Der Ärger mit dem Laub

Noch einmal aus aktuellem Anlass der Artikel: Leute, macht euer Laub doch bitte weg!

In diesen Tagen fahren Feuerwehr und Straßenreinigung sich einen „Kipparsch“, um nach einem Herbstregen das Laub von den Gullies zu kratzen. Da kann der Halbkreis- Ingenieur wenige Stunden zuvor getrost das Laub zusammengekehrt haben, dann kommt ein Windstoß, und von den Bäumen kommt jede Menge Nachschub. Beim nächsten Regen werden die Blätter auf die Straßeneinläufe gespült, und dicht ist der Gully – und die Straße kurz danach ein Nichtschwimmerbecken. Besonders ärgerlich dabei: Man wird um 22.30Uhr zu einer überfluteten Straße gerufen, und vor Ort macht Mutter Szybulla das Fenster auf, um den Einsatzkräften gut informiert mitzuteilen: „Der Gully ist genau da vorne, neben dem BMW. Liegen bestimmt wieder Blätter drüber, habe ich heute Nachmittag schon gesehen. Jedes Jahr der gleiche Ärger!“

Na prima. Wenn sie schon seit Jahren von  dem Problem weiß, warum sitzt sie dann stundenlang am Fenster, um zu beobachten, wie sich das Wasser staut, um dann, kurz, bevor der Keller volläuft, die Feuerwehr zu rufen? Ist das denn so schwer, zwischendurch „mal eben“ ein paar Blätter wegzumachen??? Mehr machen wir doch auch nicht! Währenddessen müssen sich dann um eventuelle wichtigere Einsätze die Kollegen aus dem Nachbarrevier kümmern.

Zur Krönung wird man dann noch, während man im trüben Wasser fummelt wie ein Waschbär, von Verkehrsteilnehmern angemacht, wie lange diese Aktion denn noch dauern soll. Dann möchte man am liebsten sagen: „Verzieh dich, du Wurst, ich bin schließlich nur hier, damit du irgendwann auf dein Sofa kommst!“ Gäbe aber bestimmt einen spontanen Termin beim Chef. Solche Termine sind nicht sehr beliebt bei den Kollegen.

Großes Kino auf deutschen Straßen…

Also: Bitte entfernt rechtzeitig das Laub vor den Straßeneinläufen, damit der Herbstregen abfließen kann. Dann habt ihr auch keine Probleme, ohne Schwimmflügel in die dort geparkten Autos zu kommen. Und wir kümmern uns während dessen weiter um Zimmerbrände und Verkehrsunfälle. Muss ja auch mal von jemandem gemacht werden.

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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24 Antworten zu Der Ärger mit dem Laub

  1. rettungsdienstblog schreibt:

    So ist es auf deutschen Straßen. Leider….

    Und die Feuerwehren sind dann, wenn es mal stäker regnet stundelang damit beschäftigt Aufgaben zu erledigen, die ein Normalo-Bürger in fünf Minuten auch selber schaffen könnte….aber dafür müsste er ja aus der Haustür treten und sich ggf. noch nass machen.^^

    Da fand ich die Aufforderung eines, dir bekannten, Pressesprechers gestern im Hörfunk richtig gut, dass sich die Bürger auch selbst einen Besen schnappen könnten und damit den Hilfskräften enorme Arbeit abnehmen würden!

  2. souly schreibt:

    Da magste den Kopf einfach stundenlang an den nächsten Türpfosten donnern… Aber es gibt ja immer irgendwelche „Trottel“, die so was machen bzw machen müssen während Omma Brömmelkamp ihr Wohnsofa vollpupst und Töchterchen Irmgard ihr dabei lieber Gesellschaft leistet, als sich bei dem Schmuddelwetter draußen für 5 Minuten mit Schüppe und Besen rumzutreiben… Und solang es die gibt, wird sich an solchen Tatsachen einfach nichts ändern!! Und ich sage euch, jeder von euch kennt mindestens eine Irmgard… 🙂 So viele Leute kann man nur leider nicht kopfüber in die angestaute Brühe auf der Straße tunken!

  3. bikibike schreibt:

    Find ich unmöglich, diese Mentalität. Bloß nicht den Arsch heben, da gibt’s ja wen, den man zuständig machen kann.
    Das sind die gleichen Leute, die wegschauen wenn jemand verprügelt wird.

  4. alltagimrettung schreibt:

    ich bin nicht alleine*freu* ich dachte so Vollpfosten gibts nur im Rettungsdienst….

  5. ozyan schreibt:

    Dem Aufruf kann ich (wenn auch aus anderen Gründen) nur zustimmen. Mir reicht der nasse Laubmatsch auf den Fußwegen, auf dem ich ’ne zeitlang wie auf Eiern gelaufen bin. Mittlerweile neue Schuhe mit besserem Profil, da geht’s besser. Die Schulter war dann trotzdem schon gestaucht…

    Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich im Leben noch keinen Gulli sauber gemacht habe *hust* Die Feuerwehr habe ich deswegen allerdings auch noch nicht gerufen. Ich wohne nicht direkt an der Straße, und in die Gullis kann ich nicht gucken, weil die zugeparkt sind. Hilft das eigentlich gegen die Verstopfung, wenn da ein Auto drüber steht? *grübel* Ich meine, kommt dann da überhaupt soviel rein?

    • firefox05c schreibt:

      Das Laub wird durch das abfließende Regenwasser auf den Deckel des Regenwasser- Einlaufes geschwemmt. Dort liegt es oft flach in einer Schicht auf, so dass es reichen würde, die Laubschicht einfach mit einer Harke oder einer Schaufel beiseite zu schieben und z.B. auf den Gehwegrand zu legen. Oft ist der Korb darunter nämlich gar nicht verstopft, so dass es nicht nötig ist, den schweren Deckel zu heben.

  6. Pingback: Barfuß im Regen « Bürostuhlakrobat und Schläucheroller

  7. gnaddrig schreibt:

    Wenn man in Wohngegenden auf Plastikbäume umsteigen würde, hätte man nicht jeden Herbst bergeweise matschiges Laub. Für die Igel kann man ja Kästen aufstellen wie für die Vögel…

  8. floriansblogger schreibt:

    Ist so ähnlich wie der kokelnde Papierkorb an der Bushaltestelle. Früher hätten die Leute mal eben selber ’ne Giesskanne oder ’nen Eimer Wasser drüber gekippt und fertig. Heute muss dafür ein HLF 20 kommen, man will ja schließlich auch was dafür sehen, dass die Jungs so ein tolles Auto von unseren Steuergeldern bezahlt gekriegt haben!

    • firefox05c schreibt:

      Ich denke eher, es ist die Einstellung, dass für so etwas jemand anderes zuständig ist. Unsere Gesellschaft ist sonst schließlich auch nach dem Schema aufgebaut, dass jeder nur seine Aufgabe wahrnimmt. Leider.

      • alekun schreibt:

        Ich habe eher den Verdacht, dass sich keiner selbst schuldig machen oder in die Verantwortung nehmen will. Durch TV u.a. Medien hat m.E. hier mittlerweile jeder den Gedanken, „wenn ich jetzt was mache, kann der andere mich nacher verklagen, weil ich was falsch gemacht habe! Da lass ich mal lieber die Profis ran, bevor ich was selbst (falsch?) mache! Dann bin ich aus der Haftung raus!“

        Wenn jeder mal vor der eigenen Tür kehrte…
        wären die Gullies frei!

      • firefox05c schreibt:

        Ich denke nicht, dass jemand ernsthaft Angst davor hat, verklagt zu werden, weil er Laub vom Gulli kratzt. Im Gegenteil: Hauseigentümer haben auch eine Sicherungspflicht vor der eigenen Tür (Verkehrssicherungspflicht), welche sich unter Umständen sogar bis zur Fahrbahnmitte ausdehnt! So gibt es hier etwa in der Gemeindeordnung einen Passus, in dem ausdrücklich steht, dass die Hauseigentümer an den Straßen, die nicht für den städtischen Winterdienst gelistet sind, nicht nur die Gehwege, sondern sogar bis zur Fahrbahnmitte räumen müssen. Ich kann mir vorstellen, dass im Klagefall gleiches auch für Straßen gelten kann, die nicht regelmäßig vom städtischen Straßenreinigungsdienst angefahren werden.

      • alekun schreibt:

        Ok, ich habe „Verantwortung“, „Haftung“ und „Zuständigkeit“ durcheinandergwürfelt. Die sind auch nicht immer klar, aber es sieht so aus, wie du schreibst. „Da bin ich nicht zuständig, ist nicht meine Aufgabe. Lass mal die machen, die den Auftrag haben!“ (Oder halt die, die Notfalls kommen…)
        Da wird nicht drüber nachgedacht, dass ein Zusammenleben auch ein Zusammenspielen/-arbeiten vorraussetzt.
        Solches Verhalten sehe ich immer wieder auf Baustellen, wo Maler, Elektriker, Maurer, Brandmelder, Fliesenleger, Verputzer und wer weiss was noch zusammenspielen müss(t)en.
        Alle haben ein gemeinsames Ziel, nämlich den Neubau fertig zu bekommen, aber irgendwo wird immer gegeneinander gearbeitet. Da wird keine Rücksicht auf andere Gewerke genommen, „ich muss meinen Auftrag fertig bekommen, egal, ob die anderen schon so weit sind…“
        Und genau so ist es mit den Gullies. Ein bisschn mehr Rücksicht, Eigeninitiative und Zusammenspiel und etwas weniger Egoismus würde vielen helfen und wäre insgesamt effektiver. Die roten Autos wären dann da, wo sie dringender gebraucht werden.

        Das mit der Haftung im vorherigen Komentar bezog ich wohl eher auf „112-ich-brauch-nen-RTW!-Fälle“: „Bevor ich an der röchelnden oder leblosen Person irgendwas falsch mache, mach ich lieber gar nichts und warte auf die Profis, die es dann richtig machen.“ (Ich war leider auch schon in dieser hilflosen Situation 😦 )
        Ich glaube, so eine Aussage hast du als Profi schon oft gehört.
        Und dieser Gedanke muss aus den Köpfen der Menschen raus!!!

        Also: Arsch hoch! Mitmachen!

  9. dadreloaded schreibt:

    Aber nicht nur die zivilen Mitbürger können sowas. Selbst erlebt.
    Stürmischer Abend, Regen… Also so richtig bäh. Man sitzt zu Hause auf dem Sofa und hat es sich grade ein wenig gemütlich gemacht und dann düdeldüdüdeldüdüdeldü. „FW Sturm X-Strasse,Y-Dorf,Ast auf Strasse, Pol vor Ort“.
    Durch das Sauwetter zum Gerätehaus, rein ins LF 16 und los. Steht da vor Ort im strömenden Regen ein Streifenfahrzeug mit Blau und sichert die Gefahrenstelle. Der Gruppenführer schaut auf den Ast, schaut auf den Streifenwagen, auf den Ast, schaut nochmal auf den mit zwei Beamten besetzten Streifenwagen und schaut wieder auf den Ast. Steigt aus, nimmt den Ast, wirft ihn auf die Seite, leuchtet und schaut nach oben und kommt zurück zum LF, steigt ein und drückt die 1.
    Wir waren mit 1:4 auf dem LF, der RW wollte grade noch mit 1:1 ausrücken.

  10. Micha I schreibt:

    Was bin ich doch für ein fettes Ego. Ich entleere meine Gullieinsätze ganz einfach selber, da ich null Lust habe, das mir mein Schulhof und Parkplatz absäuft. Kommentar der lieben Kollegen: das gehört nicht zu deinen Aufgaben. Ich könnte manchmal schreien.

  11. sassa schreibt:

    Na klar, kann ich das machen, bis zu einem gewissen Grad mach ich das auch.
    Was mir aber total auf den Keks geht, hier, in meiner Straße: Die Stadt hat beidseitig alle paar Meter ne Linde gepflanzt, duften toll, aber machen eine Megasauerei. Im Frühjahr klebt alles, selbst Autos und Räder im Carport, von den Mülltonnen zu schweigen. Im Sommer bis Spätherbst verlieren sie dann ihre Blüten und anschließend ihre Blätter. Dazu eine leicht abschüßige Straße…. Ich bin nicht der private Straßendienst der Stadt. Wenn die meinen hier die Linden zu pflanzen, dann sollen sie halt auch dafür sorgen dass nicht nur alle 3 Monate mal ein Kehrfahrzeug durchfährt… Zumal es aus der Nachbarschaft ja sonst niemanden interessiert.

    • firefox05c schreibt:

      Der Aufruf richtete sich an die, die meinen, für eine halb überschwemmte Straße die Feuerwehr rufen zu müssen – und sie damit von eventuell wichtigeren Sachen abhält. Immerhin ist Straßenreinigung auch nicht die Hauptaufgabe einer Feuerwehr. Und wenn dann noch jemand in Kauf nimmt, dass sein Keller wegen 2kg Laub absäuft, frage ich mich, wie diese Leute mit ihrem kognitiven Potential überhaupt bis ins adulte Alter überleben konnten.

      • serinca schreibt:

        Ok, seh ich ein.
        Naja, ich würde mich nicht als “lebensunfähig” beschreiben, dennoch verband ich bis dato mit überlaufenden Gullis auch die Feuerwehr. Das evt. Laub zur Seite schieben schon reicht war mir nicht klar.
        Ich wäre davon ausgegangen, dass das dann was größeres ist.

      • firefox05c schreibt:

        (Ich habe deine Antworten mal zusammengeführt. Hoffe, das ist i.O.)
        Meistens liegt es nicht an einem verstopften Korb im Ablauf, für den man den schweren Deckel anheben müsste, sondern wirklich nur daran, dass der Deckel mit Laub abgedeckt ist. Nasses Laub ist nämlich recht wasserdicht. Wer regelmäßig Probleme mit so etwas hat, sollte das auch wissen – und weiß es auch oft. Wir wurden schon mehrfach von Anwohnern mit einer entsprechenden Lageeinschätzung empfangen, und das ist dann sehr ärgerlich für uns.
        Oft reicht es aus, mit einem kräftigen Besen oder einer Schaufel (oder einfach nur einem stabilen Ast!) das Laub ein Stückchen weiter zu schieben, um eine ganze Fahrbahn wieder trocken zu bekommen. Letztens habe ich sogar nur mein Nageleisen dafür benutzt, als ich (privat) nach einem Regenguss an einer überschwemmten Kreuzung vorbeifuhr.
        Mir kommt natürlich nicht in den Sinn, dass irgendeine siebzigjährige Rentnerin im knietiefen Wasser wühlen soll, um einen etwa 20kg schweren Deckel auszuheben und einen ebenso schweren, vollen Fangkorb aus 50cm Tiefe herausfischt. 🙂

  12. inbereitschaft schreibt:

    Die meisten verstopfenden Gullis sind doch den Behörden gut bekannt und es ist nur Unwillen, das Problem mit kleinem Aufwand beseitigen. Schippe ich jetzt bei Mistwetter ständig selbst das Laub weg und sage im zuständigen Rathaus Bescheid, gibt es ja keinen Handlungsbedarf und ich habe eine neue Lebensaufgabe. Wenn aber die Feuerwehreinsätze früher oder später zu teuer werden und die Busgesellschaft beim klammen Landkreis schon Amphibienfahrzeuge beantragt, wird alles ganz schnell mit einem zweiten Gulli oder einem wöchentlichen Kehrmaschinenbesuch beseitigt.

    Versteht mich nicht falsch, für einen qualmenden Mülleimer zwacke ich auch mal die Hälfte meines Wasservorrats ab. Bei verstopften Gullis glaube ich aber, dass ihr allen Leuten mehr helft, wenn euer Chef mal dem Zuständigen im Rathaus ein Glas Wasser in die Hochglanzschuhe kippt, damit er die nassen Füße der Einsatzkräfte und Anwohner nachfühlen kann.

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