Volkstrauertag

„Früher war das viel feierlicher. Da standen die Leute an den Straßen, und es hing eine Fahne neben der anderen. Rot und weiß, mit einem Kreuz drin.“ (Zitat eines Teilnehmers)

Das muss man sich mal vorstellen: Sowas muss man sich anhören, wenn man von der Kirche zum Ehrenhain geht, um den Opfern der Kriege zu gedenken! Der Lump, der dieses von sich gab, wurde nach Kriegsende geboren, wuchs in einem Dorf weitab vom Geschehen auf, hat die Fahnen, von denen er schwärmt, nie selbst gesehen, und seine Eltern erzogen ihre Brut anscheinend trotzdem im besten nationalsozialistischen Sinn!

Er selbst wurde jahrelang als Beamter vom Staat durchgefüttert, durch die Demokratie geschützt vor andersdenkenden, und haut einem JEDES JAHR AUFS NEUE diesen hetzerischen, kriegsverherrlichenden Nazijargon „Heldengedenktag“ um die Ohren!

Was ihm in seiner braunen Borniertheit völlig durchgeht: Sein Adolf hat diesen Gedenktag weder erfunden, noch ihn im November begehen lassen! (Im übrigen hat er so gut wie garnichts „neu erfunden“, weder diesen Tag, noch den Gruß, noch das Hakenkreuz, noch den Faschismus, noch… – Alles, was er „geschafft“ hat, war, mit seiner Redegewandtheit ein zerrissenes Volk von einer Misere in eine noch viel größere zu führen und millionen Menschen fabrikmäßig ermorden zu lassen.) Wahrscheinlich war ihm das Novemberwetter zu mies für seine monumentalen Aufmärsche. Es regnete ihm wohl beim Grüßen immer in den Ärmel. Dreck aber auch…

Fakt ist, dass es den Volkstrauertag schon seit 1922 gibt, angeregt 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und an die Gefallenen des 1. WK erinnern sollte. Und zwar über alle gesellschaftlichen, politischen und religiösen Schranken hinweg!

Von 1939 bis 1945 wurde der Tag von dem postkartenmalenden Brückenpenner in den März verlegt und so umbenannt, wie es der gesellschaftliche Auswurf heute noch gerne propagiert. Und für seine Zwecke ausgeschlachtet und mißbraucht.

Und so kommt es, das jemand, der weder den Nationalsozialismus, noch den Krieg, noch die danach folgenden Entbehrungen kennt, heute im November breit grinsend am Volkstrauertag den Nazigruß andeutet, vom „Heldengedenktag“ faselt und heimlich Abzeichen rumzeigt. Und aufgrund der Staatsform, in der wir leben, gibt es kaum ein legales Mittel, ihm sein hetzerisches Schandmaul zu stopfen. Würde ich ihn anschwärzen, gäbe es wahrscheinlich nicht einmal jemanden, der den Arsch in der Hose hätte, dieses zu bezeugen. Somit kann er weiter regelmäßig die Toten verhöhnen und seine kriegsverherrlichende Propaganda hinter halbherzig vorgehaltener Hand verstreuen.

Soll er sich doch mit einer Wehrsportgruppe in irgendeinen Wald verkriechen und sich nach dem Absingen des „Horst-Wessel-Liedes“ die Kante geben, um danach seine eigene Bedeutungslosigkeit anderen in die Schuhe zu schieben! Oder sich mal in einem der zahlreichen Kriegsgebiete, die es in der Welt so gibt,  die Scheiße ansehen, in der jeden Tag einfache Menschen ihren Kopf für die Spinnereien anderer hinhalten, ohne selbst etwas davon zu haben!

Für ihn jedoch findet der Krieg nur in Hollywood- Streifen statt, und sein amöbengleiches Hirn bekommt den Unterschied zwischen Verklärung und Realität nicht mehr so ganz auf die Kette.

Also sitzt dieses Geschwür am Arsch der Gesellschaft vor seinem Ofen, liest den „Landser“ und schwärmt beim Putzen gekaufter Orden von dem, was seine Eltern unter Nationalstolz verstanden. Und zieht die Kriegsopfer damit in den braunen Schlamm.

Dreckspack, dieses!

Eigentlich gehört das ja nicht in dieses Blog. Aber ich musste das mal loswerden. Sorry.

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Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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3 Antworten zu Volkstrauertag

  1. Armin schreibt:

    Bei der Beschreibung „rot und weiss, mit einem Kreuz drin“, dachte ich (als Schweizer) zuerst spontan an eine Schweizer oder eine Rotkreuz Fahne, vielleicht ist der Verunglimpfer ja ein Fachkollege? 😀

  2. Wolfram schreibt:

    Kleine Präzisionen: von 1926 bis 1934 war der Volkstrauertag am Sonntag Reminiscere, fünf Wochen vor Ostern, und wurde schon 1934 zugunsten des „Heldengedenktags“ aufgegeben.
    Erst nach dem Krieg wurde er auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr verlegt, um deutlich zu machen, daß keine Tradition mit dem „Heldengedenktag“ (16. März oder der davorliegende Sonntag) besteht.

    Ich bin quasi dienstlich verpflichtet, an den großen nationalen Gedenkmomenten in der Stadt teilzunehmen. Letzets Jahr am 11. November, Tag des Waffenstillstands 1918, wurde hier aber ein Text aus dem Ministerium verlesen, den ich haarsträubend fand: in Deutschland würde man von Geschichtsklitterung gesprochen haben… getröstet wurde ich durch die Rede des Vorsitzenden des Fallschirmspringerverbandes, der sehr deutlich zum Frieden mahnte und, ganz im Sinn des deutschen Volkstrauertages, daran erinnerte, daß die Toten uns nicht zum Streit rufen.

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