Wenn die Sirenen längst verstummt sind …

Beim Stöbern bei Youtube fand ich einen Song, der besonders im Video einen kleinen Eindruck davon gibt, dass der Feuerwehrdienst auch belastend sein kann – und man nicht immer alles „einfach auf der Wache lässt“.

Schweifen die Gedanken nach belastenden Einsätzen schon mal für einige Zeit ab, ist das normal. Laufen die Kollegen aber (bildlich gesprochen) immer wieder durch die eigene Bude, sollte man mal nachdenken, mit jemanden darüber zu reden, bevor irgendetwas kaputt geht (Dienst, Familie, Gesundheit …).

(Text ist im Rahmen meiner Möglichkeiten unten übersetzt)

When those sirens are gone

It was a dark and stormy night, „Nor’Easter“ rollin‘ in.

It’s a long twelve hours, the power’s out again.

I pray for inner strength, and that we don’t lose no lives –

just another day in a first responders eyes.

Half a cup of coffee’s gone, the first run comes in:

A car slid off the road, there’s a family trapped within!

My heart beats like a hammer, i can barely catch my breath.

I’m thinking the worst and hoping for the best.

Yeah, ‚cause we ain’t „Super heroes“, we’re just ordinary people

trying to make a difference and the first on every scene.

And it’s a heavy, heavy burden to carry all this hurting,

when you can’t unsee the things you’ve seen.

Keeps going on, when those sirens are gone.

 

Now my shift is finally over. I gotta deal with what’s mine,

and try to find a way to leave those tragedies behind.

So I hug my two children, and kiss on my wife.

Just another day in a first responders life.

Yeah, ‚cause we ain’t „Super heroes“, we’re just ordinary people

trying to make a difference and the first on every scene.

And it’s a heavy, heavy burden to carry all this hurting,

when you can’t unsee the things you’ve seen!

Keeps going on, when those sirens are gone.

Flashing lights fill the air, broken bodies everywhere!

Another bad dream is stealing my sleep!

‚Cause we ain’t „Super heroes“, we’re just ordinary people

trying to make a difference and the first on every scene.

And it’s a heavy, heavy burden to carry all this hurting,

when you can’t unsee the things you’ve seen!

Keeps going on, when those sirens are gone.

It keeps going on, when those sirens are gone.

 

(Freie Übersetzung:)

Es war eine dunkle, stürmische Nacht, der Nordoststurm setzte ein

Es waren lange 12 Stunden, die Power ist wieder mal raus.

Ich bete um innere Stärke, und dass wir kein Leben verlieren –

Bloß ein weiterer Tag in den Augen eines „First Responders“.

Nach einer halben Tasse Kaffee kam der erste Einsatz:

Ein Auto ist von der Straße gerutscht, eine Familie ist eingeklemmt!

Mein Herz schlägt wie ein Hammer, ich kann kaum atmen.

Ich denke an das schlimmste, und hoffe auf das beste.

 

Denn wir sind keine „Superhelden“, wir sind bloß gewöhnliche Menschen,

die etwas bewirken wollen, und die ersten an jeder Einsatzstelle sind.

Und es ist eine schwere, schwere Belastung, die ganzen Leiden zu ertragen,

wenn du die Dinge nicht ungesehen machen kannst, die du gesehen hast.

Denn es geht weiter, wenn die Sirenen längst verstummt sind.

 

Meine Schicht ist nun zu Ende, und ich muss mit dem umgehen, was nur mich etwas angeht,

ich muss einen Weg finden, diese Tragödien hinter mir zu lassen.

Also drücke ich meine beiden Kinder und gebe meiner Frau einen Kuss –

Bloß ein weiterer Tag im Leben eines „First Responders“.

 

Denn wir sind keine „Superhelden“, wir sind bloß gewöhnliche Menschen,

die etwas bewirken wollen, und die ersten an jeder Einsatzstelle sind.

Und es ist eine schwere, schwere Belastung, die ganzen Leiden zu ertragen,

wenn du die Dinge nicht ungesehen machen kannst, die du gesehen hast.

Denn es geht weiter, wenn die Sirenen längst verstummt sind.

 

Blaulichter in der Luft, verletzte Körper überall!

Ein weiterer Albtraum stiehlt meinen Schlaf!

 

Denn wir sind keine „Superhelden“, wir sind bloß gewöhnliche Menschen,

die etwas bewirken wollen, und die ersten an jeder Einsatzstelle sind.

Und es ist eine schwere, schwere Belastung, die ganzen Leiden zu ertragen,

wenn du die Dinge nicht ungesehen machen kannst, die du gesehen hast.

Denn es geht auch weiter, wenn die Sirenen längst verstummt sind.

Es geht weiter, wenn die Sirenen längst verstummt sind.

(die Bezeichnung „First Responder“ beschreibt in den USA nicht immer nur die medizinische Erstversorgung, sondern auch die technische. Daher habe ich es nicht übersetzt. – „Nor’Easter“ beschreibt an der Ostküste Kanadas eine Großwetterlage)

Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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6 Antworten zu Wenn die Sirenen längst verstummt sind …

  1. Talianna schreibt:

    Im Hinblick auf meinen Schwager (Berufsfeuerwehrmann) und das, was ich mir dazu vorstelle, weiß ich, dass ich das Ausblenden nicht könnte. Ich müsste auch drüber reden.

    Und vermutlich sind gerade die Leute, die das Helfen so ernst nehmen, dass sie es zu ihrem Beruf machen, nicht so abgebrüht … abgestumpft, dass es spurlos an ihnen vorbeigeht, was sie als Erstinterventionskräfte so erleben. Ich find’s wichtig, dass es das Lied darüber gibt. Ich find’s wichtig, dass Du das geteilt hast. Denn letztlich können wir, die wir keine Erstinterventionskräfte sind, gut sagen: „Ich könnte das nicht.“ Letztlich ist es menschlich, „das nicht zu können“, und ihr Helfer SEID Menschen.

    Ich verzettele mich. Jedenfalls hoffe ich, dass sowohl die Akzeptanz der Kollegen für das „mal reden müssen“ und die Notwendigkeit für Betreuung da sind als auch die Möglichkeiten, sich betreuen zu lassen.

    • firefox05c schreibt:

      In der Tat weiß der Komponist und Sänger, wovon er spricht: Er war selbst Feuerwehrmann und musste aufgrund von PTBS seinen Job aufgeben. Nun engagiert er sich in der PSU (Psychosoziale Unterstützung).

  2. Tänzerin schreibt:

    Vielen Dank fürs Teilen!

    Ich würde „And the power’s out again“ mit „und wieder ist Stromausfall“ übersetzen.
    Und „I gotta deal with what’s mine“ ist für mich „Ich muss mich mit dem Beschäftigen was mir ist“, wobei mir da der Sinn nicht so ganz klar ist. Klingt für mich am ehesten danach, dass er da mit „what’s mine“ die Eindrücke die bleiben meint, aber sicher bin ich mir da nicht.

    • firefox05c schreibt:

      „The Power’s out“ verstehe ich so, dass sich nach 12 Stunden Schichtdienst die Anstrengung bemerkbar macht. Ich glaube nicht, dass damit ein simpler Stromausfall gemeint ist (Im Video gibts schließlich auch Strom auf der Wache: Die Alarmierung funktioniert, das Alarmlicht in der Halle geht an) . Allerdings bin ich mit der Textstelle auch noch nicht ganz zufrieden…
      Die zweite Redewendung bezieht sich wohl eher auf die Tatsache, dass jeder Feuerwehrmann/RD-ler /Polizist versucht, die Erlebnisse aus dem Job nicht in die Familie zu tragen, um sie nicht damit zu belasten, was durchaus mit schweren Folgen für das Zusammenleben enden kann. Das „zurücklassen der Tragödien“ führt aber manchmal dazu, dass man Probleme aus den Einsätzen verdrängt, sie sich „einbrennen“ und für PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) sorgen. Das ist im Text und im Video durch die Schlafstörungen und die Abwesenheit im Gespräch mit der Ehefrau angedeutet. Auch schnelle Ermüdung und Konzentrationsschwäche können Symptome einer PTBS sein. Eine bessere Übersetzung in diesem Zusammenhang ist mir aber leider nicht eingefallen. (Umgehen mit dem Erlebten,was nur mich betrifft?)

    • firefox05c schreibt:

      Ich habe die 2. Stelle nun angepasst. Das trifft es wohl besser.

      • Tänzerin schreibt:

        Ja, das geht ungefähr in die Richtung wie ich es auch verstehe.
        The power’s out für ich habe keine Kraft mehr finde ich immer noch seltsam, aber es hat bestimmt neben der wörtlichen Bedeutung noch mehr Sinn, da hast du schon Recht…

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