Fragt ruhig!

Viele der Suchbegriffe, die hierher geführt haben, werden durch meine Artikel nur am Rande beantwortet (z.B. „Dudelsack zusammenbauen“, „Motivation Rettungsdienst“, „Notausgang versperrt“) oder- man mag es bei der Vielzahl kaum glauben- nicht einmal annähernd angeschnitten (wie z.B. 182x „Pyramidenwespe“, „Trauma Bag RTW“, „Elektrogerät Überlast“ oder „brüllender Löwe“)  . Ich mit meinem Samaritersyndrom finde es immer schade, dem Suchenden dann nicht im Nachhinein die Antwort geben zu können.

Keine oder nur sehr bedingte Antworten gibt es hier allerdings auf Anfragen wie „Meine Frau spricht nicht mit mir“ (44x!) oder Papiertüten falten (frag den aufsichthabenden Beamten…), brennende Steckdose (nicht googeln! Feuerwehr rufen!!!), Hausfrau wischen, „die feuerwehr hat 3 feinde die leitstelle“ … Man kann nicht alles wissen.

Also: Sollten abseits der Artikel noch Fragen zum Thema Feuerwehr, Rettungsdienst, Dudelsack oder anderem offen sein, die ich vielleicht beantworten könnte, könnt ihr sie hier als Kommentar stellen. Soll die Frage oder die Antwort nicht öffentlich sein, einen kurzen Vermerk mit dazu, und ich antworte per Mail. (All‘ zu blödsinnig sollten die Fragen dann aber bitte doch nicht sein, OK?)

90 Antworten zu Fragt ruhig!

  1. firefox05c schreibt:

    Ein häufiger Suchbegriff, der auf mein Blog führt, ist
    „Was kostet Kaffee in Holland?“ .
    Also, ich denke mal, wenn man aktuelle Kaffeepreise aus den Niederlanden haben möchte, sollte man dafür ehr gezielt einen Laden googeln, der Kaffee im Angebot hat. Zum Beispiel die „Zwei Brüder von Venlo“, die das Zeug tonnenweise verkaufen!
    Website: http://www.2bruder.com/
    Tipp: Gegenüber ist eine ganz kleine Kaffeeklitsche, so groß wie ein Kiosk. Dort ist das Zeug teilweise NOCH billiger. Vergleichen! 😉

  2. TellerImSchaumbadWascher schreibt:

    http://presse.polizei-bwl.de/_layouts/Pressemitteilungen/DisplayPressRelease.aspx?List=7fba1b0b-2ee1-4630-8ac3-37b4deea650e&Id=38601 – „Mit speziell aufbereitetem Löschwasser gelang es den Feuerwehren den Fahrzeugbrand schnell unter Kontrolle zu bekommen.“ PR-Sprech für „Wir haben Spüli reingetan“ oder steckt mehr dahinter?

    • firefox05c schreibt:

      In Geisingen steht ein Löschfahrzeug mit einem 200l- Schaummitteltank und einer fest eingebauten „DigiDos“- Schaummittel- Zumischanlage, mit der man dem Löschwasser Schaummittel in variablen Mengen zumischen kann. Dieses ist möglich vom „Spritzer Spüli“ (ab 0,1% als Netzmittel, um die Oberflächenspannung des Wassers herab zu setzen) bis hin zum Schaummittel- Gemisch mit 6%. Wird ein niedrigprozentiges Gemisch mit einem Hohlstrahlrohr abgegeben,entsteht ein Schaum, der sehr wässrig ist. Ich denke, dass auf das erstaunte Nachfragen des Pressesprechers, wieso ein „normal“ abgegebenes Löschwasser so schäumt,der Einsatzleiter der Einfachheit halber gesagt hat, dass es „Speziell aufbereitet“ sei. Was im Grunde ja auch stimmt… 😉
      (Ich habe jetzt auch gleich mal versucht, das für Laien zu erklären.)

      • TellerImSchaumbadWascher schreibt:

        Hallo, danke für Deine Erklärung, da lag ich ja mit meiner Einschätzung gar nicht weit daneben, wenn Du selbst schon vom „Spritzer Spüli“ schreibst.

        Ich hätte eher einen feinen Wassernebel erwartet, mit dem man die Gasflaschen herunterkühlt, damit die nicht Bombe spielen, während man den Motorbrand löschen versucht. Taugt Schaum auch dafür besser als ein Wassernebel? Ich bin eben kein Feuerwehrmann, sondern erinnere mich nur dunkel an so Geschichten aus dem Physik- und Chemieunterricht bezüglich Verdunstungswärme und beschleunigter Reaktion bei großer Oberfläche, also feinen Tropfen… gefährliches Halbwissen und so, Du verstehst. 😉
        Wo ich gerade so darüber nachdenke, gab es da nicht mal so ein „Feuerlöschgewehr“, was per Druckluft feinste Wassertropfen verschießen sollte? Was ist denn daraus geworden?

      • firefox05c schreibt:

        Wenn ein „ordentlicher“ Schaum aufgetragen wurde, kühlt der ganz gut, weil er ja auch haftet und zwischen dem Ladegut liegen bleibt. In diesem Fall wird damit aber wohl ehr die brennende LKW- Kabine gelöscht worden sein, wobei sich der Schaum natürlich aus o.g. Gründen auch besser eignet als einfaches Wasser (Eindringen in Zwischenräume und in unzugängliche Stellen, längere Kühlung durch Haftung, Stickeffekt…).
        Das Impulslöschverfahren, welches du ansprichst, gibt es zwar noch, wird aber selten bei kommunalen Feuerwehren eingesetzt. Das System basiert auf die feine Zerstäubung einer geringen Menge Wasser, die dadurch schlagartig die maximale Wärmeenergie aus dem Feuer aufnehmen kann- und damit sehr effektiv ist. Aber abgesehen davon, dass es einiges Umdenken in der althergebrachten Taktik verlangt (Feuerwehrleute sind da sehr konservativ…), wird es meines Wissens auch nicht von öffentlicher Hand bezuschusst, muss also von den Gemeinden komplett selbst bezahlt werden. Und Geld hat kaum noch eine Gemeinde übrig. 😉
        Ach, und was den „Spritzer Spüli“ angeht: Den gibt es bei den Feuerwehren tatsächlich, z.B. in der Kübelspritze, einem 10l- Wasserkübel mit Kolbenpumpe (auf jedem Löschfahrzeug, für Kleinbrände noch oft genutzt)!

  3. Daniel Eschenlohr schreibt:

    unter was kann man dich denn auf twiter finden?

  4. machermama schreibt:

    Du gehörst zu meinen Lieblingsblogs – den Award kannst du auf
    http://mamamachmal.wordpress.com/2013/05/29/ich-habe-einen-award-bekommen/
    abholen, ich würd mich freuen, wenn du ihn annimmst!
    Und ich freu mich auf noch viele Beiträge in deinem Blog!

    • firefox05c schreibt:

      Gerne hätte ich den Award angenommen. Ich muss aber gestehen, dass ich ihn leider nicht weiterführen kann, da ich so gut wie keine Blogs lese. Ich werde aber in einer ruhigen Minute noch mal darüber nachdenken, was sich machen lässt, um ihn doch noch weiter zu reichen. Danke! 🙂

  5. machermama schreibt:

    Kein Problem 😉 Mag deinen Blog trotzdem gern und freu mich auf neues Lesestoff

  6. Martin schreibt:

    Auf welcher Wache bist du ? Die Nummer der Wache reicht mir als Antwort.

    Danke !

    • firefox05c schreibt:

      Auch, wenn mich schon eine Menge meiner Kollegen identifiziert haben, möchte ich nicht, dass Außenstehende (z.B. Menschen, die glauben, sich wieder zu erkennen) einen Ansatz haben, die teilweise mühsam eingebrachte Anonymisierung aufzuheben und damit das Blog zu gefährden. Entschuldige also bitte, dass ich mich darüber im Blog ausschweige. Je anonymer ich bin, desto freier kann ich schreiben. 🙂

  7. DerNachdenklichGewordene schreibt:

    30-60-90-Regel?

    Hi, ich bin auf einer der Seiten in Deiner Blogroll auf die 30-60-90-Regel gestoßen.
    Einerseits finde ich es traurig, dass diese in den Erste-Hilfe-Kursen, selbst bei denen für Betriebliche Ersthelfer, die ja deutlich umfangreicher sind als das was man zur Führerscheinprüfung als Kurs bekommt, in keinster Weise Erwähnung findet (bzw. fand – bis 2009 habe ich jedenfalls nie davon gehört).
    Andererseits habe ich mir die Abstände neulich mal angeschaut und frage mich – wie soll man da überhaupt erste Hilfe leisten, ohne sich selbst zu gefährden?
    Die einzige Chance, die ich sehe, ist, über die Rückbank bei geöffneten Türen an die Patienten auf den Vordersitzen ranzugehen – Lehne flachkurbeln und sie nach hinten rausziehen. Aber das dürfte in diversen Unfallsituationen schwierig bis unmöglich sein.
    Was empfiehlst Du dem „Laien“, der also nicht mit Helm und fester Kutte an das Unfallfahrzeug rantritt, sondern wenn’s dumm geht, in Hawaiihemd und kurzer Hose?

    • firefox05c schreibt:

      Hallo!
      Zunächst einmal musste ich bei der vielzahl von Abkürzungen für Taktiken und Geräte erst einmal überlegen, welche Regel du meinst. Für die, denen es auch nicht einfällt: Es geht hier um den Abstand in Zentimetern, den ein Helfer nach einem Verkehrsunfall zu nicht ausgelösten Aurbags halten soll.
      Ich habe in meinem „Leben 1.0“ einmal Automechaniker gelernt und weiß daher, dass Airbaganlagen sehr sicher sind – wenn sie und ihre Steuerung intakt ist. Daher finde ich es sehr unwahrscheinlich, dass ein Airbag, der bei einem Unfall nicht von der Elektronik ausgelöst wurde (bei bestimmten Aufprallwinkeln werden einzelne Airbags absichtlich nicht angesteuert!), zu einem späteren Zeitpunkt ohne weitere Manipulation nachträglich aufknallt. Die Fälle, die mir durch Schulungen und eifrigem Suchen bei Youtube bekannt sind, sind selten und meistens aufgrund von größeren Eingriffen – z.B. dem Zerschneiden von Dachsäulen zurückzuführen.
      Als Ersthelfer hast du jedoch trotzdem ein gewisses Risiko, das lässt sich nicht leugnen. Wenn man bei der Rettung einer Person in die Nähe eines nicht ausgelösten Airbags muss, dann sollte man wenigstens darauf achten, den Kopf nicht in den kritischen Bereich zu bringen. Die von dir angesprochene Möglichkeit, den Verletzten über die Rückenlehne zu ziehen, zeigt aber auch, dass man als Laie der Gefahr erst recht nicht aus dem Weg gehen kann. Hast du daran gedacht, dass mittlerweile auch viele Autos im hinteren Bereich z.B. Seitenairbags haben? 😉
      Am Sichersten kann man wohl vorgehen, wenn man sich in den Bereichen bewegt, wo bereits Airbags ausgelöst haben und heraushängen. Bags, die in zwei Stufen auslösen können, sind meines Wissens nach noch nicht so häufig verbaut.
      Das alles sind aber Theorien, die durch die Realität zunichte gemacht werden können: Je nachdem, wie das Fahrzeug nach dem Unfall aussieht und wie es steht, kommt man überhaupt nicht umhin, sich in der Nähe der Airbagbereiche zu bewegen, wenn man helfen will. Daher kann man – wie so oft bei Notfällen – keine allgemeingültigen Tipps geben.
      Bei allen Gedanken um die möglichen Gefahren beim Retten NACH einem Unfall wird von vielen – vorwiegend weiblichen – Autofahrern aber völlig vergessen, wie gefährlich ein Airbag den Insassen BEI einem Unfall werden kann, wenn man sich nicht an einige Regeln hält! Ich sehe oft Fahrer (selbst Fahrschüler in den Fahrschulautos!), die viel zu dicht vor dem Lenkrad sitzen, so dass ihnen der Bag „voll auffe Fresse“ knallen würde. Oder der Beifahrer hat (gerade jetzt im Sommer) seine Füße / Knie auf dem Armaturenbrett. Was meinst du, was das Gesicht dazu sagt, wenn der Airbag beim Auslösen das Bein mit voller Wucht hoch- und damit das gebeugte Knie nach hinten zum Kopf schleudert?
      Letztendlich kann man sich nur vorsichtig bewegen, versuchen, keine Trümmer zu verschieben (es könnte Elektrik damit verbunden sein, die einen Kurzschluss verursacht) und hoffen, dass die Rettung – sofern der Verletzte aus dem Auto heraus muss, was ja auch nicht grundsätzlich der Fall ist – gut geht.

      • DerNachdenklichGewordene schreibt:

        Nebenbei: Das Problem mit den Knien am Beifahrerairbag habe ich in diversen Autos schon bei normaler Sitzposition, mit meiner Größe. 😉 Zumindest wenn hinter mir noch jemand auf der Rückbank einen Platz finden soll.

  8. DerNachdenklichGewordene schreibt:

    „Hast du daran gedacht, dass mittlerweile auch viele Autos im hinteren Bereich z.B. Seitenairbags haben?“ Ja – deswegen meinte ich ja, dass man die (hinteren) Türen aufmachen soll, so es noch geht. Oder kommen die aus der Seite der Rücksitzbank und nicht aus der Tür selbst? Oder meinst Du die Vorhang-Airbags? Kommen die aus dem Dachhimmel und nicht aus dem Türrahmen?
    Ich dachte übrigens, ich hätte mal etwas gelesen, dass modernere Systeme auch ein „out of position“ erkennen würden und dann z.B. im Fall der Füße auf dem Armaturenbrett den betreffenden Airbag nicht zünden. Aber diese Technik ist derzeit sicher in den wenigsten Autos verbaut.

    • firefox05c schreibt:

      Ich weiß wohl, dass es einige Autos gibt, die eine Sitzplatzbelegung erkennen und auch bei nicht angeschnallten Insassen keinen Airbag auslösen.
      Was Seitenairbags angeht: Die können aus den Dachholmen, den Säulen oder auch seitlich aus den Lehnen kommen. Es gibt tausend Einbauorte…
      Allerdings kannst du davon ausgehen, dass die Dinger nach dem Auslösen zwar im Weg hängen, aber nicht die Funktion von Türen behindern.

      • DerNachdenklichGewordene schreibt:

        Zur Sitzplatz-Belegt-Erkennung: Ein ehemaliger Arbeitskollege erzählte mal, dass er bei seinem früheren Arbeitgeber einen Dienstwagen hatte, bei dem man den Werkzeugkoffer nicht auf den Beifahrersitz legen durfte. Tat man es doch, verweigerte das Auto das Anlassen, weil der vermeintliche Beifahrer nicht angegurtet sei. Technik, die begeistert. 😉

      • firefox05c schreibt:

        Die Elektronik hat aber genau das getan, wofür sie da ist: Wird ein (vermeintlicher) Mitfahrer erkannt, muss sich dieser auch – wie in Deutschland üblich – anschnallen. 😉

      • DerNachdenklichGewordene schreibt:

        Andere Autos machen da halt ständig Ding-Dong, lassen Dich aber trotzdem den Motor anlassen.
        Denn es gibt Ausnahmen von der Anschnallpflicht (damit meine ich jetzt nicht die „Gurtbefreiung“, sondern dass man sich als Beifahrer z.B. beim Einparken losschnallt und aus dem Fenster lehnt, um den Abstand auf der rechten Fahrzeugseite besser einschätzen zu können, weil der Fahrer dort nicht so gut hinsieht). Und außerdem war die Elektronik so „clever“, dass sie nur das Anlassen gesperrt hat. Lief der Motor, konnte die Tasche wieder auf den Sitz und es kam auch kein Ding-Dong.

  9. Nadine Fiedler schreibt:

    Da die letzten Tage auf Deutschlands Autobahnen vermehrt zu Begegnungen mit geschlossenen Verbänden geführt haben, habe ich mir das ein oder andere Mal Gedanken über diverse Sondersignale gemacht.
    Die Verbände sind durchgängig mit Blaulicht gefahren – dürfen sie ja auch, nur eben nicht mit Einsatzhorn weil es ja kein Einsatz in dem Sinne zum Unfallort ist.
    Aber wo ist der Unterschied bei Patientenfahrten im KTW (Die sich soweit ich weiß an die normale StVO halten muss aber mit Blaulicht fahren dürfen?) im Bereich der Rechte zum RTW bei Einsatz?
    Der RTW darf ja auch nur mit Blaulicht Sonderrechte in Anspruch nehmen (Rote Ampeln, Parkplätze soweit das Auge reicht, erhöhte – angepasste – Geschwindigkeit).
    Hatten die KTW, die ich bisher mit Blaulicht gesehen habe, nur vergessen das Licht wieder auszumachen oder DÜRFEN sie es anhaben aber eben keine Sonderrechte in Anspruch nehmen? Ampeln haben sie nämlich nicht überfahren.
    Aber wie soll der Bürger, der da nur wenig Interesse dran hat, dann die Sondersignale unterscheiden? Blaulicht heißt für mich Platzmachen.

    (Und obwohl ich weiß, dass die Stimmung in den Verbänden vermutlich gedrückt ist, weil es in die akuten Krisengebiete geht, ist es doch interessant anzusehen, wie sich zig Fahrzeuge aus allen Bereichen auf der Autobahn an dir vorbei schlängeln. Bis du auch schonmal in so einem Verband (Gilt sowas eigtl als Hundertschaft?) mitgefahren?

    Viele Fragen, wenn du’s nicht hier beantworten willst gerne auch als Mail. Aber auch gerne hier, könnte interessant sein. (Oder als Blog eine Aufklärung über Sondersignale und die Befugnis zu Sonderrechten?)
    Liebe Grüße, Nadine (Wuppertal)

    • firefox05c schreibt:

      Bei einzelnen Fahrzeugen:
      Blaulicht alleine gibt keine Sonderrechte und ist bei einfachen Krankentransporten – anders als in einigen anderen Ländern – meines Wissens nicht in der StVO vorgesehen. Es kann aber zum Beispiel zur Absicherung an Einsatzstellen dienen. Auch wird es gerne auf Fahrten nach §38 (sog. „Wegerechtsfahrten“) oft ohne Einsatzhorn verwendet,da der Fahrer davon ausgeht, dass andere Verkehrsteilnehmer sich schon denken können, dass dieses Auto nicht aus Langeweile „mit Blau“ fährt, sondern eine dringende Fahrt nach §38 vorliegt. Der Sonderrechtsfahrer versucht dann nur, mit möglichst wenig unnötiger Belästigung durch den Verkehr zu kommen, schaltet bei Bedarf aber das Signalhorn an. Die Polizei macht das auch gerne, um sich nicht schon auf der Anfahrt z.B. zu einem Einbruch „anzukündigen“. Diese Fahrzeuge fahren dann aber auch über rote Ampeln. Dass ein Fahrzeug sich mit eingeschaltetem Blaulicht „ganz normal“ im Verkehr bewegt, ist mir fremd. Womöglich hatten sie es tatsächlich zur Absicherung eingeschaltet, und beim Weiterfahren vergessen.

      Kolonnenfahrten:
      Kolonnen unterliegen besonderen Gesetzen: Sie sind vor der Fahrt anzumelden, Marschgeschwindigkeit und Fahrzeugabstände werden vorher festgelegt und anderes mehr. Hier wird das Blaulicht eingeschaltet, um den anderen Verkehrsteilnehmern zu signalisieren, dass sich die einzelnen Fahrzeuge als Teil einer „Kolonne“ bewegen. Das heißt, alle dazugehörigen Fahrzeuge sind als EIN Fahrzeug anzusehen, sie sind auch oft mit Flaggen gekennzeichnet. Und ähnlich wie bei einem LKW mit Anhänger fährt der Rest der Kolonne komplett über eine Kreuzung, wenn das Führungsfahrzeug diese bei „grün“ passiert hat. Bei einem LKW muss der Anhänger ja auch nicht vor einer Ampel stehen bleiben, wenn das Zugfahrzeug bei „spät- grün“ über die Ampel gefahren ist… 😉
      Eine Kolonne hat aber nicht grundsätzlich Sonderrechte, das heißt, in diesem Fall müsste das erste Fahrzeug auch bei roten Ampeln stehen bleiben, was natürlich wegen der Unkenntnis für Irritationen bei anderen Autofahrern sorgt.
      Leider können die meisten Verkehrsteilnehmer nämlich nach dem Abzug der Besatzungsmächte mit dem Begriff „Kolonnenfahrt“ nicht mehr viel anfangen und versuchen, sich zwischen die Fahrzeuge zu schieben, oder regen sich auf, dass die Kolonnenfahrzeuge weiter die Kreuzung passieren, obwohl die Ampel für sie längst „rot“ zeigt. Daher wird von vielen Kolonnen beim Kreuzen von anderen Straßen oft das Signalhorn eingeschaltet, um den anderen Autofahrern zu signalisieren, dass sie zusammen bleiben. Heutzutage sieht man Kolonnen noch ab und zu von der Polizei, wenn sie zu Großveranstaltungen wie brisante Fußballspiele fahren.
      Bei den im Moment laufenden Kolonnen der Hilfskräfte, die im Hochwassergebiet eingesetzt werden, kann es daher sein, dass sie etwa auf der Hinfahrt ins Einsatzgebiet Sonderrechte genehmigt bekommen haben (Blaulicht und Einsatzhorn benutzend), auf dem Rückweg dann wiederum ohne Horn, aber trotzdem mit Blaulicht fahren (einfache Kolonnenfahrt).
      Ich hoffe, dass ich die Fragen jetzt einigermaßen korrekt beantworten konnte. 🙂

      • energist schreibt:

        Ich hoffe, ich darf zwei Anmerkungen hinzufügen:

        i) Mir sind schon KTW/ITW begegnet, die zur Patientenschonung in Langsamfahrt unterwegs waren und trotzdem – um nicht ständig bremsen/beschleunigen zu müssen – an manchen Stellen mit Folgeton Platz geschaffen haben. Das blaue Blinklicht lief durch, was ich als Warnung auch nicht schlecht finde.

        ii) Ein bisschen Kind steckt ja in jedem Feuerwehrler – daher sage ich mal pauschal, daß es wenige geben dürfte, denen Verbandsfahrten nicht Spaß machen. Klar, bei 600 km von uns hier bis Dresden schläft man dann doch lieber mal als sich zu freuen; aber die letzten Kilometer in der Stadt (dann auch mit SoSi) waren schon etwas besonderes.

        Hier ein Video, leider nicht von uns, sondern von den Kameraden aus dem Hochtaunuskreis, die wie wir im Rahmen der Hessischen Katastrophenhilfe nach Sachsen bestellt wurden: http://www.youtube.com/watch?v=CvHu8TxyXXQ&t=30

      • firefox05c schreibt:

        Zu KTW mit Blaulicht möchte ich noch mal erwähnen, dass mit KRANKEN- Transportkraftwagen keine NOTFALL- Patienten gefahren werden dürfen, daher gibt es im Regelfall auch keine Begründung für §35 oder §38 StVO. Wenn sich der Zustand des Patienten unterwegs aber so verschlechtert, dass ein Notfallpatient daraus wird, kann es allerdings schon mal vorkommen, dass der Transportführer nach Abwägung der Möglichkeiten ein möglichst schnelles Eintreffen in der Klinik für die beste Alternative hält (die gesetzlich geregelte wäre das Nachfordern eines RTW mit qualifizierterem Personal und besserer Ausstattung, wodurch aber Zeit verloren geht: auf das Eintreffen warten, auf der Straße umlagern).
        Es können KTW auch als Transportfahrzeuge für Organe, einen Notarzt oder andere wichtige Fahrten behelfsmäßig eingesetzt werden, die Sondersignal bedingen. In deinem Fall (KTW fährt sehr langsam) denke ich aber eher an die Zustandsverschlechterung eines Patienten.
        Danke für das Video. In diesem ist zu Anfang deutlich zu sehen, wie schwer es für SoSi- Fahrer sein kann, vor einer roten Ampel auch nur zwei Fahrzeuge (so weit ich sehen konnte, waren es in diesem Fall nur zwei) vor sich her zu schieben, um durch zu kommen.
        Außerdem hört man nach einiger Zeit das Hupen anderer Autofahrer. Diese dürften von der Sorte sein, denen selbst mit der Verwendung von Einsatzsignal nicht glaubhaft zu machen ist, dass man Kolonnen (durch die Fahnen sieht man deutlich, dass es eine solche ist) komplett passieren lassen muss. Wie ich oben schon ausführte: Seit dem Abzug der Besatzungskräfte sind deutsche Autofahrer mit Kolonnenfahrten schlichtweg überfordert.

  10. Ron schreibt:

    Hi firefox05c,

    in trauter Kaffeerunde entsprang bei uns kürzlich eine Diskussion, wie die Feuerwehr bei Einsatzfahrten mit Falschparkern ect. umgeht? –> Enge Straße, ein Wagenlenker – kein Kraftfahrer – parkt so günstig, das ein Bobby-Car noch vorbeikommt, das große rote Auto mit den blauen Lampen jedoch nicht. Zurücksetzen geht auch nicht wirklich – weil Stadt und Berufsverkehr und was weiß ich noch alles.

    Werden die zur Seite geschoben? Wird der Abschlepper gerufen? Wie werden solche Leute zur Rechenschaft gezogen? Wer bezahlt die kaltverformten Metallteile am schicken Dienstfahrzeug?

    Ich würde, wenn unbedingt notwendig, beiseite schieben – ich gehe mal davon aus, das mit etwas Nachdruck die meisten Pkw einem Lkw Platz machen…).

    Wenn es dazu schon einen Artikel von dir geben sollt – habe ich diesen aufgrund kognitiver Einschänkungen nicht gefunden…

    • firefox05c schreibt:

      Zu diesem Thema habe ich noch keinen Artikel geschrieben, da es hierzu keine klaren Aussagen gibt. Es ist, wie so oft bei der Feuerwehr: „Es kommt drauf an…“
      Oft kann man die Straße einfach aus der anderen Richtung noch befahren, wenn es keine Sackgasse ist. Dann wird diese Anfahrt sofort über Funk an die übrigen Fahrzeuge, die unterwegs sind, weitergegeben. Da wir hier einen recht guten Draht zur Blaulichtpresse haben, wird dann auch schon mal in die Medienberichte mit aufgenommen, dass wir durch Falschparker aufgehalten wurden.
      Wenn Autos auch ohne Rangieren nicht zu umfahren sind, was zum Glück nicht so häufig vorkommt, können wir sie z.B. auf Schaufelblätter stellen und wegziehen. Ist der Einsatz definitiv zeitkritisch (Flammen aus dem Fenster sind schon zu sehen), müssen wir in seltenen Fällen schon mal einen Spiegel abfahren.
      Ob der Falschparker später bloß ein Knöllchen oder gleich eine satte Anzeige bekommt, kann ich dir leider nicht sagen.
      Verursachen wir im Dienst einen Blechschaden, kann ich dir auf jeden Fall für „meine“ Feuerwehr versichern, dass lieber mal etwas schneller dafür bezahlt wird, als dass es negative Schlagzeilen wegen einer Gerichtsverhandlung gibt. Ich finde es nicht immer richtig, aber ich habe das ja auch nicht zu entscheiden. 😉
      Schäden wie in den Hollywoodstreifen, in denen ohne Rücksicht alles plattgefahren wird, gibt es bei uns nicht. Schließlich ist eine unserer Hauptaufgaben auch das „Verhindern von Schaden“, und nur, weil irgendwo ein Kochtopf schmort (Hauptursache für Meldungen wie ‚verdächtiger Rauch‘ und ‚Zimmerbrand‘), werden wir nicht „wilde Sau“ spielen.
      Allerdings hast du schon recht: Aufgrund der zunehmenden Enge auf den Straßen durch mehr Autos und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wird es an der einen oder anderen Stelle schon mal recht knapp für uns. Wenn dann noch so geparkt wird, dass nur an die Anwohner gedacht wird („Frau Schneider mit ihrem Lupo passt doch noch durch…“), geht das Rangieren und Hupen nach dem Fahrer los.

    • Daniel Eschenlohr schreibt:

      wir machen es so das wir den wagen auf 4 Schaufeln machen und wegschieben geht eigentlich relativ einfach

      • firefox05c schreibt:

        Ich habe mal bei einem Großbrand mit dem Beil einem Abschleppwagen die Seitenscheibe eingeschlagen, weil er in etwa 40m Entfernung zur brennenden Lagerhalle auf gleich drei (!) Hydrantenkappen stand. Bremse gelöst, Auto wegrollen lassen, Löschwasser zapfen. Kam mir vor wie bei Backdraft… 😀

  11. Raeblein schreibt:

    Hallo Firefox

    Ich hoffe du kannst mir eine „einfache“ Frage beantworten, wie heute (14.09.13) mal wieder durch die Presse ging wurde ein LKW Fahrer von seinem Navi so in die Pampa geschickt das der LKW von der Feuerwehr und einem Abschlepper geborgen werden musste (entsprechende Bilder gabs heute auch in der aktuellen Stunde zu sehen) jedenfalls erwuchs nun die Frage muss der Fahrer den einsatz der Feuerwehr zahlen ? oder zahlt man nur „echten“ Vorsatz und nicht blindes Vertrauen auf die Technik ?
    Ich bedanke mich einfach mal für diesen tollen Blog.
    bis bald
    Raeblein

    • firefox05c schreibt:

      Ich denke, du sprichst von dem Fall, bei dem ein LKW- Fahrer auf sein Navi vertraute, welches ihn in einen engen Waldweg lotste, wo er sich dann an einer kleinen Brücke festfuhr.
      Ich gehe zunächst einmal davon aus, dass der Fahrer auf jeden Fall die Rechnung für den Einsatz geschickt bekommt. Ob er sie dann an eine Versicherung weiterleiten kann, möchte ich aber bezweifeln: Trotz Navi ist der Fahrer dafür verantwortlich, geeignete Strecken zu befahren. Das beinhaltet im Zweifelsfall auch das Erkunden zu Fuß (mein Vater ist Fernfahrer, er ist schon so manche enge Straßenstrecke abgewandert…)
      Das Missgeschick, mit einem Silozug einen engen Waldweg zu befahren, war demnach also vermeidbar: Als LKW- Fahrer sollte man skeptisch werden, wenn der Weg nicht mehr breiter als das Fahrzeug ist. Wer sich trotzdem keine Gedanken macht und weiterfährt, handelt fahrlässig. Ich fürchte, der Fahrer wird also zahlen müssen, weil er es hätte besser wissen müssen.

  12. Manuel schreibt:

    Hallo Firefox,

    nutzt du für eMail Kommunikation einen Webclient oder Outlook bzw. besser noch Thunderbird?

    Viele Grüße,
    Manuel

    • firefox05c schreibt:

      Ich habe eine ganz einfache Mailadresse, die ich auch benutze. So’n Mist wie irgendwelche Programme, die mir unter Umständen Malware runterladen, ohne, das ich den Befehl dazu gebe, kommt mir nicht ins Haus. 😉

  13. sassa schreibt:

    Ein großer deutscher Automobilclub macht Werbung für die Rettungskarte. Brav habe ich die ausgedruckt und hinter die Sonnenblende des Fahreres geklemmt. Ich frage mich jedoch, ob das wirklich auch Anwendung findet? Schaut die Feuerwehr da nach, auch ohne das hässliche gelbe Plastikpapperl hinter der Scheibe? Oder weiß die Feuerwehr eh bei halbwegs bescheid bei häufigen Modellen und ich kann das Ding entsorgen, flattert mir nämlich auch immer wieder um die Ohren.
    LG und vielen Dank für die Antwort.

    • firefox05c schreibt:

      Die Rettungskarte wird nicht nur vom ADAC beworben, sie haben sie meines Wissens aber „erfunden“ und für die Verbreitung bei den Autoherstellern durchgesetzt.
      Bei der Vielzahl an Modell- und Ausstattungsvarianten ist es unmöglich, alle Einbauorte für Airbags, Gurtstraffer, Batterien, Karosserieverstärkungen oder Gasdruckdämpfer auswendig zu kennen. Daher kann man sich im Notfall einen schnellen Überblick mit der Rettungskarte verschaffen, wo Gefahren drohen und wo die Karosserie zerschnitten werden kann. Voraussetzung ist natürlich, dass wir überhaupt einen Hinweis finden, dass die Karte hinter der Sonnenblende steckt, da wir (noch) nicht automatisch nach ihr suchen.
      Den Aufkleber gibt es in verschiedenen Varianten, vielleicht gefällt dir ein roter Hinweis etwas besser. 😉
      Ich habe selbst so eine Karte hinter der Sonnenblende. Da es für mein Automodell aber nur eine Karte für alle Varianten gab, auf die auch Sonderausstattung eingezeichnet ist, habe ich sogar einen Hinweis draufgeschrieben, dass mein Fahrzeug keinen Seitenairbag hat. 🙂
      Wenn du keine Stecklasche hinter der Sonnenblende hast, die die Karte ausreichend festhält, kannst du sie vielleicht mit einem kleinen Tesa- Streifen fixieren. Wir werden sie im Bedarfsfall schon abreißen können.
      Irgendwann soll es mal so sein, dass wir einfach das Kennzeichen des verunfallten Fahrzeugs in einen Laptop eingeben und über eine Online- Anfage vom KBA das genaue Modell mit dem Datenblatt angezeigt bekommen. Davon haben allerdings kleinere Feuerwehren nicht viel, auch in „meiner“ Feuerwehr kann ich mir nicht vorstellen, dass wir in absehbarer Zeit auf alle ersteintreffenden Fahrzeuge Laptops für so etwas bekommen. Und da ich nicht erst warten möchte, bis bei einem Unfall der Einsatzleitwagen aus der Stadtmitte mit Laptop einsatzbereit vor Ort steht, ist das also noch Zukunftsmusik aus weiter Ferne.
      Die Rettungskarte, die das gleiche leistet, gibt es schon. 😉

  14. deltasigma schreibt:

    Moin,
    Du hattest im Juni doch über die Anschaffung eine Utili-Kilts nachgedacht.
    Darf man fragen, was daraus geworden ist, wo Du ihn bestellt hast und wie Du damit zufrieden bist? Momentan denke ich nämlich über die Anschaffung eines solchen nach.
    Mit Grüßen

    • firefox05c schreibt:

      Yeah, das Ding hängt bei mir im Schrank! Ich habe es aus Pakistan kommen lassen, bestellt über den eBay- Händler MH. Geoffrey & Co. Die angegebene Lieferzeit wurde etwas unterschritten.
      Der Kilt (dort angepriesen als „Geoffrey Active Men“) ist von guter Qualität, die Farben sind auf den Fotos gut wiedergegeben. Ich habe ihn bereits beim Angeln getragen, auch zum Aufbauen von neuen Möbeln ist er klasse. Erst gestern Abend habe ich ihn getragen, weil ich zum Zusammenbauen eines Regales viel auf dem Boden herumwerkeln musste. Keine Stofffalten drücken in der Kniekehle, kein Kneifen in der Leiste, den Schraubendreher mal eben in die Balgtasche gesteckt. Für handwerkliche Arbeiten ist der toll! Im nächsten Sommer werde ich ihn wohl mal beim Geocachen in der Natur ausführen.
      Einzig die Größe war falsch. Ich hatte den Umfang gemessen wie bei einem Traditional Kilt: In Höhe des Bauchnabels. Als der Kilt kam, musste ich feststellen, dass ich genau eine Falte herauskürzen musste, da er fast wie eine Hose auf der Hüfte getragen wird. Jetzt hat der Kilt eine Bundweite von „Jeansgröße + 1 Zoll“, will sagen: Mein Hosenbund ist 93cm, der Kiltbund 95cm.
      Der Stoff ist ähnlich Jeansstoff. Angenehm zu tragen, normal waschbar, tolle Oberflächenoptik. Allerdings knittert er leicht, wenn man damit sitzt (Autofahrten), daher empfehle ich ihn für Tätigkeiten, die man zu Fuß erledigt.
      Vielleicht kaufe ich mir nach dem in Khaki noch einen in grau. 🙂

  15. Raeblein schreibt:

    Huhu Firefox

    Ich habe mit völliger Fassungslosigkeit gehört, das es für Feuerwehrleute mitlerweile (?) zum Berufsrisko gehört, an Slivester mit Feuerwerkskörpern beworfen oder beschossen zu werden.
    Ich denke, wir sind uns einig, das sich das auch im Vollrausch nicht gehört.
    Aber am Rande dieser Vorfälle wird wieder der Ruf nach härtern Strafen für Angriffe auf „Einsatzkräfte“ laut. Mich intressiert deine Meinung zu beiden Themen.
    Denn bisher dachte ich das eine (schwere) Körperverletzung eben wie eine Körperverletzung bestraft wird und das das doch genügt ? Oder hättest du gerne einen Straftatbestand extra für solche Vorfälle ?
    Vielen Dank für das tolle Blogjahr 2013 und alles Gute 2014
    Raeblein

    • firefox05c schreibt:

      Leider beobachte ich es seit einigen Jahren, dass die Gaffer immer aggressiver werden. Sie betrachten es als ihr Recht, in der Einsatzstelle herumzulaufen, liefern sich mit der Polizei regelmäßig Diskussionen, die bei Uneinsichtigen bis zu Festnahmen gehen. Auch im übrigen Jahr sind einige Gaffer sehr penetrant: Wir mussten bei einem Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten tatsächlich einmal eine Hundertschaft aufmarschieren lassen, um die Einsatzstelle, eine Hauptkreuzung, räumen zu lassen! Zu Silvester haben sie eben noch „Munition“ dabei, so dass sie Knaller unter die Autos/ gegen die Einsatzkräfte werfen, weil es wohl besonders lustig ist, wenn hinter einem Feuerwehrmann, der sich gerade zum Leben retten ausrüstet, ein D- Böller detoniert.
      Ich halte die möglichen Strafen für so etwas für ausreichend. Seit einiger Zeit werden solche Vergehen genauso behandelt/bestraft wie die gegen Polizeibeamte. Das Problem ist, die Täter dingfest zu machen und einem Einzelnen die Schuld nachzuweisen: Irgendwo aus der Menge fliegt ein Böller unter das Auto, oder jemand schießt eine Rakete gegen anrückende Einsatzfahrzeuge. Wir als Einsatzkräfte haben aber keine Zeit, unseren Einsatz zu unterbrechen, um sofort nach dem Täter zu suchen. Irgendwo läuft schließlich auch der Notfall, zu dem wir gerufen wurden, bei dem vielleicht auch Menschen um ihr Leben kämpfen. Das Gesetz ist da, dessen Durchsetzung ohne Vernachlässigung höherer Verpflichtungen aber kaum möglich.
      Die Polizei ist im ersten Einsatz überfordert: Wenn z.B. zu einem Zimmerbrand der erste Streifenwagen kommt (und an Silvester gibt es unter Umständen eben nur einen, der gerade frei ist), soll die Besatzung Straße sichern, Personalien von Zeugen aufnehmen, um sie später befragen zu können, Rückmeldungen an die Leitstelle geben, in Erfahrung bringen, wer verletzt ist und wohin der Rettungsdienst den transportiert, erste Spuren bzw. den möglichen Tatort sichern und… und… und. Meinst zu zweit. Nebenbei sehen sie sich einem Mob von 30 Halbstarken gegenüber, die es nicht juckt, wenn man im Vorbeilaufen anordnet, dass sie sich zurückhalten sollen. „Anlegen“ können sich die Beamten sowieso nicht mit ihnen, so lange sie nur zu zweit oder zu dritt sind, da die Chaoten zum einen keinen Respekt vor der Polizei haben, zum anderen sogar dazu bereit sind, die beiden Beamten „mal eben“ mit 10 Mann anzugreifen, wenn sie sich im Recht fühlen (und gewisse Bevölkerungsgruppen haben bekanntlich im Zweifel IMMER Recht, wer etwas anderes behauptet, ist ein Nazi). Unsere Polizei ist leider völlig unterbesetzt und darf sich nur sehr beschränkt wehren.
      In dem Fall, den du womöglich ansprichst, war zunächst in ein Geschäft eingebrochen worden. Als die Täter weg waren, haben sich noch verschiedene andere Leute an den Auslagen bedient. Als ein Regal angezündet wurde, bequemte sich jemand, die Feuerwehr zu rufen (das Feuer wurde aber von Schaulustigen gelöscht). Obwohl die Kollegen von sehr weit her anrücken mussten, war trotzdem noch keine Polizei vor Ort (Silvester eben, siehe oben…). Wohl bei der Kontrolle der Brandstelle wurde dann ein Feuerwerkskörper gegen einen Feuerwehrmann geschossen, die ihn im Gesicht traf, das Nasenbein brach und ein Knalltrauma verursachte. Der Täter konnte bisher nicht ermittelt werden, die begonnenen Ermittlungen werden wohl irgendwann erfolglos eingestellt.
      Unser Wachführer achtet daher an Silvester auch bei Einsätzen, die eigentlich keine vollständige Brandschutzkleidung erfordern (Türöffnungen, Erste Hilfe- Einsätze, bis der nächste RTW frei ist, Kleinbrände…) darauf, dass der Helm aufgesetzt und die Jacke bis oben geschlossen wird.
      Traurig, aber was sollen wir tun? Wenn definitiv nur Sachwerte in Gefahr sind und wir eine Aggression absehen können, können wir uns zurückziehen, um uns in Sicherheit zu bringen. Aber wenn irgendwo Menschen in Gefahr sind (…sein könnten), können wir die nicht im Stich lassen, weil ein paar unbeteiligte, besoffene (und meistens anonym aus der Menge agierende) Idioten mit Böllern schmeißen, weil sie sich total cool und stark vorkommen.
      Da sitzen wir leider in der Zwickmühle und sind auf das Einsehen der Mitbürger angewiesen. Das Helfen, was für mich der Grund für die Berufswahl war, wird einem bei solchen Übergriffen dermaßen versauert, dass man sich tatsächlich manchmal fragt, ob die Hilfe, die man leistet, überhaupt gewünscht wird – und damit noch einen Sinn hat. Einige Viertel in dieser Stadt befährt man zu Tagen wie Silvester nur mit Unwohlsein.

  16. A.F. schreibt:

    Hallo Firefox, nun kommt eine vielleicht echt dämliche Frage. Aber was soll es ich stelle sie trotzdem. Bei einigen Berufsfeuerwehren habe ich schon im Fahrzeugbestand Radlader und anderes Baugerät gesehen. Einen Kran kann ich mir ja bei der Feuerwehr noch erklären, aber einen Radlader verbinde ich eher mit dem Katastrophenschutz und dem THW (für Sandsäcke und aufräumen). Was hat das also für einen Sinn bei der Feuerwehr und werden die Teile wirklich so häufig eingesetzt das sich das lohnt und warum gibt es die nicht bei jeder Berufswehr?

    • firefox05c schreibt:

      Zunächst einmal ist die Ausstattung einer Feuerwehr nicht festgeschrieben: Je nach örtlichen Gegebenheiten und Größe der Feuerwehr wird das eine oder andere Sondergerät angeschafft.
      An einen Radlader kann man zum Beispiel verschiedene Frontgeräte anbauen (Schaufel, Räumschild/ Streuer für Winterdienst, Besen, Greifer). Oft wird er mit einer Gabel ausgerüstet, da größere Feuerwehren etwa Bindemittel, Schaummittel und dergleichen auf Paletten haben. „Meine“ Feuerwehr hat z.B. einen einfachen Gabelstapler für solche Aufgaben, auch, um Schrottautos für die Ausbildung zu versetzen, schwere Geräte in der Werkstatt zu verfahren usw. Natürlich kann man ein solches Gerät auch im Einsatz verwenden (darum wird es rot lackiert und hat oft ein Blaulicht), ich denke aber, dass es meistens zur Arbeit im „täglichen Betriebsablauf auf der Wache“ genutzt wird.

      • A.F. schreibt:

        Danke für die Antwort, da wird es jetzt doch logischer. Und wow das ging flott.

  17. nitrogentrihydrid schreibt:

    Hattest du eigentlich schon Praktikanten (Schüler, interessierte, Studenten, FFW’ler) bei dir und wie haben die sich so angestellt? Wenn es umfangreicher wird könntest du dazu mal was schreiben und auch ob sich so ein Praktikum lohnt?

    • firefox05c schreibt:

      Externe Praktikanten haben wir beim Rettungsdienst unserer Feuerwehr eigentlich kaum noch, es sind fast ausschließlich RD- Auszubildende der eigenen Feuerwehr, die ihre Praktikumsstunden für die Sanitäter- oder Assistentenausbildung ableisten. Aus Krankenhäusern kommen schon mal angehende Notärzte mit, was aber ebenfalls weniger spektakulär für uns ist. Für die Ärzte hingegen ist es oft genug scheinbar ein „Aha- Erlebnis“, wenn sie sehen, dass Notfallmedizin auf der Straße doch oft anders ist, als die Patientenversorgung in einem sauberen Krankenhausbett.
      Wir haben früher mal dann und wann Medizinstudenten mitnehmen dürfen, das war aber leider zu viel geworden: Unsere eigenen Auszubildenden blieben auf der Strecke. Daher wird das bei uns nicht mehr genehmigt. Bei Schülern gibt es zudem ein rechtliches und auch versicherungstechnisches Problem.
      Wenn du Interesse an einem RD- Praktikum hast und die Feuerwehr vor Ort das nicht anbietet, kannst du dich vielleicht auch an die Hilfsorganisationen wenden, die am Regelrettungsdienst beteiligt sind.
      An und für sich machte mir das aber immer sehr viel Spaß, wenn mal jemand mitgefahren war, der „keine Ahnung“ hatte, da ich gerne den „Erklär- Bär“ gebe. Ich mag meinen Job nämlich… 😉
      Ein Praktikum würde sich in jedem Fall lohnen, da man eine Menge lernen kann: Umgang mit Streß, wie man auch in kribbeligen Situationen ruhig bleibt, wie Notfälle eingeschätzt werden können (und wie oft Patienten genau das nicht können),die Organisation hinter den roten Autos, Belange der Hygiene, die man auch in den Alltag mitnehmen kann, Verantwortung… Wenn ich nicht schon hier arbeiten würde, käme so ein Praktikum für mich auf jeden Fall in Frage! 🙂

  18. Irgendeine schreibt:

    Ganz blöde Frage aber: Ist dein Buch eigentlich schon raus gekommen? Wenn ja hab ich das irgendwie verschlafen…

  19. Irgendeine schreibt:

    ah schön dann hab ich ja wieder was neues zum Lesen 🙂

  20. EInGeschockterFreiwiligerFeuerwehrman schreibt:

    Ich war heute in einem Deutschen Bahnhof in einem Laden und habe dort etwas gekauft. Grade als ich bezahlt hatte kam eine Durchsage, bei der ich bisher immer davon ausgegangen war, das die Leute den Wink mit dem Zaunpfahl verstehen würden:
    „Achtung, aufgrund einer technischen Fehlfunktion bitten wir Sie das Gebäude über die gegenzeichneten Flucht- und Rettungswege zu verlassen. Benutzen sie keine Aufzüge, helfen sie Alten und Behinderten …“

    Aber was war?
    Der Mann, der mich bedient hat, hat keine Anstallten gemacht, seinen Laden, der Teil des Bahnhofes ist, zu Evakuieren. In den anderen Läden sah es nicht anders aus. Vor den Augen der DB Sicherheitleute sind Leute in den Aufzügen zu den Gleisen hoch gefahren, eine Alte Frau, der ich helfen wollte das Gebäude zu verlassen, hat mich angemault, sie würde selber Entscheiden wann sie wo hin geht. Und eine Gruppe Kindergarten- oder Grundschulkinder mit Erzieherin suchten das Gleis wo ihr Anschlusszug abfährt.

    Kurz: Die BMA teilt einem mit, das die Bude, in der man sich zur Zeit aufhält, womöglich Brennt, und keinen juckt es. Eventuell wäre es besser, den Text der BMA in ein Hysterisches „ES BRENNT, ES BRENNT! ALLE RAUS!“ zu ändern. Gut, dann gäbe es ne Panik, aber zumindest würden die Leute nicht seelenruhig im eventuell brennenden Gebäude bleiben. Nach grade mal 1 1/2 Minuten stellte sich wohl heraus, das es ein Fehlalarm war. Aber wäre es ein echter gewesen, dann gute Nacht.

    Was soll man da noch zu sagen? Durch so ein Verhalten gefährden die Menschen sich selbst und die Einsatzkräfte, die sie anschließend unter PA raustragen dürfen. Sind solche Fälle auch in anderen Städten bekannt oder ist sowas (hoffentlich) die Ausnahme?

    • firefox05c schreibt:

      Leider ist das nicht die Ausnahme. Das fängt schon damit an, dass (wenn der Wortlaut so war) von einer „technischen Fehlfunktion“ gesprochen wurde. Bei einer Fehlfunktion fühlt sich natürlich niemand bedroht. Und da man nichts sieht (Rauch, winkende Sicherheitsmoppel usw.), reagiert auch niemand.
      Wir haben hier zum Beispiel einen Autobahntunnel. Dieser ist mit einer Ampel und Schranken gesichert, die bei Gefahr aktiviert werden. Selbst gesehen: Die Ampel am Tunneleingang zeigt „rot“, aber die Autofahrer kümmern sich nicht darum, weil die Schranke nicht geschlossen ist. Wo man noch fahren / laufen kann, wird gefahren / gelaufen.
      Diese „Schmerzfreiheit“ resultiert meinter Meinung nach aus unserer nach allen Seiten abgesicherten Gesellschaft: Es passiert kaum etwas schlimmes. Die Schutzeinrichtungen reagieren so früh, dass es eigentlich nie zu einer echten Gefährdung kommt, weil zum Beispiel der Rauch aus einem brennenden Mülleimer so früh erkannt wird, dass er sich nicht ausbreiten kann oder – wie in den meisten Fällen – die Anlagen so empfindlich sind, dass es sich fast immer um Fehlalarme handelt.
      Es bringt auch nichts, sich als „Zivilist“ selbst einzusetzen. Da man – wie du erfahren musstest – nur als Störenfried empfunden wird, bleibt dir nnur, dich um dich selbst zu kümmern.

      • EInGeschockterFreiwiligerFeuerwehrman schreibt:

        Das nur um sich selber kümmern gefällt mir aber nicht. Ich will Leuten die in (potenzierter) Gefahr sind helfen, das ist auch einer der Gründe wieso ich zur Feuerwehr gegangen bin – neben der Tatsache das meine Mutter, als ich 6 Jahre war, Jugendwartin hier bei uns im Ort war.
        Daher, sollte ich nochmal in so eine Situation kommen, werde ich wieder genau so Reagieren. Wenn jemand meine Hilfe annimmt oder zumindest das Gebäude verlässt, ist das gut, wenn nicht, brauche ich mir zumindest keine Vorwürfe machen, wenn wirklich was passiert.

      • firefox05c schreibt:

        Früher wollte ich auch allen helfen. Doch gerade im Rettungsdienst habe ich gelernt, erst einmal zu schauen, ob der vermeintlich Hilfsbedürftige überhaupt gewillt ist, Hilfe anzunehmen. Wenn nicht: Es sind mündige Bürger. Jeder hat das Recht, sich zu ruinieren.
        Wer Hilfe möchte, bekommt sie. Bei den anderen muss man sich eben damit abfinden, dass sie es nicht für nötig halten.

  21. A.F. schreibt:

    Hi, habe gerade mal wieder Chicago Fire angeschaut, die erste Staffel lief auf englisch ja schon vor einer Weile. Da bin ich auf etwas gestoßen, dass mir auch schon in Dokus über US Feuerwehren aufgefallen ist. In den USA werden die Gebäude entlüftet. Nun zu meinen Fragen:
    1. Wieso macht das die deutsche Feuerwehr nicht?
    2.Wieso wird das überhaupt gemacht? Fungieren die Löcher in den Decken der Gäude nicht eigentlich als Kamin? Müsste dadurch nicht eigentlich das Feuer heißer brennen?

    • firefox05c schreibt:

      Die taktische Ventilation kann bei starker Rauchentwicklung gleich mehrere Vorteile haben und unter Umständen einen effektiven Löschangriff überhaupt erst ermöglichen. Hierzulande ist sie aber leider eine nahezu völlig vernachlässigte Einsatzmaßnahme.
      Glücklicherweise hat Jan Südmersen von der Feuerwehr Osnabrück hierzu eine umfangreiche Erklärung ins Netz gestellt, die ich unter atemschutzunfaelle.de als .pdf gefunden habe, so dass ich mir mit diesem Link eine eigene Erklärung sparen kann:

      http://www.atemschutzunfaelle.de/download/suedmersen/Taktische-Ventilation.pdf

      • A.F, schreibt:

        Danke für den Link und die Antwort von dir. Das, was ich im Link als Punkte Pro Belüftung gelesen habe, klang einleuchtend und sehr überzeugend. Jetzt frage ich mich nur noch eines: Warum wird das in Deutschland nicht gemacht?

      • firefox05c schreibt:

        „Das haben wir noch nie so gemacht.“ – Kennze? 😉

  22. Gscheiderla schreibt:

    Nachdem ich mich schon ein Stück durch den Blog gearbeitet habe, muss ich hier jetz auch mal einige Kommentare ablassen, wird zwar bestimmt wieder sehr länglich, aber du kennst das ja scheinbar…
    Ich finde den Blog Klasse, liest sich sehr gut und ist auch mal interessant, was bei der Feuerwehr nebn „Retten, Löschen,Bergen,Schützen“ oder währenddessen so los ist.
    Zum Thema „Des hammer scho immer so gmachd…“. Wir hatten in unserer Maschinenbauvorlesung mal einen Gastvortrag über Industriestoßdämpfer und der Vertreter hat uns prophezeit, dass das eine übliche Antwort sein kann, wenn man als frischer „Gelehrter/Akademiker“ in einem Betrieb Verbesserungsvorschläge einbringen möchte. Er hat dazu auch eine Nette Geschichte parat gehabt: (Ich gebe das mal mehr oder weniger im O-Ton an, um die Rheinländische Sprachkultur etwas zu bereichern und hoffe, dass es keine Schwierigkeiten gibt…)
    Die Tochter fragt die Mutter, wie man Würschdla brät:
    M: „Gandz eimbfach: Schneidsd vorn und hindn en Zibfl ab, legst’s in die Pfanna und Brätsd’s“
    T: „Wäisuu schneid mer do die Zibfl vorher ab“
    M: „Des wassi nedd, des hod mei Mudder scho so g’machd…“
    Tochter zur Oma: „Omma, horch ermol, die Mama sachd, du hassd aa scho immer die Zibfl voo derer Brodwurschd abgschnidn, wäisuu des?“
    O: „Des Wassi ned, des hod mei Mudder scho so gmachd.“
    Tochter zur Uroma: „Omma, wäisuu schneidn die alle die Zibfl vorher von derer Brodworschd, die sagn, des hasd du scho immer so gmachd?“
    Uroma: „Allmächdla naa, ham die noo kei gräisere Pfanner?“
    Als ich vor einiger Zeit einen Pulverlöscher für’s als Geschenk für meinen Vater gekauft habe, damit er seinen alten, der wohl irgendwie bei der Versenkung der Bismarck gerettet wurde, zu ersetzen, habe ich den Verkäufer gefragt, welcher Löscher wohl für den Hausgebrauch am besten geeignet ist. Er meinte, dass er einen Schaumlöscher empfehlen würde, da dieser alle Haushaltsbrände löscht und der Schaum hinterher leicht zu entfernen ist. Mir ist bekannt, dass man nach dem Einsatz eines Pulverlöschers soviel Schaden verursacht hat, dass man die Bude auch hätte ausbrennen lassen können, zumindest was Elektrogeräte angeht. Irgendwo schreibtest du meines Wissens, dass CO2-Löscher relativ teuer sind, außerdem hielt er es für suboptimal, mit ca. 20 Bar in einen Pott brennendes Fett zu pusten, was auch Sinn macht. Würdest du dich als Profi dieser Meinung anschließen?
    Irgendwo gab es hier auch mal eine Diskussion um Löschdecken. Ich habe eine aus dem Discounter von den Albrecht-Brüdern, diese ist aus Glasfaser und mit Silikonimprägnierung. Teurere sind wohl aus Aramid, was wohl irgendwie vorteilig sein soll. Vllt. weißt du da ja auch was, ich nehme an das bei euch solche verlastet sind? Vllt sind die aus Aramid mehrfach verwendbar…
    Ist bei brennenden Töpfen die Decke eigentlich eher dem Feuerlöscher vorzuziehen? Deckel auf den Topf soll ja nicht unbedingt so der Kracher sein…
    Hoffentlich geht jetzt nicht der Restliche Abend wegen meinem Post drauf, danke schonmal für die Antwort 🙂

    • firefox05c schreibt:

      Zunächst einmal danke für die schöne Würschtl- Anekdote. Die trifft es wirklich gut. 🙂
      Zum Thema Feuerlöscher: Für Fettbrände ist der CO2- Löscher wenig geeignet, da sich das CO2 schnell wieder verflüchtigt, das Fett aber dann immer noch heiß ist und sich mit großer Wahrscheinlichkeit wieder entzünden kann. Daher eher eiin Löschmittel, welches dauerhaft abdeckt: Es gibt besondere Schaumlöscher, die sich mit Fett „vertragen“.
      Löschdecken haben je nach Fabrikat den Nachteil, dass sie über einer (konstruktionsbedingt) flachen Pfanne etwas einsinken können, mit Fett durchtränkt werden und sich das heiße Fett an der Deckenoberfläche wieder entzündet, wobei die Decke sogar noch als Docht wirken kann.
      Ein Deckel ist daher erste Wahl. Er muss aber natürlich passen, damit er gut abeschließt. Das Feuer erstickt. Also: Deckel drauf, Pfanne / Topf von der Wärmequelle nehmen (vorsicht, dass nichts schwappt!), Deckel drauf lassen, bis das Fett abgekühlt ist. Mit der Löschdecke kann man allerdings bei einem Unfall prima brennende Personen löschen!

  23. Raeblein schreibt:

    Hallo Firefox,

    ich finde deinen Blog immer noch gut, in meinen Augen ist er seit meinem letzten Kommentar sogar noch besser geworden. Ich mache mir mal deine Aufforderung „fragt ruhig“ zunutze.
    Kannst du mir (ganz grob) sagen, wie „gefährlich“ bzw „gesundheitsschädlich“ die Inhaltsstoffe von Feuerlöschern sind?
    Denn konkret fand sich bereits zweimal der Inhalt eines Feuerlöschers (einmal vermutlich Schaum, einmal Pulver?) im Hausflur verteilt. Nun ist die Frage: ist das Zeug evtl. (auch im Nachhinein) „gesundheitsschädlich“? Sollte man gar Vorsorge treffen, daß das Zeug nicht in die Wohnung eindringt? Falls du da vlt irgendwelche Quellen hast, wäre ich dir dankbar.
    Vielen Dank für deine Einschätzung.
    Raeblein

    • firefox05c schreibt:

      Hauptbestandteil von Löschpulver ist oft das, was man im Lebensmittelhandel als Backsoda oder Natron (gegen Sodbrennen) kaufen kann. Andere Löschpulver bestehen aus Kaliumsulfat (ohne Höchstmenge als Lebensmittelzusatzzstoff E515 zugelassen) oder Kaliumhydrogencarbonat (Lebensmittelzusatzstoff E501). Als Trennmittel werden heute Stoffe auf Silikonbasis zugemischt, einige Pulver haben auch noch in geringen Mengen andere Stoffe zur Verbesserung der Löscheigenschaften zugesetzt. Die Hersteller werden genaueres aber im Einzelnen möglicherweise aus Betriebsgründen nicht gerne ausplaudern. 😉
      Allen Stoffen ist gemein, dass sie in den geringen Mengen, die man verschluckt oder einatmet, wenn man in einer damit kontaminierten Umgebung ist, z.B. zum Putzen, ungiftig sind. Natürlich sollte man das Zeug nicht mit dem Löffel essen oder es sich durch die Nase ziehen (alles ist eine Frage der Menge), aber grundsätzlich ist es sogar möglich, einen Menschen mit brennender Kleidung damit kurz abzulöschen. Mehr als ein Brennen der Augen und starker Hustenreiz, also das, was auch bei Kontakt mit anderen Stäuben passiert, ist aber nicht zu erwarten. Da einige Stoffe von Löschpulvern aber Wasserlöslich sind und daher das Grundwasser verunreinigen können, sollten Übungen auf das notwendige Maß beschränkt und Altpulver ordentlich entsorgt werden.
      Die Stoffeigenschaften kann man zum Beispiel bei Wikipedia oder bei Gloria ( http://www.gloria-feuerschutz.de/html/pulver.html ) nachlesen.

      Löschhaum besteht aus Tensiden, Frostschutzmittel und Stabilisatoren, ähnlich wie Seife. Die Wirkung auf den Menschen ist auch etwa die gleiche: Es reizt die Augen, und in höherer Konzentration sind bei empfindlichen Menschen Hautreizungen möglich. Daher soll man beim Arbeiten mit dem reinen Schaummittel oft Handschuhe und eine Brille tragen. Verschlucken kann vielleicht zu Übelkeit führen, falls dir mal etwas Schaum in den Mund weht, aber giftig ist es in diesen Mengen nicht. Natürlich solltest du es aber nicht trinken…
      Ein beispielhaftes Sicherheits- Datenblatt eines der vielen Schaummittel findest du unter
      http://www.wirges.de/vg_wirges/Verbandsgemeinde/Feuerwehren/Downloadportal%20%28intern%29/Schaummittel%20Moussol%20APS%20F15%20Sicherheitsdatenblatt%202010.12.22.pdf

      Grundsätzlich werden Löschmittel, die bei Verwendung für den Menschen oder die Umwelt besondere Gefahren darstellen, nicht zugelassen. So wurden in der Vergangenheit schon einige Löschmittel wieder vom Markt genommen, bei denen diese Gefährdung nachträglich entdeckt wurde (Halone oder „Tetra“). Ich bin zwar kein Gutachter, aber ich denke, die einzige Gesundheitsgefährdung, wenn bei euch mal wieder ein Pulverlöscher ins Treppenhaus geblasen wird, ist die eines Herzinfarktes wegen dem Herumärgern beim Putzen. Denn gerade das Pulver dringt durch jede Ritze und bedeckt alles mit einer Staubschicht. 😉

  24. Steffen schreibt:

    Hallo Firefox,

    ich spiele mit dem Gedanken es dir gleich zu tun und mein restliches Leben auch auf irgendeiner Feuerwache im Lande zu verbringen. 😉
    Mein Problem ist, ich bin Brillenträger, und frage mich nun: Muss ich mich überhaupt irgendwo bewerben oder höre ich sowieso nur: „Du hast ne Brille auf der Nase, dich können wir im Einsatzdienst nicht gebrauchen.“
    Danke schonmal für deine Antwort
    Gruß
    Steffen

    • firefox05c schreibt:

      Das ist von Feuerwehr zu Feuerwehr verschieden: Einige Berufsfeuerwehren möchten, dass ihre Bewerber keine Brille tragen, bei anderen sind Sehfehler bis zu einer bestimmten Stärke zugelassen. Das müsstest du vor jeder Bewerbung erfragen, die verantwortlichen Kontaktpersonen findest du auf der jeweiligen Homepage der Wehr.
      Auf den Webseiten kannst du auch die übrigen Voraussetzungen (z.B. Altersbeschränkungen) nachlesen.
      Bei den Freiwilligen stellen Sehfehler in der Regel übrigens selten eine Rolle. – Schon dabei? 😉

      • Steffen schreibt:

        Atemschutzgeräteträger, Gruppenführer, der übliche Wahnsinn halt 😉

  25. BB schreibt:

    Lieber firefox,
    mal wieder eine Frage eines Laien an den Master ;-):
    folgende Situation hat sich in „meinem“ Hochhaus letztens zugetragen:
    nachts oder eher morgens um ca. 05:00 Uhr wurde ich wach, weil ich lautes Türenschlagen vor dem Haus gehört hab. Aus dem Fenster sah ich einen RTW, der gerade wendete und mit Blaulicht davonfuhr. An sich ist das eine übliche Geschichte, jedoch ist es bei uns so: unser Haus liegt in einem Park von der Straße aus zurückgesetzt und die Haustüren sind alle mit dem Auto nicht direkt zu erreichen, weil die Zufahrt über eine mit einem Schloss gesicherte Schranke gesperrt ist. Es können nur Fußgänger, Fahrradfahrer oder Motorräder etc. direkt vorfahren.

    Da der RTW (noch) nicht fliegen kann, stellt sich mir diese Frage: ist es üblich in so einem Fall erstmal den Hausmeister rauszuklingeln, wartet man auf die Feuerwehr zum Schloss knacken oder macht das die Besatzung des RTW gleich selbst ? Wie geht ihr in so einem Fall vor ? (sicher abhängig davon, wie eilig es ist (weiß man das denn immer schon, bevor man da ist ?))

    Freue mich auf Deine Antwort, sofern Du Zeit dafür findest !

    • firefox05c schreibt:

      Schön, dass du mich als den „Master“ bezeichnest. Dabei habe ich allenfalls den „Bachelor“… 😉
      Ich denke, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt. Zum Beispiel könnte der Anrufer (soweit es nicht der Patient selbst war) direkt nach dem Notruf vom Hausmeister den Schlüssel geholt haben. Auch, dass die Schranke zufällig aus irgendeinem Grund bereits offen stand bzw. nicht abgeschlossen war, etwa wenn jemand nach einem Umzug vergessen hatte, sie ordnungsgemäß zu verschließen, kann vorkommen. Als dritte Möglichkeit könnte es sein, dass die Feuerwehr eine Zugangsberechtigung hat. Zum Beispiel haben wir für ein bestimmtes Altenheim auf den Rettungswagen einen Zugangschip. Viele Objekte haben auch eine Feuerwehr- Überschließung (erkennbar an einem roten Schließzylinder). Den Schlüssel dazu haben aber meines Wissens oft nur die Löschfahrzeugführer an Bord, nicht die Rettungswagen.
      Gibt es in der Zufahrt, oder in einer Nebenzuwegung (Fußweg), auch herausnehmbare Poller? Ein solcher Dreikant, um diese zu entfernen, gehört oft zur RTW- Beladung.
      Sollten wir vor einer verschlossenen Schranke stehen, wird diese natürlich nicht so einfach in US- Manier zu Klump gefahren. Unsere Trage steht auf Rollen, damit kann man durchaus ein paar Meter überbrücken. 😉
      Anders sieht es aus, wenn etwa Drehleitern, die nun mal direkt vor einem Haus in Stellung gehen müssen, nicht durchkommen. Dann wird auch schon mal ein Schloss geknackt oder ein Poller abgebrochen.
      Die Dringlichkeit eines Einsatzes kann nur die Leitstelle aufgrund des Notrufes einschätzen, daher auch die manchmal langwierige Fragerei. Wir bekommen dann ein entsprechendes Stichwort gemeldet, an das wir uns halten, bis wir uns von der Lage selbst ein Bild machen können. Oft ist es dann nicht so schlimm, wie gemeldet. Aber verlassen können wir uns natürlich nie darauf.
      Wie die Kollegen jetzt in deinem speziellen Fall auf das Grundstück gekommen sind, musst du allerdings selbst herausfinden.

      • BB schreibt:

        Hello firefox,
        DANKE für Deine schnelle & ausführliche Antwort !
        Ich hab es mir gestern nochmals genau angesehen & konnte das Rätsel (zusammen mit dem house-meister 😉 erfolgreich lösen: Das Schloss war geknackt und lag daneben, kurz danach kam zufällig der Hausmeister vorbei und erklärte mir, dass das wohl „der Notarzt“ gewesen sein müsste. Es scheint also üblich zu sein bei uns, in so einem Fall schnell das Schloss zu knacken.

  26. Quark schreibt:

    Hallo Firefox,

    als interessierter Laie (zu mehr hat es bisher nicht gereicht, aber vielleicht schaffe ich es ja irgendwann mal zu den Freiwilligen, wenn ich sportlicher geworden bin und nicht mehr ständig umziehe) habe ich eine Frage zu Atemschutzgeräten. Und zwar sieht man manchmal auf Einsatzfotos, dass diese in einer Umhüllung (vermutlich aus dem gleichen Material aus dem auch die Einsatzkleidung ist) stecken, z.B. hier: http://www.feuerwehrleben.de/terrassenbrand-droht-auf-wohnhaus-ueberzugreifen/2/

    Was genau hat es damit auf sich? Ich vermute mal, dass es sich nicht bloß um ein modisches Accessoire handelt, sondern dass diese Überzüge eine bestimmte Funktion haben.

    Vielen Dank für eine Antwort & ein riesiges Kompliment für deinen Blog!

    • firefox05c schreibt:

      Atemluftflaschen gibt es aus zwei Materialien:
      Die gewöhnlichen Stahlflaschen werden wohl noch bei den weitaus meisten Feuerwehren eingesetzt. Seit einigen Jahren gibt es als Pendant Flaschen aus Kompositmaterial (Kohlenstoffverstärkter Kunststoff, CFK). Diese Flaschen sind leichter als die Stahlflaschen und können bei Eindringen von Feuchtigkeit nicht von innen rosten, jedoch ist die Oberfläche nicht so resistent gegen mechanische Beanspruchung. Das heißt also, sie bekommen bei einem Anstoß an scharfe Kanten relevante Beschädigungen in der Oberfläche, die je nach Art ein Ausmustern der Flasche bedingen würden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sie bei härteren Stößen, die eine Stahlflasche noch gut aushält, Risse in der Struktur bekommen kann. Daher gibt es diese Schutzhüllen, die die Flasche etwas polstern und vor Hitze schützen.

  27. Kleiner Mozart schreibt:

    Hier ist mal eine ganz spannende Sache für alle Blaulicht-Fahrer: Notarzt unterwegs zu Kleinkind in Lebensgefahr. Ergebnis: zwei Autofahrer fühlten sich gefährdet und erstatteten Anzeige: Notarzt bekommt 6 Monate Führerscheinentzug und eine Geldstrafe von 4.500,- Euro.
    Hier nachzulesen:

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.strafbefehl-ueber-4500-euro-arzt-rettet-kleinkind-lappen-weg.fae51daa-e14f-40bb-bd08-b384af7d5ff6.html

    Gab es solchen Ärger auch schon bei Euch? Ich bin gespannt, was bei dem Prozeß alles zum Vorschein kommt (die genauen Umstände kennt man ja nicht) und vor allem wie der Prozeß ausgeht. Jedenfalls bestimmt auch für Dich eine spannende Geschichte, nehme ich mal an…

    • firefox05c schreibt:

      Ich werde die Sache im Auge behalten, eventuell einen Artikel dazu schreiben. Noch habe ich die Begründung des Strafbefehls nicht gefunden. Allgemein kann man aber sagen, dass in Abs. 8 des §35 der StVO auf die gebührende Berücksichtigung der Sicherheit hingewiesen wird. Die andere Seite der Empörung könnte schließlich auch sein, dass der Notarzt auf der Einsatzfahrt massiv Menschen gefährdet hat. Und ein oder mehrere Leben aufs Spiel zu setzen, um ein anderes zu retten, ist gesetzlich nicht abgedeckt – und außerhalb der Bibel auch nicht in Ordnung. Leider hört man nur eine Seite des Falles.

  28. Kleiner Mozart schreibt:

    Na, jetzt hat ja die zuständige Generalstaatsanwaltschaft auch mal näher hingeguckt:
    http://www.merkur-online.de/bayern/generalstaatsanwaltschaft-zieht-strafbefehl-gegen-rasenden-notarzt-zurueck-4717487.html
    Schade, das der Anzeigenerstatter anscheinend nicht mehr befragt worden ist, was er dazu meint… (obwohl, ich kann es mir schon denken. „Ich war im Recht!!!!!!11!“ Und das will ich dann gar nicht so genau wissen).

    • firefox05c schreibt:

      Ich hörte, der Anzeiger war selbst Jurist, da beharrt man scheinbar schnell auf „sein Recht“. In welchem Verhältnis er zum Zeugen stand, weiß ich nicht. Ob der Notarzt wirklich Menschenleben gefährdet hat, ist nicht geklärt worden. Mir wäre es lieber gewesen, es wäre zu einem Gerichtsverfahren gekommen. Dann hätten alle sich über die Fakten ein Bild machen können, es wäre der ganze Vorgang auseinandergepflückt worden. Durch die einfache Rücknahme des Strafbefehls werden nicht nur die Umstände der Situation im Dunkeln gelassen, sondern auch falsche Signale gesetzt: Viele glauben, dass die Rücknahme nur auf Druck der Öffentlichkeit geschehen ist (Urteilsbeeinflussung der Justiz durch Schlagzeilen?). Die anderen meinen womöglich, dass Sonderrechtsfahrer jetzt alles dürfen: Die einen rasen, die anderen schimpfen auf die „Immunität“. Und nicht zuletzt glauben die vielen Zeichner der Petition (die mit der Gerichtsbarkeit überhaupt nichts zu tun hat!) womöglich, dass man nun alles mit diesem politischen Mittel lösen könnte, was einen stört – ob nun die Regierung überhaupt entscheidungsbefugt ist oder nicht.
      So, wie es jetzt „gelöst“ wurde, weiß niemand, was wirklich passiert ist. Der Staatsanwalt kennt nur die Behauptungen des Anzeigers, seines Zeugen und die des Anwaltes vom Notarzt, aber keine wirklichen Fakten. Der genehmigende Richter stellte dem Staatsanwalt bloß das Vertrauenszeugnis aus, dass er wohl keinen Mumpitz verfolgt; ob er sich wirklich mit den Aussagen befasst hat, ist unklar. Und der Pöbel ist zufrieden, weil für sie das Gericht vor der Volksmeinung eingeknickt ist. Eine Posse in BILD- Manier. Schade. Schade für unseren Rechtsstaat.

      • Kleiner Mozart schreibt:

        Ehrlich gesagt, gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass hier gilt „Ein Schelm, wer sich nichts dabei denkt, warum es gar nicht erst zu einem Gerichtsverfahren gekommen ist.“ Ich bin vollkommen einig, dass nur ein Verfahren die „gefühlte“ Korrektheit der Verfahrenseinstellung bestätigt hätte. Ich denke schon, dass auch das nicht gesprochene Urteil – die Verfahrenseinstellung – eine gewisse Signalwirkung bei den Organen der Rechtspflege entfaltet. Man wird beim nächsten Mal etwas genauer hinsehen. Insofern glaube ich jetzt einfach mal an die positiven Folgen der ganzen Sache. Es gibt bestimmt noch mehr Leute, die es genauso sehen, wie du es sehr präzise ausgeführt hast (nicht alle lesen die Bild)…

  29. Florian Dehne schreibt:

    Moin. Ich lese Deinen Blog schon seit einiger Zeit mit großem Vergnügen. Nun zu meiner Frage: ich lese immer mal wieder davon, daß Rettungskräfte empfehlen, Notfallnummern im Handy unter ICE (In Case of Emergency) abzuspeichern, damit bei nicht ansprechbaren Patienten, klar ist, wer zu kontaktieren ist. Ist da was dran, oder ist das ein Internet-Hoax?

    • firefox05c schreibt:

      Gelesen habe ich auch schon oft von dieser Idee.
      Zunächst würde mich aber mal interessieren, wer genau „die Rettungskräfte“ sein sollen, die in entsprechenden Artikeln pauschal genannt werden: In meinem Umfeld habe ich noch niemanden gefunden, der diese Nummern ernsthaft suchen würde… 😉
      Es ist schön gedacht, und einige Handys besitzen sogar eine entsprechende Tastenkombination, um in das Verzeichnis mit den „ICE“- Nummern zu gelangen. Ich bin auch in meinem eigenen Handy schon mal dort hinein geraten – aus Versehen und ohne die Ahnung, was ich dazu getan habe.
      In der Praxis ist das aber wohl eher unpraktikabel: Smartphones sind meist gegen unbefugtes Benutzen durch Code oder Wischmuster, einige sogar mit Fingerabdruckscanner gesichert (meines z.B., S 5 mini). Dann muss die Rettungskraft das Handy finden, sich die Zeit nehmen, damit herum zu fummeln, bis er (vielleicht) eine Nummer erhält, von der er nicht weiß, ob es der Hausarzt, die Mutti oder eine verflossene Disco- Bekanntschaft ist. Es wäre vielleicht im Interesse des Patienten, wenn derjenige einfach Bescheid bekommen würde. Es macht aber zu einem so frühen Zeitpunkt (Erstversorgung bzw. Versorgung in der Notaufnahme) noch keinen Sinn, über den Patientenzustand mit den Informierten zu spekulieren. Und – Hand aufs Herz: Wie viele Partner von älteren Menschen wissen wirklich über die Erkrankungen und die aktuell verordneten Medikamente bescheid? Oft wissen die Patienten es selbst nicht einmal … („Wozu nehmen Sie diese Blutdruck- Tabletten?“ – „Keine Ahnung. Ich habe keinen hohen Blutdruck…“)
      Vielleicht haben der Bestatter oder die Polizei dafür die Muße, wir jedenfalls sind erst einmal damit beschäftigt, neben der medizinischen Versorgung so etwas wie die Personalien zu finden (über die die Polizei auch Mitbewohner finden würde, wie Ehefrau, Eltern, Lebenspartner usw.). Im Idealfall stolpern wir z.B. über einen Medikamentenplan oder einen Schrittmacherausweis, um etwas über den Patienten zu erfahren.
      Sinnvoller wäre also ein Zettel, der im Portmonee vor die Versichertenkarte oder den Ausweis gesteckt wird, die wir suchen, um die Personalien zu erfahren. Ich habe vor die Versichertenkarte meinen Organspendeausweis gesteckt, auf dem ich unter „Weitere Anmerkungen“ geschrieben habe: „Informieren: Frau xxx, Ehefrau“. Das wäre für die Polizei oder die Notaufnahme ausreichend, um unter meiner Adresse meine Frau zu suchen.
      Die hat sowieso darüber zu entscheiden, ob und wann ich dann vielleicht auseinander gebaut werde.

  30. Joel schreibt:

    Hast jetzt eigentlich den utilikilt gekauft? Und behalten?? Liebäugle ebenfalls damit…

    • firefox05c schreibt:

      Ja, ich habe so einen Kilt. Allerdings nicht das original- Modell von „UtilyKilt“, da es mir etwas zu teuer ist. Das zweite Foto im entsprechenden Artikel zeigt mich mit dem Stück. Ich habe es auch schon zum Möbel aufbauen, bei einem Umzug und beim Hecke schneiden getragen. Mit positiven Reaktionen der Nachbarn und meiner Frau. Selbst bei einem Bootsausflug waren die anwesenden Männer (alle schwul) angetan. Offensichtlich macht das Ding also sexy. 🙂

  31. dassteph schreibt:
    • firefox05c schreibt:

      Dann weißt du ja, dass es uns in Sachen Kampf gegen die Organisation in Kliniken auch nicht besser geht. Nur: Wir fahren anschließend wieder zur Wache – und es geht nicht um UNSERE Gesundheit. Daher ist unser Ärger nicht so aufreibend wie deiner. (habe den Link ausnahmsweise stehen gelassen)

      • dassteph schreibt:

        Ich weiss, ich werde auch sehr von meiner Rettungswache unterstützt. Bekommen dafür immer fresskisten . Dankeschön

  32. Raeblein schreibt:

    Huhu Firefox

    Ich wende mich einfach noch mal an dich, vielleicht kannst du mir ja nochmal deine Einschätzung mitteilen.
    Das Ganze ist im Moment noch ein Gedankenspiel.
    Ausgehend von der Beobachtung das die „ordnungsgemäße“ Zubereitung bestimmter Gerichte den (zugeben nicht gerade teuren) Rauchmelder auslöst der im Nebenraum hängt, frage ich mich einfach wenn das Ding nicht einfach nur Piepst sondern gleich an eine Brandmeldeanlage angeschlossen wäre kann ich als Mieterin dann bei der Feuerwehr anrufen und sagen „Wenn es gleich bei ihnen ein Feuer am Kirchplatz meldet, keine Sorge das war nur der Deckel den ich von der Pfanne hob?“ oder habe ich dann den ärgerlichen und vielleicht gar teuren Einsatz an den Beinen ?

    Wie gesagt nur ein Gedankenspiel, bisher steige ich halt auf einen Stuhl mach den Rauchmelder aus und lüfte ehe ich den Rauchmelder wieder aufhänge

    bis bald
    Raeblein

    • firefox05c schreibt:

      Auch, wenn jemand im Zusammenhang mit einem Brandmelderalarm bei der Feuerwehr anruft, um „Entwarnung“ zu geben, wird trotzdem mindestens ein Fahrzeug durchfahren und der Fahrzeugführer sich selbst von den Umständen überzeugen. In der Vergangenheit gab es schon den einen oder anderen Fall, wo z.B. ein Pförtner „reflexartig“ bei der Feuerwehr anrief, um dem Chef Kosten zu ersparen – natürlich, ohne sich vorher davon zu überzeugen, dass es wirklich ein Fehlalarm war. Den Schwelbrand in einem Nebenraum eines abgelegenen Bauteiles hatte er dann nicht entdeckt… Es könnte auch etwa ein Brandstifter anrufen, um seinem Vorhaben auch die nötigen Erfolgschancen zu verbessern. Und wenn es ein technischer Systemfehler ist, nutzt es auch nichts, einfach den Alarm zurück zu stellen, um dann ein paar Minuten später wieder alarmiert zu werden. Dann muss vor Ort die Ursache eingegrenzt werden. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass das Hauspersonal manchmal nicht einmal in der Lage war, den betroffenen Bauteil nach Lagekarte zu finden, geschweige denn, den betroffenen Melder zu identifizieren.
      Aus all diesen Gründen prüfen wir die Lage immer selbst.
      Einzige Ausnahme ist, wenn ein Wartungsdienst bei der Feuerwehr anruft, um eine Auslösung anzukündigen (während das Gespräch läuft). Dieser sagt dann auch genau an, welche Meldeschleife Alarm geben wird und er kann den Alarm auch selbst wieder zurückstellen.
      Wenn du aber Probleme mit deinen Küchendämpfen hast: Kannst du den Melder nicht einfach etwas weiter weg von der Tür hängen? Das Problem wäre womöglich schon gelöst.

      • Raeblein schreibt:

        Erstmal danke für die Antwort, und ja das Argument klingt schlüssig, was die Küchendämpfe angeht die Ursprüngliche Idee ihn dort anzubringen war (auch) zu melden wenn jemand im Flur anfängt zu zündeln. deshalb schien mir eine gewisse nähe zur Wohnungstür sinnvoll gleichzeitig ist aber Badezimmer und „Küche“ (die eben quasie die Verbindung zum Hausflur darstellt für mich als Laie kein geeigneter Ort für einen Rauchmelder, wie gesagt bisher ist es ein billiger Rauchmelder der defintiv funktioniert.

  33. Julia schreibt:

    Gerade deinen Eintrag beim Zahnarzt (wegen Popcorn) gelesen. Selten so gelacht!!! Danke für diese Erheiterung

    You made my day!

    • firefox05c schreibt:

      Danke. – An den Suchanfragen zu meinem Blog stelle ich übrigens des öfteren fest, dass ich bei weitem nicht der Einzige bin, der mit Popcorn seine oralen Probleme hat. 😉

  34. Stephie schreibt:

    Hi
    Ich lese dich sehr lange schon und mir würde deine Meinung dringend helfen:

  35. Monsterr schreibt:

    Moin,
    Mehr durch Zufall kam ich auf das Thema Rettungsdienstgeschichten und hab dann über ein paar Tage verteilt die Einträge hier verschlungen. Auch die anderen, die nicht zu meiner ersten Suche gehörten, waren super!
    Als ich auf Nachfrage dann meinem Freund erklärte, was mich so an das Handydisplay fesselte kam der mit einem sehr seltsamen Rat:
    „Wusstest du, dass man sich bei einem Verkehrsunfall einpinkeln muss, weil man sonst einen Katheter bekommt?“
    O_o Aber das ist eine eklige Vorstellung. Also sowohl als auch und nun weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Stimmt das wirklich? Manchmal?
    Muss nun dazu sagen, außer dass wir ziemlich gut hören wenn ein Einsatzfahrzeug ausrückt durch die Wohnnähe zur 1. Kreuzung nach Krankenhausausfahrt haben wir beide nichts mit Rettungsdienst zu tun und er hat das wohl auch nur irgendwo geraten bekommen…

    • firefox05c schreibt:

      Ob man einen Katheter bekommt oder nicht, hängt nicht von einem Verkehrsunfall ab oder ob man sich einpinkelt, sondern davon, welches Verletzungsmuster vorliegt und ob man im Krankenhaus bewußtlos ist: In Narkose oder im Koma kann man das Wasser nicht halten –> Katheter, da es u.a. eine Erleichterung für die Pflege ist. Ist man bei Bewußtsein und in der Lage, es zu kontrollieren (und rechtzeitig zu klingeln oder sogar selbst auf Toilette zu kommen) –> kein Katheter, da es nicht nötig ist. 😉

  36. Jenny schreibt:

    Hallo, ich habe schon mal geschrieben, das ich die Näharbeiten aus der feuerwehrkleidung toll finde und wissen wollte ob sie das auch vertreiben, leider weiß ich nicht ob sie geantwortet haben und die Mail im Spam gegangen ist, es wäre nett nochmals von Ihnen zu hören😜 Haben einen Feuerwehrmann mit Leib und Seele und würde ihm gerne eine Freude machen

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