Sommerloch? – Lebenszeichen

Tja, der geneigte Blogkonsument wird sich womöglich fragen, nachdem ich euch fast zwei mal wöchentlich mit Schoten aus dem Alltag versorgt habe, ob mir was passiert ist, ob ich keine Lust mehr habe oder mein Chef mich davon überzeugt hat, die Schreiberei einzustellen. Nö, ist nicht so.

Sieht cool aus, gibt aber nichts her.

Nur passiert bei mir im Moment nicht viel, worüber zu schreiben lohnt. Zumindest nach meinen Maßstäben. Wir hatten hier zwar einige Einsätze wie „Mülltonnenbrand auf dem Friedhof, ca.200 Tote“, „Personen im Aufzug, 10 Personen und ein Fahrrad“ oder einen aufwändigen Einsatz auf einem Recyclinghof, bei dem unter anderem drei SW2000 (Schlauch- Nachschubwagen mit 2000m Schlauchleitung) blankgezogen werden mussten, aber da ich hier keine Dienstchronik oder einen Helden- Fortsetzungsroman veröffentliche, taugen solche Einsätze natürlich nicht. Nun gut, bei dem Großeinsatz hat sich ein Kollege zirkusreif über den Asphalt gekugelt, aber für einen Artikel reicht das nicht.

Auch, wenn ich mich mal über Kollegen aufregen möchte, die immer den Weg des geringsten Aufwandes gehen, was bis ins unvollständige Aufrüsten des Löschfahrzeuges reicht, gehört das nicht immer hier hin.

Und privat passiert im Moment auch nichts, was wert wäre, es hier breit zu treten. Ach so, das einzige: Ich habe angefangen, Blogartikel für ein Buch aufzubereiten. Das epische Kunstwerk deutscher Literaturgeschichte soll aber nicht nur eine bloße aneinanderreihung von den Geschichten hier sein. Vielmehr habe ich vor, durch Zwischen- oder Rahmentexten dem Unbedarften einen kleinen Einblick in die „andere Seite“ zu geben, wenn die Feuerwehr / der Rettungsdienst kommt. Zum Beispiel, warum wir auf unserem Alarmschreiben als Anrufer schon mal den Ehemann der Patientin stehen haben, der allerdings schon seit bis zu zwei Jahren tot ist. Oder warum man einen „Krankenwagen“ bestellt, weil Opi Herzschmerzen hat, und statt dessen auf einmal ein riesiges Löschfahrzeug anrollt. Der Leser soll ja auch was dabei für’s Leben mitnehmen. Ich dachte da an ein Taschenbuch mit 150-200 Seiten, bestehend aus 10 Rettungsdienst- und 10 Feuerwehrgeschichten. Das sollte für mein Erstlingswerk reichen. Ich bin ja noch klein…

Ob ich auch die Geschichten aus meinem Privatleben mit reinbringe, weiß ich immernoch nicht so genau. Da sind zwar auch gute Sachen dazwischen, aber irgendwie finde ich, sie passen nicht so recht in ein Buchkonzept über den Feuerwehrdienst. Ich muss mich aber nochmal mit mir zusammensetzen und mich beraten. Termine dafür habe ich schon… 😉 Vielleicht kann ich das Buch ja auch zweiteilig machen. Mal sehen. Außerdem bin ich schon auf der Pirsch, welchen Verlag ich damit belästigen könnte. Empfohlen wurde mir u.a. der BoD- Verlag. Der bringt zwar alles raus, was man ihm schickt (und sei es persönlich „signiertes“ Arschpapier), aber die Bücher sind dann wohl recht teuer auf dem Markt. Und ich weiß nicht, ob jemand das Buch mit 150 Seiten für 12 Mäuse bestellt, nur, weil er den Titel bei Amazon sieht, wenn er tausend andere (die auch einen Titel haben…) für 6 haben kann. Und bei dem mir empfohlenen „Lulu“- Verlag ist mir noch nicht ganz klar, was die an Werbung für mich leisten können. Denn mal ehrlich: Den Erfolg eines Buches liest man an den Verkaufszahlen ab, und dafür muss das Volk erst einmal wissen, dass es mich gibt! Für eine leimgebundene Ausgabe, mit der ich in meinem Umfeld zum Angeben rumwedeln kann, brauche ich keinen Verlag, sondern nur einen Online- Auftragsdrucker. Der macht das unter Umständen billiger. Und selbst mit der Bücherkiste unter dem Arm bei der Mayerschen betteln, dass sie fünf Stück davon ins Regal stellen, ist auch nicht mein Ding. Das kann ich höchstens zusätzlich zur Werbung durch den Verlag machen. Tja, und die etablierten „Allround- Sorglos- Verlage“, die die richtigen Kontakte und Hebelchen haben,  haben es nicht nötig, Risiken mit Newbies einzugehen. Die verlegen wohl häufig nur noch Sachen, die im Ausland schon Erfolg hatten, oder Werke von Profis mit bekannten Namen (ich hörte von einem Verlag, dass sie in einem Jahr etwa 4000 Manuskripte von Autoren bekommen haben, und keines wurde verlegt. Alles nur talentlose Schmierer gewesen??).

Auch durch Partyhütchen wird das Leben nicht interessanter

Nun gut, bis jetzt umfasst mein Versuch, die Buchwelt zu versauen, etwa 110 Seiten an Bloggeschichten, und ich bin zur Zeit beim ersten Überarbeiten und Einfügen von Rahmenartikeln etwa auf Seite 24. Da ist noch eine Menge Arbeit zu leisten. Da ich mir die professionelle Korrektur für 400 Euro sparen möchte, werde ich mein Manuskript wohl gleich mehrfach gegenlesen lassen müssen. (Äh… wer will? 🙂 ) Bis nächsten Freitag werde ich also wohl nicht ganz fertig. Aber das Cover wird wohl etwa so aussehen wie bei meiner 86Seitigen „Analog- Blog- Version“, die ich mal für meine Mutter erstellt hatte (siehe Foto im Artikel „Ein Buch?“).  Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ja, und wenn in meinem Leben mal wieder etwas erwähnenswertes passiert, werde ich es natürlich auch nicht vorenthalten!

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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14 Antworten zu Sommerloch? – Lebenszeichen

  1. Katja schreibt:

    Ich fände ein ganz klein wenig Privatkram nicht unangebracht, da ja bei Feuerwehr/ den Rettungsdiensten doch hoffentlich Menschen arbeiten und diese nicht nur aus ihrem Beruf bestehen.
    So ein bisschen Persönliches in den Grenzen der Rahmenhandlung würde das Ganze für mich abrunden und verdeutlichen, dass es sich bei FW/ RD um Menschen handelt, die ihrerseits bitte auch als solche betrachtet und behandelt werden sollten/ möchten.
    (Ok, Ausnahmen bestätigen die Regel! 😉 )
    Korrekturlesen habe ich in diesem Rahmen noch nicht gemacht, würde mich aber glatt breitschlagen lassen… ;o)

  2. alltagimrettung schreibt:

    Da gehts dir wie und vielen anderen bloggern. Es passiert manchmal halt einfach nichts. Und wenn schon große Unterhaltungsshows oder namhafte Blogs in Sommer/Herbstpause gehen, dann könne wir „kleinen“ Blogger das auch 🙂

  3. Als Orthographie- und Grammatiknazi würde ich mich wohl honorarfrei als Korrektor zur Verfügung stellen. Und wenn Du es richtig professionell haben möchtest, hätte ich auch eine nette Dame aus dem Lektorat einer großen deutschen Zeitschrift an der Hand, die das durchaus auch erledigen würde…

  4. petrahannover schreibt:

    Wenn Dein buch ähnlich gut geschrieben ist wie Dein Blog, wird das ein Bestseller 😉

    • firefox05c schreibt:

      Ich finde es nur leider schade, dass z.B. das Stilmittel der Smileys (für Ironie) oder in Sternchen eingefügte Comic- Sprache wohl weniger für eine Druckversion taugen. Da geht hier und da leider einiges an Kopfkino verloren. (*schmoll* 😉 )

  5. notizbuchfragmente schreibt:

    Ohhhhh …. gerade leichte Panik …. KEIN BoD-Verlag! NEINNEINNEINNEINNEIN! *singt*

    Der BoD-Verlag macht keine Werbung. Null. Die drucken nur das Buch und stellen es dir zur Verfügung. 😉

    Möchtest du in die Buchläden kommen, musste über nen richtigen Verlag gehen … hat nicht ullstein das Rettugnsdienst-Buch verlegt?

    Ich weiß, das ist aufwändiger. Es dauert auch länger. Aber du bezahlst nichts – gar nichts – und die Leute kaufen das Buch dann wohl auch. 😉

    • firefox05c schreibt:

      Bei BoD kann man die Werbung quasi dazubuchen: Vorstellung auf der Buchmesse, Lesungen, Vorstellungen in irgendwelchen Großhändlerkatalogen… – Aber das kostet alles extra. Und so ist man locker mal fix 500-2000 Eumel los. Das wollte ich mir so auch nicht leisten.
      Das von dir erwähnte Buch wurde glaube ich im Schwarzkopf- Verlag gedruckt und vermarktet. Die wären für mich auch die ersten Ansprechpartner, da die ja gesehen haben, dass dieses Konzept / Thema funktionieren kann. Ich werde es mir jedoch ziemlich genau überlegen, ob und wie viel ich selbst investieren würde, nur, um einen Wunsch zu realisieren, der mehr oder weniger einer Laune entspringt.

  6. TickleMeNot schreibt:

    *hüstelt* Ich finde 12 Euro für ein Buch nicht viel. Im Gegenteil, das bewegt sich doch arg an der unteren Preisgrenze.

    So ein Buch soll ja auch mehrmaliges Lesen überstehen, ohne das es nach dem ersten Mal auseinanderfällt.

    Und wieso kann man eigentlich keine Smilies in Büchern verwenden? Nur weil Goethe das auch nicht gemacht hat? Es mag durchaus Inhalte geben, wo Smilies reinpassen.

  7. Tänzerin schreibt:

    Also ich würde mich so ganz unbedarft als fast RS, Leseratte und bald Abiturientin auch zum Gegenlesen anbieten. Also dann, wenn es so weit ist…
    Auf jeden Fall wünsche ich schonmal viel Spaß und Kreativität (davon scheinst du ja meist genug zu haben, zumindest finde ich deine Blogartikel immer echt super geschrieben und so Sachen wie der Schlauchgürtel waren ja auch ein ziemlicher Erfolg) beim weiteren Erstellen des Buches!

  8. souly schreibt:

    du könntest ja mal den verlag „faeries inkpot“ suchen und da mal nachfragen, wie es so aussieht. überwiegend kamen da bis jetzt rettungsdienst-geschichten bzw fachbücher raus, aber vielleicht hätten die ja auch interesse an einem gemischten buch! bin da grad mal drauf gekommen, weil ich bei denen „…und ein bisschen stirbt man doch!“ geordert hatte, gute reihe!

  9. tofu_olifani schreibt:

    Wo hier grad faeries inkpot in den Raum geworfen wird: da konnte ich wohl den Kontakt herstellen.

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