„Ich bleibe bei dir!“

Wir hatten uns gerade Gedanken über das anstehende Abendessen gemacht, als die Melder des Rettungswagens klingelten: „schlechter Allgemeinzustand, Atemnot“ hatte die Leitstelle uns geschickt. Nun ja, Grubenponys mit Silikose kommen hier und da schon mal vor, und oft versteckt sich dahinter nur ein starker Raucher mit bekanntem Asthma, der einfach vergessen hat, dass er zwischen den Kippen sein Spray nehmen muss – oder dieses zur Durchbrechung eines akuten Anfalles einfach nicht mehr reichte. Der Notarzt war auch alarmiert, würde aber aufgrund der längeren Anfahrt erst nach uns eintreffen.

Wir setzten uns mit Sondersignal in Bewegung und hielten nach einigen Minuten des Slalom fahrens um unaufmerksame Autofahrer, die es mal wieder nicht mitbekamen, dass im Rückspiegel die Blaulichter blitzten, vor einem Zweifamilienhaus an. Ein Mann Mitte vierzig erwartete uns an der Tür und wies uns im ruhigen Ton ein, während wir mit unserem Gerödel ins Haus gingen: „Meine Mutter hat Krebs, der auch gestreut hat, und  ist durch die letzte Chemo noch sehr geschwächt. Als ich ihr gerade auf Toilette helfen wollte, hat sie plötzlich Atemnot bekommen. Sie liegt jetzt wieder in ihrem Bett.“

Im düsteren Schlafzimmer der mit schweren Massivmöbeln ausgestatteten Wohnung angekommen lag eine ausgemergelte, scheinbar stark geschwächte Frau mit wirren Haaren auf dem Bett und japste hörbar und mit weit aufgerissenen Augen nach Luft. Okay, dachte ich mir, dieser Frau geht es offensichtlich wirklich schlecht! Sie konnte auf Ansprache kaum etwas sagen. Der Sohn erzählte ein wenig ihrer Krankengeschichte und beantwortete meine Fragen, während wir schon begannen, sie zu verkabeln: Blutdruckmanschette, Meßklemme für Blutsauerstoff, die EKG- Elektroden.

Defibrillator der älteren Generation

Defibrillator der älteren Generation

„Wie genau ging das denn los? Und wie lange ist es her?“ – „Erst auf Toilette. Bis dahin ging es noch. Sie ist nach der Chemo in den letzten Tagen schwächer geworden, so dass sie nicht mehr alleine laufen konnte. Aber Atemnot hatte sie noch nicht. Das kam erst, kurz bevor ich Sie gerufen habe.“ Ich brauchte mehr Informationen: „Hat sie erbrochen oder geäußert, dass ihr schlecht ist? War ihr schwindelig?“ Die Sättigung des Blutes hatte nur etwas über 83%, das ist wenig. Mein Kollege machte schon eine Sauerstoffmaske fertig. „Ja, ihr wurde wohl auch übel. Aber erbrochen hat sie nicht.“ Die erste Blutdruckmessung war noch nicht fertig und das EKG noch nicht ganz geklebt, da stöhnte die Frau plötzlich laut auf. Sie streckte sich ein mal, verdrehte die Augen – und machte keinen Mux mehr! Ich rüttelte an ihren Schultern und rief sie: „Hallo? Können Sie mich hören? Hallo!“ – Doch sie reagierte nicht. Auch die Atmung war nicht mehr zu hören. Der kurze Griff an den Hals bestätigte meine Vermutung: „Reanimation. Raus mit ihr aus dem Bett“, gab ich dem Kollegen die nüchterne Anweisung. Er ließ die Sauerstoffmaske, die er noch in der Hand hatte, fallen und zerrte die Frau mit mir zusammen von der Matratze. Am Boden begannen wir die Routine, das Prozedere ist hundertfach geübt: Während ich auf den Brustkorb drückte, packte mein Spannmann zunächst den Beatmungsbeutel aus und legte ihn für mich bereit. „Geht es nun zuende?“, fragte der Sohn sorgenvoll, aber abgeklärt. Ich drückte der reglos vor mir liegenden Partientin den Beatmungsbeutel aufs Gesicht, während mein Sani einen Larynxtubus vorbereitete und die Defi- Elektroden auf den Brustkorb klebte. Da ich den Eindruck hatte, dass der Sohn Realist war und sich damit arrangiert hatte, dass seine Mutter schon seit einiger Zeit „an der Kante stand“, wollte ich die Sache nicht unnötig beschönigen: „Ich weiß es nicht genau. Sie hat wohl einen Herzstillstand, vermutlich einen Infarkt. Wir tun erst mal, was wir können. Gibt es eine Patientenverfügung?“ Der Mann verneinte. Wir würden also weiter reanimieren. „Kollege Pflasterkleber“ steckte der Patientin den Tubus in den Hals und blockte ihn, damit er nicht wieder herausrutschen konnte, und während ich die Dame ein paar mal mit dem Beutel beatmete, hörte er die Lungengeräusche ab: Der Tubus saß.

Der Sohn der Frau, auf der nun mein Kollege herumdrückte und sie zwischendurch regelmäßig aufblies, während ich einen venösen Zugang in die Hand schob, tat nun etwas, was ich ihm hoch anrechnete: Er blieb bei seiner Mutter! Aufs Bett gekniet, so dass er uns nicht im Wege war, streichelte er seiner sterbenden Mutter, die auf dem Boden von uns bearbeitet wurde, über den Kopf: „Keine Angst, Mama, ich bin hier“, sagte er leise und immer wieder. Er wusste scheinbar genau, dass es nun wohl ihr letzter Tag sein sollte. Und er wusste wohl ebenfalls, dass auch Bewußtlose ihre Umgebung manchmal wahrnehmen.

Der Notarzt traf ein und betrat mit seinem Assistenten den Raum. „Tach. Was‘ passiert?“, fragte er kurz. Ich wies ihn ein, während wir weiter das Reanimationsschema durchzogen. „Patientin mit metastasierter CA, hat auf Toilette in Gegenwart des Sohnes plötzlich Atemnot bekommen und klagte über Übelkeit. Verdacht HI, zunächst noch ansprechbar, in unserem Beisein Kreislaufstillstand. Rea seit etwa drei Minuten“, übergab ich kurz. Er entschied sich, nachdem er von uns und dem Sohn zusätzliche Details der Vorgeschichte erfahren hatte, dass wir weiter reanimieren sollten.

Nach einigen Minuten und dem einen oder anderen Plastikzylinder voll Adrenalin bekam das Herz der Dame wieder einen Rhythmus, so dass wir sie transportfertig machen konnten. Ihr Sohn blieb die ganze Zeit bei ihr und redete ihr tröstend zu.

Auf dem Transport konnte er natürlich nicht im Patientenraum des RTW mitfahren, also strich er seiner Mutter noch einmal über den Kopf und fuhr mit seinem Auto hinterher. Unterwegs setzte das Herz der Patientin wieder aus, so dass ich erneut anfangen musste, ihren Brustkorb rhythmisch zu drücken. Der Arzt zog sein Telefon aus der Tasche und kündigte uns im Krankenhaus an, damit gleich alles für unsere Dame bereit stehen würde. Allerdings machte ich mir keine großen Hoffnungen mehr, dass die Frau auf unserer Trage noch genug Energie und Lebenswillen hatte, um die Sache hier zu überstehen.

Unter Reanimationsbedingungen übergaben wir die Patientin im Krankenhaus an das Schockraum- Personal. Dem kurz nach uns vor der Notaufnahme eintreffenden Sohn erklärte ich, dass sich nun in den nächsten Minuten entscheiden würde, ob er seine Mutter noch einmal lebend sehen kann. Aber wohl war mir bei der Sache nicht: Ich hatte das Gefühl, dass es besser gewesen wäre, wenn wir nicht mehr rechtzeitig bei ihr eingetroffen wären.

20121230_084505Aber Hut ab vor dem Sohn und seinem Mut, seine Mutter so weit wie möglich zu begleiten!

 

 

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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27 Antworten zu „Ich bleibe bei dir!“

  1. Dominik schreibt:

    Ja, die Situation ist schwer und aus Retteraugen nochmal mehr, weil man im moralischen Dilemma gefangen ist. Wir haben gerade Mitte des Jahres meine Großtante bei ähnlicher Diagnose in ihren letzten Wochen begleitet. Eine schwere Zeit für alle, aber wir hatten den Eindruck es hilft ihr.
    Danach hat uns das Gefühl geholfen, zu wissen, sie konnte so friedlich wie möglich und nicht alleine gehen. Das hat uns als Familie geholfen.
    [Anm.: edit.]

  2. Alzheimerblog schreibt:

    Wie bescheuert ist das denn. Mein Beileid für den Sohn und die Patientin zu dieser Art von „Behandlung“.

    • Mr. Gaunt schreibt:

      Was hätte anders laufen sollen? Keine Patientenverfügung und der Sohn hat auch nichts gesagt => Also Reanimation. Alles andere wäre in dem Fall wahrscheinlich strafbar.

      • firefox05c schreibt:

        Wenn der Arzt es für sinnvoll erachtet hätte,hätte er es mit dem Sohn besprechen können. Vielleicht hätte er nur eine fachliche Meinung als Anstoß für seine Zustimmung gebraucht. Manchmal machen wir es so, bisher kam noch nie die Drohung mit einem Anwalt. Es kommt immer darauf an, wie man es verpackt, ohne die Angehörigen unter Druck zu setzen.

  3. May schreibt:

    Sehr schön geschrieben und schön dass es auch Menschen gibt die den Tod zulassen können.

    Was ich nicht verstehe ist warum der Notarzt trotz Kenntnis der Diagnose anordnet weiter zu reanimieren. Ich weiss das man nicht so einfach über Leben und Tod entscheiden darf, aber irgendwie…

    Und an der Stelle mal ein ganz grosses Dankeschön an dich und deine Kollegen für eure Arbeit!

    • firefox05c schreibt:

      Ich denke, er hat die Lage so eingeschätzt, dass die Dame durchaus noch einiges an Lebensqualität hätte, wenn uns die Reanimation gelingen würde. Immerhin hatte sie beste Chancen, da wir sofort anfangen konnten. Allerdings hat auch der Sohn, der ansonsten einen sehr abgeklärten Eindruck gemacht hat, nicht darum gebeten bzw. anklingen lassen, dass er es für besser hielte, wenn wir es einfach gut sein lassen würden.
      Wir können uns ja immer nur ein sehr grobes Bild von der Lebenssituation des Patienten machen.

  4. Thomas Kuhn schreibt:

    Wieder mal ein großartiges Stück von Dir. Ganz nah dran am Menschenleben, und auch an dessen Ende. Hut ab. Und einen großen Klumpen im Magen.

  5. altesweibsbild schreibt:

    Dankeschön für diesen Einblick…

  6. Ich bin sehr froh und sehr dankbar, das es Menschen wie Euch gibt…

  7. Hermione schreibt:

    Oh ja, die Situationen in denen man sich wünscht, dass es ne Patientenverfügung gäbe…

  8. f195 schreibt:

    Unschöne Situation, aber anhand der Beschreibung hätte ich keine Reanimationsmaßnahmen begonnen.

    • firefox05c schreibt:

      Wenn sie vor meinen Augen einen Kreislaufstillstand bekommt, werde ich nicht die Hände in den Schoß legen. Ich hätte mit Sicherheit einen spontanen Termin beim Chef – wenn nicht sogar beim Staatsanwalt. Sowas kann in so einer Situation allenfalls ein Arzt entscheiden – und der war anderer Meinung.

      • f195 schreibt:

        Das ist leider ein weit verbreiteter Mythos. Auch die Reanimation ist eine Behandlung, die formal einer Einwilligung bedarf. Im Regelfall gehen wir immer vom mutmaßlichen Willen des Patienten aus, dass er wünscht, reanimiert zu werden. Bei einem Patienten mit einer fortgeschrittenen malignen Erkrankung kann man aber auch mutmaßen, dass eben der Patientenwille ist, auf Wiederbelebungsmaßnahmen zu verzichten. Zur Eruierung des mutmaßlichen Patientenwillen hätte man auch noch den Sohn befragen können. So wäre ich in dieser Situation verfahren: „Herr Meier, ihre Mutter hat gerade einen Herzstillstand. Wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen: Hätte ihre Mutter gewünscht, dass sie in einer solchen Situation wiederbelebt wird?“
        Ich habe schön öfter ohne Notarzt Reanimationen nicht begonnen. Bin aber weder beim Chef, Staatsanwalt oder gar einem Richter diesbezüglich vorstellig geworden.

      • firefox05c schreibt:

        Letztendlich ist es ohne schriftliches Dokument nicht an mir, das zu entscheiden – zudem ich in dem Moment noch keinen Überblick über ihren wirklichen Zustand vor dem Notfall hatte. Der Sohn hat sich im Wissen um unsere Hilfe nicht dazu geäußert und hatte offensichtlich kein Problem damit. Und ja: Solche Termine bzgl. Reanimation hat es beim Chef tatsächlich schon gegeben: Ein Notarzt hatte sich beschwert.

      • firefox05c schreibt:

        Es ist übrigens erstaunlich, wie ihr aufgrund meiner recht oberflächlichen Beschreibung über Leben und Tod richtet. 😉

      • f195 schreibt:

        Vermut war der NA anderer Meinung, weil ihr bereits eine Entscheidung getroffen habt.

      • firefox05c schreibt:

        Nein, die entscheiden auch gerne mal anders.

      • f195 schreibt:

        Nein, es obliegt Dir immer bei jeder Behandlung die Einwilligung des Pat. einzuholen und wenn der Pat. sich dazu nicht äußern kann, muss der mutmaßliche Wille ermittelt werden. In der Regel ist zu postulieren, dass der Patient eine Reanimation wünscht. Es gibt jedoch auch andersgelagerte Fälle.
        Und natürlich hast Du recht, dass hier wichtige Infos (wie zB noch kurative oder paliative Therapie) fehlen, um hier eine Entscheidung treffen zu können. Ich wollte auch nur lediglich darlegen, dass der gemeine Rettungsdienstler nicht um jeden Preis mit der Rea beginnen muss und sollte!
        Gut, wenn der Chef mich dann zu einem Gespräch einlädt, schildere ich ihm meine Sichtweise. Ich werde meine Handlung begründen können. 😉

  9. Tauchaussie schreibt:

    In der Situation, in der ja sofort mit der Reanimation begonnen wurde, ist ja die Chance, dass irreparable Hirnschäden sich in Grenzen halten, noch gut. Da die Dame noch Chemo bekam, wage ich zu behaupten, dass der Kampf auch noch nicht ganz aufgegeben war. Da es keine Patientenverfügung gab, war die Rechtslage ja auch recht eindeutig.
    Es hätte also auch gut sein können, dass die Dame noch paar schöne Tage, Wochen oder vielleicht sogar Jahre im familieren Umfeld hätte verbringen können.
    Das alles ist natürlich extrem schwer zu beurteilen, wenn man die Hintergründe nicht (oder nur durch eine flüchtige Übergabe) kennt. Aber gerade dann bleibt einem in dieser Situation ja kaim etwas anderes übrig.

  10. Chris schreibt:

    Die Frage „Reanimation ja/nein“ ist doch kaum wirklich zu klären. Viel wichtiger finde ich das Verhalten des Sohnes! Respekt, dass er seiner Mutter in dieser Situation zur Seite stehen konnte. Sehr rührend und tröstlich zu lesen, dass es solche Menschen gibt.

  11. marcus schreibt:

    Wenn ich das richtig verstanden habe ist die infauste Richtung der cardiopulmonalen Situation der Patientin durch ein mutmaßliches Infarktgeschehen entstanden. Eventuell wäre es der mutmaßliche Patientenwille gewesen sich dem CA geschlagen zu geben, nicht aber dem AMI!

    Alles in allem sollte man also mit vorschnellen Urteilen vorsichtig sein. Wer den Job macht weiß wie schwer es ist morgens um 4 solche Entscheidungen zu treffen wenn man davor schon 8 mal bei Husten/Schnupfen/Heiserkeit oder Gas/Wasser/Scheiße war!

  12. Julia schreibt:

    Ist der Regelfall sonst, dass die Angehörigen rausgehen, wenn reanimiert wird?

    Persönlich würde ich nicht rausgehen, wenn genügend Platz in dem Raum ist. Wobei ich aber andererseits in Anwesenheit des Rettungsdienstes bzw. fremder Personen im Haus (= in der Öffentlichkeit) nicht mit der sterbenden Person gesprochen und diese über den Kopf gestreichelt hätte, wie der Sohn es in der Schilderung getan hat, weil das für mich etwas privates zwischen demjenigen und mir ist, das in der Öffentlichkeit nichts verloren hat.

    • firefox05c schreibt:

      Für gewöhnlich schicken wir die Angehörigen raus: Es ist nicht schön anzusehen und kann einige schockieren, was unter der Reanimation mit dem Patienten passiert: Der Patient liegt entblößt da, er wird brutal durchgeknetet, Knochen knacken manchmal, mit einem Beatmungsschlauch wird im Hals rumgestochert, Blut kann beim Zugang legen laufen, überall Verpackungsmüll, piepsende Geräte, der Geruch verbrannter Haare nach einer Defibrilation … nicht schön, z.B. seinen Vater so zu sehen. Das kann sich für Jahre einbrennen. Zudem wollen wir keine „gut gemeinten Tipps“, was man noch versuchen könnte, weil es bei „Achtung Notaufnahme“ auch geklappt hätte. Und was das Streicheln angeht: Es war vielleicht die letzte Möglichkeit des Sohnes, die es danach womöglich nie wieder gibt. Kann ich schon verstehen, wenn er nicht darauf verzichten wollte, bloß, weil ja einer gucken könnte. Und schließlich hat er hauptsächlich seiner Mutter damit geholfen!

      • Julia schreibt:

        Die Gründe warum ihr für gewöhnlich die Angehörigen rausschickt, kann ich schon verstehen. Allerdings würde es mir persönlich nicht im Traum einfallen, euch/dem Rettungsdienst dabei „reinzureden“. Und nur weil eine Reanimation nicht schön anzusehen ist, muss man mich nicht rausschicken. Die Leiche ist hinterher auch nicht schön anzusehen und für mich wäre das eher traumatisierend rausgeschickt zu werden und hinterher ein totes Familienmitglied zu haben. Gerade dieses wohlmeinende vorsorgliche Rausschicken, weil „der Anlick nicht nett ist“ wäre der Trauma-Faktor bei mir. Aber gut, da hat ja jeder andere wunde Punkte.

        Ich denke nur, wer das nicht sehen will oder ansehen kann, geht von sich aus eh raus oder schaut weg.

      • firefox05c schreibt:

        Leider nicht. Die meisten, die es sehen, finden es ganz furchtbar.

  13. Miki schreibt:

    Gute Geschichte. Oder vielmehr schlimme Geschichte gut geschrieben. Danke dafür.
    Im ersten Augenblick dachte ich auch „lasst sie doch in Ruhe“. Aber ob sie dafür die Chemo durchgestanden hat? Weiß man in der Situation (wo man ja nicht alles abfragen kann, weil es schnell gehen muss) ob nicht genau morgen der vor Jahren ausgewanderte Sohn sich verabschieden kommen wollte (oder sowas). Vielleicht ein doofes Beispiel, aber viele Menschen erlauben sich erst zu sterben, also loszulassen und sich zu ergeben, wenn an vielen wichtigen Dingen ein Haken ist. Und vielleicht fehlte der Haken noch… oder es gibt einen ganz anderen Grund. Oft gibt es keine Verfügung, weil noch nicht alles gesagt ist.
    Aber egal wie, es ist absolut schwierig, gerade wenn man anderen die Entscheidung überlässt. Die Frage hätte ja schon vorher geklärt sein können (oder war geklärt) damit: ruft man den Rettungsdienst oder nicht. Ruft man ihn, will man leben, oder?
    Der Sohn war klasse, wenn nur alle so wären….

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