Tipp: Winterausrüstung für’s Auto

Der Winter ist dieses Jahr noch nicht vorbei. Spätestens am Ende wird es wieder kalt!

Dass Winterreifen mittlerweile Pflicht sind, sollte jeder mitbekommen haben. Und sei es nur, weil sich der Nachbar aufregt, dass er diesen Stuss für seine Karre nicht braucht, weil es ja sowieso nicht schneit.

Aber sonst?

Viele Situationen kann man vermeiden oder zumindest mildern, wenn man ein wenig vorbereitet ist. Als Autofahrer fährt man viel Kappes spazieren, den man zum Totschlagen des „Sprittverbrauchs- Argument“ auch mal gegen Sinnvolles austauschen kann.

Dieses geliebte Sammelsurium wird einem im Winter nicht weiterhelfen

Braucht man eine Sprühflasche Scheibenreiniger, wenn man zur Arbeit fährt? Oder das beliebte Fernglas im Handschuhfach? – Sicher. Wenn man mit Sommerreifen stecken bleibt und nach dem ADAC ausschau hält, vielleicht.

Sinnvoller ist es z. B., immer eine Winterjacke im Auto zu lassen. Denn zumindest ich als Standheizungsbesitzer fahre auch schon mal ohne Jacke los. Dumm nur, wenn man dann das Auto wegen Panne oder Unfall zurücklassen muss. Oder sich mal außerhalb des Autos mit Grabungsarbeiten im Schnee beschäftigt. Selbst, wenn man schon eine Jacke trägt und nur im Auto sitzen und warten muss, bis es weitergeht, ist eine zusätzliche Jacke über die Porree-Piepen gewickelt Gold wert.

Der Tank sollte sowieso immer mindestens halbvoll sein. Denn wenn man mal irgendwo in einem Stau steckenbleibt, weil wieder mal der Nachbar mit Sommerreifen die Straße dicht macht, kann man bei Wartezeiten wenigstens den Motor stundenlang laufen lassen. Und den Herren des ADAC, der Feuerwehr und des THW freundlich durch die geschlossene Scheibe zuwinken, wenn sie die kratzigen Pferdedecken auf der A3 verteilen wollen.

Warnweste und Lampe gehören in Fahrer- Reichweite, der Rest kann in den Kofferraum.

Eine eigene Decke ist trotzdem nicht schlecht. Aber eine, die nicht mehr so dolle ist, denn sie soll nicht nur den Hintern des Fahrers oder eines hilfsbedürftigen Mitmenschen wärmen, sie kann auch als Unterlage bei Arbeiten am Auto (Ketten aufziehen, Freigraben, Unterbringen von Fußmatten, Streumitteln,…) gute Dienste leisten. Und wenn man Glück hat, kann man seinen auf Eis durchdrehenden Pellen damit wieder für die nächsten zwei Meter Gelegenheit zum Schwungholen bieten!

Á Porpos Streumittel: Beim Verbrauch von Bügelwasser oder Scheibenfrostschutz bleiben schon mal kleine Kanister über. Einen davon habe ich mit einem Salz- Granulat- Gemisch gefüllt und im Kofferraum- Seitenfach verstaut. Ist nicht im Weg, hat mir aber schon mehrfach geholfen. Sogar einen querstehenden LKW konnte ich zumindest soweit weiterhelfen, dass er die Straße wieder frei machen konnte- und ich an ihm vorbei!

Für „Außentermine“ bitte auch eine von diesen 1,99- Warnwesten in die Tasche an der Sitzlehne stopfen. Achtet mal darauf, wie gut man nachts Fussgänger im Mantel im aktuellen Winterschwarz sieht, dann wisst ihr, wieso. Da, wo die Zeitung vom Juni steckt, die sowieso keiner mehr liest, oder die Straßenkarte der europäischen Fernstraßen (wo man ja bekanntlich schon mal hinmuß! 😉 ). – Raus damit, Platz für eine Weste.

So ein Notponcho für einen Euro passt dann auch noch dazu. Sieht zwar affig aus, wenn man damit ums Auto rennt, aber wenn es stark regnet oder schneit, guckt sowieso keiner.

Und weil im Winter die Sonne schon mal was früher weg ist: Fernglas zum Wanderzeug und eine kleine Taschenlampe in das Handschuhfach. Damit man im Dunkeln auch den Rest der Winterausrüstung findet.

Ach: Und damit man überhaupt erst einmal in die Karre reinkommt, sollte man bei strengem Frost ein Döschen Türschloß- Enteiser dabei haben. Aber bitte nicht IM Auto, sondern hinter der Tankklappe, dem Stoßfänger oder in der Damenhandtasche.

Das ganze Zeug ist zwar nicht teuer, kann im Falle des nächsten Wintereinbruchs aber wahrlich gute Dienste leisten!

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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8 Antworten zu Tipp: Winterausrüstung für’s Auto

  1. sueder80 schreibt:

    Vielleicht ist es empfehlenswert nicht nur eine Warnweste im Auto mitzuführen. Den wenn der Beifahrer beim anschieben hilft sollte er auch gut sichtbar sein. Da wäre eine 2. oder 3. Weste vom Vorteil.

  2. NK schreibt:

    Was ich noch empfehlen kann, ist ein Metall(!)-Kehrblech. Kompakt, stabil, preiswert – leistet gute Dienste, wenn selbst gutmütiges Anfahren nicht mehr aus der Schneewehe hilft.

  3. Jerowski schreibt:

    Moin!
    Danke, auf jeden Fall ein interessantes Thema!
    Ich halte es wie empfohlen, Taschenlampe & eine von 2 Warnwesten hab ich im Handschuhfach (Fahre sehr selten mit vielen Mitfahrern, daher (noch) keine Weste für jeden Platz)! Zusätzlich hab ich vorn auch ein Messer mit Gurtschneider und Körner.
    Übrigens hab ich Plastiküten für die gewissen Party-Heimfahrten quasi im ganzen Auto verteilt. Die Literflasche Wasser und Kfz auf USB Adapter für Handy & Co. sind sowieso immer dabei.
    Im Kofferraum gibts neben Eiskratzer und Enteiserspray noch ne „Gummiflitsche“ – funktioniert super solange keine wirklich dicke Eisschicht da ist. Außerdem ist noch ein Klappspaten eines bekannten skandinavischen Axtherstellers an Bord. Einmal- und Arbeitshandschuhe, Taschen(beatmungs)maske, kleines Handtuch, Seife und Zahnputzzeug sowie der übliche Kleinkram zum saubermachen sind eh an Bord.
    Was mir noch fehlt (übrigens auch in deiner Aufstellung) ist ein vernünftiges Überbrückungskabel (2,5mm) und ein Feuerlöscher. Aber 2kg ist mir zu klein, 6kg quasi nicht unterzubringen. Naja, evtl. kombiniere ich das mit der vorgeschlagenen Decke und pack ne Löschdecke ein (bis jetzt sind nur zusätzliche Rettungsdecken vorhanden).
    Man merkt, mein Motto ist sozusagen: Ich lebe zwar nicht in meinem Auto (so sieht es ja bei manchem aus), aber ich könnte darin ne Weile (Über-)Leben…=)

  4. Silver schreibt:

    naja, Schlossenteiser halte ich in Zeiten von Zentralverrieglungen mit FB für etwas überholt und ansonsten hilf es auch sehr gut im Vorfeld an das ölen mit Graphit zu denken, kein normales Öl in Schlösser, das verhaarzt!!
    Zu deiner Streugut Mischung, ich würde auf das Salz verzichten, du willst ja nicht ne halbe Stunde warten bis das wirkt, oder?
    Und ich finde auch das man ein brauchbares Metallkehrblech oder den klassischen Klappsparten mit haben sollte.

    @Jerowski du meinst wohl eher 25 qmm wobei ich die bei heutigen Motoren auch für ziemlich übertrieben halte, wer hat heute noch einen schwer zu startenden Diesel der soviel Dampf braucht?

    • Wolfram schreibt:

      Die dünnen 16er-Kabel kann man mit einem größeren Benziner auch schon mal grillen… und hier in Frankreich sind 75% der Neuwagen Diesel, weil steuer- und verbrauchsgünstig. Ergo…

      Das mit dem Sprit im Tank ist schon wichtig. Unter 1/3 Füllung geht beim 807/C8 auch die Zusatzheizung nicht mehr an, so daß man richtig lange friert…
      In meinem Autokoffer ist keine Taschenlampe, aber eine Lampe mit langem Kabel und 12V-Zigarettenanzünderstecker. Und nebenbei Klemmen für die Batterie. Was will man emhr… die Batterien in der Taschenlampe wären eh leer, wenn man sie braucht, und die Kurbeltaschenlampen vertragen langes Liegen auch nicht, dann macht der Lithium-Akku die Grätsche.
      Die meisten anderen Sachen hab ich bisher nie gebraucht, in 20 Jahren bei Wind und Wetter… und nicht im Flachland, sondern im Sauerland! 😛

  5. firefox05c schreibt:

    Also, liebe Leser, bevor das hier noch zu weit ausufert: In meiner Zusammenstellung wollte ich nur „das Nötigste“ aufführen, das einem unterwegs weiterhilft. Natürlich kann man, um auf weitere Notfälle vorbereitet zu sein, auch noch andere Sachen mitführen (ich selbst habe eine ganze Klappbox mit Pannenmaterial neben meinem Sanikoffer…), aber nicht jeder kann mit allem was anfangen. Es bricht ja nicht immer der Super- Gau aus. 😉
    Das Kehrblech hatte ich ehrlicherweise aber vergessen, aufzuführen. Wobei ich denke, dass ein Kehrblech als Behelf reicht, da es nicht extra beschafft werden muss und auch außerhalb der Wintersaison z.B. im Garten seinen Zweck findet.
    In diesem Sinne: Danke für die rege Beteiligung! Ich freue mich, dass mein Blog gelesen wird!

  6. Jerowski schreibt:

    Natürlich wird hier gern gelesen 😉 Ist doch eigentlich immer interessant, allerdings kommentiere ich selten, da ich viel per Handy lese.
    Und natürlich war meine Aufzählung nur beispielhaft, aber vielleicht ist ja für den einen oder anderen noch ne brauchbare Idee dabei. Man wundert sich übrigens, was man so alles ordentlich verstauen kann (in der Ersatzradmulde), wenn man nur ein Tire-Repair Kit hat.

    @Silver: Jup, das meinte ich. Und soweit ich als Laie das weiß, wird das quasi bei jedem etwas größeren Diesel empfohlen.

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