How to learn the Brülltüte

Aller Anfang ist schwer!

Als Dudelsackspieler wird man ab und zu gefragt, ob es schwer sei, Bagpipes spielen zu lernen. Oder wie man an Unterricht kommt, wie viel man üben muss, usw.

Also: Wie lernt man das?

Zu allererst solltest du die im Klaren darüber sein, ob du die traditionelle schottische Musik spielen möchtest, oder ob du z.B. Mittelaltermusik und Artverwandtes, wie es Bands wie „Corvus Corax“, „Schandmaul“ u.a. spielen, besser findest. Das ist nämlich eine ganz andere Musikrichtung, die auch mit anderen Säcken gespielt wird.

Ist man sich hierüber einig, schnappt man sich seine Jacke und geht zu eBay. Aber bequemes Schuhwerk anziehen, da eBay sehr groß ist.

Dudelschrott aus Pakistan, zusammengebaut von einem Blödmannsgehilfen

Dort bestellt man sich ein Ding, das nach Sackpfeife aussieht, Preislich etwa zwischen 80-200 Euro. Schön karierter Beutel, 3 Pfeifen oben, eine unten, ein Ding zum Reinpusten. Dudelsack. Spielfertig, mit einer Seite Anleitung.  Weil man den Verdacht hat, dass eine Seite Beschreibung etwas zu wenig sein könnte, um die Queen zu beeindrucken, bestellt man sich das Lehrbuch von Mac Ege gleich dazu (wobei das Buch zum Start garnicht schlecht ist).

Wenn dann alles da ist, stöpselt man es irgendwie zusammen, so dass es wie ein totes Schaf aussieht, fängt an zu pusten wie ein Weihnachtsengel, bis man die Augen mit einer Latte abschlagen kann, und ärgert sich, dass nichts vernünftiges herauskommt. Mal ein Krächzen, mal ein Jammern, und wenn es gut drauf ist, gibt es auch schon mal ein vergnügtes Kieksen von sich.

Weil es nicht so klappt, wie man sich das vorgestellt hat (und wenn man das Ding nicht sowieso gleich frustriert in die Ecke pfeffert), fragt man jemanden, der sich auskennt, und wundert sich, dass sich der Befragte das Grinsen nicht verkneifen kann. Bis er dann fragt, ob man einen Nagel zu Hause hätte. So etwa 4 Zoll. Um den „Paki“ als Wandschmuck aufzunageln…

Was ist passiert? Du hast den Weg gewählt, den die meißten Piper (Dudelsackspieler) gewählt haben, um anzufangen: Den falschen. 🙂

Denn die Dinger bei eBay sind zu 98% Plagiate aus Pakistan (daher die Bezeichnung „Paki“, die jedem Piper geläufig ist!). Zu erkennen an den hellen Hölzern, den billigen Aluminiumringen, dem karierten Beutel… – Und am Preis. Denn ein „echter“ Dudelsack in schottischer Tradition und Qualität ist nicht nur aus fast schwarzem Holz hergestellt und hat zumeißt ein einfarbiges Cover (den Überzug für den Sack), sondern kostet auch so viel wie ein anderes  „echtes“ Instrument. Santana kauft seine Gitarren auch nicht für 60 Flocken bei Real.

Und wie geht es nun wirklich?

Zunächst sollte man sich erst mal mit einer Band in Verbindung setzen. Wo man eine Band in der Nähe findet, kannst du hier auf der Seite der BAG (Bagpipe Associacion Germany) nachlesen. Mit denen setzt man sich dann in Verbindung, um zu erfahren, wann man mal reinhören könnte. (Auf dieser Seite gibt es ein Fenster im Fenster, bei der Navigation beachten!)

Dort wird man dann erfahren, dass man zu Anfang erst mal gar keine Pipe braucht. Die Great Highland Pipe lernt man nämlich auf einem ganz anderen Instrument, dem Practise Chanter (Übungsflöte), die mehrere Vorteile hat:

Der Practise- Chanter, auf dem man das Spielen erlernt

1. Sie hat Zimmerlautstärke. In Mietwohnungen manchmal lebensrettend.

2. Sie hat einen leichteren Anblasdruck und keinen Beutel. Dadurch kann man sich ganz auf das Fingering konzentrieren. Mit dem Sack wird später gekämpft, so etwa nach einem dreiviertel Jahr, wenn man den PC schon ganz gut befummeln kann.

3. Sie kostet nur dankbare 50 Euro. Und

4. Ein Piper braucht sie das ganze Piperleben lang, da alle neuen Stücke und die Verbesserung der Grifftechnik auf diesem Instrument erlernt werden.

Solltest du nach einigen Monaten feststellen, dass das Highland-Sackpfeifen- Gebrüll doch nicht so dein Fall ist, hast du noch nicht so viel Geld verschwendet!

Der „PC“ klingt wie ein umgetretener Bienenstock. Er wird in halboffener Griffweise gespielt, nicht so wie etwa die Blockflöte, die ganz anders gegriffen wird (nämlich offen). Es ist also nur ein geringer Vorteil, vorher mal in der Grundschule zum Umgang mit der Blockflöte gezwungen worden zu sein. Außerdem kann man die Modelle aus Kunststoff kaum kaputt kriegen, was gerade für Feuerwehrleute ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist. Die sind sogar Spülmaschinenfest, Hunde können damit spielen, Kinder mal als Darth Vader losziehen und Mutti ihren Männe verhauen!

Eine gravierte McCallum. Besonderes Merkmal: Meine.

Wenn man vorher schon mal was mit Noten zu tun hatte, ist das ganz praktisch, aber kein „Muß“. Alles Weitere verklickert man dir dann in der Band deiner Wahl, die ihren Nachwuchs zumeißt selbst und oft kostenfrei großzieht.

Nachdem man dann so lange Zeit hatte, Leergut für eine eigene Pipe zu sammeln, hat sich meißtens auch schon das entsprechende Wissen eingestellt, um das richtige Instrument zu kaufen. Ab 800 Euro gibt es einfache, aber gute Pipes, die auch Competition- Tauglich sind.

Übrigens: Ich habe erst mit 36 Jahren angefangen, zu spielen. Es ist also nie zu spät! (Man muss sich natürlich damit abfinden, dass man nie so gut wird wie z.B. Stuart Cassels von den Chilli Pipers!!)

Noch ein paar Links:

Das Forum der Schottenfans findest du hier wo auch die meißten Anfängerfragen schon beantwortet wurden, das Forum der Liebhaber mittelalterlicher Marktpfeifen hier .

PC, Pipe und Zubehör jeglicher Art kann man z.B. hier bestaunen.

So. Und nun auf zur Seite der BAG!

Pipes Up!

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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