Arbeitsgerät: Wenn eine ganze Familie plötzlich „Kopf“ bekommt …

 … könnte es an einer Kohlenmonoxid- Vergiftung liegen!

In den letzten Jahren kommen CO (Kohlenmonoxid) – Vergiftungen wieder in Mode. Nachdem diese Unfälle jahrzehntelang kaum eine Rolle spielten, vermehren sich nun wieder die Meldungen über Vergiftungen durch CO, welches in Abgasen enthalten ist.

Das geruch- und geschmacklose Zeug kann sich durch technische Unzulänglichkeiten in einer Wohnung ausbreiten (wenn an der Gastherme herumgefummelt wurde, der Holzofen nicht richtig zieht oder – aus welchem Motiv auch immer – ein Holzkohlegrill im Wohnzimmer aufgestellt wurde) oder aufgrund „höherer Gewalt“ („höher“ im Sinne von „auf dem Dach“, nämlich durch einen Nestbau auf einem Kamin) . Das Tückische: Man merkt die Anwesenheit des Gases nicht! Und wenn dann die Leitstelle einen Anruf bekommt, bei dem ein Hilfesuchender verwirrt stammelt, dass seine Kinder Kopfschmerzen haben und seine Frau auch noch gerade umgefallen ist, ist das ein Hinweis darauf, dass wir es vielleicht mit CO zu tun haben könnten. CO bindet sich sehr schnell an die Blutkörperchen, wodurch dann kein Sauerstoff mehr andocken kann. Man bekommt durch den Sauerstoffmangel Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, später Gliederzucken und Bewußtlosigkeit – ohne Atemnot zu bekommen! Im Gegenteil: Der Patient sieht sogar sehr gesund im Gesicht aus.

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Damit wir vom Rettungsdienst nicht blind in eine auch für uns möglicherweise gefährliche Situation rennen, haben wir seit einiger Zeit diese kleinen Gaswarner, die ständig die Umgebungsluft überwachen. Die Klingeldinger kann man einfach am Gürtel oder vor der Brusttasche tragen.

Die Warner sind absolut Feuerwehrsicher, weil nur ein Taster zum Bedienen dran ist und keine Werte verstellt werden können. Außerdem kann das Ding nicht ausgeschaltet werden und ist stoßfest und wasserdicht.

Allerdings ist es nicht so ganz billig: Bei einem Preis von 155 bis 250€ ist es ein Einmal- Artikel, der nach dem Lebensende der fest verbauten Batterie (etwa 2 Jahre) weggeworfen werden muss. Zudem ist es sehr empfindlich: Die erste Alarmschwelle von zweien löst schon bei 30ppm aus, was dem AGW (Arbeitsplatz- Grenzwert) entspricht. Das heißt, dass man bei dieser Konzentration ohne Gesundheitsgefahr noch 8 Stunden  arbeiten dürfte.

Diese Schwelle ist aber so niedrig, dass das gelbe Klötzchen bereits mehrere Auslösungen hatte, manchmal auch ohne ersichtlichen Grund: etwa im Freien, ohne z.B. Motoren in der Nähe. Sie löst leider bei jeder Gelegenheit aus:  Ob man nun ein paar Meter neben einem laufenden Stromgenerator steht, in der Nähe ein LKW gestartet wird oder man nur mal ordentlich pupst…  Das Gerät gibt es auch werksseitig mit der ersten Warnstufe bei 50ppm, was die Alarme bestimmt etwas reduzieren würde.

Die zweite Stufe löst dann bei 200ppm aus, was auch bei kürzerer Einwirkzeit (2-3 Stunden) schon Kopfschmerzen verursachen kann. Der Alarm ist dann für uns ein Hinweis, woher die Beschwerden des Patienten kommen könnten, so dass wir auch Gegenmaßnahmen treffen können: Räumen der Wohnung und Querlüften. Unter Umständen also auch für uns Lebenswichtig.

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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18 Antworten zu Arbeitsgerät: Wenn eine ganze Familie plötzlich „Kopf“ bekommt …

  1. Chris schreibt:

    Warum man den Grill ins Wohnzimmer stellt? Wurde mir mit bierernster Miene erklärt: weil es REGNET!
    Stand sinnigerweise direkt unterm Rauchmelder *feix*

    Gaswarner will ich inne Bude kriegen. Kamin, Gasherd – Gaswarner. Total logische Schlussfolgerung meiner Meinung nach.

    Wenn der dauernd auslöst ist das ja aber auch ziemlicher murks. Nimmt man dann ja vermutlich auch irgendwann eher genervt zur Kenntnis als ernst?

    • firefox05c schreibt:

      Bei deinem Heimwarner kommt es ja auf die Warnschwelle an. Er wird hoffentlich nicht schon bei 30 ppm losgehen. Die sind in Ofennähe bestimmt schnell erreicht, wenn man mal zum Anfeuern oder Nachlegen die Tür öffnet. Die Warnschwelle sollte aber auf der Verpackung oder der Bedienanleitung stehen. Ein Kohlegrill wird übrigens nicht nur wegen schlechtem Wetter ins Zimmer gestellt. Es gibt auch Menschen, die sich gezielt damit töten möchten. Neben einer defekten Gastherme und verstopftem Kamin kann zum Beispiel auch die fehlerhafte Montage einer Dunstabzugshaube für Abgase in der Wohnung sorgen: Wenn die Haube als Ablufthaube montiert ist und es keine Zwangsbelüftung gibt, kann sie die Abgase aus dem Ofen ins Zimmer saugen, wenn kein Fenster geöffnet ist. Eine gute Haube zieht nämlich eine Menge weg! (Ich lüfte so schon mal mein fensterloses Bad…)
      Was unseren Brüllwürfel angeht: Wenn der Alarm unter „unspezifischen Begleitumständen“ nur einmal angeht und dann selbstständig nach ein paar Sekunden wieder verstummt, schaue ich in der Tat nicht mehr auf das Gerät. Erst, wenn der Alarm länger dauert, greift der Bahlsen- Effekt („geht auf den Keks“) und ich schaue, was der Apparat anzeigt.
      Bei einem Patienten mit entsprechenden Symptomen würde mich allerdings auch der erste Alarm schon daran erinnern, dass hier etwas nicht stimmen könnte.
      Wichtig ist zunächst, dass wir vor einer möglichen Konzentration gewarnt werden. Ob und was wir dann machen, ist dann eine andere Sache. Würde ich mich bei jedem Alarm blind an die vorgegebene Verfahrensweise halten, hätten wir schon mehrfach Verstärkung zum Lüften eines Vorgartens oder unserer Unterkunftstoilette anfordern müssen… 😉

      • Ich schreibt:

        Hm, das Lüften eines Vorgartens stelle ich mir besonderst Interessant vor? Muss der vorher noch Luftdicht verpackt werden 😉

  2. linuxuser86 schreibt:

    Das Ihr so ein Gerät mitführt halte ich für extrem sinnvoll. Können die Dinger eigentlich auch die Konzentration anzeigen?
    Die be uns [tm] in den Laboren üblichen CO-Warner können nämlich nur Radau…

    viele Grüße vom linuxuser

  3. Thea schreibt:

    Ihr seht das ja (wohl berechtigt) sehr entspannt.
    Bei uns heißen die Dienstanweisungen:
    Alarm „Low“ Schnell Patienten schnappen, raus, Feuerwehr und EVD alarmieren.
    Alarm „High“ Patienten vergessen (außer er ist schnell erreichbar und man kann ihm zurufen, dass er raus soll (man ist ja nicht so,,,)) und raus. Dann Feuerwehr, EVD und zusätzliche Rettungsmittel.
    Soweit die Vorschriften. Bei mir ist das Ding noch nie losgegangen…

    Wir haben aber auch nicht so viele. Klar, Sanis, keine Löschpatschen. Wir haben einfach auf jedem RTW ein Gerät, welches am EKG befestigt ist – und das Teil schleppt man ja zu jedem Patenten mit, oder…?

    • firefox05c schreibt:

      Die zweite Warnstufe bei unserem Gerät ist – wie geschrieben – bei 200 ppm. Bei diesem Wert sind bei einem Daueraufenthalt von zwei bis drei Stunden Kopfschmerzen zu erwarten. Allerdings gibt es keine weitere Warnstufe, so dass man schon schauen muss, wie hoch die Konzentration wirklich ist.
      Ansonsten haben wir ähnliche Anweisungen: Bei der ersten Stufe Benachrichtigung der Leitstelle, Patient aus der Wohnung pflücken und lüften, bei der zweiten Stufe kommt dann die Kavallerie mit Messtrupp, Lüfter, Atemschutz, Gedöhns…
      Stehe ich aber in der Nähe eines laufenden Motors, gehe ich von einem „Fehlalarm“ (absichtlich in Gänsestrichen) aus. Man muss eben auch immer die Umstände berücksichtigen.
      Um einen Eindruck zu erhalten, was wann zu erwarten ist, kannst du z.B. bei diesem Link
      http://www.schornsteinfeger-innung-koblenz.de/bilder_rlp/files/co2.pdf
      nachsehen.

  4. bloggergramm schreibt:

    In Hamburg ist gerade genau so ein Gasunfall passiert. In einem Mehrfamilienhaus sind in verschiedenen Wohnungen 3 Menschen getötet und 10 verletzt worden.
    Das was mich dabei am meisten erstaunt, waren zwei Dinge.
    1. Die eingesetzte Feuerwehr hatte offensichlich keine CO- Melder, da das Vorhandensein von CO erst durch einen zufällig vorbeikommenden Schornsteinfeger (und mit seinem Messgerät) festgestellt wurde.
    2. Bereits in der Nacht und am Tag vorher gab es drei Rettungswageneinsätze (der Rettungsdienst in HH wird von der Feuerwehr gefahren) in dem Haus. Jedesmal weil jemand über plötzliche Kopfschmerzen oder Übelkeit geklagt hat.
    Aber laut Feuerwehr-Pressesprecher sind diese Einsätze völlig ohne Zusammenhang mit dem Gasaustritt….

    • firefox05c schreibt:

      Ich habe gerade mal ein paar Meldungen hierzu gelesen, um mich etwas über diesen Fall zu informieren.
      Im Artikel in der „shz.de“ steht, dass die drei Einsätze in der Nacht zuvor auf Herzinfarkt (Pat: 60 Jahre), Sturz (Pat.: 70 Jahre) und Übelkeit eröffnet wurden. Hieraus lässt sich nicht unbedingt auf eine Vergiftung schließen, obwohl sie vielleicht auch schon für diese Beschwerden ursächlich waren: Sturz vielleicht durch den Schwindel, Herzbeschwerden durch die Anstrengung wg. Sauerstoffmangel. Lediglich die Übelkeit beim dritten Patienten ließe sich – sofern man aufgrund weiterer Umstände mit einer Vergiftung rechnet – auf CO zurückführen.
      Richtig schreibt z.B. die MoPo: “ Da die Fälle aber scheinbar nichts miteinander zu tun hatten, wurde die Situation im Haus nicht weiter überprüft.“ (hervorhebung durch mich). Da man das Gas weder riecht, noch schmeckt, und sich vermutlich eine Konzentration im Haus befand, in der man sich stundenlang aufhalten muss, um die Symptome zu zeigen, haben die Kollegen wohl nichts gemerkt. Die waren jeweils nur ein paar Minuten im Haus.
      Meines Wissens ist noch längst nicht überall jeder Rettungswagen mit CO- Warnern ausgerüstet. Auch die Polizei führt diese nicht mit. Inwieweit die einfachen Löschfahrzeuge in Hamburg mit Messgeräten ausgestattet sind, die auch auf CO ansprechen, kann ich auch nicht sagen. Das erste Fahrzeug der Feuerwehr vor Ort, welches zur Türöffnung geschickt wurde, hatte so ein Gerät scheinbar nicht.
      Als der erste Tote gefunden wurde (und dann vielleicht jemand von den vorherigen Einsätzen wusste), hat man wohl auf das erstbeste Messgerät zurückgegriffen, welchem man habhaft werden konnte: das eines zufällig anwesenden Schornsteinfegers. (btw: war was mit der Heizung, oder warum war der dort?) Ich gehe aber davon aus, dass natürlich parallel sofort das eigene Fahrzeug, welches solche Geräte an Bord hat, gerufen wurde. Es wird in einem Artikel demgemäß auch von „Messungen der Feuerwehr…“ gesprochen.
      Ich will die Kollegen nicht von möglichen Fehlern freisprechen. Aber wie ich oben beschrieben habe, gibt es viele Möglichkeiten, warum eine Vergiftung auch ohne gravierendes Versagen nicht sofort bemerkt wurde. Ich selbst würde ohne weitere Hinweise bei einer Türöffnung, einem Sturz oder Herzbeschwerden auch nicht gleich an eine Vergiftung denken.

      • bloggergramm schreibt:

        In HH wird der Rettungsdienst hauptumfänglich von der Feuerwehr bedient. Die „Privaten“ sind dort nur in Zweiter Reihe dran, wenn es eng wird.
        Ich will hier auch keine Vorwürfe erheben, ich fand es nur sehr spannend, das quasi sofort von offizieller Stelle ein Zusammenhang ausgeschlossen wurde. 🙂
        Und das die FW dort offenbar nicht solche Warner hat, wie ihr.
        Warum allerdings ein Schornsteinfeger gerade in der Nähe war… Und das es momentan nach einem defekten Schornstein als Ursache aussieht…

  5. EhemaligerBetrieblicherErsthelfer schreibt:

    Grill in der Bude:
    Gab’s hier http://www.swp.de/ulm/lokales/polizeibericht/CO2-Vergiftung-Ehepaar-nimmt-Holzkohlegrill-mit-ins-Wohnzimmer;art3458,2553326
    Und hier: http://www.swp.de/crailsheim/lokales/region/Grill-Test-endet-toedlich;art5511,745860
    Und auch hier: http://www.swp.de/muensingen/lokales/muensingen/Mit-Vergiftung-ins-Krankenhaus;art5701,2702483

    Ist das nun eigentlich eher CO2 oder CO? Also vollständige oder unvollständige Verbrennung?
    Bei CO sehen die Leute „rosiger“ aus, hab‘ ich das aus dem Ersthelfer-Unterricht noch richtig in Erinnerung?

    Dunstabzugshaube:
    Eine korrekt installierte Dunstabzugshaube in einer Wohnung mit offenem Kamin hat einen Magnetschalter am nächstgelegenen Fenster. Fenster zu = Betrieb der Haube nicht möglich.

    • firefox05c schreibt:

      Zur Haube: Weitere Möglichkeiten wären ein automatisch- elektrisch gesteuertes Fenster, dass sich öffnet, wenn die Haube eingeschaltet wird. Oder als billigste Version: Ein einfacher Kasten mit einer Schwingklappe, die eine Zuluftöffnung freigibt, wenn sie durch Abluft offen gedrückt wird. Dumm ist nur die Variante mit der „Küchen-Entmuff-2500“ mit Drehstromantrieb, 44kw und dichten Fenstern bei brennendem Kamin…
      Unfälle durch einen Holzkohlegrill im Zimmer sind natürlich auch aus Dummheit passiert. Über absichtliche Selbsttötungen mit dieser Methode liest man in den Medien „aus Gründen“ weniger. Auf jeden Fall handelt es sich dabei um Vergiftungen mit Kohlenmonoxid: CO.
      CO2 wäre Kohlendioxid, in Wasser gelöst als Kohlensäure bekannt: Verdrängt in höheren Konzentrationen den Sauerstoff, entweicht aber aus jeder Limo …
      Da sich das CO an das Hämoglobin (Bestandteil der roten Blutkörperchen) hängt wie Sauerstoff, bekommen Vergiftete auch die rosige Gesichtsfarbe und sehen daher ziemlich gesund aus.
      Wenn in den Medien in diesem Zusammenhang (Ofen/Grill/defekte Gastherme) von CO2 gesprochen wird, ist es meist ein Fehler des Journalisten, da der nicht unbedingt ein Chemiestudium braucht, um solche Artikel zu schreiben. 😉

      • bloggergramm schreibt:

        Genau, wie der Fuchs schon schrieb: CO-Vergiftung.
        Denn eine CO2 – Vergiftung ist deutlich zu merken.
        Jeder, der schon mal in einen CO2-See gelaufen ist (wie ich), wird das bestätigen können…. :-/

      • EhemaligerBetrieblicherErsthelfer schreibt:

        Elektrisch öffnendes Fenster oder eine mechanische Klappe erscheinen mir beide für den Anwendungszweck nicht fail-safe genug (aber gut, ich komme aus einer Eisenbahnerfamilie, da ist fail-safe eben im Blut – siehe die ganzen Zugsicherungssysteme). Für die Lüftersteuerung mit Reedkontakt und Magnet habe ich da deutlich weniger Bedenken. Damit diese Art der Sicherung fehlschlägt, muss es einen Kurzschluss im Kabel geben, oder der Reedkontakt bleibt innerlich „kleben“, oder jemand reißt den Magnet vom Fenster bzw. den Kontakt vom Fensterrahmen ab. Bei ordnungsgemäßer Installation eher unwahrscheinlich.

        @firefox05c und @bloggergramm wie „merkt“ man denn den Unterschied als Betroffener? Ob nun der Sauerstoff verdrängt wird und ich deswegen keine Luft mehr bekomme, oder ich CO statt O2 an meine roten Blutkörperchen binde, hat doch – sollte man meinen – erst mal den gleichen Effekt, nämlich dass mir „die Luft wegbleibt“, und es der Reihe nach zu Bewusstseinstrübung, Ohnmacht und schließlich Tod kommt, wenn keine Hilfe kommt?

        Dass man sich als Retter bei CO2 wohl leichter tut, weil man nicht erst das CO aus dem Körper des Patienten kriegen muss, ist mir klar.

        Im Ersthelfer-Kurs hieß es, als es um die Atemspende ging und warum die überhaupt funktioniert:
        Grob 80%Stickstoff, 20% Sauerstoff in normaler Atemluft (Edelgase etc. betrachten wir mal nicht)
        Nach Ein- und Ausatmen 80% Stickstoff, 16% Sauerstoff, 4% CO2
        Würde man ohne frisch Luft holen weiter beatmen, hätte man selbst nun 80/12/8 in der Lunge und würde mit 80/8/12 weiterbeatmen – keine gute Idee für beide Beteiligten. 😉
        (Noch dazu funktioniert die Sauerstoffaufnahme nicht so linear wie in dem Beispiel).
        Irgendwo zwischen 4 und 8 Prozent CO2 bei entsprechend reduziertem Sauerstoffanteil würde es also ungesund werden, würde ich nach dieser Rechnung sagen.

        Was das CO angeht, die 200ppm von oben müssten 0,02% entsprechen, wenn ich mich nicht gerade beim Umrechnen vertan habe. Knallt einen das also schon bei deutlich geringeren Konzentrationen weg (und das auch noch schneller) als das CO, ist es das, was ihr meint?

      • firefox05c schreibt:

        Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht auch irgendwo CO und CO2 durcheinander werfe… 😉
        CO2 fällt im Körper als Stoffwechselprodukt an und wird normalerweise in der Lunge wieder vom Blut abgespalten. Der Körper kann einen erhöhten CO2- Gehalt im Blut erkennen und darauf reagieren, die Atmung wird bei den meisten Menschen in erster Linie über den CO2-Gehalt gesteuert.
        CO2 in der Umgebungsluft verdrängt nicht nur einfach den Sauerstoff aus der Umgebungsluft, sondern eine erhöhte Konzentration in der Luft behindert auch das Abspalten von CO2 vom Blut, damit neuer Sauerstoff aufgenommen werden kann. Die CO2- Konzentration im Blut steigt, der Körper registriert das: Bei einem Unfall mit CO2 bekommst du Atemnot, wirst blau, du bekommst Kopfschmerzen und Schwindel, bis dir irgendwann die Lichter ausgehen.

        Nicht so bei einer CO- Vergiftung, bei der dem Körper vorgegaukelt wird, das Blut sei mit Sauerstoff gut angereichert:
        Die CO2- Konzentration im Blut wird normal abgeatmet und steigt NICHT, aber statt Sauerstoff bindet sich Kohlenmonoxid ans Blut. Du bekommst KEINE Atemnot, sondern wirst zunächst nur müde und abgeschlagen, wenn du einer geringeren Konzentration über längere Zeit ausgesetzt bist. In diesem Fall (bei Unfällen geht es oft um geringe Konzentrationen bei langer Aufenthaltsdauer) wird uns ohne Messgeräte auch die Diagnose erschwert: Bei unserem Aufenthalt stellen wir an uns selbst nichts fest, während der Patient augenscheinlich unspezifische Symptome zeigt.
        Vielleicht kann bloggergramm mal kurz beschreiben, wie er die CO2- Vergiftung erlebt hat?

      • Bloggergramm schreibt:

        Jo, kann ich.
        Ist zwar schon eine ganze Weile her, das so schnell werde ich das Erlebnis nicht vergessen.
        Das ganz ist in einem aufgelassenem Stollen passiert, ein wirklich „klassischer“ Ort für soetwas. Ich war mit einer Gruppe unterwegs und wir waren uns den Gefahren bewußt, deswegen ist das auch glimpflich verlaufen.
        CO2 ist schwerer als Luft und sammelt sich deshalb in Senken, gerade wenn es dazu viel Zeit hat und praktisch nie gestört wird.
        Wenn man dann in eine solche, mit CO2 geflutete, Senke (den „See“) reinläuft und einatmet merkt man fast sofort das etwas nicht stimmt.
        Es ist so, als ob man sehr lange die Luft anhält – und das obwohl man atmet.
        Akute Atemnot (also nicht nur schwer Luft bekommen, sondern einatmen und das Gefühl wird schlimmer!) und damit aufsteigende Panik.
        Ich habe es noch geschafft mich umzudrehen und einen Schritt zu machen, aber dann fing auch schon alles an sich zu drehen.
        Rausgezogen wurde ich von meinen Begleitern, die ein paar Schritt hinter mir, und somit noch nicht im See, waren.

  6. Ikna schreibt:

    Ich hatte anscheinend, als ich 19 war, ne CO-Vergiftung (ebenso wie meine Eltern + mein Bruder). Schuld war in diesem Fall ein nicht korrekt bedienter Kachelofen, welcher beide Schlafzimmer heizte.

    Sympome waren schon in den vorherigen Ferien in dem Haus aufgetreten – oft Kopfschmerzen. Besonders mir fiel vor allem morgens das Aufstehen echt schwer.

    Eines Morgens schließlich wachten wir alle mit Kopfschmerzen auf – und in meinem Fall mit sehr üblen sowie etwas Schwindel und Übelkeit… nunja, habe eine Aspirin genommen, und das erste und letzte mal im Leben daraufhin wegen ner Schmerztablette gleich mal über der Kloschüssel gehangen, weil die unbedingt nochmal durch meinen Rachen wollte.
    Anschließendes mütterliches Googeln wies stark auf CO-Intox hin.

    Ich hoffe nur meine Ärztin, welche meint dieser Zwischenfall sei nicht der Grund für mein ADHS/Bipolar/Borderline (was auch immer es genau nun ist) hat recht damit.

    LG

    • firefox05c schreibt:

      Dieser Vorfall klingt wirklich nach einer schleichenden CO- Vergiftung. Dass aber die von dir aufgeführten Folgeerkrankungen davon begünstigt / ausgelöst werden können, wäre auch mir neu.

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