Machine sucks

Ich fand es damals eine gute Idee, meinen Beziehungsstatus zu ändern: Er war schon so alt, und alles so eingefahren mit uns. Die Arbeitsmoral ließ auch zu wünschen übrig. Was jüngeres musste her!

Reifenpanne. Ein Neuer muss her.

Reifenpanne. Ein Neuer muss her.

Die Zubehör- Polsterbürste war verloren gegangen, der letzte Beutel schon zwei mal ausgeleert, und zum Ende brach auch noch ein Rad ab, so dass der arme Veteran beim Saugen kaum noch hinter mir her gehumpelt kam. So entschieden wir uns dazu, mal was neues zu versuchen: Ein Beutelloser sollte her. Also, Staubsauger. Im Angebot war gerade einer, der mehr Power versprach. Und nie wieder diese teuren Beutel brauchen würde! – Gekauft.

Zu Hause musste ich dann allerdings nach ein, zwei Sauggängen feststellen, dass es bei weitem nicht alles so toll war, wie es die Werbung versprach (wer hätte das auch gedacht…) : In der Werbung zeigten sie immer wieder, wie man damit kleine Kügelchen und Krümel wie nix aufsaugte. Das ging total klasse! Jedoch hatte ich beim Kauf des Apparates nicht bedacht, dass ich selten solche Kügelchen aufzusaugen hatte. Und mit Katzenhaaren oder den Fusseln, die bei Schneiderarbeiten übrig bleiben, war das so eine Sache: Man schrubbte den Teppich, bis es aufgrund des hinabtropfenden Schweißes eine Feuchtreinigung wurde, aber wenn man das Ding nicht gerade auf höchste Leistungsstufe stellte ( irgendwas um 1800W), blieben Fädchen und Wollmäuse einfach auf dem Velours- Teppich liegen. Vielleicht hätte ich sie vorher in Kügelchen verpacken müssen…

Zudem war der Tragegriff am verkehrten Ende angebracht: Hinten. Man konnte den Sauger also nach dem Tragen nicht einfach hinstellen, sondern musste ihn umständlich drehen, da er in „Parkposition“ mit dem Griff nach unten stand.

Auch die Sache mit „Beutellos“ war ein Schuss in den Ofen. Klar: Kügelchen, Schraubenschlüssel, Ziegelsteine, kleine Kinder und was man sonst noch so aufsaugte, blieben in dem Feinfilter im Dreckdöschen nicht hängen und ließen sich – wie in der Werbung – mit einem einfachen Knopfdruck, durch den sich die Dose öffnete, in den Müll entsorgen. Aber Staub und Tierhaare? Die setzten das Filter zu. Und in dem Moment war es auch schon vorbei mit dem Werbeversprechen, der Sucker sei „Allergiker- geeignet“: Das Ausblasen und Ausklopfen des Filterelementes am Fenster sah für die Nachbarn wahrscheinlich aus wie ein Zimmerbrand. Alles eingenebelt mit Staub! Eine Riesen- Sauerei. Jedes Mal konnte ich später die Küche putzen, die Unterarme waschen und den Pullover wechseln. Zudem litten die Filterlamellen unter dieser aufreibenden Reinigungsprozedur. Notbehelf: Eine Socke abgeschnitten und über das Filter gezogen. Damit ließ sich die Sache schon etwas besser reinigen. Damenstrumpfhosen sollen zwar auch gehen, meine schienen mir aber noch zu tragbar zum Ausmustern …  😉

Insgesamt schlug ich mich zwar etwa zwei bis fünf Jahre mit dieser Fehlkonstruktion herum, war aber vor allem von der Filterreinigung alles andere als Begeistert.

Irgendwann brach der hochwertige Tragegriff ab, und als dann noch eine der beiden Klammern, mit denen der Saugschlauch am Gehäuse befestigt wird, verstarb, stellte ich das Gerät weg. Genauer: In einen Container. Gut, dass ich den alten Sauger noch nicht weggeworfen hatte! So packte ich „Kollege Humpelbein“ wieder aus und er robbte seit dem wieder wie ein in die Jahre gekommener Butler  stöhnend hinter mir her. Aber der Wunsch nach etwas jüngerem blieb.

Jetzt hatte ich neulich bei einem Besuch bei meinen Eltern in einem Anflug von Hygienewahn das Bedürfnis, ein paar Chipskrümel vom Vorabend vor meinem Lieblingssessel weg zu saugen. Ich schnappte mir also ihren Aparillo, der durch seine Farbgebung in blass-rot eigentlich eher nach Puppenstube als nach echtem Werkzeug aussah, stöpselte das Ding an die örtliche Energieversorgung und schmiss es an. Als ich dann die Düse über den Teppich schieben wollte, wäre ich fast gestolpert: Die  Düse pappte fest! War da vielleicht auch noch verschüttete Cola angetrocknet? Der Streicheltest war aber negativ: Keine Flecken, kein Kleben. Der Teppich war in Ordnung. Nur der Sauger so stark. Und er stand nur auf etwa 50% Leistung! Da machte Hausarbeit doch wieder Spaß! Während ich also anfing, nach und nach immer größere Flächen zu saugen, überlegte ich, was ich mit einem solchen Monster schönes anfangen könnte: Herbstlaub? Weg. Katzenklo? Sauber. Schnee im Winter? Ein Beutel ließ sich später bestimmt auch trocknen. Katzenhaare? Die Katze hätte nach einer kurzen Behandlung gar keine mehr!

Im Schlafzimmer dann plötzlich ein kurzes „Klingeling!“ – Was war das? Kleingeld? Ohrring? Haustürschlüssel?  – Egal, ich wollte meine Arbeit jetzt nicht unterbrechen. Hatte gerade einen „run“. Kurz darauf ein dumpfes „schlupp!“ – Ich war nur mit einer Ecke der Düse über einen Socken meiner Liebsten gefahren: Weg… Jetzt musste ich doch mal meine „Mrs. Doubtfire“- Staubsaugernummer unterbrechen und nachsehen.

Bei meinem Sauger wäre die Socke wohl im Bereich der Düse hängen geblieben. Doch dort fand ich das Accessoire nicht. Na toll, es war bestimmt im Rohr stecken geblieben… Aber weit gefehlt: Es hatte das Textil durch den winzigen Schlitz der Düse bis in die hinterste Ecke des Staubbeutels katapultiert! – Der saugt alles weg! Die Begeisterungsstürme kannten keine Grenzen. So sah es also aus, wenn man vernünftige Haushaltsgeräte kauft!

Jetzt schaue ich bei jeder Gelegenheit zwischen den Staubsaugern in den Märkten herum und rechne hin und her. Ich brauche auch so einen Carpet Sucker. Einen, der richtig Arbeit leistet. Mit Griff vorne, mindestens 8000 Watt, ach was, 16000! Und Drehstrom, vielleicht…

Und mit Beutel. Weil mit ohne ist mir zu staubig. Im Auge habe ich den Rowenta Silence Force. Vielleicht mit Sniper- Düse, um den Dreck zu überraschen. Jemand Erfahrungen?

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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15 Antworten zu Machine sucks

  1. Bernd schreibt:

    War der beutellose ein Dyson oder so eine Billigkopie davon?

    Was anständige Sauger angeht: Miele ist tendenziell teuer, aber kräftig und unverwüstlich. Und wenn doch mal was kaputtgeht oder verschlissen ist, kann man praktisch sämtliche Ersatzteile selbst bestellen und dank reparaturfreundlichem Aufbau einfach einbauen. Bei mir war es bisher nur ein gerissenes Netzkabel, da konnte ich allerdings den Rest sehen.

    • firefox05c schreibt:

      Es war kein Dyson. – Hat der keinen Feinfilter? Das wäre dann tatsächlich eine Alternative. Aber sobald ein Feinfilter eingebracht ist, soll der ja auch was filtern. Und muss gereinigt werden. Ich bin da sehr skeptisch, da ich in meinem Haushalt hauptsächlichst tatsächlich Staub sauge.

      • Clemens schreibt:

        Dyson hat einen Feinstaubfilter, der lässt sich aber wie ein Schwamm unter fließendem Wasser auswaschen (also ohne Staubexplosion). Und insgesamt sind die Dysons von der Verarbeitung den anderen beutellosen deutlich überlegen. Sollte jemals was kaputt gehen, hat Dyson einen Home-Service, wo das Gerät entweder vor Ort repariert oder mitgenommen wird, und man für die Reparaturdauer ein Leihgerät bekommt.
        Falls es doch einer mit Beutel sein soll, würde ich mich auch Bernd anschließen – Miele ist einfach der Dauerbrenner, Beutel gibt es in jedem Laden der auch nur annähernd was mit Staubsaugern am Hut hat, und Service und Zubehörbeschaffung sind auch kein großes Problem.
        Frohe Entscheidungsfindung und danke für den tollen Blog!

      • firefox05c schreibt:

        Danke für deine Meineung. Und das Lob. 🙂

      • Nils H. schreibt:

        Also wie Clemens schon geschrieben hat, der Dyson hat zwar einen Feinstaubfilter, der jedoch auswaschbar ist und wo schon nur so wenig Staub ankommt das er eigentlich sauber bleibt. Bei meinem Dyson (einem DC32 in der Variante animalpro) waren neben einer normalen Staubsaugerdüse für glatte Flächen auch noch zwei Turbinendüsen (unterschiedliche Größe, eine für Teppiche, Fußböden und eine für Sofas) dabei. Diese sind so gut das sie das mehrfache an Schmutz aus dem Teppich rausholen. Habe damals dann mal den Vergleich gemacht mit auch so einem beutellosen Staubsauger wie er hier beschrieben wurde den Teppich gereinigt und dann mit dem Dyson anschließend mit ausgeschalteter Turbinendüse (ist eine rotierende Bürste die sich ausschalten lässt) denselben Bereich gesaugt, es kam glatt nochmal dieselbe Menge an Staub aus dem Teppich :S Anschließend die Turbinendüse angeschaltet und nochmal drüber, und damit gleich nochmal mehr Schmutz entfernt. Dank der Turbinendüsen holt der gerade auch Haare und ähnliche Fussel locker aus dem Teppichboden. Und ja, die Erfahrung das sich diese Düse erstmal kaum fortbewegen lässt hatte ich auch 😀 Aber man gewöhnt sich dran… Mittlerweile kann ich sogar als Langzeitnutzer sagen das ich den Kauf in keinster Weise bereue sondern immer noch meine wahre Freude an dem Gerät habe… auch wenn ich auch einige Male doch mal in den Staub fassen musste weil ich zu unvorsichtig war beim Staubsaugen und etwas mit eingesaugt hatte :S Seitdem wird genauer geguckt wo man evtl. noch etwas aufräumen sollte vor dem Saugen 😀
        Wünsche auf jeden Fall ein glückliches Händchen beim Staubsaugerkauf und stehe bei Fragen zum Dyson sonst auch gerne zur Verfügung.

  2. mai_kaefer schreibt:

    Irgendwann habe ich auch den beutellosen Sauger gegen diesen von Miele ausgetauscht. https://metashop.at/weichsel/?show=w46808 Bin sehr zufrieden damit.

  3. M. schreibt:

    Jetz melde ich mich auch mal hier zu Wort, dein Blog ist echt genial!
    Ich kann Miele auch nur empfehlen, wir haben den Miele Tango in einem sechsköpfigen Haushalt und er saugt und saugt und saugt und ist (fast) nicht k.o. zu kriegen. Man sollte ihn nur nicht auf einer komplett-Renovier-Baustelle als Ersatz für einen Baustaubsauger verwendet, danach fängt der Tango an, in den höchsten Tönen mit halber Kraft zu saugen 😉 Unseren alten (>10J.) habe ich mitgenommen, der tuts immer noch, den neuen (5J) haben wir mit der WoZi-Baustelle ruiniert, hat aber bereits einen besseren, einfacher zu wechselnden Filter…
    Mit einem Dyson habe ich auch schon Erfahrung, fand den aber nicht so toll, das Ausleeren fand ich schon immer staubig und das Saugrohr war auch dicker als vom normalen Staubsauger. Und lauter war er auch.

  4. UW schreibt:

    Dyson, wenns ohne Beutel sein soll, ansonsten Miele. (Nutze selbst Dyson seit der Markeinführung in D.)

  5. Uzi schreibt:

    Miele. Hab ich für meine Eltern gekauft. Ist der Electronic 4000 Ecoline geworden.
    Neben den schon genannten Vorteilen: 9m Kabel, relativ leise (also keine Flugzeugturbine wie viele andere) und das Zubehör macht auch einen robusten Eindruck.

    Beim Preis aber nicht erschrecken…

    • Uzi schreibt:

      Korrektur: keine 9m Kabel, sondern 9m Arbeitsradius.
      Was ich noch vergessen hatte: Der Miele bläst nach oben raus, pustet also nicht den am Boden liegenden Staub durch die Gegend.

  6. Dennis schreibt:

    Wir hatten hier auch testweise mal einen beutellosen Sauger und die selben Probleme. War kein Dyson, sondern eine billige Kopie damals in der Bucht erworben. War auch schnell zugesetzt, Saugleistung trotz >1000W nicht vorhanden…

    Zusätzlich steht hier aber noch ein alter Electrolux/AEG-Industriestaubsauger (gerade nachgeschaut: UZ 930, 1000W). Der saugt, und saugt, und saugt. Knapp 20 Jahre schon und mit ordentlich Sog. 🙂

  7. Conny schreibt:

    Du schreibst wirklich genial- da bekommt selbst Hausarbeit noch nen Fun-Faktor 😉

    Watt-Angabe ist nicht gleich Watt-Angabe. Ich hatte mir mit schmalem Geldbeutel einen Dirt Devil zugelegt- da hätte ich den Teppich auch streicheln können. Für Fließen und Laminat reichte es, zu mehr leider nicht.
    Als der irgendwann hinüber war, bin ich zu AEG übergegangen.
    Und ich hatte ähnliche 3-D-Erlebnisse wie du beschrieben hast. Socke weg, Nasenspray direkt hinterher, Teppiche musste ich mit gedrosselter Leistung saugen, weil ich sie sonst „hochgehoben“ hab 😉
    Ich hab den Super-Sauger damals beim real gekauft, Typenbezeichnung weiß ich grad nicht.

    Zu Beutelfreien kann ich leider nix sagen, gestehe aber, dass mir eine Filterreinigung auf die Nerven gehen würde (ja, ich weiß- Kosten und Umwelt und so… trotzdem 😉 ).

    Wünsch dir eine gute Entscheidungsfindung.

    Liebe Grüße,
    Conny

    • firefox05c schreibt:

      Das mit den Watt- Angaben habe ich auch schon gelesen: „1200 Watt, Saugleistung durch den Super- Duper- Raumfahrt- Lutscher: 2200 Watt!“ Tja. Man kann alles schön rechnen. Das Ergebnis liegt aber später im Beutel. 😉

  8. bloggergramm schreibt:

    Ich habe seit fast 10 Jahren einen Nilfisk-Alto, den Vorgänger vom Saltix 10.
    Super leise (<50dB), sehr langes Netzkabel (10m), relativ leicht und sehr robust. Außerdem ist der Staubbeutel fast 10l groß, damit komme ich eine ganze Weile aus. 🙂
    Und wenn mal was kaputt geht ist das auch nicht schlimm, selbst für mein doch recht altes Gerät gibt das noch Ersatz.
    Nachteil: Relativ teuer.

  9. Ich schätze das der Staubsauger ein DirtDevil war, weil Dyson solche Mängel nicht aufweist.
    Zu deinem Altgerät noch etwas: Dir gefällt sein äußerer Zustand nicht, willst seine Saugleistung
    aber behalten?
    Dann probier’s mal mit nem „Casemodding“, ist zwar umständlicher und teurer, als sich ein Neugerät zu besorge, aber dafür hast du einen leistungsstarken sucker mit wohlmöglich geilem neuen Auftreten!

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