Warum ich Parkhäuser nicht leiden kann

„Wir müssen Milch kaufen. Lass uns in die Stadt fahren.“, meinte sie beiläufig. „In die City? Maaaann, nicht im Ernst. Schon wieder? Warum denn nicht hier beim Discounter umme Ecke?“ – Sie will nämlich immer in den „schönen“ Markt, denn der in unserem Viertel ist ihr zu schmuddelig. Was mich daran störte: Parkhaus.

Ich mag keine Parkhäuser. Das ist, wie sein Auto in einer Garage abzustellen, die einem nicht gehört und für die man keinen Schlüssel hat. In dunklen Ecken werden „böse Jungs“ trotz Videoüberwachung nicht gestört, man ist auf die Öffnungszeiten angewiesen, und durch die Enge steigt die Unfallgefahr. Einmal hatte man mein Auto schon eingesperrt: An den Türen stand „Nach 22.00 bitte Haupteingang benutzen“. Und nach 22.00Uhr stand ich dann vor dem herunter gelassenen Gitter des besagten Zuganges, musste mich von einem Kumpel abholen lassen  und am nächsten Tag Dauerparker- Gebühren bezahlen. Und der Piepser der Feuerwehr war natürlich auch mit eingesperrt. Mausi hat mir mal in einer engen Parkhauskehre die Zierleisten vom Wägelchen geschält. Die neuen sollten fast 120 Euro kosten!!! Außerdem finde ich manchmal das Auto nicht wieder. Setz mich in irgendeinem Wald aus, und ich finde nach Hause. Schick mich in ein Parkhaus, und ich verhungere, wenn mir nicht mitleidige Hausfrauen ab und zu einen Apfel zustecken. Parkplätze sind da viel übersichtlicher. Und heute, ja…

Heute habe ich die Parkkarte verloren. Das wäre auf dem gebührenfreien Parkplatz in unserem Viertel nie passiert! Nachdem wir die Milch und ein oder zwei weitere Kleinigkeiten für unter zehn Euro aufs Band gepackt hatten, kramte ich an der Kasse nach der Parkkarte, die ich mir in die Gesäßtasche gesteckt hatte, um sie kennzeichnen zu lassen. Na, der Griff ging ins Leere. Blöde Hose! Die kann ja gar nichts! Die sitzt nicht, die hat vorne Knöppe, was beim Pinkeln total unpraktisch ist, die Taschen sitzen zu tief, so dass ich beim Sitzen immer auf dem Portmonee rumrutsche, und außerdem merke ich nicht, wenn die Parkkarte verschwindet! Ich, die Karte verbummelt? Niemals, die hat die Buchse gefressen!!! Solche Hosen bekommt man, wenn man sich von Frauen belatschen lässt, die Achtziger wären vorbei, und so. So‘ n Blödsinn.

Ja toll. Also mussten wir zur Information, fragen, wie ich jetzt mein heiliges Blechle aus dem Keller bekomme. „Der Parkservice schaltet den Automaten unten gegen eine Gebühr von 25€ (fünf-  und-  zwanzig-  Eu-  Ro!!!) frei, die Sie dann bezahlen können. Tut mir Leid, mehr kann ich nicht für Sie tun…“ Ich freue mich ja so…

Also in den Keller zum Automaten. Bargeld? Etwa 5,30€. Karte? NAHM DER BESCHEUERTE AUTOMAT NICHT!!!! Das muss man sich mal vorstellen: Man kann sich schon Buskarten aufs Handy schicken lassen, im Netz mit Passwort und ohne Kreditkarte zahlen, aber dieser Kasten, obwohl er höchstens ein Jahr alt war, nahm keine Karten!!! Sie fliegen zum Mars, aber hier brauche ich ein Zahlungsmittel, das vor 1000 Jahren in China erfunden wurde!!! *Tob!*

Wieder rauf ins Einkaufszentrum. Dort war ein Geldautomat. Aber von welcher Bank? Ich hatte ja keine Lust, aus den 25€, die ich brauchte, mal fix 30 zu machen, nur, weil der rote Riese horrende Gebühren von Fremdkunden haben will. Und überhaupt: Am Automaten stand weder das betreibende Bankunternehmen, noch war ein Hinweis auf Gebühren zu finden. Dort stand nur irgendwo zwischen den ganzen Werbeaufdrucken, dass „für andere Kreditinstitute Gebühren anfallen können“, und diese zu erfragen wären. Wie stellen die sich das vor? So ohne ihre Identität zu verraten?  „Hallo Bank, im Markt XY steht ein Geldkasten. Was kostet der an Gebühren? – Von welcher Bank der ist? Steht nicht dran. Wattweißich…“ Ist es nicht sogar Vorschrift, die Gebühren dran zu schreiben? Selbst nach dem Einführen der Karte und dem Eingeben der Geheimzahl wurde mir nichts entsprechendes angezeigt. Also brach ich die Geschichte ab und lief quer durch die Einkaufstraße zum Automaten meines Vertrauens. Geld abgehoben, zurück in den Supermarktkeller und vor dem modernen Automaten mit der alten Technik das Geld nochmal gestreichelt. Und nach dem Klingeln am Infoknopf bekam ich gegen Einführen von FÜNF-  UND-  ZWAN-  ZIG-  EURO!!! eine neue Parkkarte. Ichgehkaputt… Für das Geld hätte ich am Forellenpuff drei Kilo Fisch angeln können. Hat sich jetzt auch erledigt.

So’n Mist. Ich hasse Parkhäuser!

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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8 Antworten zu Warum ich Parkhäuser nicht leiden kann

  1. Herrlich, wobei ja eigentlich nicht zum lachen.. aber trotzdem *muhahahaha 😀

  2. opatios schreibt:

    Ich wusst es schon immer: Frauen verursachen ihren Partnern hohe Kosten. 😉

  3. Mr. Gaunt schreibt:

    Ach ja, die Parkkarten mit den eigenen Füssen, die weglaufen. Ein Phänomen, sonst in ähnlicher Form vorwiegend in Discos beim Auschecken anzutreffen bei Leuten mit > 2 Promille.
    Steck die Karte einfach zu den Bankkarten. Da passen die toll rein. Seitdem ich das mache, hat es mir mehrere Panikattacken erspart, weil ich die Dinger sonst immer in genau der Tasche gesucht habe, in der sie nicht waren.
    Ein keine Karten akzeptierender Kassierautomat hat heute aber Seltenheitswert. Und schöne halboffene oder verglaste Parkhäuser gibt es mittlerweile auch. Jedenfalls bei uns im Münster.

  4. Conny schreibt:

    So geschrieben liest sich das großartig komisch 😀

    Ich verstehe aber das Parkhausproblem – deswegen mach ich auch immer ein kurzes Handyfoto mit der Parkplatznummer… nur für den Fall, dass ich nach geraumer Zeit der Abwesenheit in einem mir unbekannten Parkhaus mein Auto nicht wiederfinden sollte 😉

    Und zur Hosen-Problematik – jaaaa, die 80er sind vorbei, aber die neuen Jeans sind ja nicht alle so wie beschrieben. Also: neue kaufen. Mit oder vielleicht in dem Fall besser ohne die Gattin.
    Uuuund gleich noch nen Tipp: das nächste Mal die Parkhaus-Karte einfach der Frau geben. Wenn sie dann weg ist, wars weder deine Schuld noch die deiner Jeans 😉

    Aber mal im Ernst jetzt – ihr seid wirklich (wirklich, wirklich) wegen Milch zu nem anderen Supermarkt gefahren?! Ich mein, ich hab auch Abneigung gegen „schmuddelige“ Supermärkte, aber der Praktikabilität halber war ich auch schon in solchen einkaufen, wenn ich mal zwei, drei Kleinigkeiten vergessen hatte.

    Ich bin manchmal zu praktisch denkend für ne Frau, glaub ich. Und bitte – das ist jetzt wirklich nicht böse gemeint, was ich geschrieben habe. Mich hattte die Aktion bloß gewundert.

    Grüßle,
    Conny

    • firefox05c schreibt:

      Ehrlich gesagt waren wir auf dem Weg nach Hause. Wollte sie wirklich nur wegen der Milch dorthin, hätte ich ihr das schon ausgeredet… 🙂

      • Conny schreibt:

        Ach sooo *lacht* Gut, ich dachte schon… 😉
        Da fällt mir ein – ich muss tatsächlich auch wieder einkaufen 😉

  5. ich schreibt:

    genau aus dem Grund landen meine Parktickets im Geldbeutel…..

  6. Matze schreibt:

    Moin,

    ihr wärt glaube ich besser bedient gewesen, wenn ihr „eben schnell“ ein neues Ticket gezogen hättet und dann für den Mindesttarif wieder aus dem Parkhaus rausgefahren wärt.
    Hätte dir glaube ich eine Menge Aufregung und uns einen herrlichen Post erspart 😀

    Viele Grüße
    Matze

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