Beinarbeit

2014-05-15 20.41.47Wir hatten uns schon auf die Nacht eingestellt, als wir mit dem RTW alarmiert wurden: In der hiesigen Polizeiwache sollte eine Frau mit einer „Beinverletzung“ auf uns warten. Wir rechneten mit so etwas wie einem gebissenen Einbrecher oder einem Randalierer und machten uns auf den Weg.

An der Wache angekommen, ließ „der Diensthabende“ uns durch die Eingangsschleuse und winkte uns gleich durch in eine Schreibbude: „Die sitzt da hinten bei einem Kollegen. Der ist gleich fertig mit ihr. – Immer der Kollegin folgen“, wies er uns an. Eine Polizistin, die auch schon auf uns wartete, führte uns in besagte Lokalität. In dem Büro sahen wir die Patientin auf dem Stuhl vor einem Schreibtisch sitzen: Etwa 30, dunkelhaarig, der Figur nach gut durch den letzten Winter gekommen, mit Pullover und hochgekrempeltem Hosenbein einer dunklen Joggiinghose. An der Wade waren zwei große, weiße Wundpflaster aufgeklebt, wie man sie aus Krankenhäusern kennt.

Hinter dem Schreibtisch saß ein Beamter am PC. „N‘ Abend“, begann der Kollege. „Was‘ n passiert?“ Die Frau schaute uns fast trotzig an. „Ich wurde überfallen. Jemand hat mir mit einem Messer ins Bein gestochen. Die Klinge steckt noch drin“, klärte sie uns in einem Tonfall auf, mit dem man sich über einen Fleck auf der Jacke beschwert, und deutete auf das untere der beiden Pflaster. Sie war dabei völlig ruhig, kein Anzeichen von Angst oder Aufgewühltheit. Wir schauten den auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzenden Polizisten an. Der runzelte nur die Stirn. Die Behauptung der Dame weckte meine (natürlich ausschließlich fachliche!) Neugier. Mit den Worten: „Kann ich mal sehen?“ machte ich mich schon am Pflaster zu schaffen, durch das sich  ein Blutfleck langsam seinen Weg bahnte. Ich knibbelte den Rand ab, zog es vorsichtig vom Bein ab und blickte auf eine etwa 10cm lange, klaffende Wunde. Und tatsächlich: In ihr glänzte das Stück einer Teppichklinge! „Wie ist denn das passiert?“, fragte mein Kollege, der ebenfalls etwas verwundert war. Immerhin ist es etwas ungewöhnlich, dass eine  recht stabile Teppichklinge so einfach in den Weichteilen der Wade abbricht, ohne z.B. mit Gewalt auf einen Knochen gestoßen zu werden. Hier handelte es sich aber offensichtlich um eine Schnitt-, nicht um eine Stichwunde. Und bis auf den Knochen schien sie nicht zu reichen. „Ich war joggen. Da kommt plötzlich hinter mir einer aus dem Gebüsch gesprungen und sticht mir in die Beine! Bevor ich mich wehren konnte, ist der auch schon wieder abgehauen.“ Wieder dieser Tonfall, als ärgere sie sich bloß über ein heruntergefallenes Marmeladenbrot. Die Polizistin zückte eine Kamera, die vor Jahren bestimmt mal „High End“, heute nunmehr Kernschrott war,  aus einem Regal. „Ich mache gleich mal ein paar Fotos für die Beweissicherung“, meinte sie und lichtete das Altmetall in der Wade ein paar mal ab. Dabei fragte ich die Beschnitzte: „Woher hatten Sie denn das Pflaster? Das ist ja nicht aus einem Verbandkasten.“ – „Das hatte ich noch im Auto liegen“, erklärte sie. Schon merkwürdig, was Frauen so alles im Auto mit sich herumfahren …

Bis zu diesem Punkt war der Polizist scheinbar auch schon mit seiner Anzeigenaufnahme gekommen. Nun fragte er weiter: „Der ist also einfach aus den Büschen raus, hat Sie angegriffen und ist dann verschwunden?“ – „Ja“, beteuerte sie. „Einfach so? – Kannten Sie den?“, fragte der Vertreter der Exekutive weiter. „Nein, ich glaube nicht. Der trug eine Maske. Und es war ja dunkel.“ Die Sache schien vieren von fünf Anwesenden etwas seltsam vorzukommen. Ein Angriff auf die Beine? Ohne den Versuch, etwa das Handy zu klauen? Der Schreiberling forschte weiter: „Ich ersehe aus Ihrem Ausweis, dass Sie in Mettmann wohnen. Und von dort kommen Sie hier hin zum Joggen, etwa 40 Kilometer entfernt, wo Sie ein Fremder einfach in die Beine sticht und dann abhaut … Das klingt doch komisch. Der muss Sie doch gekannt haben?“ Sie hatte eine Erklärung: „Ich vermute, dass mein Ex dahinter steckt. Der macht solche Sachen.“ – „Sie glauben also, dass das Ihr Ex war?“-  „Nein, nicht direkt. Der macht sich doch die Finger damit nicht schmutzig! Der wird jemanden geschickt haben.“ Jetzt nahm die Geschichte gruselige Züge an.

Nebenbei beriet ich mich mit dem Kollegen, wie wir die Wunde am besten wieder reisefertig verpacken könnten. Der Verband sollte ja nicht auf die Klinge drücken, und einfach herausziehen sollte man sie auch nicht. Wer weiß, wie tief sie steckte und welche Form sie dort, wo sie im Muskel verborgen war, hatte. Das Dingsi im Bein musste also vor dem Einwickeln umpolstert werden. „Gib mir mal einen Stapel steriler Kompressen“, hatte ich eine Idee. Ich knickte den Stapel und schnitt an der Faltung ein Dreieck heraus. Nach dem Auseinanderfalten hatte ich nun ein geeignetes, dickes Polster für die Wunde, welches ich dem Kollegen triumphierend zeigte, bevor ich es auf das Bein legte. „Du hast ja Sachen drauf …“, honorierte er meine Bastelarbeit. „Klar“, strunzte ich herum, während ich anfing, mit dem Verband zu hantieren. „Ich hatte im Kindergarten ja nicht nur Singen und Klatschen, so wie du.“

Währenddessen forschte der Polizist weiter: „Ihr Ex macht sowas? Warum glauben Sie das?“ Jetzt war ihre Stunde gekommen: Sie zog ihren Pullover hoch und zeigte uns mehrere alte und neue Narben, teilweise gut verheilt, teilweise noch mit den Fäden im Gewebe. Sie befanden sich überall dort, wo der Körper z.B. größere Bindegewebs- und Fettschichten hatte. „Schauen Sie mal: Hier, hier und da. Und am Arm auch. Auch an dem anderen Bein, und hier am Unterarm. Alles Messerattacken, für die mein Ex verantwortlich ist!“, behauptete sie in einem gleichgültigen Ton. Auch diese Narben waren an recht merkwürdigen Stellen: Wenn ich jemanden angreifen würde, würde ich versuchen, in den Rücken zu stechen oder in den Hals. Aber in den Bauchspeck schneiden? Oder in die Waden? An der Vorderseite des Oberarmes? Auch die Winkel der Narben waren für solche Angriffe ungewöhnlich. Mein Kollege zog die Polizistin etwas beiseite: „Hömma, da ist doch was faul: Wenn auf mich einer mit dem Messer losgegangen ist, und das schon mehrfach, dann habe ich doch Panik! Die sitzt da aber wie in einer Wartehalle. – Wie ist die denn hier her gekommen?“ – „Mit ihrem Auto, sagt sie“, raunte die Beamtin. „Dann schau doch mal, ob da noch irgendwas drin liegt. Manche Leute sind ja so drauf“, hatte er die Idee. Sie verstand und sprach die Traktierte an: „Wo steht denn Ihr Auto? Sie fahren ja gleich mit ins Krankenhaus. Ich schaue dann mal, ob es da stehen bleiben kann, wo es jetzt geparkt ist. Vielleicht kann ich es auch umparken, wenn es sein muss.“ Die Beschnittene schöpfte scheinbar keinen Verdacht und gab ihr die Autoschlüssel: „Ich bin hinter die Wache gefahren. Gleich um die Ecke.“ Frau Schutzmann verließ den Raum, ich wickelte weiter das Bein ein, und die Patientin gab zu Protokoll: „Mein Ex hat mich schon öfter angegriffen, und auch schon Freunde geschickt. Das ist jetzt schon das achte Mal, dass ich verletzt werde. Drei mal habe ich ihn deswegen angezeigt“, plauderte sie. Der Polizist lehnte sich jetzt über den Tisch: „Und es ist nie etwas gegen Ihren Ex unternommen worden? Gerichtsurteil? Verfügung oder so etwas? Das klingt alles etwas merkwürdig, meinen Sie nicht?“ – „Ist aber so. Keine Ahnung. Der macht immer weiter“, sagte sie schulterzuckend. Der Beamte schrieb es in das Anzeigeformular. „OK, ich halte das dann mal so fest. Sie wissen aber schon, dass Falschanschuldigungen strafbar sind, nicht?“ Sie war ein wenig beleidigt: „Es war aber so. Was soll ich machen.“ Er war fertig mit seiner ersten Aufnahme, ich war fertig mit meinen Verwicklungen. „Haben Sie sonst noch Verletzungen?“, fragte ich abschließend. Sie verneinte, also packte ich den Notfallkoffer wieder zusammen. „Gut. Dann denke ich, dass wir schon mal zusammen zum RTW laufen können. – Laufen geht doch noch, nicht?“ Sie nickte, stand auf und folgte uns.

Als sie unsere Krankendroschke bestieg, kam die Polizistin wieder vom Parkplatz zurück und forderte uns im Vorbeilaufen auf, noch ein wenig zu warten: „Moment noch. Ich muss noch mal mit dem Kollegen zu ihrem Auto.“ Wenig später kamen beide mit der vorhin benutzten Kamera zurück und verschwanden hinter der Wache. Einige Augenblicke später waren sie wieder da und wandten sich an die Verletzte, die schon im Auto auf die Abfahrt wartete: „In Ihrem Fahrzeug liegen auf dem Beifahrersitz Messerklingen. Sind Sie sicher, dass Sie bei Ihrer Aussage bleiben möchten?“ Die Ertappte blieb immer noch ruhig: „Ja sicher. Darf man keine Klingen haben?“ Der Polizist fragte nun, warum sie denn die Klingen spazieren fahren würde. „Die habe ich für mein Pferd. Die Heilpraktikerin hat sie mir für die Behandlung gegeben. Da können Sie sie ruhig fragen!“ Was sie aber damit am Pferd machen sollte, sagte sie nicht. Dafür verriet uns die Polizistin, was sie noch im Auto gefunden hatten: viele Klinikpflaster und ein Blatt mit Skizzen, an welchen Stellen man sich gefahrlos schneiden kann, ohne z.B. wichtige Adern zu treffen …

Wir fuhren die Dame ohne weitere Rückfragen in eine Chirurgie, wo man sie wieder zusammenflicken würde. Dem aufnehmenden Arzt erklärten wir kurz, was sich auf der Polizeiwache für eine Kuriositätensammlung aufgetan hatte und verabschiedeten uns.

Ich denke, die Körperkreative wird sich später noch ausführlich mit einem Seelenklemptner über ihre Kunstwerke unterhalten haben. Es würde mich jedenfalls wundern, wenn sie die Wahrheit gesagt hätte.

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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12 Antworten zu Beinarbeit

  1. A.K. schreibt:

    „ein Blatt mit Skizzen, an welchen Stellen man sich gefahrlos schneiden kann, ohne z.B. wichtige Adern zu treffen …“
    Sowas gibt’s??? Für Laien???
    Ich dächte für den Zugriff auf sowas müsste man mindestens mal im Bio-Untericht aufgepasst oder ein medizinisches Grundstudium o.ä. absolviert haben.

    Ganz nebenbei:
    Ich beneide Dich und Deine Kollegen im Rettungsdient nicht. Ich könnte sowas nicht jeden Tag erleben und aushalten. Ihr macht da einen tollen Job! Ich hoffe, ihr haltet das alle durch!

    • firefox05c schreibt:

      Das Internet ist ein ewiger Quell des Wissens: Von den Berechnungen, wie viele Einmal- Holzkohle- Grills man im Wohnzimmer aufstellen muss, um sich zu vergiften, über Anleitungen zum Bombenbau bis zu Unterlagen zur Befriedigung der beschriebenen Erkrankungen ist dort alles nach etwas Recherche verfügbar. Und mit einem Zugang zum „Darknet“ bekommst du auch Waffen, Drogen und willige Kanibalismusopfer frei Haus. Ganz ohne Studium.

      Und ganz nebenbei:
      Gerade die außergewöhnlichen Erlebnisse machen den Job so wahnsinnig spannend. Die „naturtrübe Oma mit Kreislaufproblemen“ macht den Berufsalltag nicht unbedingt bunter. 😉

    • linuxuser86 schreibt:

      Das ist ja kein Geheimwissen. Auf Wikipedia finden sich auch so einige Synthesevorschriften, die man besser nicht nachkocht, wenn man nicht Probleme mit dem BtmG oder dem Sprengstoffrecht bekommen möchte. Und da ist auch einiges dabei, was man ohne entsprechende Ausbildung bzw. Kenntnisse und Geräte besser sein lässt, wenn man das unbeschadet überstehen will. Der verantwortungsvolle Umgang mit Informationen ist halt die Pflicht des Empfängers. LG der Linuxuser

      • Scully schreibt:

        Und manchmal frag ich mich ja schon, ob nicht manch ein How-To in Sachen EDV/IT nicht doch zu gewagt ist und mehr Schaden als Nutzen birgt (und dann bin ich, wie da beschrieben, in diese merkwürdige Registry und dann ging auf einmal nix mehr … einfach sooo!). Aber da wie auch bei allen anderen Seiten, geben sich Francis Bacon und Spiderman halt die Türklinke in die Hand: Wissen ist Macht und aus großer Macht … Nur ob sich das beide Seiten so bewusst sein, vermag ich zu bezweifeln. Nur so eine Ahnung, aber die schleicht mir beharrlich hinterher. Am Ende des Tages würd ich aber auch niemanden benennen wollen, der das Internet kontrolliert. Geeignete Stellen oder gar Personen wollen mir da schlichtweg nicht einfallen. Abgsehen davon, dass es bei der Masse an Daten eine beachtliche Aufgabe wäre.

        Und was wäre ohne „Anleitung“ bei „Versuch macht kluch“ rausgekommen? Oder ist da jemand erst beim Lesen einer solchen auf die Idee gekommen? Und wer stellt sowas ins Internet? Und Warum? Ja, ich glaube das ist so das größte Fragezeichen, egal, ob Leute, die nach sowas googlen oder die sowas ins Internet stellen: Wies… Naja, im Zweifel hat ja jeder seine Gründe, ob nachvollziehbar oder nicht.

  2. Julia schreibt:

    Näh! Dat gibtet ja wohl nich! In den letzten Tagen habe ich mir ein Let’s Play zu „Fran Bow“ (ein Point and Click Adventure in Comicoptik, sehr blutig und abgefahren und psycho) angeguckt, aber DAS toppt das Spiel definitiv … Da muss aber EINIGES nicht in Ordnung sein, bis man sich selbst mehrfahr verletzt (von der Teppichklinge im Bein mal ganz abgesehen …)

    Falls es diesen Ex tatsächlich gegeben hat, möchte ich gar nicht wissen, was der eventuell schon alles mitgemacht hat … Au Backe … :/

  3. Gata66 schreibt:

    Sowas ist ja echt krass, kann mir vorstellen, dass derartige Kunden bei den Rettungsdienstlern nicht gerade beliebt sind. Immerhin blockieren sie den RTW für echte Notfälle mit ihren Scherzen. Ich habe auch mit psychischen Problemen zu tun gehabt, eine Garantie, dass es nicht wieder kommt, habe ich nicht, darüber denke ich auch nicht nach, sondern geniesse meine neu gewonnene Lebensfreude. So krasse Sachen habe ich mir auch in meinen schlimmsten Phasen nicht einfallen lassen, es aber bei manchen Mitpatienten in der Klinik hautnah mitbekommen

    • firefox05c schreibt:

      Im Grunde ist sie ja ein Notfall. Allerdings kein chirurgischer, sondern ein psychischer. Ihren Bregenklöterich zu therapieren wird aber erheblich länger dauern als das zusammennähen der Wunden.

    • Schnuffelsocke schreibt:

      Sei froh, dass es dir in den schlimmsten Phasen nie so schlimm ging, das du dir so etwas angetan hast.
      Leider ist das bei vielen Menschen Realität… Wobei ich mich echt fragen, wie man auf die Idee kommt, das ganze dann mit Polizei etc. zu machen… Das verstehe ich gerade nicht wirklich, aber gut…

      Ansonsten…. Notfälle sollte man nicht unbedingt vergleichen. Es gibt so viele unterschiedliche Notfälle, die aber dennoch Notfälle sind.
      Auch die Alkoholeiche ist ein Notfall. Ebenfalls selbst verschuldet… Trotzdem kann ein Rettungsdienst nicht einfach sagen „Selber Schuld, haste Pech gehabt“.

      Von daher…. Ich sehe es sogar als einen außerordentlichen Notfall an, zu mal es ja scheinbar schon mehrfach vorgekommen ist und hoffe, die Frau befindet sich inzwischen in der Psychiatrie oder zumindest in psychiatrischer / psychotherapeutischer Behandlung!

      • firefox05c schreibt:

        Ich denke, die Störung hatte bei ihr nicht einfach nur „die üblichen“ Borderline- Züge, da sie sich scheinbar verletzt hatte, um ihrem Ex einen auszuwischen. Wielleicht geht dieser „Murmelschaden“ eher in Richtung Stalking.

      • Gata66 schreibt:

        Ich hatte eher unblutige Methoden gewählt, um mich abzureagieren, zu bestrafen, wenn ich schlechte Phasen hatte.

        Wie geht das eigentlich, wenn Ihr zu Suizidversuchen kommt, egal, ob derjenige wirklich sterben wollte oder es eher inszeniert hat, um Aufmerksamkeit zu bekommen? Für mich ist dieses Thema auch heikel, kann nicht so wirklich gut damit umgehen. Habe es zwar nicht dirkt versucht, aber derartige Gedanken geäussert, und das gab dann ne Menge Stress.

      • firefox05c schreibt:

        Wenn wir als Rettungsdienst in so eine Situation „hineingeworfen“ werden, können wir nicht entscheiden, wie ernst solche Androhungen wirklich sind: Wir kennen nicht den Patienten, nicht die psychische / physische Grunderkrankung, nicht den Trigger …
        Daher müssen wir (wie so oft in unserem Beruf) vom Schlimmsten ausgehen: Dass der Patient seine Suizidabsichten ernst meint, sie aber nur aufgrund einer momentanen Überreaktion basieren. Das heißt für uns: Wir müssen eingreifen, um den Menschen vor sich selbst zu schützen. Nebenbei wäre nach dem deutschen Gesetz ein Nichteingreifen auch unterlassene Hilfeleistung.
        Wie ernst es dem Patienten wirklich ist, ob der Auslöser nur eine momentane Kurzschlussreaktion war oder dauernd besteht, und ob die Gründe für die Selbsttötungsabsicht schwerwiegend und nachvollziehbar sind (z.B.:Ist es nur momentaner Beziehungsstreß, oder eine chronische, tödlich verlaufende Krankheit?), und ob die Absicht therapierbar ist, muss dann ein Psychologe entscheiden.Das können wir nicht leisten.
        Zum Artikel: Wie bereits zu einem anderen Kommentar geschrieben, hatte ich bei der Dame eher den Eindruck, als wolle sie nicht sich, sondern ihren Ex bestrafen.

  4. Schöner Artikel! Ja solche Einsätze sind das Salz in der Suppe unseres Jobs 🙂

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