Feuerwehrschlüssel

für den roten Schließzylinder hat die Feuerwehr einen Schlüssel

für den roten Schließzylinder hat die Feuerwehr einen Schlüssel

Objekte mit einer Brandmeldeanlage haben am Zugang häufig eine sogenannte „Feuerwehr- Überschließung“: Einen zweiten Schließzylinder in der Tür, oft rot lackiert, mit dem sich mit einem Generalschlüssel das Türschloss öffnen lässt. Diesen Generalschlüssel hat die Feuerwehr – gut gesichert – in Verwahrung und bringt ihn zu sog. „Melder- Einsätzen“ mit, um selbstständig ins Gebäude zu kommen.

Als wir zu einem solchen automatischen Feueralarm in einem Asyl- Wohnheim gerufen wurden, stand die Polizei bei unserem Eintreffen schon vor der Haustür. Unser Wachführer stieg aus unserem Löschbomber und ging, einen Bund mit besagtem Schlüssel aus der Tasche ziehend, ebenfalls zum Haus. Der Schutzmann dachte an einen Scherz und witzelte: „Wohnst du etwa auch hier?“ – „Klar“, erwiderte unser Anstaltsleiter. Als er aber am Polizisten vorbei ging und den Schlüssel ins Schloss steckte, der sogar tatsächlich passte, fiel dem Beamten die Kinnlade herunter. Er fragte halblaut und entgeistert: „Äh… Wohnst du jetzt echt hier im Heim?“ Er hatte scheinbar noch nie von unserem Feuerwehr- Schlüssel gehört!

Wir klärten ihn lachend auf, woraufhin ihm seine Frage sehr doof vorkam … Der Alarm wurde übrigens durch eine Holzschüssel auf einer heißen Herdplatte ausgelöst, die bei unserem Eintreffen schon im Spülbecken schwamm (also, die Schüssel…) . Gelüftet, Einsatzende.

Advertisements

Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
Dieser Beitrag wurde unter Feuerwehr und Rettungsdienst abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

19 Antworten zu Feuerwehrschlüssel

  1. BB schreibt:

    Sehr coole Aktion !
    Wie wäre es denn, wenn ich bei mir zu Hause auch so eine Überschließung einbaue ?
    Dann kommt ihr immer problemlos rein, wenn was wäre ! 😉

    • firefox05c schreibt:

      … und du könntest uns anrufen, falls du mal den Schlüssel vergessen hast. 😉

      • gnaddrig schreibt:

        Am besten einen Knopf zum Auslösen des Melders irgendwo draußen installieren, dann hat man die Chance, dass Nachbarn den Anruf tätigen und das wäre – als „normaler“ Brandmelderalarm dann auch kostenlos. Ich nehme an, wenn ich die Feuerwehr als Schlüsseldienst rufe, kostet das ne Kleinigkeit…

  2. zbygnev schreibt:

    och, normalerweise reicht bei Wohnungstüren in Mehrfamilienhäusern doch der auf jedem LF (bzw. an jedem FM(SB)) verfügbare ‚Feuerwehr-Universaltüröffner Haix Größe 45‘ 🙂

    • firefox05c schreibt:

      Bei diesen Schließanlagen geht es meist nicht um „normale Wohnungstüren“ . 😉

    • stuttgarterapohetkerin schreibt:

      das Zuschließen nach Haix 45 ist sicher ein Spass… 😉 (kenne den „Schlüssel“ nicht vermute aber wie er aussieht….)

  3. Alex K. schreibt:

    Darf ich der Vollständigkeit halber anmerken, daß der „Feuerwehrschlüssel“ idR nur für die Zufahrt auf das Gelände benutzt/zugelassen wird? Also für Tore, Gitter und Absperrungen, wie z.B. auf deinem Bild.
    Bei Objekten mit BMA und FW-Aufschaltung gibt es in 99,9% ein FSD (Feuerwehrschlüsseldepot, im Prinzip ein kleiner Wandtresor), in dem ein Generalhauptschlüssel hinterlegt ist, mit dem sich alle Türen des Objektes öffnen lassen.
    Das FSD ist mit 2 überwachten Türen aus 5mm Edelstahl gesichert. Die äußere wird bei bestätigter Hauptmelderaulösung durch die BMZ elektrisch geöffnet, die innere Tür kann dann durch die zuständige FW mit einem Doppelbartschlüssel geöffnet werden. Dadurch ist es sogar bei großen Objekten möglich, daß die FW ohne Beisein des Betreibers in der Lage ist in Aktion zu treten ohne großen Schaden durch aufgebrochene Türen oder Fenster zu verursachen (bei Falschalarmen oder solchen Kinkerlitzchen wie Objekten auf Herdplatten).
    Bei Sichtfeuer/Notruf ohne Melderauslösung gibt es für die FW dann noch das FSE (Freischaltelement, früher FNSS Feuerwehrnotschlüsselschalter genannt), mit dem die FW von außerhalb des Objekts den Hauptmelder mit einem regional unterschiedlichen Schlüssel auslösen kann, um das FSD zu entriegeln. Durch die Hauptmelderauslösung ist das ganze dann sogar in der Leitstelle und der BMZ dokumentiert.
    Es braucht also niemand Angst zu haben, dass die FW für sein Eigenheim einen Schlüssel hat und jeder Feuerwehrmann ungehindert ein- und ausgehen kann.

    • firefox05c schreibt:

      Richtig: Unser Schlüssel *hier* passt auf Zufahrtstore und Feuerwehrschlüsseldepots, in denen sich die entsprechenden Gebäudeschlüssel befinden. Bei kleinen Objekten (wie bei besagtem Heim) gibt es hier aber teilweise keinen außenliegenden FSD, sondern nur die Überschließung an der Eingangstür. Gegebenenfalls gibt es dann an der BMA noch einen gesonderten Tresor.
      Zu der von dir beschriebenen Ausführung der FSD mit doppelter Verriegelung (erst die Elektronische der BMA, dann die für den Schlüssel) gibt es noch die einfache, nur für unseren Schlüssel: In diesem Fall wird die BMA durch Aufschließen des Tresores ausgelöst, wenn sie nicht schon alarmiert hat (wie eine eigene Brandmeldeschleife), um sicher zu stellen, dass niemand unbemerkt an dem Tresor fummelt. Müssen wir also mal aus irgendeinem Grund an das Schlüsseldepot, ohne, dass schon einen Feueralarm anliegt, müssen wir vorher der Leitstelle Bescheid geben, dass die BMA gleich auslöst. Der Gebrauch des Schlüssels ist daher alarmgesichert, ein „heimlicher Zugriff“ auf ein FSD ist nicht möglich.
      Es gibt also mehrere Lösungen, die aber alle etwas gemeinsam haben: Man braucht zum Zutritt zwingend den legendären Schlüssel, den der Wachführer gut gesichert aufbewahrt – und zu dem nicht „jeder Feuerwehrmann“ zugriff hat, um Mißbrauch oder Verlust zu vermeiden.
      Aber so genau wollte ich eigentlich nicht in die Materie, da die Erklärung sonst länger ist, als die eigentliche Begebenheit … 😉

      • Alex K. schreibt:

        Du hast recht, es gibt zig FW in der BRD und jede hat ihre eigenen Aufschaltbedingungen in denen u.a. die Schlüsselorganisation beschrieben ist. In Absprache mit der Versicherung könnte man den Generalschlüssel auch unter der Fußmatte lagern, da ist vieles möglich…
        Bei euch war ich noch nicht aktiv, daher habe ich mich euren TAB noch nicht beschäftigt. Die meisten FW schreiben aber den oben beschriebenen FSD „Typ 3“ vor, damit jeder Missbrauchsversuch von vornherein ausgeschlossen werden kann, bzw. sofort an ein Wachunternehmen gemeldet wird. Die FWn wollen sich ja auch sauber halten und keine Missverständnisse generieren.
        Aber wie du schon sagtest, das hat nichts mit deinem erheiterndem Beitrag zu tun.
        Vielleicht gibt es zu diesem Thema (Feuerwehrzugang) mal einen eigenen Beitrag? [Anm.: edit.]

      • firefox05c schreibt:

        Der vorbeugende Brandschutz ist nur begrenzt mein Gebiet. Ich denke, da wird mir nicht viel zu einfallen. 😉

  4. Markus schreibt:

    Darf ich an der Stelle mein persönliches Highlight einer Türöffnung verlinken?

    Der Einsatz beginnt bei 10:35 Min 🙂 … nix Haix Kaliber .45, die nehmen gleich das große Werkzeug. Zusammen mit dem trockenen Norddeutschen Humor sehr empfehlenswert :-).

    • firefox05c schreibt:

      Ich kenne die aktuellen Preise nicht und weiß auch nicht, was für Fenster eingebaut waren. Aber ich kann mir vorstellen, dass eine eingeschlagene Scheibe in Standardausführung womöglich billiger ist als ein neues Türblatt mit der Montage des großen Sicherheitsriegels. Eine der Hauptaufgaben der Feuerwehr ist schließlich auch die Schadensbegrenzung. Die gezeigte Möglichkeit macht zwar bestimmt mehr Spaß, wäre aber bei *uns* das letzte Mittel der Wahl.

      • Steffen schreibt:

        Das Problem bei dem Einsatz in Hamburg war doch, das man nicht wusste hinter welchem Fenster die Wohnung der Betroffenen Person liegt. Und wie die Kollegen schon sagten, in der falschen Wohnung zu stehen wäre ja total peinlich. 😉

    • stuttgarterapothekerin schreibt:

      eindeutig der „schlechtere“ Schlüssel – danach kann man ja noch schlechter zuschließen! 😉

      • gnaddrig schreibt:

        Och ich weiß nich, mit’n paar Spax und nem abgesägten Regalbrett hätten die das in fünf Minuten fast wie neu hingekricht….

  5. Johannes schreibt:

    Echt eine witzige Aktion! Der Polizist hat einfach überhaupt nicht damit gerechnet, dass ihr einen Schlüssel habt. Da wäre ich gerne dabei gewesen und hätte den Polizisten staunen gesehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s