Wenn’s mal wieder etwas länger dauert…

..hat man trotzdem nicht immer die Möglichkeit, sich einen Schokoriegel reinzuschieben!

Wir waren in der Silvesternacht gerade auf dem Rückweg von einem Fehlalarm, da wurden wir in eine – sagen wir mal – Wohngegend mit günstigen Mietpreisen gerufen. Dort sollte ein Keller brennen. Und so war es auch: Dichter Rauch quoll aus der Haustür, und die Anwohner kugelten sich beim Winken fast die Arme aus. War ja klar. Die Tür zum Keller muss wohl mal wieder offen stehen, sonst wäre zumindest der Hausflur rauchfrei geblieben! Die Leute checken diesen einfachen Zusammenhang nie: Machen sie eine Tür auf, und die Schwiegermutter oder die Zeugen stehen davor, ist die Tür in Sekundenbruchteilen wieder zu. Kommt ihnen aber Rauch entgegen, fehlt der Reflex…

Nach dem Verlegen unserer Schlauchreserve forderten wir Wasser an und gingen vor. Wobei „gehen“ der falsche Ausdruck ist: Aufgrund der Verrauchung konnte ich nach dem Passieren des Hauseinganges nicht einmal mehr sehen, ob die rechte oder die linke Treppenhausseite in den Keller führte! Die Sichtweite von etwa 30cm ließ nur ein Vortasten mit Unterstützung der Wärmebildkamera zu. Diese allerdings leistete gute Dienste: Nachdem auch der fahle Lichtschein von der Haustürleuchte nicht  bis zur dritten Stufe reichte, hatten wir trotz Handlampen -außer über den Blick durch die Kamera- endgültig keine Sicht mehr. Also immer einen Meter nach vorne gekrochen, durch die Wärmebildkamera gepeilt, wo wir waren, und dann wieder den Schlauch den nächsten Meter nachgezogen. Die Kamera immer ein paar Zentimeter vor die Scheibe der Atemschutzmaske gehalten, arbeiteten wir uns langsam, aber trotzdem auf direktem Weg an zwei Räumen vorbei den hellen Bildteilen entgegen- und damit dem Brandherd. Ohne Kamera hätten wir die beiden „liegen gelassenen“ Räume erst mühselig absuchen müssen! Vom Kollegen direkt hinter mir sah ich nur ab und zu den Strahl der Lampe, der durch den Rauch hüpfte. Er tat mir schon fast etwas Leid: Er konnte schließlich nicht in das kleine Kameradisplay sehen und hatte trotz Handlampe quasi Nullsicht, darum musste er sich am von mir gezogenen Schlauch orientieren  und einfach meinen Geräuschen folgen. Wäre ich aus Spaß im Kreis gekrochen, hätte er es wohl nicht gemerkt! Aber wir waren ja nicht zum Spielen hier…  😉

Thema: Wärmebildkamera

Cam der älteren Generation, "Feuerwehrsicher": Nur 1 Knopf zum Ein- und Ausschalten. Das reicht. 🙂

Eine Wärmebildkamera bildet die infrarote Wärmestrahlung von Objekten in einem Display ab. Durch das unterschiedliche Wärmeverhalten von verschiedenen Materialien bei  geringen Temperaturschwankungen erscheint die Umgebung ähnlich einem Negativ auf dem Ausgabebildschirm: Die wärmeren Bereiche sind in hellen Farben oder hellen Graustufen zu sehen, kältere Objekte in dunkleren Tönen. Auf diese Weise kann man die Umgebung auch bei völliger Dunkelheit oder im dichten Rauch erkennen und das Auffinden von Personen oder Glutnestern wird ermöglicht. Viele neuere Kameras haben auch z.B. ein eingebautes Fernthermometer. Übrigens: Einer der wenigen Orte, an denen man  mit der Kamera kaum etwas erkennen kann, sind Bunker. Da dort das ganze Jahr über eine nahezu konstante Temperatur herrscht, haben auch alle Gegenstände darin die gleiche Färbung auf dem Monitor.

Man kann z.B. auch Füllstände von Behältern erkennen.

Bei vielen Feuerwehren ist der Angriffstrupp im Löscheinsatz bereits mit so einem sauteuren Ding ausgerüstet: Standardgeräte kosten um die 6000 – 8000 Flocken! Allerdings haben sich die Möglichkeiten einer solchen Kamera so bewährt, dass der Sinn eines solchen Gerätes kaum noch in Frage gestellt wird. Und für Behörden ist ja wegen der vorgeschriebenen Prüfungen alles immer ein bisschen teurer.

Als wir am Brandraum ankamen, in dem etwa einen halben Meter hoch Sperrmüll lag und vor sich hin flackerte,  linste ich durch die Kamera, um zu sehen, wo unsere Arbeit lauerte. Dann auf gut Glück  ein paar Liter Wasser in die Richtung gespritzt, um danach wieder den Erfolg durch die Kamera zu begutachten. Weil der Flur vor dem Raum recht eng war, konnten wir nicht nebeneinander hocken, damit der eine mit der Kamera den anderen mit dem Rohr dirigieren konnte. Die größten Flammen waren aber auch mit der ‚1-Mann-Methode‘ recht schnell gelöscht. Der Kollege fragte zwischenzeitlich über Funk nach , wie weit die Kollegen mit der Überdruckbelüftung sind, die den Rauch aus dem Raum drücken sollte, denn ohne etwas zu sehen ließ sich schlecht löschen. Schließlich wollten wir nicht ohne Sicht auf dem brennenden Sperrmüllhaufen rumkriechen: Bei einem Sturz hätten wir uns sonstwas in den Wanst rammen können!  Allerdings bekamen wir mitgeteilt, dass die Drehleiter, die einen Lüfter mitführte, aufgrund der langen Anfahrt (Silvester eben) noch nicht eingetroffen sei.

So fanden wir uns in einer etwas seltsamen Situation wieder: Im Funkverkehr war zu hören, dass die nachfolgenden Kräfte in Trupps ins Haus geschickt wurden, um die Bewohner zu suchen und bei Bedarf in den noch rauchfreien Wohnungen zu betreuen, wir hörten, wie sie Fluchthauben nachforderten, weil sie einige Bewohner aus bereits verrauchten Wohnungen ins Freie brachten (ja, der fehlende Reflex an den Türen…), wie sie einen Rollstuhlfahrer in seiner Wohnung fanden, der dann über die Drehleiter aus dem Gehäuse geholt werden sollte, kurz: Da oben war Party. Und wir saßen im Dunkeln vor dem Brandraum wie ein paar Kellerratten, putzten gelangweilt unsere von Rauch und Wasserdampf beschlagenen Maskenscheiben, gaben zwischendurch etwas Wasser auf die hellsten Punkte im Kamerabild, die sich immer wieder zwischendurch ausbreiteten, und lauschten dem aufgeregten Funkverkehr. Und warteten. Ansonsten war es fast ruhig, dort unten in der Hitze und dem Rauch.  Die Einsatzhektik über uns bekamen wir nur gedämpft mit, bis wir nach etwa (verdammt langen) 4 Minuten im Funk hörten, dass die Drehleiter mit dem erlösenden Lüfter endlich eingetroffen war.

Doch so schnell, wie wir es erhofft hatten, bekamen wir dann doch keine freie Sicht: Durch die lange Vorlaufzeit bis zum Einsatz des Lüfters waren in Treppenhaus und Wohnungen bereits so viele Fenster geöffnet worden, dass der Lüfter nicht den erforderlichen Überdruck im Gebäude aufbauen konnte. So verpuffte der Wind irgendwo im Gebäude, während wir im Keller lediglich am Türrahmen des Kellerraumes vage feststellen konnten, dass der Rauch langsam seine Richtung in den  Raum hinein und somit zum Kellerfenster hin änderte. Na klasse: In der Theorie kann einem jeder erklären, dass zum erfolgreichen Überdruck- Belüften die Luftaustrittsöffnungen (Fenster) kleiner sein müssen als die Eintrittsöffnung (die Haustür), damit sich die eingeblasene Luft stauen kann. In der Praxis wird dann aber oft jede erreichbare Luke offengerissen (wie damals beim Querlüften, so 1990…), und der Rauch im Gebäude wird vorwiegend nur verwirbelt. Nun gut, irgendwann hatten wir trotzdem so viel Sicht, dass wir im Scheinwerferlicht anfangen konnten, den Sperrmüll auseinander zu pflücken. Und dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis wir beim Nachlöschen abgelöst wurden. „Oben“ angekommen, sahen wir, wie über die Drehleiter einige Kinder aus den Wohnungen geholt wurden, eifrig geknipst von den üblichen Katastrophenreportern. Aussage eines Häuptlings: „Das werden jetzt die Fotos, die wir morgen in der Zeitung sehen…“ – Klar: Etwas Lobbyarbeit kann nicht schaden, und Kinder oder Tiere gehen immer! 😉

Wo wir schon mal so schön zusammen sind, hier noch kleine Verhaltenstipps am Rande: Wir erleben es oft, dass die Wohnungstüren offen gelassen werden, wenn der Bewohner im Treppenhaus Rauch sieht. Die Leute laufen dann wieder zurück in die Wohnung, und obwohl es „nur“ im Keller brennt, stehen sie im oberen Stockwerk panisch am Fenster, während die Wohnung sich recht schnell mit Rauch füllt. Daher: Solltet ihr beim Öffnen der Wohnungstür sehen, dass das Treppenhaus bereits zu stark verqualmt ist, um zu flüchten (bei einer Fluchtdistanz bis zu maximal 2 Stockwerken würde ich, wenn man „fix zu Fuß“ ist, bei einer  Sichtweite von mindestens 5m [etwa der nächste Treppenabsatz] die absolute Grenze ziehen), die Tür wieder schließen, den Türspalt so weit es geht mit Textilien abdichten und bei der Feuerwehr anrufen. Auch, wenn der Brand schon gemeldet wurde, kann man so der Feuerwehr mitteilen, wie viele Personen noch wo eingeschlossen sind und in welchem Zustand  die Wohnung ist. Also, natürlich nicht, ob da heute schon aufgeräumt und gesaugt wurde, sondern ob sie rauchfrei ist! Dann zeigt man sich am Fenster. Wenn der Rauch ausgesperrt ist, hat man so alle Zeit der Welt, sich dort von der Feuerwehr sagen zu lassen, ob man herausgeholt werden muss oder besser einfach in der Wohnung wartet, bis alles wieder gelüftet ist. Oft werden die Bewohner nämlich auch aus den Wohnungen „vorsorglich gerettet“, nur, weil sie sonst unnötig in Panik verfallen.

Kann man die Wohnung doch noch verlassen, bitte die Wohnungstür zuziehen und sich mit Schlüssel umgehend bei der Feuerwehr melden, damit sie wissen, dass die Wohnung leer ist. Nicht erst nach Ulla rennen, um zu erzählen, wie aufregend alles ist! Wir haben schon viele Wohnungstüren unnötig aufgebrochen und bei der Suche wertvolle Zeit verschwendet, weil die Bewohner irgendwo mit irgendwelchen Nachbarn zusammen Erlebnisberichte ausgetauscht haben, anstatt sich bei der Einsatzleitung zu melden. Irgendwann kommen sie dann „zwischendurch“ mal bei der Feuerwehr vorbei, um zu fragen, wann sie wieder ins Bett können…

Die Wohnungsschlüssel braucht die Feuerwehr übrigens auch, um später die Wohnung auf Bewohnbarkeit zu überprüfen, bevor das Haus wieder freigegeben wird.

Was mich, zurück auf der Straße, dann etwas wunderte, war, dass in der Gegend selbst später gegen zwei Uhr immer noch eifrig Kanonenschläge gezündet und Raketen verschossen wurden. Über zwei Stunden Böllern! Was müssen die eine Kohle verpulvert haben! Kein Geld, den Kindern vernünftige Schuhe zu kaufen, aber… naja, passte halt genau ins Klischee. Unangenehm wird es dann immer wieder, wenn irgendwelche halbstarken Vollpfosten meinen, die Böller in direkter Nähe der Einsatzkräfte oder unter den Feuerwehrfahrzeugen zünden zu müssen. Sie halten es dann für einen riesen- Spaß. Ich könnte ihnen jedesmal das Gesicht umbauen…

Bei der nochmaligen Kontrolle der Einsatzstelle am späteren Morgen trafen wir auch den Mieter des ausgebrannten Kellers. Der ältere Herr ärgerte sich darüber, dass nicht einmal mehr das eingelagerte Bier zu gebrauchen war (er wollte schon eine der verrußten Flaschen aus dem Brandschutt in Anschlag nehmen, als wir ihn darauf hinwiesen, dass das möglicherweise keine gute Idee ist) und erzählte uns stolz, dass er sich durch den schon stark verrauchten Keller getastet hatte, um für uns das Vorhängeschloss vor seinem Kellerraum zu entfernen. „Damit ihr die Tür nicht erst aufbrechen müsst…“ WTF??? Manche Leute scheinen noch nie etwas davon gehört zu haben, dass Rauchgase giftig und auch ätzend sind! So klärten wir den Herren über den Grund auf, warum er die Nacht im Krankenhaus verbringen musste, woher der dunkle Auswurf beim Husten kam und dass er sich freuen kann, dass bei seiner heroischen Aktion alles gut gegangen ist und er möglicherweise noch ein paar Jahre etwas von seiner Rente hat.

Da wartet ein Stückchen Arbeit auf mich...

Mein letztes Problem war dann noch mein Helm: Die Oberfläche dunkelgrau, das Visier fast komplett verdunkelt. Das ging ja garnicht! Wie aus das sieht! Also nach der Schicht eine Stunde mit verschiedenen Mittelchen am Helm rumpoliert, und sogar das Visier war wieder zu gebrauchen. Wenn es durch die Raucheinwirkung auch dauerhaft angebräunt wie eine Sonnenblende und die vordere Kante „leicht abgerundet“ ist. Ich habe schließlich einen Ruf zu verlieren!

...aber ich habe ihn wieder hinbekommen! 🙂

Nämlich den des „unheimlichen Helmeputzers“ : Einige Kollegen können ein Lied davon singen, dass ihr Helm über Nacht aus unerfindlichen Gründen wieder aussah, als hätte man ihn frisch aus der Kleiderkammer bekommen. Ein Kollege, der mir vorher versicherte, es sei ihm doch egal, wie der Helm aussieht, hat mir nachher sogar Haue angedroht. War ihm wohl doch nicht so egal… 🙂

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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28 Antworten zu Wenn’s mal wieder etwas länger dauert…

  1. tofu schreibt:

    Damals, als wir mit dem Kindergarten auf FW2 waren hat der Feuerwehrmann gesagt, wenn man in einer Brandsituation die Wohnung verlässt, immer den Schlüssel von außen stecken lassen. Vermutlich tatsächlich ganz sinnvoll.

    • firefox05c schreibt:

      Stecken lassen geht natürlich auch. Aber trotzdem bei der Feuerwehr abmelden, bevor man die Kumpels besucht, um ihnen das Abenteuer zu erzählen! 😉

      • Wolfram schreibt:

        Na ja, wo der Schlüssel außen steckt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß die Leute raus sind – jedenfalls, wenn nicht rumgeschlossen ist… 😉

      • firefox05c schreibt:

        Vor allem können die Kollegen die Wohnung auf Rauch (z.B. auch durch gemeinsame Lüftungsschächte im Bad) oder Brandausbreitung (z.B. durch Kabelschächte oder eine Einschubdecke) kontrollieren, ohne die Tür aufzubrechen bzw. das Schloss zu knacken.Oft sehr zeitsparend.

  2. petrahannover schreibt:

    Wie immer klasse geschrieben, und dann auch noch was gelernt! 🙂
    Wünsche noch ein (rauchfreies) gutes neues Jahr! Und es ist gut zu wissen, daß es Leute wie Dich gibt. Danke.

  3. Bella schreibt:

    Das ist ja wahnsinnig spannend was du so erlebst. Ich lese deinen Blog schon eine Weile und es gefällt mir immer besser. Vor allem deine Sicht auf die Dinge und dein Schreibstil haben es mir angetan.
    Naja auf jeden Fall finde ich es krass so geschildert zu bekommen, was bei einem Brand so gemacht wird von der Feuerwehr.

    • firefox05c schreibt:

      Ich hoffe, dieser Artikel klingt nicht zu sehr nach „Heldenepos“. Genau das wollte ich nämlich in diesem Blog vermeiden. Denn so, wie du es schon sagtest: ich versuche, mit solchen Artikeln nur mein persönliches Erleben wieder zu geben. Darum ist so ein Artikel auch kein Gesamtbild des Einsatzes, sondern nur der Ausschnitt, den ich mitbekomme.
      Viele Einsätze, die ich erlebe, sind zwar vielleicht dramatischer oder viel größer als die im Blog beschriebenen, aber geben – wenn sie „glatt“ laufen – nichts im Sinne dieses Blogs her. Wer will hier schon lesen: „Ich stand 3 Stunden mit dem Schlauch vor einem Großfeuer…“, wenn dabei das „Persönliche“ auf der Strecke bleibt? Dafür sind Zeitungen da! 😉
      Schön, dass dir das Blog gefällt!

      • ToWi schreibt:

        Also, ich kann bei beim besten Willen in solchen Passagen wie z.B. „putzten gelangweilt unsere von Rauch und Wasserdampf beschlagenen Maskenscheiben“ keinen Heldenepos erkennen….
        Nein, das hier ist ein wirklich angenehm zu lesendes und gleichzeitig informatives Blog.

      • firefox05c schreibt:

        Ist der erste Satz jetzt Ironie? So nach dem Muster „Beim Abknallen der Drogenhändler rotzte er lässig den Zigarettenstummel auf die herumliegenden Patronenhülsen“? – Dann sollte ich vielleicht solche Artikel doch nicht mehr bringen… 😉

      • ToWi schreibt:

        Wer Ironie findet, darf sie behalten, oder wie war das? 😉
        Und wehe du hörst auf mit schreiben – das wäre echt ein Verlust.

  4. Manuel schreibt:

    Wie immer sehr schön geschrieben und eure Ruhe ist für jemanden aus der FF schon recht beeindruckend, da macht wohl die Routine einiges aus.
    Hattet ihr eigentlich Langzeit-PA?

    Viele Grüße und ein gutes neues Jahr,
    Manuel

    • firefox05c schreibt:

      Nein, keine Langzeit- PA. Der ganze Innenangriff hat für uns etwa 20min gedauert. Und was die „Ruhe“ angeht: Wattwillzemachn? Wenn „oben“ alles Personal zur Räumung des Gebäudes usw. eingesetzt und das Feuer so weit eingedämmt ist, dass es an die Nachlöscharbeiten geht,muss man sich damit abfinden, auf der Liste nicht ganz oben zu stehen. 😉 Dann passt man eben drauf auf, dass es sich nicht wieder ausbreitet. Etwas ärgerlich war es allerdings schon, dass das „Rauchmanagement“ erst so spät einsetzte. Aber panisch über Funk den Einsatzleiter anbrüllen dient auch keinem. Schließlich vertrauen wir auch darauf, dass „der Chef“ uns schon nicht vergisst und sein möglichstes tut.

  5. VS-Geheim-Blog-Leser schreibt:

    In Bezug auf Bellas Kommentar: Ich persönlich kenne die Abläufe ja als Brandpatsche selber gut genug. Wo es für uns schon Alltag ist, hinter die Kullissen sehen zu dürfen oder die vorhandene „moderne“ Technik zu nutzen (WBKs gibt’s ja nun schon länger als 10 Jahre), find ich Deine Schreibweise für den Otto-Normal-Verbraucher super. Nicht zu fachidiotisch und super locker aber interessant. Weiter so bitte! 😉

    Zum Thema Helm und Visier: Die Kollegen werden Dich wegen der Entfernung ihrer „Einsatzpatina“ sicher beinahe lynchen wollen oder? 😉
    Nehmt Ihr im Übrigen vor dem Innenangriff das Visier nicht ab? Soll ja schon böse Fälle gegeben haben, wo es über die Maske geschmolzen ist. Ist zumindest in „unserer“ Standardeinsatzregel Innenangriff nun so vorgeschrieben….

    • firefox05c schreibt:

      Ja, das Visier… wie viele wurden schon geschrottet… Aber abgenommen wird es hier eigentlich nur in der Heißausbildung. Auch, wenn es anders natürlich sinnvoller ist!
      Und zur Schreibweise: Die von mir erwartete Zielgruppe sind tatsächlich Leser, die von der Feuerwehr wenig oder gar keine Ahnung haben. Für solche Menschen schreibe ich, um ihnen den Alltag eines Feuerwehrmannes zu zeigen. „Kennern der Materie“ werde ich hier nur wenig Neues bieten. 🙂

      • ToWi schreibt:

        Auch altbekanntes ist bei enstprechendem Schreibstil überaus unterhaltsam zu lesen! 😉

  6. Fydus schreibt:

    Der Bericht war wieder mal super. Ich lese Deine Blogs immer gerne, weil Du auch die Ironie immer wieder mit ins Spiel bringst und alles so schön beschreibst.
    Das mit der Routine, was angesprochen wurde, stimmt schon. Ich bin in einer FF, die im Jahr so ca. 800 Einsätze zu bewältigen hat und da merkt man schon die Routine die man bekommt. Egal ob Brand oder Technische Hilfeleistung.
    Was mich beim Lesen aber gewundert hat ist, dass Ihr auf Euren Löschfahrzeugen keinen Lüfter habt. Wir haben auf den Fahrzeugen für den Brandeinsatz immer einen Lüfter dabei (Motor oder E-Lüfter) und natürlich auch auf der Drehleiter.

    • firefox05c schreibt:

      Der Grund, warum wir auf den meisten LF keinen Lüfter mitführen, ist recht einfach: Kein Platz… 😉 Darum wurden die Lüfter auf dem Leiterpodest untergebracht, da bei jedem Einsatz, bei dem ein Lüfter benötigt werden könnte (i.d.R. sind das ja Zug- Lagen) eine Leiter mit im Alarmplan steht. Vom Taktischen her hast du natürlich Recht: Gerade die hier hauptsächlichst verwendeten wasserbetriebenen Lüfter (sind auch sehr groß) brauchen ja auch eine Pumpe zum Betrieb! Aber wenn kein Platz da ist…

  7. Ulrich Wolf schreibt:

    Guter und lehrreicher Bericht… Aber das mit dem Visier? zzz…
    Aber ein DIN-Helm ohne Visier sieht ja auch wirklich doof aus 🙂

  8. blaulichtengel schreibt:

    Super Bericht! Lese deinen Blog ja nun schon etwas länger, abe ich finde diesen Artikel einen deiner besten!
    Muss sagen, ich glaube, so ruhig da unten im Keller abwarten, dass könnte ich nicht, aber da sieht man halt echt mal, wieviel Erfahrung ausmacht.
    Zum Thema Visier: es wird zwar immer wieder gelehrt, blos runter damit im Innenangriff, doch ich glaube, im Ernstfall bleibt es dann doch bei den meisten dran.

    • firefox05c schreibt:

      …was aber verkehrt ist, wie auch ich als passionierter „Dranlasser“ zugeben muss. 😉
      Zum „Abwarten“: Natürlich kann man im Dunkeln rumstrunkeln, um vielleicht doch das eine oder andere Glutnest zu erwischen, und damit vielleicht etwas schneller fertig zu sein. Aber unter welchem Risiko, wenn nur einer etwas durch die Kamera sieht? Und mit welchem handfesten Nutzen? Also bleibe ich der Gesundheit zuliebe doch einfach hocken und beschränkte mich auf die „Sicherung der Einsatzstelle“. Weggehen, um vielleicht „oben“ die Kollegen zu unterstützen, geht ja auch nicht, wenn die Glutnester immer wieder aufflammen. Mein Kollege drängte übrigens auch nicht nach vorne, ich denke, er war also auch meiner Meinung. Also „bewachten“ wir erst einmal das Feuer, was natürlich auch bei uns nicht so oft vorkommt! 😉
      Was hättest du gemacht oder versucht?

  9. Lexy schreibt:

    Hi,
    natürlich wieder, wie man es von dir gewohnt ist ;), klasse geschrieben !!!!
    Aber mal ne Frage, habt ihr bei euch nur Lüfter auf der DLK? Bei uns sind die auf jedem LF so dass man an der Einsatzstelle immer eine Breite auswahl an verschiedenen Lüftern hat (E-, Benzin oder Wasserbetrieben).
    Auch ein weiterer Punkt für mindest Stärke 1/5, so kann der WTrp direkt einen Lüfter in Stellung bringen :P.

    Das mit dem Visier ist eigentlich ein NO-GO. Wenn man Pech hat und die Reste des abtropfenden Plastiks die Maske beschädigen, hat man einen tollen Atemschutznotfall. 😦

    • firefox05c schreibt:

      Wir haben auf – ich glaube – 2 LF auch einen Elektrolüfter verlastet. Aber es ist eben eine Zusatzbeladung, für die wir nicht überall Platz haben. Und auf der Leiter, die ja zu Brandeinsätzen mit ausrückt, ist genügend Platz. 😉

      • Lexy schreibt:

        Nicht zu vergessen der E-Lüfter aufem RW….. 😉
        Naja aber bei einem Brandeinsatz braucht man meistens mehr als einen Lüfter, dann muss man ja dafür extra ne zweite DLK kommen lassen. :-/

      • firefox05c schreibt:

        Auch, wenn du es dir vielleicht schwer vorstellen kannst: Bei uns rückt zu einem Kellerbrand kein RW aus. Zu wenig Schläuche drauf. 😉
        Bei uns wird im Brandeinsatz auch selten mehr als ein Lüfter gebraucht, da zur Abdeckung eines Hauseinganges der eine reicht, wenn man sich an die Spielregeln hält. Und wenn – so, wie es leider oft passiert – zu viele Fenster geöffnet werden, baut sich auch mit zwei Lüftern vor dem Hauseingang kein Überdruck auf.
        Da wir (bei Zuglagen) eben fast nur die 1- Lüfter- Taktik anwenden, brauchst du auch keine Bedenken haben, dass wir noch „nur für den Lüfter“ oft eine 2. Leiter anfordern müssen. Das kommt fast nur vor, wenn ein LF alleine zu irgendeiner Kontrolle fährt, und feststellt, dass aus irgendeinem Grund doch noch belüftet werden muss (z.B. Stichwort „Geruch“ oder sowas).

  10. Martin schreibt:

    Ah, da fällt mir gerade eine nette Frage ein:
    Womit putzt du deinen Helm denn? Ich habe einige Farbschrammen und lauter anderen Dreck auf dem Helm, den ich gerne abkriegen würde. Womit gehts am Besten?
    Danke,
    Martin

    • firefox05c schreibt:

      Na, DAS wollte noch nie jemand wissen! Ich wurde höchstens mal gefragt, wie oft ich dafür schon verhauen wurde! 😉
      Viele Verschmutzungen bekommt man schon durch Waschen mit einer Sandseife oder Handwaschpaste ab. Der Helm ist dann zwar noch nicht komplett jungfräulich, sieht aber schon erheblich besser aus. Oft reicht das ja schon.
      Farbstreifen oder einfachen Abrieb irgendwelcher verrußten Gegenstände bekommt man oft mit einer Autopolitur für Unilacke weg. Im Gegensatz zur heute oft gekauften Konservierung werden mit einer „echten“ Politur Partikel der Oberfläche abgeschliffen. (Für Unilacke deshalb, weil die Politur etwas grober ist als für Metallic- Lacke. Noch besser wäre Schleifpaste) Daher ist die Oberfläche nach der Behandlung auch nicht gleich hochglänzend, kann bei Bedarf aber mit einer Auto- Konservierung nachbehandelt werden. Mit der Politur bekommt man auch das Visier oft wieder hin.
      Bei der im Artikel beschriebenen Verschmutzung handelte es sich aber um festgesetzten Brandrauch. Diese Schicht konnte ich mit Polierwatte aus dem Motorradbereich, „Never Dull“, eine getränkte Watte in einer schwarzen Dose (etwa 7€, sehr ergiebig) recht gut entfernen. Lackreiniger hatte versagt, Politur hatte ich nicht.
      Einen Helm mit aufgetropften Kunststoff- Flecken habe ich auch schon mal auf die „brutale Methode“ sauber bekommen: Ich habe ihn durch Drehen in einem Sandhaufen geschliffen. Geht aber nicht so oft, dann ist die Farbe weg! 😉
      Viel Spaß beim Ärgern deiner Kollegen!

      • Martin schreibt:

        In diesem Fall geht es sogar um meinen Eigenen. Ich sehe das ähnlich wie du: Dreckiger Helm geht garnicht.
        Ich denke ich werd da mal vorsichtig rangehen, wir haben keine Metallhelme. Mal sehen, was das Material so mitmacht.
        Danke!

      • firefox05c schreibt:

        Wichtig ist nicht das Material, sondern die Oberfläche. Ich denke, bis auf die Version mit dem Sand kannst du nichts verkehrt machen. 😉

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