Reißende Fluten im Keller

Etwa 21.00Uhr: Piep-piep-piep! Der DME verkündet stolz, mal wieder Arbeit für uns melden zu dürfen: „Wasser in Keller“. Na gut, hatte ja auch reichlich geregnet. Am Gerätehaus angekommen, besetze ich mit den Kollegen das erste (und in diesem Falle einzige) Fahrzeug, das ausrücken wird.  An der angegebenen Adresse steigen der Chef und zwei besonders neugierige Kollegen aus, um die enormen Fluten im Kellergeschoß des 2- Familien- Hauses zu bestaunen. Der Rest der Mannschaft bleibt im Fahrzeug. Iss‘ kalt…

Nach einigen Minuten kommen die Kollegen zurück: „Ist nüscht für uns. Da stehen vielleicht 2 cm, die öffnen jetzt einen Schacht und saugen das selbst ab. Die haben nämlich sogar einen Sauger da!“ – Bitte? Wieso haben die einen Wassersauger? Wieso rufen die uns dann überhaupt? Wie auch immer, einmal gemeinschaftlich das Augenrollen geübt, Rückfahrt.

Am Gerätehaus zurück, erwartete uns ein zurückgebliebener Kollege, seines Zeichens Schornsteinfeger. Und der konnte auch nur den Kopf schütteln: Wie er uns mitteilte, war ihm die Adresse dieser beiden älteren Herrschaften wohl bekannt. Der Kamerad hatte nämlich etwa 2 Stunden zuvor erst das Gebäude verlassen!

Wie er uns zu erzählen versuchte (ist schwer was zu verstehen, wenn jemand beim Erzählen so heftig den Kopf schüttelt), hatte es in diesem Haus am Morgen einen Heizungsschaden gegeben. Im 1. Stock. Unter anderem war dadurch das Wasser quer durch das Haus bis in den Keller gelaufen. Nun war er als Schornsteinfeger mit der Heizungsbauerfirma tagsüber dort, um den Schaden zu beheben, die Heizungsanlage wieder anzufahren und die Bude trocken zu legen. Da aber durch die Etagendecken immernoch Wasser nachtröpfelte, bekamen die Bewohner leihweise einen Wassersauger und einen Schnellkurs in Sachen „Flutbekämpfung“, woraufhin sie versicherten, bei Bedarf den Keller selbst nochmal auszusaugen. Daraufhin verließen die Handwerker die Örtlichkeit.

Senior und Seniorin schauten dann ab und zu nach dem Keller, um zu sehen, wie sich langsam wieder Wasser auf dem Boden versammelte. Sie hatten aber anscheinend nicht mehr genug Platz auf der Festplatte, um das zuvor Gelernte abzuspeichern: Sie hatten zwar einerseits einen Sauger und andererseits Pfützen im Keller, vermochten das aber diese Rohdaten nicht mehr miteinander zu verknüpfen. Die Nummer von der Feuerwehr hatten sie aber wohl irgendwo mal aufgeschrieben…

Nach einem Gedankenanstoß durch unseren Zugführer kamen die Beiden dann aber doch wieder auf die Idee, das Rohr des Saugers mal in den vorhandenen Schacht im Keller zu halten („Öh… ja… der Sauger vonne Firma… da haben Sie Recht…“). Einsatzende. Und 7 Verletzte mit Schleudertrauma vom Kopfschütteln.

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Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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3 Antworten zu Reißende Fluten im Keller

  1. souly schreibt:

    „…und sieben Verletzte mit Schleudertrauma vom Kopfschütteln.“ GEIL! Alles weiter – naja, Steuergelder… Steuergelder………

  2. dadreloaded schreibt:

    Och ja, wer kennt das nicht. Du bist nicht allein! 😉

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