Ölfass & Co: Hochzeits-Planungs-Update

Von Ölfass, Feuerlöscher, Verbandsfahnen und Gedöhns

Wie ich bereits schrub, bin ich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Unter Anderem  wollte ich eine Feuertonne hinter dem Festsaal aufstellen. Das Ölfass dazu, ein sattes 200l- Fass, besorgte mein zukünftiger Schwiegervater („Ich kenne da einen, der hat vielleicht noch sowas…“). Nun musste es natürlich erst einmal aufgemeißelt und ausgebrannt werden, damit a) die Ölreste wegbrennen und 2. die Farbe von der Außenseite abblättert. Naja, das ist ja ein recht rauchintensiver Arbeitsschritt, daher wollte ich das an einem Ort machen, wo weder das geräuschvolle Aufmeißeln noch das anschließende volldampfen der Umgebung möglichst abläuft, ohne jemanden zu stören. Auch hier hatte mein ZuSchwiVa einen tollen Vorschlag: „Geh doch zum städtischen Bauhof, der ist doch einsam genug. Ich kenne da einen…“

Gesagt, getan: ZuSchwiVa rief seinen Kumpel an, der Schlüsselgewalt über den Bauhof hat, ich packte das Fass und etwas Holz in den Wagen, und ab vor die Stadt. Auf dem Gelände packte ich Meißel und Kilo- Fäustel aus und fing an, den Deckel aus dem Fass zu schlagen. Natürlich nicht, ohne ein, zwei mal daneben zu dölmern. War anscheinend etwas windig… Gott sei Dank war jedes mal meine Hand dazwischen, sonst hätte das Fass noch Beulen bekommen… („Aua…“)
Ich musste lernen, dass mit fortschreitender Ermüdung die Trefferquote schlechter wurde. Die  Hände tun mir jetzt noch weh. Ein schwungvoll niedersausendes 1000g- Stück Eisen ist eben nicht „ohne“.

Anschließend zündete ich im Fass ein Feuer an. Es qualmte erst aus dem Fass heraus, als dann drinnen genug Hitze war, qualmte die Farbe drum herum, und als das Holz niedergebrannt war, nebelte ich die Umgebung auch noch beim Ablöschen der Glut ein. Sehr gemütlich, so eine Feuertonne, so viel steht fest! Na, hoffentlich sah keiner die Rauchfahnen, dachte ich noch…

Als ich fertig war, packte ich wieder alles zusammen und verließ den Hof. Gerade, als ich das Tor wieder zu zog, bemerkte ich plötzlich einen Streifenwagen hinter mir! Direkt hinter dem Streifenwagen fuhr auch noch ein Pritschentransporter, den ich zunächst für ein Fahrzeug des Bauhofes hielt. Shit! Hatte mich doch jemand angeschwärzt? Ich entschied mich für die Offensive: „Tach! Wollnse auf den Hof? Ich wollte gerade zu machen.“ Der Streifenführer stieg aus: „Ja, Tag auch. Wer sind Sie denn? Was haben Sie denn hier gemacht?“ Oh je, dachte ich, gleich gibt’s Ärger… „Nur ein Fass ausgebrannt… – Der Platzwart hat mich reingelassen.“ So. Und jetzt ging es wohl los. Emmissionsgesetz. Umweltdelikt. Missbrauch des Bauhofgeländes. Womöglich würde mir Bodenkontamination unterstellt. Doch nichts dergleichen: „Ja, wir müssen da mal auf den Hof. Der Transporter muss hier abgeladen werden.“ Puh! Glück gehabt, die waren gar nicht wegen mir hier, sondern hatten anscheinend einen illegalen Schrottsammler am Hintern! Ich ließ sie also auf den Hof und machte mich schleunigst vom Acker. So, das Fass war also bereit.

Jetzt hoffe ich noch, dass es unentdeckt bleibt, wenn wir das Fass und das zugehörige Brennholz auf den Hinterhof des Festsaales schleppen. Ich kann mir vorstellen, dass der Betreiber der Halle vielleicht nicht ganz glücklich damit wäre, wenn er wüsste, dass zwischen historischem Festsaal und einer 20m entfernter Burg von angetrunkenen, experimentierfreudigen Partygästen ein offenes Feuer angestochert würde. Naja, ich werde jedenfalls sicherheitshalber einen Gartenschlauch an den Platz legen. Man weiß ja nie, was den Männern beim Spielen so passiert. An Feuerzeugen sollte es den Abend ja nicht mangeln: Jeder Gast bekommt ja eines mit unserem Aufdruck als „Give-away“, wie es anscheinend Mode ist. Also, so ein Gastgeschenk, nicht unbedingt ein Feuerzeug. Sagt Mausi zumindest. So ein Feuerzeug hat zwar nicht so den Flauschfaktor wie zum Beispiel ein Herzchen auf einer Praline, aber einen eindeutig höheren Gebrauchswert. Und während eine Praline bei mir eine Halbwertzeit von etwa 10 Sekunden hätte, liegt sie bei einem Feuerzeug bei bestimmt 6 Monaten. War zumindest meine Überlegung dabei.

(Als ich später einem Kollegen der FF davon erzählte, dass ich am Bauhof ein Fass ausgebrannt habe, meinte er jedenfalls: „Ach, du warst das! Ich bin da so lang gefahren und wollte schon fast einen Containerbrand melden…“ – Glück gehabt!)

Jaaa, und was die Deko angeht: Die haben Maus und ich thematisch geteilt. Über und um die Tische wird „normal“ geschmückt, so mit Chichi, Blümchen und Gedöhns. Dafür hat sie schon 60m Stoff gekauft, für unter die Decke. Wattweißich… Jedenfalls weiß ich jetzt auch, was „Stuhlhussen“ sind. Bisher hatte ich damit ehr so Darmparasiten assoziiert. Man lernt nie aus. Die Tanzfläche hingegen darf ich gestalten: Ich habe mir von meinem FF- Zugführer schon eine Feuerwehr- Motorspritze von etwa 1940 zusagen lassen, einen alten Feuermelder- Kasten (ich glaube, da ist sogar noch ein Feuerwehr- Telefon drin!) sowie weitere histerische Gerätschaften wie Äxte, Schaumrohre, Atemschutzgeräte… Und die Verbandsfahnen, natürlich. Der Zugführer schüttelte zwar den Kopf und meinte, das wäre schon ziemlich bescheuert, was ich damit vor hätte, aber er willigte ein. Soll ja auch das Motto „Feuerwehr“ wiederspiegeln. Das würde sich dann übrigens durch die ganze Veranstaltung ziehen: Trauung in Uniform, Feuerwehr vor dem Rathaus, vielleicht sogar mit Drehleiterfahrt, Hochzeitsfotos unter Anderem am Gerätehaus, DFV- Verbandsfahnen vor der Halle und unter der Decke, CO²- Löscher beim Hochzeitstanz, Feuertonne… – Hoffentlich klappt alles.

An die Musik- und Lichtanlage sind wir übrigens auch recht günstig gekommen: Der Lehrling unseres Buffet- Kochs, der für den Abend zwangsverpflichtet wurde, macht so eine DJ- Klamotte nebenbei. Da brauchen wir nur ein wenig auf den Buffetpreis drauflegen, und wir haben die Schweinelendchen auch noch beleuchtet und beschallt. Na, wenn das kein Schnäppchen ist! 🙂

Und weil wir in einem Nachbardorf feiern, konnte ZuSchwiVa sogar einen Transporter organisieren („Du, ich kenne da einen, den könnte ich dafür anrufen…“ – Wen kennt der eigentlich alles?). Ich hoffe nur, dass man da die Sitze schnell herausbauen kann. Auf dem Rückweg können einige Gäste hoffentlich nicht mehr gerade sitzen und sind besser liegend zu transportieren, und wenn man das Saubermachen später mit Dampfstrahler und  Flitsche besorgen könnte, wäre das bestimmt auch sehr praktisch…

So. Und jetzt muss ich los, das Frühstück für unsere Übernachtungs- Gäste reservieren. Das hat dann aber nichts mehr mit Feuerwehr zu tun. Oder – vielleicht fällt mir da noch was ein… 😉

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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14 Antworten zu Ölfass & Co: Hochzeits-Planungs-Update

  1. marc schreibt:

    Muss ich dann deine Lichtsachen nicht mehr mitnehmen?

  2. VonDa schreibt:

    Es gibt Leute, die kennen alle.
    Du wohnst auch eher kleinstädtisch, wie ich dem Text entnehmen kann oder?

    Feuerzeuge als Give-Away sieht zumindest unsere Feuerwehr als problematisch an, aber die Give-Aways given wir ja an hauptsächlich an Kinder, am Familientag away.(„Na rüstet ihr Arbeitgeber aus“).
    Hochzeit ist eh Privat und eher Erwachsen orientiert, da darf man das 😉

    • firefox05c schreibt:

      Natürlich sind die Feuerzeuge nicht für Kinder gedacht! Die würden bei mir ja auch nicht einfach an die Feuertonne kommen, ans Bier, an den Feuerlöscher, Stockbesoffen auf die Ladefläche des Transporters… 😉

      • Ulrich Wolf schreibt:

        Ein Kollege von mir meinte neulich, es gäbe auch „Kinderfeuerzeuge“… Keine Ahnung, ober das ernst gemeint hat :-))

      • firefox05c schreibt:

        Ich weiß, dass es mal „Feuerzeuge“ mit Brausepulver gab. Aber die habe ich schon lange nicht mehr gesehen: Vielleicht war doch jemand so helle in der Runkel, um sich zu fragen, ob es Sinnvoll ist, Kinder so auf die Dinger neugierig zu machen.

  3. Fydus schreibt:

    Na das hört sich doch gut an. Ich bin auf die weiteren Berichte gespannt. Und das mit der Feuertonne kann man nur sagen: Glück gehabt. Aber viel Spaß bei dem Ganzen. Und ich hoffe das man davon ein paar Bilder sehen kann.

  4. Conny schreibt:

    Sauber 😀
    Und wie immer sehr amüsant geschrieben 😉
    Ok, bis auf den Teil mit Hammer-trifft-Hand… Aber wie sagte man uns das früher als Kinder?! „Bis zur Hochzeit ist das wieder gut.“ Hoffentlich!!!

    *quiek* Ne Drehleiterfahrt?! Uah, hooooch, viel zu hoooch. Aber es soll ja Menschen geben, die sowas lustig finden 😉 Hihi, da würd ich ja zu gern Fotos hier im Blog sehen.
    (und ja, ich weiß – ich muss ja gar nicht auf die Drehleiter, aber ich stells mir grad so vor).

    Kurzum: hört sich nach einer echt klasse Hochzeit an. Ich wünsch euch beiden weiterhin viel Erfolg bei den Vorbereitungen. Ist ja nicht mehr lang hin… 😀

    Liebe Grüße,
    Conny

    P.s.: Schön, dass du Zeit für einen Artikel gefunden hast, freu mich grad sehr 🙂

  5. bloggergramm schreibt:

    Das klingt ja nach einer richtig großen Feierlichkeit. Hm, so spannend sich das auch liest – ich bin froh, das ich in kleiner Runde geheiratet habe. Sozusagen Minimalbesetzung. 😀

    • firefox05c schreibt:

      Geplant war bei uns auch eigentlich nur eine Feier mit der Familie (ca. 30 Personen). Allerdings wollten wir dann aber auch den einen oder anderen guten Freund einladen – Und ‚Schwupps!‘ waren es 60…

  6. Hightower schreibt:

    Glückwunsch !

    Hab grad Fotos geguckt und nachgetwittert, scheint ja alles prima geklappt zu haben…

  7. bloggergramm schreibt:

    Kann man daraus lesen, das die Hochzeit problemlos über die Bühne gegangen ist und wir jetzt in aller Form gratulieren dürfen?!

    • firefox05c schreibt:

      Allerdings. Ich habe auch vor, sobald ich wieder etwas Zeit habe, zu schreiben, wie es so gelaufen ist. Denn wie man weiß, geht ja immer irgend etwas schief. 🙂

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