Und dann war da noch…

…die etwas überforderte Mutter des eingeklemmten 5Jährigen:

Der Pupser hatte auf der Fensterbank hockend seinen Arm durch das gekippte Fenster gesteckt. Ob er nur mal sehen wollte, wie seine Hand durch eine Scheibe aussieht, oder ob er jemandem im Stockwerk darunter winken wollte, wusste keiner. Als er jedoch merkte, dass er den Arm ohne fremde Hilfe nicht mehr herausbekam, und auch seine Schwester (wohl 4) nicht helfen konnte, rief er seine Mutti.

Die hatte im Ansatz schon eine gute Idee: Sie nahm irgendeine Creme und fummelte etwas davon auf den Arm. Der aber trotz allem Ziehen und Zerren immer noch klemmte. Da sie sich nicht zu helfen wusste, rief sie die Feuerwehr, womit auch wir mit dem RTW auf den Plan kamen: „Kind klemmt in Fenster.“

Noch bevor das Löschfahrzeug, das zur technischen Hilfe entsandt worden war, eintraf, kamen wir dort an und gingen in die Wohnung. Der Kollege zog den Fensterrahmen etwas nach innen, während ich den Arm (und NUR den Arm, nicht das ganze Kind) nach oben herausführte: Denn daran, dass der Fensterspalt nach oben hin weiter wurde, daran hatte Mutti nicht gedacht. Typischer Fall von „kognitiv zu früh abgebogen“…

Der Rotzige hatte neben einem mit Creme versauten Shirt nur ein paar Druckstellen am Arm. Und abends wahrscheinlich einen Tinitus: Als wir ins Auto stiegen, hörten wir erst, wie das Fenster zugeworfen wurde und Mutti den kleinen schimpfte, dass es in der Straße die Vögel vertrieb. „Tja, jetzt werden die Knöpfe den Sommer über wohl in der unbelüfteten, stickigen Bude hocken. Fenster auf iss‘ nicht mehr. Der Drops ist wohl gelutscht.“

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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12 Antworten zu Und dann war da noch…

  1. katha schreibt:

    aaaaah. Wenigstens die Mutter hätte ja mal was merken können. Aber naja, wer schon Fenster kippt, um zu lüften, der merkt auch sowas nich 😀

    • firefox05c schreibt:

      Nun gut, wenn die Kinder im 1. OG im Kinderzimmer unbeaufsichtigt spielen, würde ich das Fenster keinesfalls ganz öffnen. Sonst sind die Stöpsel ganz fix unten… 😉

    • Wolfram schreibt:

      Wenn du dann noch bei Gelegenheit erklären könntest, was an einem gekippten Fenster so blöd sein soll? Es ist Juni, nicht Januar…

  2. Conny schreibt:

    *an die Stirn patscht* Wie kann man nur SO *** sein?! Dass das Fenster oben weiter als unten ist, wenns gekippt ist, dürfte man doch sogar SEHEN… Naja, gut… was Stress alles aus Menschen macht, seh ich ja tagtäglich zu Genüge. Aber bei manchem Sachverhalt fällt mir echt nix mehr ein.

    Aber: besser so nen Einsatz als dass da wirklich ein Knirps ausm Fenster gehangen hätte.

    • firefox05c schreibt:

      Ich hatte das Brechwerkzeug schon mitgenommen. Aber leider kam ich auch dieses Mal nicht dazu, mal so richtig heroisch die Bude zu schänden. 🙂

      • Conny schreibt:

        Ach, verdammt *mit dem Finger schnipst* Da klappt aber auch rein gar nix, Mensch… 😉

  3. BRC_MEDIC schreibt:

    Kann immer mal passieren. Ich meine mich zu erinnern das ich auch mal so haengen geblieben bin, aber mich dann mittels Fensterbank selber „befreien“ konnte. Kann man dann verbuchen unter „Shit happens“

    • firefox05c schreibt:

      Ich fand es jetzt nicht bekloppt, dass ein 5Jähriger seinen Arm durchs Fenster wühlt. So sind 5Jährige eben. Ich fand aber den Brüller, dass die Mutter nicht darauf gekommen ist, den Arm nicht nach hinten, sondern nach oben aus dem Rahmen zu ziehen. Schon seltsam… 😉
      Für uns war es natürlich ein „Fehlalarm“, denn für diesen Handgriff auch noch Geld abzurechnen, fand ich etwas übertrieben.

  4. Mr. Gaunt schreibt:

    Das nennt man politisch korrekt wohl mittlerweile „intellektuell herausgefordert“ oder so ähnlich. Bei manchen im räumlichen Denken nicht unbedingt versierten Personen kommt das auch schon mal vor. Hier soll eine Anhäufung des gleichen Chromosomentyps Gerüchten zufolge eine Rolle spielen.

  5. Nerzuhl schreibt:

    Dass mit dem gleichen Chromosomentyp halte ich für ein Gerücht…spreche da aus Erfahrung, aber ich habe ja auch immer fleißig meine räumliche Wahrnehmung mit Ego-Shootern fleißig trainiert 😉
    Manche Menschen sind leider wirklich „eindimensional“ (passt bei dieser Story echt gut *fg*).

  6. Ruby schreibt:

    Aber Mensch Firefox, selbst wenn das nach oben drücken nicht geklappt hätte, wäre noch nicht das Brecheisen dran gewesen. Einfach im selben zustand denn Griff so drehen wie beim ganz aufmachen. Schon öffnet sich unten der Riegel und das Fenster ist nur noch unten an einer Ecke arretiert. Fürs Brecheisen hätte der Junge dann denn Arm noch an der richtigen Seite durchgestreckt haben müssen.

    • firefox05c schreibt:

      Nun ja, viele Fenster haben eine eingebaute Sperre, die verhindert, dass man ein gekipptes Fenster in der Art weiter entriegeln kann, um Einbrechern das Leben zu erschweren und ein „abstürzen“ des Fensters, welches dann ja nur noch an einem Punkt hängen würde, zu verhindern. Mit Gewalt kann man diese Sperre natürlich überwinden, man hat dann aber auch den Rigelmechanismus zerstört.
      Zusätzlich haben die moderneren Fenster (wobei ich nicht nachgesehen habe, ob es so eines war) Pilzköpfe auf den Verriegelungszapfen, die ein einfaches Aushebeln verhindern würden.Auch bei dieser Bauart hätte ich die Möglichkeit gehabt, mal wieder was kaputt zu machen! 😉

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