Die Feuerwehr hilft. Zumindest, wenn sie Lust hat.

Diese zugegebenermassen sehr provokante Überschrift drängte sich mir auf, als ich hörte, wie unser Tagesdienst (Beamte der Feuerwehr, die nicht im Schichtdienst arbeiten eingesetzt werden) mit einer ratsuchenden Leiterin einer Kindertagesstätte umging. Boah, ey, happich nen Hals! Da wird in internen Kreisen immer gejammert, dass man keine Lobby bei der Politik habe, dass der Bürger die Feuerwehr kaum wahrnimmt, und das man mal mehr Werbung für die eigene Sache machen müsste, und dann sowas!

Aber von vorne:

Mitte Juli schon ergriff besagte Kinderfrau anlässlich einer Beratung zum Thema „Notfallmanagement in KiTas“ die Gelegenheit und dann das Wort, um mich zu fragen, an wen man sich denn wenden könne, um eine feuerwehrtechnische Betreuung für ein Martinsfeuer zu bekommen. Dazu muss man wissen, dass die Gute schon im Rahmen der Organisation eines Martins- Umzuges die erforderlichen Genehmigungen eingeholt und das Feuer beim Ordnungsamt angemeldet hatte (öffentliche Martins- und Osterfeuer sind Traditionsfeuer, die in den meisten Gemeinden nicht genehmigt, sondern nur angemeldet werden müssen). Denn so ganz bräsig- naiv ist sie ja auch nicht in der Denkmurmel.

Nun ist es aber so, dass der Initiator einer solchen Veranstaltung ja auch haftungsrechtlich für eventuelle Schäden am Zipfel gepackt wird und von daher auch für die Sicherheit am Set verantwortlich ist. Und damit nicht jemand auf die Idee kommt, ein Kind aufzufordern, am Feuer mit der geplanten 4x4m Grundfläche Stockbrot zu rösten (wobei das Kind womöglich gleich mit knusprig wird), wollte sie zur Beaufsichtigung und zum anschließenden fachgerechten Verdunkeln ein paar Löschis dort haben. Wobei sie schon wusste, das keine Brandwache durch die Feuerwehr vorgeschrieben ist. Aber da die Veranstaltung zu dem Zeitpunkt schon etwa 700 Teilnehmer haben sollte (also nichts, was man mal eben im Partykeller macht), und sie ausser durch das Anzünden von Kindergeburtstags- Kerzen kaum Erfahrung mit der Zündelei hatte, war ihr bei der rechtlichen Lage nicht ganz wohl dabei, eine Horde unternehmungslustiger Teppichratten mit unzureichender Überwachung um das Feuer tanzen zu lassen. Vorgestellt hatte sie sich eine Brandwache mit einem Fahrzeug und etwa 2-3 Feuerwehrleuten.

Einige Zeit zuvor rief sie in dieser Sache schon mal unseren Amtsleiter an, der ihr mal leichtsinnigerweise seine Visitenkarte gegeben hatte, als die beiden sich mal irgendwo zufällig begegnet waren. „Wennse mal was haben…“ – Man kennt das. Doch die Hilfe des Chefs beschränkte sich dann doch mehr darauf, der KiTaTante das rechtliche Prozedere zu erklären.

Ich gab ihr also die Nummer der Feuerwehr- Vermittlung, mit der Bitte, sich dort zum geeigneten Amtsträger weiter vermitteln zu lassen.

Der Kollege dort wies sie zunächst darauf hin, dass keine Sicherheitswache vorgeschrieben ist. Als sie sagte, dass sie dieses schon wisse, vermittelte man die Kindertante zur Abteilung „Vorbeugender Brandschutz“.

Der Kollege dort wies sie zunächst darauf hin, dass keine Sicherheitswache vorgeschrieben ist. Als sie sagte, dass sie dieses schon wisse, sagte er ihr, dass sie sich mit dem Kollegen, der die Organisation der Belange der Freiwilligen Feuerwehr bearbeitet, besprechen soll. Sie rief also erneut die Vermittlung an und ließ sich mit dem Tagesdienstler für FF- Gedöhns verbinden und trug ihm ihr Anliegen vor.

Der Kollege dort wies sie zunächst darauf hin, dass keine Sicherheitswache vorgeschrieben ist. Als sie sagte, dass sie dieses schon wisse, sagte er ihr, dass es überhaupt nicht die Aufgabe der Feuerwehr sei, bei solchen Veranstaltungen begleitend tätig zu werden. Was sie sich überhaupt vorstelle, wie das gehen soll? Die hätten ja auch schließlich anderes zu tun. Vielleicht könne sie etwas auf dem kurzen Dienstweg erreichen, wenn sie dort persönlich jemanden kennen würde. Als Frau Kinderkennerin es dann noch wagte, zu fragen, ob man ihr denn zumindest verraten könne, wie man denn einen entsprechenden Löschgruppenführer erreichen könne, soll er ihr entgegnet haben: „Ich glaube, sie haben mich nicht richtig verstanden. Sie können was erreichen, wenn Sie PERSÖNLICH jemanden kennen. Wenn nicht, haben Sie Pech gehabt.“

Fast hätte das Martinsfeuer nur etwa diese Ausmaße gehabt. Mit 1000 Menschen drumherum.

Na toll. Die gute Frau, die schon alle Genehmigungen eingeholt hatte, eine Polizeibegleitung organisierte, die Eltern der Kinder anstiftete, etwa 100 Holzpaletten von einer Firma zu besorgen, einen Sportplatz für die Veranstaltung klar machte und schon etwa 500 Brezel- Gutscheine verkauft hatte, war jetzt nahe davor, alles abzublasen. Weil sie nicht ein riesiges Feuer entzünden wollte, um dann je nach Schicksal eine tolle Sache geleistet zu haben- oder im Falle eines Unfalles für den Rest des Lebens ihr Gehalt an eine Familie überweisen muss.

Dann rief sie mich doch nochmal an, mittlerweile war es Ende Oktober. Ob ich vielleicht doch noch eine Möglichkeit wüsste? Als sie mir die Geschichte erzählte, konnte ich es kaum fassen, wie „Bürgernah“ unser Amt doch sein kann.

So rief ich denn den Zugführer der zuständigen Freiwilligen Feuerwehr direkt an, in der Hoffnung, dass die Sache nicht zu kurzfristig käme. Zumindest versuchte ich es, denn ich erreichte ihn nicht. Dann telefonierte ich mit seinem Stellvertreter. Und ab da lief die Sache: „Schreib mir doch einfach eine Mail, dann kann ich mal sehen…“

Nach ein paar Tagen rief er dann die Blagenbespaßerin an, erklärte ihr, dass ihr Problem gelöst war, weil er es jetzt zu seinem gemacht hätte. Nach einer vorherigen Ortsbesichtigung und einigen praktischen Tipps schlugen die Kameraden mit etwa 10 Mann beim Feierplatz auf, leuchteten die Brezelausgabestelle aus, bewachten das Feuer und löschten es nachher ab. Zu der Veranstaltung kamen letztendlich über 1000 Menschen, selbst muslimische Familien gingen mit Laternen mit, alle verstanden sich prima. Die Kameraden der FF fanden die Party sogar so klasse ( ein Kamerad hatte sich sogar das Visier seines Helmes in seiner Euphorie angesengt), dass sie versprachen, das Traditionsfeuer auch im nächsten Jahr zu begleiten! So ist denn doch nochmal alles zu einem guten Ende gekommen.

Also, falls hier Kameraden des betreffenden Löschzuges mitlesen (die sollten sich mittlerweile wiedererkannt haben): Ein riesiges Dankeschön an euch! Ohne euer Engagement wäre es so nicht möglich gewesen!

Allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass ich mich für den Umgang der BF- Kollegen mit der Sache doch etwas schäme. Nicht einmal der einfache Hinweis auf die offizielle Mailadresse des freiwilligen Löschzuges war diesen Herren möglich. Schade, eine gute Gelegenheit, das Ansehen beim Bürger zu festigen, musste durch die Freiwilligen alleine geleistet werden.

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Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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15 Antworten zu Die Feuerwehr hilft. Zumindest, wenn sie Lust hat.

  1. ToSchToSch schreibt:

    Für irgendwas müssen wir als FF doch auch in den Augen der BF nütze sein. 😉 Was bin ich allerdings froh, dass wir keine BF haben. 😀

  2. Eric (@ro0f) schreibt:

    Da platzt einem doch glatt die Hutschnur. Hier würden noch besser die betreffenden Nutzlos-Informanten lesen, damit ihnen vor Augen geführt wird, was für einen Müll die eigentlich fabrizieren.
    Ein Lob jedenfalls an die Kameraden die sich so toll eingesetzt haben, diese ja nicht gerade kleine Veranstaltung zu Begleiten – und das auch in Zukunft. Sauber Arbeit!

  3. HzweiG schreibt:

    Bei dem Artikel will ich doch am Anfang erstmal ein Dank an die betreffenden Jungs und Mädel der FF aussprechen. Schön dass ihr die Löschi Ehre hochgehalten und gerettet habt.

    Dann ein Lob an die Dame die nicht aufgegeben und so ein wünschenswertes Sicherheitsbewusstsein gezeigt hat.

    Klar ist es schwer für eine Berufsfeuerwehr solche Veranstaltungen zu begleiten und selbst wenn, dann wären die Kosten wohl nicht tragbar. Jedoch bricht man sich kein Zacken aus der Krone, wenn man in seiner bezahlten Zeit, kompetent Auskunft gibt. Hart kann man da sogar von Arbeitsverweigerung sprechen, vorsorglicher Brandschutz ist unabhängig von Art und Größe schließlich einer der Hauptaufgaben.

    Blöd ist das man ja nun nicht nur von einem schwarzen Schaaf reden kann und doch sollte man anmerken das sowas nicht üblich ist.

    Wer ähnliche Veranstaltungen plant, dem kann man raten auf jeden Fall mit der nächst liegenden Freiwilligen Feuerwehr in Kontakt zu treten. Die sind eigentlich immer gern Ansprechpartner weil man so auch für werben kann.

  4. Wie du schon schreibst..manchmal möchte man sich echt was schämen….

  5. S. Van Lure schreibt:

    Die FF hat einfach mehr Verständnis für die Ängste und Wehwehchen der Leute, weil sie es eben freiwillig machen.
    ich weiss nicht wie die Sache bei der BF wirklich aussieht, aber es hört sich für mich als Laien an, als würden diese Gruppe ihre Arbeit nur so weit erledigen wie sie müssen und alles was darüber hinaus geht, geht sie nichts an.

    Finde es eine bodenlose Frechheit das die BF, nicht mal einen vernünftige Auskunft über die Kontaktmöglichkeiten zur FF geben zu können, und erst recht die Aussage, das man schon persönliche Beziehungen braucht, um was zu bewegen, ist eine Beschwerde wert.

    Wenn alles im Leben nur über persönliche Beziehungen laufen würde, würden sich diese Herren ganz schön blöd ansehen, wenn ihnen mal keiner helfen will.

    • firefox05c schreibt:

      Richtig ist: Eine Brand- / Sicherheitswache wird hierfür nicht vom Gesetz verlangt. Daher ist es auch nicht die Pflicht der Feuerwehr (FF und BF), diese zu stellen, und wenn doch, eine freiwillige Aufgabe.
      Durch die BF können diese zusätzlichen Aufgaben auch aus personellen Gründen nicht einfach so geleistet werden, denn da die Stadt die Stellen bei der BF ja bezahlen muss, ist die Besetzung der Wachen natürlich auf das Nötigste beschränkt. Ein Löschzug, der die Sicherung eines Stadtviertels leisten soll, kann aber natürlich nicht einfach ersatzlos für einen solchen freiwilligen Dienst abgestellt werden (zumal es in einer Großstadt ja mehrere Martins- oder auch Osterfeuer gleichzeitig gibt). Was würdest du sagen, wenn der nächste Löschzug nicht zu deiner brennenden Wohnung kommt, weil sie „aus Spaß an der Freude“ irgendwelche freiwilligen Sicherheitswachen machen?
      Daher müssen solche „Zusatzleistungen“ durch die FF erbracht werden. Diese sind mit ihrem Personal flexibler und in den Ausrückebereichen der meisten freiwilligen Löschzüge hier ist ein Eingreifen auch durch die BF schnell gewährleistet.
      Was ich hier anzeigen wollte, ist nicht die Tatsache, dass die BF solche Dienste nicht übernehmen kann, sondern die mangelnde Kooperationsbereitschaft der angesprochenen Mitarbeiter.
      Ein Grund für die abblockende Haltung könnte z.B. sein, dass die Beamten Bedenken hatten, dass, wenn ein offizieller Weg beschritten wird, die Feuerwehr eventuell auch die Haftung übernehmen muss. Dieses sollte man dann nicht unbedacht (und ohne „OK“ von oben) tun, da die Menschen heutzutage sehr schnell mit dem Anwalt vor der Tür stehen, wenn etwas passiert. Eine so große Feuerwehr wird leider auch regelmäßig verklagt, wenn auch meist zu Unrecht.
      Ein anderer „persönlicher“ Grund könnte sein, dass die Beamten sich nicht den Unwillen und die dann folgenden Beschwerden der freiwilligen Löschzugführer zuziehen wollten, da es leider auch unter unseren Freiwilligen schon einige Führungskräfte gab, die solche Aufgaben entschieden abgelehnt haben. Übrigens mit etwa der gleichen harschen Wortwahl, die an sich schon völlig unangebracht ist.
      Allerdings wäre das Mindeste gewesen, was man ohne Risiko hätte tun können, die (öffentliche) Mailadresse der in dem Bezirk zuständigen Löschgruppe herauszugeben, damit die KiTa- Leiterin den persönlichen Kontakt herstellen kann. Alleine dadurch übernimmt man ja noch keine Verpflichtungen. Aber dazu hat wohl nicht die Fantasie in den Büros gereicht.

    • Hightower schreibt:

      Halt mal wieder die Klischees vom Beamtentum durch die Zielgruppe bestätigt…
      (könnte ne Story wg. Straßensperrung aufgrund von Krötenwanderung liefern, aber ich glaub der Hausherr schreibt besser (@Firefox: Wenn Du die Eckdaten zum Verwursten haben willst, gibt kurz laut, am besten hier in den Kommentaren))

      • firefox05c schreibt:

        Sorry, sowas solltest du schon besser selbst schreiben. Wenn ich nicht selbst drinstecke,kriege ich es emotional nicht so auf die Kette, es vernünftig zu verwursten. Nur drauf zu, WordPress ist für alle da! 🙂

  6. Hightower schreibt:

    Nun denn:

    Hier in der Gegend ist es allgem. üblich, im Rahmen des Naturschutzes aus gegebenem Anlass bestimmte Straßen zu sperren. In diesem meinem Falle war der Grund das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Kröten zur Laichzeit und ich war mit meinem Auto in einer passenden Gegend unterwegs. Beim Einfahren in die „Krötenzone“ wunderte ich mich noch, das nicht gesperrt ist, sah aber die Sperre im Gebüsch liegen.
    Nun dachte ich kurz an meine Fahrschulzeit zurück und konnte mich an nichts bezüglich der Gültigkeit von abseits herumliegenden Gegenständen auf den Straßenverkehr erinnern, beschloss, das die Sperre bislang nur vorbereitet aber noch nicht in Kraft ist, und fuhr weiter, immer darauf beadacht evtl. auf der Straße befindlichen Krötenpäärchen auszuweichen. Nach dem größten Teil des zu sperrenden Stücks Asphaltband (aka: Straße) hatte ich die erwartete zweite Sperre im Blick, und sie befand sich: Auf der Straße stehend ! Hups, kurz die grauen Zellen geweckt und beschlossen: Wieder zurückfahren macht mehr Viecher platt, als die verbleibenden 50m weiterzufahren.
    An dieser Stelle könnte nun alles ganz langweilig zu Ende gehen, hätte nicht das Deutsche Beamtentum jetzt seinen Auftritt, und zwar in Gestalt einer Lehrerin der benachbarten Stadt.
    Diese fühlte sich berufen, mich an der wie bislang vorsichtigen Weiterfahrt zu hindern, unter Hinweise auf die Kollegen vom Ordnungsamt, schließlich sei die Straße doch für den allgemeinen Verkehr zur Zeit gesperrt. Hier konnte ich natürlich den Schnabel nicht halten und erwiderte, das die Sperre doch wohl nicht gelten könne, wenn die Absperrmaterialien abseits der Straße im Gebüsch herumlägen, anstatt wie Ihre Kollegen weiter vorn auf der Straße motiviert dem gewöhnlichen Kraftfahrer im Weg rumzustehen. Daraufhin erwiderte mein Gegenüber in dieser Lehertypischen art ( ich kann das leider nicht besser beschreiben, aber ihr kennt doch sicher dieses bilderbuchmäßige Auftreten von Lehrern ihren unwissenden Untertanen, äh Schutzbefohlenen, nein Schülern gegenüber, mit dem dann so ganz leicht von oben herab das Fehlverhalten aufgezeigt und angeprangert sowie das richtige Verhalten durch entsprechende Sanktionen gefestigt werden soll).
    Auf jeden Fall wurde ich entsprechend aufgefordert, doch nun bitte zu WENDEN und ZURÜCKZUFAHREN (vermtl. damit ich nicht den Erfolg ernte, durchgekommen zu sein), woraufhin ich mich doch beherrschen musste, nicht nach Luft zu schnappen, ins Lenkrad zu beißen (war halt grad keine Tischkante da), vor Lachen aus dem Sitz zu kippen oder alles drei in unmittelbarer Folge.
    Gerettet wurde ich in dieser Lage vom Gefolge meiner menschlichen Straßensperre (womit auch der Beweis geführt sein dürfte, dass solches Verhalten nchht ansteckend ist, sondern (vermtl. in der Ausbildung) erworben wurde), bewies man(n) doch normalen(?) Menschenverstand und warf ein, dass die zweite Sperre nur weniger Meter entfernt und der Rückweg weit sei, so das der Typ im Auto dabei doch jede Menge der niedlichen Kröten plattfahren würde (hier wurds mir unheimlich, hatte ich doch grade wirklich kurz daran gedacht, meine krötenschonende Fahrweise vom Weg hierher auf links zu krempeln, sollte mir die Gelegenheit dazu aufgezwungen werden) und so konnte ich unter kurzem Protest (siehe oben: keinen Erfolg gönnen) mein Fahrt fortsetzen.
    Bei solchen Erlebnissen frage ich mich immer, ob typische, die Klischees erfüllende Beamte wirklich normal aufwachsen (so Bienchen/Blümchen, KiTa, Schule etc.) und das sich dann erst in Ihrer Ausbildung ändert, oder ob die auf dem Nachschub-Weg geordert werden und dann fix und fertig (und auch weltfremd) aus ihrer Kiste krabbeln…

    Über Feedback würde ich mich freuen, ist das erste mal, dass ich sowas (noch dazu spontan) runterschreibe.

    • firefox05c schreibt:

      Ich kann dich beruhigen: Es gibt zwar das Gerücht, dass es in Ausbildungsstätten, in denen Beamte ausgebildet werden, auch immer einen kleinen Raum gibt, in dem den Beamtenanwärtern ins Hirn geschissen wird, ich glaube aber, dass da nichts dran ist.
      Vielleicht liegt es an der Grundeinstellung, die man haben muss, um sich für die Beamtenlaufbahn zu entscheiden. Allgemein ist dieses „Ordnungsdenken“ wohl ein Problem, das oft einfach mit dem Alter kommt, wenn sich der Mensch aufgrund altersbedingter kognitiver Anpassungsschwierigkeiten in Rituale flüchtet. Das betrifft auch Rentner, die nicht beamtet waren.
      Dazu gehört auch das Bestehen auf die gegebene Ordnung: Da steht ein Schild, und das MUSS befolgt werden! (OMG, habe ich das so geschwollen geschrieben? – War ich auch schon in dem kleinen Raum?) Solche Leute zieht man aber recht einfach aus den Verkehr: Einfach eine Tür, die nach außen aufgeht, mit „Ziehen. Der Stadtdirektor.“ beschriften. Ist der Regelfaschist einmal drin, kommt er nie wieder raus.

  7. Lexy schreibt:

    Tja das ist das Problem, wenn in den jeweiligen Positionen „Söldner“ sitzen. Anscheinend wurden entweder die Kameraden aussortiert, da sie nicht mehr für den Einsatzdienst taugen oder sie wollen einfach nur noch eine ruhige Kugel schieben.
    Das eine Feuerwehr eine gewisse Öffentlichkeitsarbeit brauch, ist dort anscheinend nicht durchgedrungen. Spätestens wenn Soll & Iststärke eklatant von einander abweichen oder der Michel keine Kohle mehr für die Feuerwehr ausgeben will, wird man dies merken.

    Aber eins muss man denen ja zu Genüge halten: Sie haben es der FF nicht direkt aufs Auge gedrückt.

    In einer mir bekannten Stadt, wird nämlich gerne der FF die Öffentlichkeitsarbeit aufs Auge gedrückt. Da wird sie verdonnert Rauchmelder bei Ömaken aufzuhängen oder auf dem Weihnachtsmarkt einen Stand zu besetzen und Grisu oder anderen kram dem Bürger zu verscherbeln (natürlich werden diese auch dort als First Responder eingesetzt, sie machen also was sinnvolles).
    Beide Extrema finde ich mehr als Suboptimal.

    Wie du schon schreibst, warum die nicht einfach die Kontaktdaten (stehen die nicht online?) des jeweiligen Löschzugführers rausgegeben haben, ist mir auch schleierhaft. Anscheinend passte das nicht ihn ihre Stellenbeschreibung.

    • firefox05c schreibt:

      Auf der Website der betreffenden FF ist eine Adresse angegeben. Diese hatte ich auch mal angeschrieben, leider scheint die Mail nicht angekommen zu sein. Der KiTa- Leitung hätte es aber bestimmt schon geholfen, wenn man ihr zumindest verraten hätte, welche Löschgruppe überhaupt dort zuständig ist!
      „Aufs Auge drücken“ ist allerdings eine etwas problematische Ausdrucksform: Zumindest hier ist eine Aktion, die „Manpower“ benötigt,eigentlich immer eine Sache der entsprechenden Löschgruppe, da- wie geschrieben- die BF nicht das Personal übrig hat, mal eben 10-15 Mann für solche Sachen abzustellen. Die Aufgaben werden meines Wissens auch mit den FF- Zugführern abgesprochen bzw. werden regelmäßig übernommen (Weihnachtsmarkt, Sicherheitswachen beim Feuerwerk o.Ä.) und auch von ihnen als Teil ihrer Feuerwehr- Tätigkeit gesehen, dafür werden evtl. Einnahmen aus dem Verkauf auch an die Kameradschaftskassen abgegeben (z.B. Erbsensuppen- Verkauf).
      Ich denke, dass sich die FF hier in Bezug auf solche Tätigkeiten nicht bevormundet fühlt. Zumindest hört sich das nicht so an, wenn ich mit ihnen mal spreche.

  8. matzk schreibt:

    Hmm, ich kenne eure Strukturen nicht im Detail … bei meiner BF wäre es aber genau so abgelaufen. Leider ist häufig ursächlich für dieses Totalversagen mangelndes Engagement des Tagesdienstes. Hauptsache nach oben durchbefördert werden. Ob man Interesse an einer Tätigkeit im VB, als Leiter Rettungsdienst oder was auch immer hat, ist bei der Stellenplanung scheinbar nicht von Bedeutung. Für den Bewerber scheint auch nur zu gelten – hauptsache ein Streifen mehr auf der Schulter.

    Nun bin ich nicht in der FF, kann aber aus meiner Stadt sagen – die Kameraden sind sehr engagiert und betreuen solche Veranstaltungen gerne und auf dem kleinen Dienstweg. Ist das vorstellbar bei meinen Kollegen der BF? Niemals. Es ist wirklich eine Schande.

  9. ToWi schreibt:

    Ich denke mal, das das einfach an der größeren „Bürgernähe“ (eben weil sich das Personal aus Freiwilligen rekrutiert) der FF liegt – die Menschen die bei der BF arbeiten, machen eben genau das. Dort arbeiten. Bei der FF zu sein, bedeutet immer ein größeres Engagement. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
    Bei mir waren es zwei Kindergeburtstage….
    BF – unmöglich, FF sehr gerne.
    Unsere lokale Polizeidirektion war da übrigens auch überraschend Kooperativ und Kreativ.

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