den USA ziemlich massiv Lobbyarbeit. Indem man die Parteien, die Umweltgesetze blockieren wollen, zur Wahl sponsort.

Aber von vorne:

Ich sitze nichtsahnend beim Frühstück. Mache auch nichts böses. Und weil ich mein „Dubbelchen“ schon weggemümmelt habe, die Kaffeetasse aber noch etwas in meiner sicheren Feuerwehr- Hand verweilen möchte, fleddere ich die Zeitung vom Dienstag auseinander. Und dort springt mir ein Artikel ins Auge, in dem steht, dass die CAN (aber nicht die mit dem Bus) eine Untersuchung gemacht hat. Nämlich darüber, wie Konzerne versuchen, durch Wahlsponsoring im Ausland ihren Einfluss auf die Politik zu stärken. Nachzulesen z.B. hier .

Es ist schon eine Schande: Nach aussen stellen sie sich als „Forscher im Interesse einer zukunftsorientierten Umwelttechnik“ dar, prahlen mit erneuerbaren Energien, Medizinprodukte gegen „grausame Krankheiten“ (die dann teuer verkauft werden können, natürlich) und „Umwelttechnik in neuen Werkstoffen“. Toll. Millionen werden in diese Werbekampagnen investiert.

Und wie sieht es tatsächlich aus? Die IG Farben, einer der Vorgänger von BASF, hat schon in grauer Gründerzeit seine Tradition der politischen Agitation gegründet (z.B. in Sachen Rüstungstechnik und Kuschelkurs mit dem Militär, Infos unter  diesem Link ), heute wirkt die BASF an Umweltgesetzen in der Form mit, dass z.B. bei der Entwicklung und Umsetzung der Prüfverfahren im Rahmen des „REACH“- Gesetzes von Lobbyisten des Konzernes versucht bzw. durchgesetzt wurde, dass die Chemieunternehmen nicht zu sehr in die Pflicht genommen werden. Wie das so klappt, lässt sich unter diesem wikipedia- Artikel nachlesen.

Alleine die Startseite der BASF lässt einen unter diesem Gesichtspunkt das kalte Kakaokotzen kriegen. U.a. in der Headline: „Afrikas Wasser liebt Chemie“. Also, eigentlich sollte man von vornherein nicht so viel Chemie durch die Industrie einleiten, dann bräuchte man auch keine Chemie, um es wieder sauber zu kriegen!

Genforschung? Die Kartoffel „Almflora“ wird genehmigt. Um mit der Stärke Papier zu beschichten, wohlgemerkt. Nichts „Welthungerbekämpfung“. Mit hungernden Maximalpigmentierten lässt sich nämlich kein Reibach machen.

hier der Artikel, Östereich und Ungarn klagen schon gegen diese Zulassung.

Vorsorglich wurde eine weitere Gen- Kartoffel schon mal ohne Genehmigung in Schweden angepflanzt, wie in der TAZ zu lesen war. Diese soll sogar schon der Nachfolger der „Almflora“ werden.  Äh, von wem allerdings, weiß keiner. Die BASF als Entwickler der Papier-Industrieknolle kann sich natürlich überhaupt nicht erklären, wie es die Pflanzen so ganz ohne eigenes Zutun aus den Laboren auf den Acker geschafft haben. An so einem illegalen Freiland- Versuch hätten sie ja auch überhaupt kein Interesse, weil sie ja keinen Nutzen davon hätten.

Die Umweltbelastung durch Pestizide und Pflanzen“schutz“mitteln steigt weiter an, weil der Konzern ganz prima verkaufen kann, und damit das auch so bleibt, wird mal eben von den Bundesgenossen ein Umweltpreis verliehen. Nämlich der, für den auch ein gewisser „Herr Köhler“ einsteht, den „deutschen Nachhaltigkeitspreis“. Ja gut, „nachhaltig“ sind die Gifte allemal…

Die Energieerzeuger werben auch gerne mit dem hervorragenden Engagement bei umweltfreundlicher Energie. Wir müssen für die Umwelt alle Elektroautos kaufen. Die Regierung diskutiert über Begünstigungen wie Kaufprämien, Benutzungserlaubnis für Busspuren oder gesonderte Parkplätze. Für die Umwelt. Weil das Auto hat dann ja keine Abgase. Und der Strom wird ja so umweltfreundlich produziert. Und so. Dass der Gigant RWE sein Geld zufällig mit dem dann „getankten“ Strom verdient, hat nichts damit zu tun. Schöner Artikel darüber, der allerdings beschnitten werden musste, unter

diesem Link .

Und wieviel investieren sie wirklich in erneuerbare Energien?

Ganze 15,8% des Stromes werden bei E.On aus „erneuerbaren“ Quellen generiert. Aus Kernenergie und Kohlekraftwerken kommen über 84%. Hach, was sind wir umweltfreundlich! Ja gut, aus den Kühltürmen der AKWs kommen ja nur Wasserdampfwolken. Der Müll wird vergraben, dann isser weg. Und ein grün gepinseltes Kohlekraftwerk schmiegt sich schon fast intim in die Landschaft.Fossile Brennstoffe sind quasi unendlich vorhanden.

Ach so: Und dann gibt es ja noch diesen Emissionsrechte- Handel. Für einen Großteil der CO2- Emissionen bekommen die Industrie- und Energieunternehmen durch die Regierung Zertifikate zugeteilt. Für Umme. Und sollten die nicht reichen, was natürlich fast die Regel ist, können die Unternehmen Emissionsrechte dazukaufen. Und was machen die Energieversorger? Jammern rum, dass sie ja so viele Zusatzkosten dafür haben, und – geben die „Kosten“ für ALLE Zertifikate an den Kunden weiter, begründen so ihre Preistreibereien!

Ich brauche eine Tüte zum Reinatmen.

Der „Deutsche Bundestag“ hat das schon sehr schön erkannt. Und eine PDF veröffentlicht. Guckst du.

Ja, und bei Wikipedia (Stichwort: EU-Emissionshandel) kann man dann nachlesen, dass es die Umweltsäue sogar geschafft haben, durch hin- und herhandeln über Staatsgrenzen hinweg auch noch den Staat um die Steuern zu bescheißen, und an den Zertifikaten, die zum Umweltschutz beitragen sollten, noch zu verdienen, bevor sie die „Kosten“ dann noch dem Kunden aufbürden! Wenn dieses System, in dem Dreckschleudern freigekauft, die Kosten auf den Verbraucher abgewälzt und durch den Handel damit auch noch „Taschengeld“ verdient wird, nicht von Industrielobbyisten der Regierung eingeflüstert wurde, fresse ich einen Besen. Mit Kunststoff- Borsten von BASF.

Nicht, dass ich jetzt explizit nur BASF und die Stromversorger anprangern möchte. Sie machen es nämlich mehr oder weniger ALLE, diese Industrie-Giganten. So stehen diese Unternehmen hier nur stellvertretend.

Und die Lebensmittel- Industrie versorgt uns seit jahrzehnten mit sog. „Diät-Produkten“. Für Diabetiker. Weil weniger Zucker drin ist und bereits ausgerechnet wurde, wie viele Broteinheiten (BE) eine Portion inne hat. Die Regierung hat das sogar in eine Verordnung gefasst.

Dass hier aber genauso viele Kohlehydranten und oft noch mehr Fette als in vergleichbaren Produkten verwendet werden, muss man schon selbst beim direkten Vergleich mit „normalen“ Produkten rausfinden. Vergleicht doch mal aus Spass die Nährwert- Tabellen bei Butterkeksen! Ja, und dass Kohlehydrate irgendwie auch zum Glucosehaushalt des Körpers beitragen, sollte jeder Sani wissen. Und der gesteigerte Fettanteil ist auch soooo gesund! Tirili!

Da platzt einem der Zahnschmelz vom Knirschen weg.

Aber die Ärzte halten jahrelang still bzw. werden totgeschwiegen, und ich möchte nicht wissen, wieviele Ärzte ihren Patienten zur „Diätschoki“ geraten haben. So kam es dann, dass Omma seelig auf ihrer sandigen Vollmilch rumlutschte, und weil es „Diät“ war, sich noch ein Extrastückchen genehmigte. Und irgendwann nicht mehr in den grünen Faltenrock passte. Darum sollen diese irreführenden Bezeichnungen auch abgeschafft werden.

Der „stern“ hat da mal einen aufklärenden Artikel drüber geschrieben:  Diät-Artikel

Die betroffene Verordnung greift ab dem 9. Oktober 2012. Warum so spät, kann vielleicht ein Lobbyist erklären. Die Volksverarsche geht also noch 2 Jahre weiter.

Völlig erfolgreich verhindert hat die Lobby bis jetzt die einfache „Ampel“ auf Lebensmittelverpackungen. Grün-Gelb-Rot sei zu verwirrend für den Kunden. Sich aber durch die Zutatenliste zu kämpfen, durch die wild gemischten Vergleiche und Relationen von Prozent der empfohlenen Tagesdosis, Portionsmenge, absoluten Werten, Kristall-, Trauben- und Milchzucker, Glucose, Dextrose usw., natürlichen, naturidentischen und künstlichen Stoffen, und-und-und, das wird laut Lebensmittel- Propagandabeauftragten jedem Sonderschüler zugetraut. Im Vorbeigehen am Regal. So das Argument. Man lasse sich das als Begründung gegen die Ampel mal auf der Zunge zergehen! Ich brauche meine Herztabletten.

Und jetzt wird man auch noch davon in Kenntnis gesetzt, dass deutsche Unternehmen sogar die US-Regierung kaufen wollen, um dann zu heulen, dass hiesige Umweltgesetze einen Nachteil gegenüber dem Markt in den USA hervorrufen würden. Weil sie die Gesetze dort nicht haben und daher weiter alles verpesten dürfen.Und hier nicht. So was ungerechtes.

Und warum? – Weil die Gesetze von den gleichen Unternehmen dort sabotiert werden, die hier einen auf „grün“ machen!

Wie man im Pott so sagt: „Da wirsse doch porös bei!“

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Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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