Suchen, ohne etwas finden zu wollen

„Heute ist meine letzte Praktikumsschicht hier“, erzählte der RTW- Grundi. „Und ich habe bisher nur eine Menge Taxifahrten gemacht, und ein paar eher weniger spektakuläre Notfälle erlebt. Im Grunde hatte ich Mühe, meine Einsatzberichte für den Ausbildungsnachweis zusammen zu bekommen.“ Wir saßen in einem Ruheraum am Tisch und hatten gerade die verschiedenen Lagerungsarten für Patienten wiederholt. Ich fragte nach: „Was meinst du mit ’spektakulär‘? Keine Rea gehabt? Keinen VU?“ – „Nein. Ein paar Platzwunden, innere Erkrankungen, unseren Stammkunden vom Mozartplatz einige male ins Krankenhotel gefahren… So etwas halt. Aber nichts ’schlimmes‘. Weißt du, ich wüsste gerne, ob ich für den Job belastbar genug bin. So bei Einsätzen wie ‚Fenstersturz‘ oder ‚Person unter Zug‘.“

Ich runzelte die Stirn: „Aha. ‚Person unter Zug’…“ Mir dämmerte, was er meinte. Man stellt sich als Neuling immer vor, dass es im Rettungsdienst fast täglich rund geht wie bei den „Rettungsfliegern“: Ständig auf Leben und Tod, knöcheltief im Blute der Unfallopfer waten, und zwischendurch zieht einer eine Waffe und bedroht die hübsche Notärztin. Was man in der Rettung halt so tut. Man will dann natürlich auch wissen, inwieweit man mit solchen Kleinkatastrophen klarkommt. Und ehrlich gesagt geht nun mal keiner zum Rettungsdienst oder zur Feuerwehr, um dann nur das „Liegendtaxi“ zu geben. Aber glücklicherweise sind solche hochdramatischen oder belastenden Einsätze nicht alltäglich.

„Ich denke, es ist vielleicht sinnvoller, wenn du dich eher langsam herantasten darfst“, antwortete ich ihm. „Die ‚harten Sachen‘ gleich in den ersten Schichten zu erleben könnte dich den Job kosten. Besser, du siehst erst einmal einige Notfälle, die dir zeigen, was dich beim Stichwort „schlimm 2“ erwarten könnte – sonst haut es dich womöglich um, und du hängst den Job gleich wieder an den Nagel.“

Einige Minuten philosophierte ich noch mit ihm über psychische Belastungen, als das Alarmlicht aufflammte. Es war schon fast unheimlich, als die Stimme aus der Wand verkündete: „Einsatz für HLF und RTW: Schwanenweg, dort ‚Person unter Zug‘.“ Ich stieß nur ein „Du hast Schuld!“ hervor, als wir zügig zum Pflasterlaster liefen. Bei ‚Feuerwehrs‘ ist man halt noch etwas abergläubisch… 😉 Auf dem Weg zur Einsatzstelle instruierte ich ihn: „So lange die Strecke noch nicht freigegeben ist, werden wir sie nicht betreten. Im Grunde haben wir nun zwei Einsatzstellen: Einmal den Lokführer betreuen, und zum anderen wahrscheinlich die Leichensuche. Falls du aber merkst, dass dir die Eindrücke zu viel werden, sagst du mir kurz Bescheid und gehst zum RTW zurück. Das ist kein Ding. Wir sprechen dann später noch mal drüber.“ Er nickte. Für viele Worte war er in diesem Moment zu angespannt.

An dem angegebenen Anfahrtspunkt im Schwanenweg, einer Sackgasse, sah ich gerade den örtlichen Blaulichtreporter in seinen SUV steigen. Wieso war der schon wieder schneller? Und warum zum Teufel ist es den Verantwortlichen offensichtlich egal, dass er gegen Gesetze verstößt, indem er die Alarmmeldungen mitliest? Er trägt seinen Melder manchmal offen am Gürtel … Nun, wenigstens hatte er begriffen, dass er der anrückenden Kavallerie in dieser Sackgasse im Weg stehen würde und ging mit seinem Schlachtschiff eine Straßenecke weiter vor Anker.

Wir stiegen aus und suchten mit unserem Material unterm Arm einen Zugang durch die Büsche und durch einen Zaun zum Bahnkörper, bei dem wir das Ende der S- Bahn sehen konnten. Doch hier war alles unpassierbar. Die Kollegen vom HLF erkundeten ebenfalls einen möglichen Durchgang. Durch ein Loch im Zaun, das sie einige Meter weiter fanden, konnten wir dann an den Bahnkörper herantreten. Nun traf auch der Notarzt ein. Ich hielt es für sinnvoll, den Praktikanten mit dem Notarzt zusammen in den Triebwagen zu schicken: „Geh mal mit zur Betreuung des Zugführers, und wir schauen, ob wir weiter hinten den Getroffenen finden.“ Damit war der Noob aus der Schusslinie, konnte aber zumindest bei dem Bahnbediensteten vielleicht schon mal erfahren, was „psychische Belastung“ bedeuten kann. Dass wir alle zunächst in den Fahrerstand kletterten, hielt ich nicht für Sinnvoll: Dort war es sehr eng.

Recht schnell wurde allen Einsatzkräften über Funk mitgeteilt: „Das Sperrfax der Bahn liegt in der Leitstelle vor, Strecke darf betreten werden!“ Mit meinem Spannmann Klaus kletterte ich daraufhin auf die Schienen. Rechts blickten wir auf das Ende des Zuges, deshalb gingen wir in die andere Richtung.

Wir suchten nicht nur die Schienen ab, auf denen bei solchen Einsätzen fast immer irgendwelche Gewebefetzen und Blutspuren bis kurz hinter dem Zug zu finden sind, sondern schauten auch beidseits der Gleise nach einem vielleicht weggeschleuderten Opfer. Es ist schon vorgekommen, dass eine Person nur gestreift wurde und „am Stück“ in den Grünanlagen landete. Doch es war nichts auffälliges zu sehen.

Die Kollegen waren nun beim Lokführer und hatten erste Informationen, die sie über Funk an uns weitergaben, während wir noch über die Schienen stolperten: „Er sagt, es hätten fünf Kinder am Gleis gespielt!“ Mir fuhr es heiß durch den Körper. Klaus schaute mich erschrocken an: „Ach. Du. Scheiße.“ Das wäre ein Hammer, den man nun wirklich nicht erleben muss! In mir biss sich nun das Verlangen, nicht weitergehen zu wollen, mit dem rationalen Gedanken, dass es keine Lösung war, einfach nicht mehr zu suchen. Ich wusste aus anderen Einsätzen, wie ein Mensch aussieht, der unter einen Zug geraten war. Die Gliedmaßen reißen in den Gelenken ab, die Knochen stehen teilweise heraus, und der Torso liegt in Stofffetzen gehüllt als undefinierter Klumpen ganz oder zerteilt zwischen den Gleisen. Weitere Details möchte ich euch hier ersparen. Mehrfach hatte ich schon beim Einsammeln von Leichenteilen geholfen. Aber es waren immer Erwachsene, die ihr Tun überblicken konnten. Das ist etwas völlig anderes als dieses Darmokles- Schwert, das nun über uns hing. Ich wollte nicht in dem Film sein, in dem wir zerfetzte Kinder finden würden! Klaus, der selbst zwei Kinder hatte, ging es auch nicht anders, das sah ich bei einem kurzen Seitenblick in seinem Gesicht. Wenig hinter uns suchten noch drei weitere Kollegen. Nach dem Funkspruch waren ihre Gespräche verstummt. Nur widerwillig suchten wir alle weiter nach Spuren im Schotter. Wenigstens hatten wir noch Tageslicht. Bei Nacht wäre der Horror wohl noch schwerer zu ertragen gewesen.

Zwischen den Schienen waren jedoch keine Hinweise zu finden. Glücklicherweise. Dann kam ein weiterer Funkspruch: „Also, zum Ablauf: Der Führer hat fünf Kinder gesehen. Drei neben und zwei auf dem Gleis, alle etwa acht bis zehn Jahre alt. Ein Kind konnte sofort aus dem Gleisbett fliehen, das zweite hatte wohl Probleme, auf die Füße zu kommen. Der Zugführer hat zwar nichts gesehen, aber er meint, er hätte dieses Kind erwischt. Es soll etwa in Höhe des Kilometerschildes 225 gewesen sein.“ Ob man es glaubt oder nicht: Die Information, dass es sich womöglich „nur“ um 1 Kind handelte, machte die Sache schon etwas erträglicher. Kurz danach eine weitere Information: „Vorne am Zug sind keine Spuren zu sehen.“ Ein Unglück war also noch unwahrscheinlicher, wenn auch nicht ausgeschlossen. Wir suchten weiter den braunen Schotter und das Dickicht an den Seiten ab. Hier auf dem Gleis, welches durch das Gebiet einer Kleingartenanlage führte, war es schon fast bedrückend still.

Der Zug war an dieser Stelle nicht besonders schnell gefahren, daher war unsere Suchstrecke nur ein paar hundert Meter lang. Bald erreichten wir das besagte Kilometerschild und gingen zur Sicherheit noch etwa fünfzig Meter weiter: Kein Fund. Von uns fiel eine große Last ab: Der besagte Junge hatte es offensichtlich doch noch geschafft, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Einer der Kollegen hinter uns gab die gute Nachricht an den Einsatzleiter weiter.

Trotzdem schauten wir auf dem Rückweg nochmals genau in die Grünanlagen neben dem Gleiskörper, um sicher zu gehen, dass dort nicht doch ein weggeschleudertes Kind lag. Jedes Loch im Grün wurde genauer inspiziert, immer in der Hoffnung, dass die Suche erfolglos war. Es blieb dabei: Kein Fund.

Der Lokführer hingegen war nur wenig erleichtert: Das Erlebnis nahm ihn verständlicherweise ziemlich mit, so dass er auf Anraten des Notarztes von uns in die nächste Psychiatrie gebracht wurde, um dort erneut eingeschätzt und bei Bedarf medikamentös versorgt zu werden.

Auf dem Weg dorthin erzählte er uns im RTW, dass er den Beruf erst seit etwa anderthalb Jahren machte und noch nie jemanden überfahren musste. Deutlich spürte man das Problem, einerseits verantwortlich für den Zug zu sein, andererseits aber machtlos mit ansehen zu müssen, wie ein Mensch unter dem Wagen verschwindet. Obwohl man alles richtig gemacht hatte. Er beschrieb dem Praktikanten und mir: „Ich bin aus der Kurve gekommen und habe die Kinder gesehen. Natürlich habe ich sofort die Bremsung eingeleitet und gehupt, aber ich habe gesehen, dass der kleine Dicke nicht so schnell hoch kam. Er stand dann vor der Bahn und hat mich direkt angesehen! Nie werde ich dieses Gesicht vergessen!“ An den Moment danach habe er keine Erinnerung mehr. Ausgeblendet. „Ich weiß nicht, ob ich weggesehen oder es einfach vergessen habe, aber ich habe nicht gesehen, ob er es geschafft hatte. Ich dachte, er wäre unter dem Zug durch…“

Ich riet ihm, darüber mit vertrauten Personen zu reden. Allerdings nicht gerade mit seiner Frau: „Wenn sie ihr in allen Details erzählen, was passiert ist, wird sie womöglich zukünftig jedes mal Angst um Sie haben, wenn Sie zum Dienst gehen. Besser vielleicht mit einem guten Kumpel oder dem Bruder darüber reden.“ Der Rest würde sich dann hoffentlich in der Nachsorge der Bahn finden.

Nach dem Einsatz war für den Praktikanten das Thema „spektakuläre Einsätze“, jedenfalls für diese Schicht, gegessen. Er hatte nun zumindest schon mal eine Idee davon bekommen, was bei einem „Ernstfall“ im Kopf los sein würde.

Er wird es noch früh genug erleben.

Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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11 Antworten zu Suchen, ohne etwas finden zu wollen

  1. Michi schreibt:

    Danke für den gut geschriebenen Text! Beim Lesen hoffte ich inständig, dass ihr nicht fündig werdet…

    Ein ähnliches Erlebnis hatte ich heute als Fahrgast. Plötzlich Tröte und Schnellbremsung. Ich habe schon auf den Schlag von vorn gewartet, aber da war gottlob nichts zu hören. Schließlich stand der Zug, und nach kurzer Zeit kam dann eine Durchsage vom Lokführer. Er habe beinahe eine Person überfahren und brauche jetzt ein paar Minuten Pause, bevor er weiterfahren könne. Nach etwa 10 Minuten Stillstand ging es dann weiter bis zur nahen Endstation. Dort war für den Lokführer dann Sense; die Rückleistung, die er eigentlich noch hätte fahren sollen, fiel aus.

    Klar sind Zugausfälle immer ärgerlich, aber angesichts des Ereignisses ist es mehr als nachvollziehbar, dass der Lokführer sich danach nicht mehr für dienstfähig hielt. Und besser so als ein tatsächlicher Unfall.

  2. WPR_bei_WBS schreibt:

    Dass das ganze für Lokführer eine harte Sache ist, ist ja zum Glück mittlerweile sehr verbreitetes Wissen. Das danach aber andere Menschen damit beschäftigt sind, Kohlenstoff, Eiweiß, Lipide und Kalzium in sehr verstörenden Formen zusammenzutragen, wird leider oft übersehen. Gut, dass Du auch das hier auf lockere, aber trotzdem angemessene Form schilderst.

  3. Chris schreibt:

    Hallo Firofox!
    Nun verfolge ich Deinen Blog schon seit Jahren und muss sagen, dass dieser Artikel im Aufbau und Schreibform einer der Besten ist und zudem inhaltlich gar nicht uninteressant.
    Es ist immer noch schön, wenn ich sehe, dass Du einen neuen Artikel rausgehauen hast; da weiß man: Es ist mal wieder etwas zum Schmulzeln und zum Nachdenken dabei, jedoch ohne damit zu übertreiben oder den roten Faden des Themengebietes zu verlassen.

    Vielen Dank Dir für viele tolle oder sogar lehrreiche Anekdoten aus deinem Berufsalltag und darüber hinaus!

    P.S.: Aus oben genannten Gründen, bin ich gar nicht so unglücklich, dass in unserem FF-Ausrückebereich keine genutzte Bahnstrecke verläuft; jedoch höchsten Respekt all denen, die solche Aufgaben übernehmen (müssen) und das dann auch noch zu verarbeiten haben.

  4. Alex schreibt:

    Hi,
    ich habe erst meine Prakti-Zeit auf dem RTW hinter mir und kann durchaus nachvollziehen, dass man auch etwas „richtiges“ erleben will. Mir war immer klar, dass das Leben im Rettungsdienst nicht nur aus Action besteht – ja geradezu langweilig ist. Allerdings habe ich knapp 200 Stunden RTW hinter mir und nicht einen anspruchsvollen Einsatz gehabt. Ich konnte viel darüber lernen, wie man anspruchslose Einsätze abarbeitet, aber die Abläufe bei einem schwereren Verkehrsunfall oder einem kritischen Patienten blieben für mich im Dunkeln. Eine super Voraussetzung für mein weiteres Arbeitsleben, oder?
    Jetzt bin ich als Rettungssanitäter plötzlich ohne Netz oder doppelten Boden unterwegs.. Es gibt keinen Kollegen mehr, der hinter mir steht und mir bei anspruchsvollen Tätigkeiten unter die Arme greift: Wenn der Notfallsanitäter etwas schnell will, dann muss ich jetzt eben liefern können, auch wenn ich das nur in der Theorie gelernt, aber nie praktisch angewendet habe. Das ist kein gutes Gefühl und natürlich will man als Praktikant auch etwas erleben (=lernen), was einem bei den selteneren, anspruchsvolleren Einsätzen, hilft. 2 KTW-Fahrten in einer 12h Schicht ist zwar für alle gut, vergrößert meinen Erfahrungsschatz nun nicht unbedingt.
    Klein anfangen und sich dann an anspruchsvollere Einsätze herantasten ist ein guter Weg, aber man sollte eben auch irgendwann einmal auf Schlimmeres gefasst sein.
    Ich finde es aber super, dass du dich mit dem Praktikanten zusammengesetzt und mit ihm gelernt hast!
    Ich habe gelernt, dass man sich als Praktikant selbst helfen muss und die meisten Kollegen lieber am Handy, Fernseher oder auf dem Kissen hängen, als sich um den lebenden Ballast im Pflasterlaster zu kümmern.

    • firefox05c schreibt:

      Natürlich muss man die Abläufe bei einer Notfallversorgung auch praktisch durchführen können. Aufgrund der Kürze der Praktika lässt sich aber leider nicht garantieren, dass dieses auch möglich ist. Es sollte aber auch jedem NFS klar sein, dass er von einem Anfänger natürlich nicht die gleiche Routine verlangen kann wie von einem alten Hasen.
      Abgesehen von der Tatsache, dass man es sich natürlich sowieso nicht aussuchen kann, sollte jemand, der noch „frisch“ ist, nicht gleich die volle Breitseite erleben müssen. Bei Einsätzen, bei denen selbst erfahrene Retter an ihre Grenzen gelangen, wird ein Neuling erst recht überfordert sein, zu „funktionieren“. Und das kann die ganze Berufswahl infrage stellen – gerade bei sehr motivierten Leuten, die hohen Ansprüchen gerecht werden wollen.
      Was die Praktikumsbegleitung angeht: Unser Ausbildungsplan sieht während des Praktikums auch Unterrichtseinheiten mit vorgegebenen Themen vor, die im Ausbildungsnachweis unterschrieben werden müssen. In besagter Schicht hatte der verantwortliche NFS frei, ich war bloß Ersatz. 😉

  5. florianessen112 schreibt:

    Soso, Herr S. W. erlangt also nun überregionale Bekanntheit? Was hat der überhaupt bei Person unter Zug zu suchen? Da gibt’s für die Presse eh nix zu suchen?

    • firefox05c schreibt:

      Was meinst du mit „überregionale Bekanntheit“? Im Grunde ist er im Ruhrgebiet überall unterwegs, wenn auch nicht immer als Sensationsreporter. Was seine dortige Anwesenheit angeht: Grundsätzlich begleiten Blaulichtreporter erst einmal alle interessant erscheinenden Einsätze. Ob später etwas verkauft wird oder nicht (z.B. bei Selbsttötung), ist erst relevant, wenn die genauen Umstände feststehen. In diesem Fall wäre es ein Unfall gewesen – und damit Ware für den Nachrichtenmarkt.
      Es könnten ja auch Bilder dabei entstehen, die später mal (als Symbolbilder?) gebraucht werden könnten. So zum Beispiel bei einem seiner Mitbewerber, der am Bahnhof nach „P-Schiene“ Fotos gemacht hatte, von denen er später eines als „Aprilscherz“ aufbereitet auf seine Seite stellte.

  6. Ich habe mich ale Praktikant auch mal drüber geärgert, dass wir an dem Tag nur HiLo’s gefahren haben. Prompt erklang (1 Min. vor Dienstschluss…) der Gong und die Durchsage, dass es in der Innenstadt eine große Explosion gegeben hatte. Zum Glück gab es „nur“ 2 Schwerstverbrannte. Irgendwie war ich froh, dabei gewesen zu sein.Einfach um mal zu „testen“, ob man sein Wissen in solchen Sit. auch wirklich umsetzen kann (hat in dem Fall geklappt). Andererseits war ich danach auch echt froh, dass die Schicht zu Ende war.

  7. Uwe schreibt:

    Moin,
    auch auf die Gefahr hin dass es viele nicht genau wissen wollen ein Hinweis auf ein kleines Detail: Die Bezeichnung „Zugführer“ wird manchmal fälschlich verwendet. Ich schreib daher mal ein paar Zeilen. Ihr müsst den Text aber nicht bis zum Ende lesen, wenn es zu nervig wird 😉
    – Der Typ der vorne sitzt und fährt ist der Triebfahrzeugführer. Die Bezeichnung „Zugführer“ ist zunächst mal nicht richtig.
    – Dann gibt es einen Mitarbeiter, der durch den Zug durch läuft und sich um alles kümmert. Er knipst Fahrkarten, gibt Auskünfte und ist für die Leute da. Wenn der Zug am Bahnsteig hält, dann schließt er die Türen (löst das automatische Schließen aus) und erteilt den Abfahrauftrag an den Triebfahrzeugführer. Ferner telefoniert er mit der Zentrale, falls z. B. ein Anschluss für eine Verspätung organisiert werden soll. Dieser Mitarbeiter ist der „Zugführer“ und ist nominell Vorgesetzter des Lokführers.
    – Man könnte den Vergleich aufmachen, dass der Lokführer im Bahnwesen dem Maschinist bei der Feuerwehr und dass der Zugführer im Bahnwesen dem Gruppenführer der Feuerwehreinheit entspricht.
    – Und um das ganze jetzt noch eine Stufe komplizierter zu machen: Im Fernverkehr ist die Trennung Lokführer-Zugführer zumeist noch vorhanden, im Nahverkehr ist der Zugführer oft wegrationalisiert und der Job ist dem Lokführer mit übertragen worden.
    – Und was heißt das nun? Tja, der Typ ganz vorne ist ganz sicher Triebfahrzeugführer und möglicherweise auch Zugführer.
    .
    Ach ja, und was den Aberglauben angeht: Ich habe mich mal nach einem langen Ausbildungsdienst zu der Aussage hinreißen lassen, dass wir lange keinen richtigen Einsatz gehabt hätten. Am Morgen drauf explodierte im Ort ein Silo während eines laufenden Einsatzes.
    .
    Gruß Uwe

    • firefox05c schreibt:

      Ich glaube, bei einem anderen Artikel hattest du mich schon einmal darauf hingewiesen. Ehrlich gesagt hatte ich aber beim Schreiben wenig Lust, danach zu suchen, weil ich nicht mehr genau wusste, zu welchem Artikel das war.
      In diesem Fall war es eine S- Bahn, daher gehe ich davon aus, dass es ein Zug-Triebfahrzeug-Führer war. 😉

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