Fundstück: Brunz- Cover im Fläschchen

Alles, was oben reingeschoben wird, muss irgendwann am Ende des Stoffwechsels unten wieder raus. Und das nicht immer im passenden, einsamen Moment: Man hat oder bekommt Besuch, oder die Liebste wollte eigentlich anschließend Baden – aber die schweren Schwaden wabern nach dem Abstoßen des Endproduktes durchs Bad und hinterlassen eine lebensfeindliche Atmosphäre. Der Spiegel beschlägt, die Wandfliesen lockern sich und die Silberfischchen huschen mit einem Bündel über der Schulter vorbei … Das kann je nach anwesendem Personalstamm mal peinlich, mal ärgerlich sein.

Meine Frau kam dann neulich vom Drogeriemarkt ihres Vertrauens (Das Stöffchen gibt es ja mittlerweile nicht nur hier, sondern auch bei BIPA in Österreich!) und brachte dieses Fläschchen mit: Ein Pumpspray namens „Thronjuwel“. „Na toll, hasse wieder irgend ’nen teuren Tinnef gefunden?“, mopperte ich herum, denn für Gewöhnlich kann ich in ihren Mitbringseln keinen tieferen Sinn entdecken (Lutschsteine für die Brüllschüssel, Lavendel- Muff zum an-die-Wand-kleben und Tuppern, Essstäbchen in Duftöl …) „Ach Ollen, jetzt beruhige dich und probiere das Zeug erst mal aus! Das Funktioniert!“, hielt sie dagegen.

Verschleierungs- Utensil. Auch, falls man mal irgendwo zu Gast ist!

Bei meiner nächsten Sitzung tat ich also wie geheißen: 4 Spritzer auf den See im Tiefspüler, dann die „Rettungsübung“. Und siehe da, man glaubt es kaum: Das Bad war im betretbaren Zustand, und nur ein netter Zitrusduft war zu schnuppern! Also, fast. Jedenfalls war die Atmosphäre erheblich lebensbejahender als üblich. Ich schreibe das hier übrigens nicht, weil ich etwas dafür bekomme, sondern weil das Zeug einfach geil ist! 😉

Ich schickte eine Mail zum Hersteller, um zu erfahren, wie das Zeug denn funktionierte. Nicht, dass ich eine chemische Bombe wegspülen und im Klärwerk sämtliche Bakterien wegsterben würden!  „Ganz einfacher physikalischer Vorgang“, schrieb eine nette Thron- Folgerin zurück. „Der ölige Film lässt einfach keinen Geruch mehr aus dem Wasser nach oben.“ Cool! Und für den „Pups nebenher“ duftet das ätherische Öl leicht zitronig. Also: Klare Empfehlung, falls ihr es mal irgendwo herumstehen seht! Da man nur jeweils 4 Spritzer braucht (und man es bei planbarer Einsamkeit in den nächsten zwei Stunden ja nicht unbedingt verwenden muss), hält es auch eine ganze Weile. Wir topfen immer noch auf der ersten Flasche herum. 😉

Ach: Und für alle, dessen Keramik kein Fleisch mag: Das Zeug ist rein pflanzlich und somit vegan.

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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8 Antworten zu Fundstück: Brunz- Cover im Fläschchen

  1. Techniker schreibt:

    Ich hab noch eine billigere Lösung: Direkt, sofort nach der „Wasserung“ Spülen. Was weg ist, stinkt nicht mehr.

  2. Angela sau-saugut schreibt:

    Sehr guter Tipp! Danke!

  3. roerainrunner schreibt:

    Das Wortspiel im Namen (Thronjubel) liebe ich.
    Einziges Manko: Mein Brüllschüsselchen ist kein Tiefspüler und im flachen Gewässer funktioniert das sicherlich nicht.
    Nebenbei: Kann man das aus Öl und Duftgedöns nicht auch selbst herstellen? 😉

    • firefox05c schreibt:

      In so einem „Flachspüler“ klappt das natürlich nicht …
      Ich denke, man kann bestimmt auch selbst etwas herumexperimentieren. Ob es das gleiche Ergebnis ist, bleibt auszuprobieren. 😉 (Ich bitte um Dokumentation der Versuchsreihe …)

      • roerainrunner schreibt:

        Angeblich soll ein angezündetes Streichholz ja helfen. Aber ob man das einem von der Feuertruppe empfehlen darf *hust* 😀

      • firefox05c schreibt:

        Je nach Gasgehalt in der Luft kann das lebensgefährlich sein. 😉 (Aber ja, das unterdrückt auch etwas, habe ich schon probiert. Das Spray ist jedoch tatsächlich besser.)

  4. Talianna schreibt:

    Erstens liebe ich das Wort „Tinnef“, das man im Süddeutschen einfach nicht hört, und zweitens ist … äh … der Duktus Deiner Beschreibung ein Duktus sondergleichen …

    Kurz und gut: Mich schüttelt’s vor Lachen und dennoch erwäge ich, Deinem Rat zu folgen. Zwei Daumen hoch.

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