Ärger mit der Transferfolie…

Ich saß vor dem Rechner und suchte im Internet nach den richtigen Druckerpatronen für meinen Applikationsapparat. Der fing nämlich so langsam an zu quängeln, dass ihm die Farbe ausging, und ich hatte keinen Ersatz mehr zu hause liegen. Bei einem Billigheimer fand ich das Gesuchte: 10 Patronen für 18,99 Euro. Na, dafür durfte auch mal die eine oder andere vorzeitig vom Drucker als „leer“ erkannt werden, wie es mir schon mal passiert war. Ist wohl so ein Problem bei den Zubehör- Kännchen. Oder ein Trick der Druckerhersteller, damit man nur originales Zeug kauft. Wer weiß…

Ich wollte die Bestellung gerade abschließen, da fiel mir ein Lockangebot ins Auge: „Ab einem Warenwert von 25 Eumel krisse ’nen Speicherstück dazu! Echt getz! Für Umme!“ Na, dann schaue ich doch noch mal durch das Angebot, wo ich schon mal hier bin, dachte ich mir… Und wurde fündig: „Transferfolie für dunkle Textilien, 5 Blatt, 10

Solche Shirts kann ich dann auch machen! *freu!*

Solche Shirts kann ich dann auch machen! *freu!*

Euro.“ Yeah! Ein Must-Have für den kreativen Kerl! Ich hatte zwar noch keine Ahnung, was ich damit machen sollte, aber das war früher bei Mädchen auch so. Die Erkenntnis kommt oft mit der Zeit. In der Anleitung, die man online abrufen konnte, stand, dass man keine besondere Tinte braucht und zum Aufbügeln nur „beiliegendes Bügelpapier“ auflegen sollte, damit der Nachwuchsdesigner seine Werke vollenden könnte. Nun, schien ja recht einfach zu sein, sich das eigene „Feuerwehr“- Dienstshirt zu kreieren, also habe ich mal flugs eine Packung auf die Lieferliste gesetzt. Der Speicher- Pnörpel sollte meiner sein.

Einige Tage später lag der Maxibrief mit den Patronen und dem Papier vor der Tür. Beleidigt mussten die Patronen feststellen, dass ich sie kaum eines Blickes würdigte, weil ich umgehend nach dem Öffnen des Paketes entzückt und voller Tatendrang zum Kleiderschrank lief, um ein blaues Poloshirt aus dem Dunkeln zu zerren. Flugs noch den Rechner angeworfen, auf die Schnelle einen Schriftzug aufs Dokument geferkelt, ein Blatt Folie in den Drucker gelegt und ausgedruckt. Nach dem sauberen Ausschneiden suchte ich in der Folienlieferung dann nach besagtem Bügelpapier. Doch die beschriebene Bügelhilfe lag nicht bei… Aber jetzt schon aufgeben? Bei der ersten Kleinigkeit, die sich vor die Fleischwerdung meiner kreativen Ergüsse stellt? Bestimmt nicht. Feuerwehrleute lassen sich durch derartige Unwägbarkeiten nicht irritieren.

Nun gut, dachte ich mir, ich habe andere Drucke, die sich beim Waschen etwas aufgelöst hatten, auch schon mal mit Backpapier nachgebügelt. Die porösen Aufdrucke sehen nachher in der Regel wieder viel besser aus. Klappt echt. Doch der Küchenschrank teilte mir mit, dass er kein entsprechendes Material bereit hielt. Toll. Und nun? Vielleicht einfaches Papier? Ich zog das gedruckte und ausgeschnittene Motiv vom Trägerpapier, positionierte es auf dem Shirt und deckte es mit einem Blatt etwas dickerem Papier ab. Nach dem Überbügeln klebte mein neuer Schriftzug in leuchtenden Farben vorzüglich! Auf dem Abdeckpapier… Der Versuch, die heiße Folie, die sich zog wie Kaugummi, doch noch vom Papier zu bekommen, endete mit verklebten Fingern und einem dicken Popel aus Folie. Neustart.

Ich druckte das Motiv also erneut aus, schnippelte es wiederum sauber zurecht und überlegte indes, wie ich es auf das Shirt bekommen könnte. Alufolie? Vielleicht?

Die ersten Versuche haben auf dem Shirt schon ihre Spuren hinterlassen. :-(

Die ersten Versuche haben auf dem Shirt schon ihre Spuren hinterlassen. 😦

Nochmal in die Küche, wo ich mir etwas Rollenmetall abriss, zurück ins Wohnzimmer, wo das Bügeleisen wartete. Ich legte das Motiv Nr. 2 auf das Shirt und Alufolie darüber. 30 Sekunden gebügelt, gescheuert und gedrückt: Folie bleibt drauf. Also, auf der Alufolie. Nur auf dem Shirt klebte nichts außer ein schwacher Schatten der Folie… Mann!  Noch ein Aufdruck versaut! So langsam hingen mir die Schweißtropfen an den wenigen Haaren, und die Falten zwischen den Augen sahen aus wie „Apfel- Maps„.

Glücklicherweise druckte ich den Schriftzug immer so sparsam positioniert auf die Folie, dass ich wenigstens bisher nur ein Blatt für die Aktion benötigte. Der dritte Aufdruck passte auch noch mal auf das verbliebene Aufbügelzeugs. Wieder gedruckt, ausgeschnitten, nächste Idee: Fotopapier ist auch beschichtet! Vielleicht klappt das ja? Also ein Blatt Fotopapier aus dem Schreibtisch gekramt, und zwei Minuten später die Erkenntnis: Nö. Die Folie klebt auch prima an Fotopapier. Auch der Versuch mit der Innenseite einer beschichteten Brötchentüte: *Mööp*. Auf was für verzweifelte Ideen man in so einer Notlage kommt…

Auch ein weiterer Versuch mit dem vor dem Aufbügeln zu entfernenden Trägerpapier, welches ich nun oben auf die Druckfolie legte, scheiterte an der Form des Motives: An den Stellen, an denen das Trägerpapier lag, erzielte ich schon recht gute Ergebnisse. An den Ecken, die darunter hervorlugten, pappte das Zeug wiederum nicht am Shirt, sondern am Abdeckmaterial. Mist!

Bilanz bisher: Fast ein ganzes Folienblatt für zwei Euro verschnippelt, Flecken der Folie auf dem Shirt, ein Wohnzimmer voll unbrauchbaren Ersatz- Trennmitteln und zerfledderter Transferfolie und ein sehr frustrierter Heimwerker. Wenigstens hat die Katze jetzt mit den Papierschnipseln was zum Fummeln.

Lieber Erfinder: Kannst du mal eine Folie entwickeln, die genau umgekehrt funktioniert? Ich fände es bei Transferfolie eine enorme Erleichterung, wenn das Motiv am Stoff haften würde – und nicht an sämtlichen anderen Materialien…

Es half nichts: Ich musste den Online- Shop anschreiben. Jetzt habe ich denen erst einmal eine Nachricht geschickt, dass ich bitte diese fuckin‘ Bügelhilfe nachgeliefert haben möchte. Mal sehen.

Aber vielleicht mache ich später noch einen Versuch mit Backpapier. Und irgendwo habe ich auch noch Werkstatt- Fettpapier. Feuerwehrleute geben so schnell nicht auf.

 

 

Nachtrag: Backpapier geht! Na bitte. Bin ja gespannt, was ich demnächst so auf den Shirts trage. 😉

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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10 Antworten zu Ärger mit der Transferfolie…

  1. Conny schreibt:

    😀

    Ich bitte dringend um Bericht, wenn du weitere Bügel-Versuche startest.

    Oh, und war denn wenigstens der Stick im Paket?

    • firefox05c schreibt:

      Ja, war er. Kostet im Einzelhandel etwa 9-11 Euro, habe ich schon geschaut. 😉
      Die Tüte mit den 5 Blatt Transferpapier sieht so aus, als hätte man eine Großpackung aufgeteilt. Dann haben sie natürlich einen Bügelpapier- Notstand, wenn in jeder Großpackung nur ein Blatt dabei war. 😉

      • Conny schreibt:

        Gnampf, sowas ist natürlich ärgerlich. Aber sie werden hoffentlich nachliefern 😉 Bin ja mal gespannt, wie es dann klappt.

        Das mit dem Stick ist cool 😀

        Ich jage momentan auch nach Speichermedien. Warum Festplatten aber auch so teuer sein müssen *tsä*

      • firefox05c schreibt:

        Ich glaube, ein Stick ist sicherer als eine Festplatte. Auch eine CD hält meines Wissens etwa 10 Jahre. Naja, bin ja kein Nerd, weiß das nicht so genau. 😉

  2. Alex schreibt:

    Hallo

    Ohne Erfahrung mit solchen Folien zu haben würd ich mal nen Versuch mit spiegelverkehrt drucken und die Folie anders herum auf das t-shirt legen probieren

    viele Grüße

    Alex

    • firefox05c schreibt:

      Das wäre bei „herkömlichem“ Transferpapier so, welches für helle Stoffe gebraucht wird. Bei denen wird ja quasi nur die Farbe abgebügelt und die Rückseite abgezogen.
      Auf diesem Papier ist eine richtige Folie aufgebracht, die man wie einen Aufkleber abziehen kann/soll, ihn auf das Shirt legt und dann anbügelt. Dazu braucht man dann das besagte Bügelpapier als „Trennmittel“. 😦

  3. gnaddrig schreibt:

    Idee: Folie in beschichtete Pfanne legen, Shirt drauf. Herd anschalten, und dann mit Bügeleisen (wenn die Pfanne groß genug ist) oder Backstein o.ä. das Shirt auf die Folie bügeln. Vielleicht geht das? Als Feuerwehrmann wirst Du eventuell angestoßene Oxidationsprozesse sicher angemessen zu behandeln wissen…

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