Zwei mal Bordstein

Mit dem Rettungs- oder Feuerwehrwagen ist eine unserer „Haupteinflugschneisen“ die Hauptstraße in der Nähe der Wache. An einer Kreuzung steht auf der Mittelbankette eine große Laterne, vor der ab und zu noch ein Grablicht steht. Ich denke dann jedes Mal an die Nacht, in der es damals passierte.

Es war schon weit nach Mitternacht, als das Neonlicht in der Wache aufflackerte: „Verkehrsunfall, Hauptstraße, Höhe S- Bahnhof, eingeklemmte Person!“, kam es aus den Lautsprechern in den Räumen.

Oft erwartet uns nach dem Stichwort „eingeklemmte Person“ hier in der Großstadt ja nur ein verbeultes Auto, in dem der Fahrer zwar erst einmal im Schreck sitzen geblieben ist, aber bereits neben dem Auto steht, wenn wir eintreffen. Oder ein Insasse ist verletzt und bekommt von einem Ersthelfer gesagt, dass es besser sei, sich nicht groß zu bewegen (was im Zweifel ja richtig ist). Der Anrufer beschränkt sich bei seinem Notruf aber auf die nicht näher begründete Aussage: „Nö, der Fahrer ist noch im Auto. Der kommt da auch nicht raus…“, so dass unser Disponent bei allen weiteren Nachfragen natürlich nicht sicher sein kann, ob der Fahrer nicht doch z.B. im Fußraum eingeklemmt ist. Nur selten bewahrheitet sich die erste Alarmmeldung, da in der Stadt die gefahrenen Geschwindigkeiten oft einfach nicht ausreichen, um ein modernes Auto dermaßen zu verformen, dass jemand wirklich klemmt. So fuhren wir mit – sagen wir mal – mäßiger Aufregung los. Die Anfahrt dauerte auch nicht lange, die Unfallstelle war etwa 700 Meter von der Wache entfernt.

Am Unfallort bot sich im Dunkel der Nacht allerdings ein schlimmeres Bild, als wir erwartet hatten: Über die Fahrbahnen erstreckte sich ein Trümmerfeld von etwa 50 Metern Länge, Kühlwasser und Öl rannen die Straße hinab, und unter einer großen, verbogenen Laterne in der Mittelbankette stand ein total zerstörter PKW! Einige Anwohner standen ratlos am Straßenrand und waren wohl heilfroh, dass wir endlich mit dem Löschfahrzeug vorfuhren. Ich schob unseren LKW zwischen den zerfetzten Plastikteilen ein paar Meter an der Unfallstelle vorbei und wir stiegen aus. Gerade fuhr auch der Rettungswagen mit dem Notarzt vor.

Vom Auto kam Jammern und Hilferufe herüber, während wir die Lage kurz erkundeten: Die rechte Seite des Unfallwagens war von der Laterne bis zur Rückbank aufgeschält worden, der Beifahrersitz nach hinten gedrückt, wobei er sich auch nach rechts gedreht hatte. Noch halb auf dem Sitz, halb in den Armen des Fahrers lag reglos und blutend ein junger Mann. Der Fahrer selbst, ebenfalls offensichtlich schwer verletzt und eingeklemmt zwischen Lenkrad, zurückgeschobenem Armaturenbrett und dem Fahrersitz, umklammerte ihn und rief immer wieder: „Helft meinem Bruder! Holt den hier raus, helft meinem Bruder!“ Doch schon nach einer kurzen Untersuchung war klar: Der Beifahrer war wahrscheinlich nicht mehr zu retten.

Rüstfahrzeug von Rosenbauer für die USA

Als Maschinist startete ich den Stromgenerator des Löschfahrzeuges, während die Kollegen die Rettungsschere und den Spreizer heraus zogen. Der Lärm der Motoren und die Kommandos beendeten die Stille der Nacht, die Blaulichter erhellten in kurzen Momenten die Szene. Nach und nach trafen weitere Fahrzeuge ein: Zwei Streifenwagen, der „Schwere Zug“ der Hauptwache mit Rüstfahrzeug und Kran, ein weiterer Rettungswagen, noch ein Notarzt… Ich kletterte aufs Dach des Löschfahrzeuges und zog den Lichtmast auf: Durch den starken Anprall des Autos war der komplette Kopf der Straßenlaterne abgerissen worden und lag in Einzelteilen zwischen den Unfalltrümmern. Nachdem die Beleuchtung stand, sicherte ich die Einsatzstelle weiter ab.

Aufgrund der Tatsache, dass die rechte Seite bereits durch den Unfall komplett offen und der Beifahrer nur wenig eingeklemmt war, entschloss sich unser Chef, von dieser Seite aus die Insassen befreien zu lassen. Der junge Mann vom Beifahrersitz war schon nach wenigen Sekunden frei und wurde in den Rettungswagen gebracht, um ihn nochmals eingehender zu untersuchen. Er war tot. Der Fahrer wurde wenig später aus dem Auto gehoben und in einen weiteren RTW geschoben. Dort stellte der Notarzt einige Knochenbrüche fest, innere Verletzungen konnte man nicht ausschließen. Die Fragen des Fahrers nach seinem Bruder wurden zunächst ausweichend beantwortet. Sollte man ihm es jetzt schon sagen? Um den Kreislauf besser unter Kontrolle zu haben und um ihm die Schmerzen zu nehmen, wurde er vor dem Transport in die Unfallklinik narkotisiert.

Uns blieb jetzt nur, den alarmierten Gutachter durch unsere Beleuchtung und Absicherung bei der Spurensicherung zu unterstützen. Beim Aufstellen der Pylone und der Blitzleuchten war mir ein ganzes Stück die Straße hinauf eine abgesplitterte Stelle am Bordstein aufgefallen. Die Bruchstelle war frisch, kleine Betonstückchen lagen auf der Fahrbahn. Dieses zeigte ich dem Gutachter. „Ja, hier wird das dann ja wohl angefangen haben“, sagte er, während er anfing zu Fotografieren und zu vermessen. Da ich eine Handlampe hatte, bat er mich, ihn bei seiner Arbeit zu begleiten: Im Fahrzeug interessierten ihn der Zustand der Gurte, welcher Gang eingelegt war, das Cockpit, er machte Übersichtsaufnahmen vom durch den Unfall freigelegten Innenraum und von der Unfallstelle überhaupt. Als ich für ihn herausfand, welcher Gang im Getriebe eingelegt war, saß ich dazu auf dem herausgedrehten Beifahrersitz, auf dem kurz zuvor ein Mensch nach kaum 19 Jahren sein junges Leben an einem Laternenmast verlor. Ein wenig gruselig… (Warum war er eigentlich nicht selbst eingestiegen?)

Wie ich später von den Kollegen erfuhr, war der Fahrer mit seinem jüngeren Bruder in der Disco gewesen und hatte auf der Heimfahrt übermütig „etwas draufgetreten“. Auf der zweispurigen Hauptstraße hatte er auf einem abschüssigen Stück in einer rechtskurve zunächst den linken Bordstein touchiert und dadurch die Kontrolle verloren. 50 Meter weiter war die Fahrt an der Laterne zu Ende. Für seinen Bruder für immer.

Zurück auf der Wache räumten wir das LF auf und zogen uns wieder in die Ruheräume zurück. Doch kaum eine halbe Stunde später ging das Licht wieder an: „Verkehrsunfall, Rathausstraße, Person unter Fahrzeug eingeklemmt!“ Schon wieder! Über Funk erfuhren wir weiteres: „Der Unfall wurde durch einen RTW gemeldet, eine Person soll unter dem Auto liegen!“ – Na, Danke. Reicht nicht ein Drama pro Nacht?

Abstützsysteme

An der Unfallstelle war ein Fahrzeug von der Straße abgekommen, über einen Bürgersteig geschossen und hatte eine Mauer zerstört. Dabei hat sich das Auto auch noch überschlagen und lag nun auf der Fahrerseiteauf dem Gehweg. Und in Höhe der Rückbank lugte der Oberkörper eines Mannes unter der Dachkante hervor! Wir fingen sofort an, das Fahrzeug mit Keilen und Hölzern zu sichern. Nach genauerer Untersuchung stellte sich jedoch heraus, dass der Mann nicht wirklich eingeklemmt war, sondern versucht hatte, nach dem Unfall aus dem Auto zu klettern. Dieses versuchte er unter der Dachkante hindurch, schaffte es aber nicht, weil er mehrere Verletzungen durch den Überschlag hatte. Da er aber auch über Schmerzen im Rücken klagte, konnte er nicht einfach unter dem Auto hervor gezogen werden.

Die anderen Insassen, laut Patient zwei weitere junge Männer, waren nicht mehr im oder am Auto. Zudem stand auf den abgebrochenen Mauerresten eine halb leere Flasche Bier!?! Hatte sich einer der Insassen erst noch „einen genehmigt“?? Ein Kollege und ich rüsteten uns also mit Handlampen aus und durchsuchten die angrenzenden Grünanlagen, denn bei einem Überschlag kommt es schon mal vor, dass nicht angeschnallte Insassen – vor allem, wenn sie hinten sitzen – aus dem Auto geschleudert werden. Ich strunkelte durchs dunkle Gebüsch, leuchtete in die Bäume. Doch wir fanden niemanden, die „Freunde“ waren wohl einfach abgehauen. Sie hatten nicht einmal einen anonymen Notruf abgesetzt, ihren Mitfahrer einfach unter dem Auto liegen gelassen. Schöne Freunde! Später griff eine Polizeistreife einen Mann in der Gegend auf, der bei etwa 8° im T-Shirt unterwegs war. Und einige Abschürfungen hatte.

Durch den ersten Unfall war ich jetzt ehrlicherweise etwas „angespitzt“ und lief den Bordstein entlang. Und – sieh mal einer guck – etwa 30 Meter von der Unfallstelle entfernt fand ich wieder diese Anprallspuren am Betonbordstein! Doch die Polizistin, der ich sofort darüber Bericht erstattete („Frau Schutzmann! Ich weiß was! Schnell, komm gucken!!“) war wenig begeistert von meiner Entdeckung: „Äh… nö, ich glaube nicht, dass das zum Unfall gehört… Außerdem gehört das dann ja auch zur Unfallstelle, und ich müsste dann die ganze Straße bis dahin vermessen!“ Ah, ja. War ja auch schon spät. Allerdings mochte sie dann wohl doch nicht so einfach darüber hinweg sehen, versuchte aber, trotzdem noch eine Möglichkeit zu finden, um das Vermessen drumherum zu kommen. Sie hatte da eine Idee: „Da stand doch eben von euch auch noch ein Fahrzeug, das jetzt weg ist. Der ist doch bestimmt über den Bordstein gefahren! Und dabei hat der bestimmt auch die Kante abgebrochen. Kann ja mal passieren…“ Doch wir mussten sie enttäuschen: „Da stand schon eines, richtig. Aber die LKW- Reifen sind höher als der Bordstein, da kann die Felge ihn nicht berühren. Und man sieht an der Stelle ja auch metallenen Abrieb… (Bätschi!)“ Bei genauerer Nachsuche fanden wir etwa fünf Meter weiter auch noch ein Stück abgebrochene Alufelge. So ein Mist aber auch! Nicht?… Das Gesicht der Polizistin wurde länger als das von Fury. Sie seufzte und fing an, die Straße auf 30 Meter mit bunten Strichen und lustigen Schildchen zu verschönern. Nun ja, so ganz alleine schlug sie sich die Nacht ja auch nicht um die Ohren: Immerhin mussten wir in dieser Zeit die Straße mit ihren Kollegen zusammen absichern und beleuchten. Zur Morgendämmerung waren wir dann wieder im Standort…

Auch in diesem Fall war der Fahrer wohl aufgrund überhöhter Geschwindigkeit und mangelnder Konzentration zunächst in einer leichten Rechtskurve an den rechten Bordstein gestubst und ins Schleudern geraten. Nachdem der Wagen dann auch noch den linken Bordstein anbumste, überschlug er sich und nahm bei der Gelegenheit auch gleich die Begrenzungsmauer mit. Wie die Bierflasche aber auf die abgebrochenen Mauerreste kam, kann ich mir bis heute nicht richtig erklären.

Advertisements

Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
Dieser Beitrag wurde unter Feuerwehr und Rettungsdienst abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Antworten zu Zwei mal Bordstein

  1. katha schreibt:

    Ich werd’s nie verstehen können, wieso manche Leute nich einfach in aller Ruhe zur Disco entspannt hin- und zurückfahren wollen. Zumal die traurigen Folgen ja echt bei allen bekannt sein sollten. Ich weiß, dass ich genug Pferdchen (sowas um die 230…) unter der Motorhaube hab, ich brauch nich ständig ausprobieren, ob die noch da sind, indem ich sie an der falschen Stelle loslass. Wäre ja auch schade um das schöne Auto – wenn man schon nicht an die anderen Menschen denkt! Und anderen zeigen ist eh sinnlos, ein angenehmer und sicherer Fahrstil kommt irgendwie immer besser an. Ach, und bevor jemand was meint: ich bin jetzt auch nicht gerade für ne Rentnerfahrweise bekannt *g*

    Richtig erscheckend finde ich aber die Faulheit der Polizistin im zweiten Fall.

  2. gotsassaufeinemast schreibt:

    whoa..harter tobak..echt mal…sowas darf ich einfach nich lesen..

    • firefox05c schreibt:

      Sieh es so: Ich habe vorher gewusst, auf was ich mich bei der Feuerwehr einlasse. Und bis jetzt hatte ich nur ein mal richtig Probleme mit dem Erlebten. Ich hoffe, es bleibt so.

  3. Nobelix schreibt:

    Zwei mal der Bordstein, zwei mal mit verheerenden Folgen. Und trotzdem hat eben diese kleine Kante mir schon einmal schwere Verletzungen oder schlimmeres erspart – als sie meinem Auto nämlich nach einer Blitzeis-ich-fahr-in-der-Kurve-nur-geradeaus-Rutschpartie die halbe Vorderachse vom Auto abriss und mich so abbremste, dass ich die Mauer nicht komplett durchschlagen habe.
    Und ja, ich war – wie so viele – zu schnell unterwegs. Es gibt halt Wetterlagen, da ist jede Bewegung mit dem Auto zu schnell…

    Und ich versteh die unentspannten Autofahrer – egal ob im Feierabendverkehr oder zur/von der Disco auch nicht…man muss nicht heizen wie ein wilder. Leider scheinen es einige nicht zu lernen…um so schlimmer ist es, wenn unschuldige oder komplett unbeteiligte darunter Leiden müssen.

    • firefox05c schreibt:

      Die „Strafe vom Schiksal“ ist für den Fahrer beim ersten Unfall natürlich sehr hart: Er hat seinen Bruder getötet. Aber all zu oft bleibt bloss eine Geld- oder Bewährungsstrafe von so einem Unfall übrig. „Im besoffenen Kopp“ oder aus Übermut seine Karre zu schrotten ist gerade unter jungen Leuten ehr ein Kavaliersdelikt denn ein Sicherheitsproblem.

  4. dasholzi schreibt:

    Völliges Unverständnis meinerseits für sowas und ne Schreckliche Sache für euch, da lob ich mir die Dorffeuerwehr, auch wenn grad der Feuerteufel unterwegs ist…
    Ich fahr ja auch gerne mal schneller als erlaubt, aber nur auf Strecken die ich kenne, also zweimal pro Tag oder so fahre oder auf der Autobahn, obwohl auch da nicht viel mehr als 130 drin ist. Bei den Benzinpreisen und nennenswert schneller bin ich auch nicht zuhause.
    Und unter Alkohol Einfluss fahre ich keinen Zentimeter. Einmal bin ich NOCH nicht 21 und mir ist das viel zu riskant. Und die paar Male wo ich was trinke und dann nach Hause will, zahl ich auch gerne mal ein Taxi oder lass mich fahren. Ist das letzte mal vor 2 Jahren vorgekommen.

    • firefox05c schreibt:

      Auch eine „Dorffeuerwehr“, die gut ausgebaute Land- oder Bundesstraßen im Bereich hat, kann in so eine Einsatzlage kommen. Dann ist es unter Umständen aber noch schlimmer: Wenn sie nämlich keinen Hilfeleistungssatz haben und tatenlos warten müssen!

      • dasholzi schreibt:

        Och die Landesstraße ist vor der Haustür und die Hilfeleistungssätze sind in den Nachbargemeinden verteilt. Aber dass diese Straße gut ausgebaut ist, wag ich mal zu bezweifeln, 10cm „Löcher“ vor einer Brücke sind glaub ich nicht normal oder? Aber immerhin haben wir nur direkt im Dorf, wo man gar nicht so schnell fahren kann, Bordsteine. Und falls doch mal sowas passieren sollte, ist normalerweise die Nachbarstadt fast genauso schnell/ noch schneller als wir am Unfallort. Alles schon passiert, aber zum Glück sehr sehr sehr selten.

      • firefox05c schreibt:

        Ja gut, in dieser Hinsicht fördern schlechte Straßen die Verkehrssicherheit… 😉

  5. Ersteinmal Danke für diese beiden Geschichten. Zwei tragische Unfälle (besonders der erste), wie sie leider viel zu oft auf deutschlands Straßen passieren. Aber wie immer sehr gut und interessant geschrieben (hier von unterhaltsam zu sprechen passt irgendwie nicht …)!
    Leider sind sich die jungen „Discofahrer“ oft über die Konequenzen ihres Handelns nicht bewusst!
    Ich kenne da auch ein paar Leute, welchen die obige Lektüre einmal gut täte. Wenn man dann mal erzählt, was so passieren kann und was man selber schon erlebt hat (als Einsatzkraft und als ersteintreffender Ersthelfer) wird leider nicht wirklich interessiert zugehört und man wird als „Spaßverderber“ abgetan. Die wenigsten wissen allerdings, welch eine psychische Belastung es sein kann, nachts, frierend und vollkommen übermüdet einen toten Unfallfahrer aus seinem Auto, oder das was davon noch übrig ist, herauszuschneiden. Gut, zugegeben, soetwas kommt zum Glück recht selten vor und ich bin weiß Gott nicht scharf darauf!

    Mein Auto hat ja auch genug Leistung, ich weiß was es kann. Ich muss das aber noch lange nicht jedem zeigen, denn ich weiß auch was der Fahrer kann oder nicht kann (die Fahrphysik überlisten z.B.). Es mag durchaus sein, das wir, die wir „einsatztechnisch vorbelastet“ sind, eine andere Sicht auf solche Situationen haben …

  6. ML schreibt:

    Es gab oder gibt den „schönen“ Aufkleber: „Überholen sie ruhig, wir schneiden sie raus. Ihre Feuerwehr“. Auch wenn der Spruch etwas platt ist, man sollte vor dem Überholen kurz drüber nachdenken.
    Ich hatte in meiner bisherigen Laufbahn zum Glück nur einen Unfall mit tödlichem Ausgang. Zwar kein Verkehrs- sondern einen Arbeitsunfall, aber auch hier war Unfallursache Nummer 1 in diesem Land der Auslöser: Dummheit.

    • firefox05c schreibt:

      Also auch klarer Fall für den „Darwin- Award“? 😉
      Solange ein Verursacher nur sich selbst schädigt, ist ja schon fast „alles in Ordnung“. Für mich ist es aber immer ein Problem, wenn Unschuldige durch den Fehler anderer zu Schaden kommen.

      • ML schreibt:

        Ich habe das damals nicht mehr weiter verfolgt, aber ich glaube das war eine Co-Produktion zwischen zwei Kollegen. Für einen ist die Sachen dann letal geendet.
        Aber oft ist es ja so das der Verursacher glimpflicher aus der Sache rauskommt als seine „Opfer“.
        Ich muss allerdings sagen das die Zahl unserer Einsätze in Sachen VU in den letzten
        Jahren auf recht niedrigem Stand ist. Den Autobauern sei Dank.

  7. AJ schreibt:

    Gut, wenn das mal ein Paar Autofahrer lesen würden. Aber so Unfälle müssen ja nicht durch so Bordsteine oder durch Alkoholeinfluss entstehen. Reicht doch schon aus, wenn jemand mit einem 7,5-Tonner auf einer Kreuzung wendet, und die Ampel für den Gegenverkehr in dem Moment auf grün springt. Die Leute die im feierabendsverkehr sind nehmen den dann nicht wahr und-ZACK und BÄMM- nochn Unfall…

  8. Mr. Gaunt schreibt:

    Was mir nicht in den Kopf will: In dem Alter gehe ich in die Disco doch normalerweise, um Spaß zu haben und mich auszutoben. Jedenfalls war das bei mir in dem Alter so (wenn ich jetzt ausgehe, bin ich generell eher entspannter). Dann bin ich irgendwann am frühen Morgen erschöpft und/oder zu besoffen, um großartig Hektik zu machen, und freue mich auf einen ruhigen Weg nach Hause, ein Dusche und mein kuscheliges Bett.
    Warum zum Teufel muss man dann mit dem Auto rasen?

    • firefox05c schreibt:

      Leere Straße mit 2 Spuren in meine Richtung, keine Ampeln,sanfte Kurven… da will man dem Beifahrer (oder sich selbst) doch zeigen, wie cool man ist! Und kurz nach einem Disco- Besuch ist man oft noch sehr euphorisch und aufgepeitscht. Sind ja nicht alle so weitsichtig in dem Alter…

  9. Conny schreibt:

    Auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist: danke, dass du das mal gepostet hast!!

    VU mit Personenschaden, Ausgangspunkt eine Kollision mit einem Bordstein oder einem vergleichbaren „Hindernis am Straßenrand“ wie zB einem großen Findling gibts leider sehr, sehr oft.
    Wenn dann noch überhöhte Geschwindigkeit und ne Kurve hinzukommt – alles schon gesehen. Schlimm dann auch noch, wenn der Fahrer bzw. die Insassen nicht angeschnallt sind.
    Ich glaube, es macht sich kein „Gurtmuffel“ Gedanken darüber, dass man durchs Auto katapuliert wird im Falle eines VUs. Die Folgen sind zum Teil so hässlich, dass ich das gar nicht weiter ausführen mag.
    Tragisch ist bloß die Uneinsichtigkeit vieler Verkehrsteilnehmer. Ich bezweifel mittlerweile auch, dass 30,- Euro Verwarnungsgeld ausreichen, um diejenigen von einer anderen Handlungsweise zu überzeugen.

    Es gibt ja in NRW den sogenannten Crash-Kurs von der Polizei, der sich an junge Fahrer richtet.
    Ich denke, dass das eine gute Sache ist. Vor allem find ich die Aktion gut, dass sie ihre Träume auf Luftballons aufschreiben sollen, die dann im Zuge der Veranstaltung zum Platzen gebracht werden.

    Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass es einigen älteren, „erfahreneren“ Autofahrern bei Verstößen wie Gurt, Handy, Geschwindigkeit oder Alkohol/ BtM sehr gut tun würde, sich mal wirkliche Bilder (in Farbe) anzuschauen, die unsere Berufsgruppen bei der Aufnahme von Verkehrsunfällen mit schwerverletzten oder getöteten Personen haben machen müssen.
    DAS sind Bilder, die man NIE wieder vergisst. Selbst wenn sie einen – aus professioneller Sicht – nicht im Schlaf verfolgen, so sind sie dennoch unvergessen.
    Jeder Tote ist ein Toter zu viel!!!
    Das Problem wird aber – wie auch bei verkehrsdidaktischen Gesprächen – sein, dass die Fahrer sich selbst für unantastbar, unfehlbar und unverletzbar halten.
    Irgendwie ist dem Problem nicht so recht beizukommen, finde ich. Bedauerlicherweise.

    Die Unlust der Polizeibeamtin ist beschämend!!! Der Unfall ist klar aufzunehmen, mit ALLEN Spuren!!! Wir können uns bei der aufmerksamen FW oder anderen Zeugen nur bedanken, wenn sowas gemeldet wird, wenn wir es nicht selbst gesehen haben. Das ist doch völlig unineressant, wie weit die Straße dann abgesperrt oder vermessen werden muss.
    Schade, sehr, sehr schade, was diese Einstellung betrifft. Sich auch noch Ausflüchte auszudenken… Puh 😦 Und kein gutes Außenbild.

    Ich kann dich mehr als gut verstehen, was das Sitzen auf dem Beifahrersitz im ersten Fall betrifft. Das ist für niemanden eine schöne Vorstellung.

    Ich weiß nicht, wie der junge Fahrer den Tod seines Bruders je verarbeiten kann.
    So eine Schuld wiegt schwerer als irgendeine Strafe vom Gericht.
    Im Übrigen wird so etwas auch bei der Strafbemessung berücksichtigt. Das gilt vor allem bei Alleinunfällen, wenn zB der Motorradfahrer bei dem Unfall ein Bein verloren hat. Was will man den denn noch bestrafen?!

    Wünsche dir, dass es dabei bleibt, dass du die Einsätze immer gut verarbeitest.

    Liebe Grüße,
    Conny

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s