Die Ice-Bucket-Challenge. Doof? Oder Sinnvoll?

Seit einigen Tagen ist aus Amerika die zweite Welle organisierten Naßmachens auf Deutschland übergeschwappt: Nach der „Cold Water Challenge“ nun die „Ice Bucket Challenge“.  Die einen stehen kichernd vor der Kamera und kippen sich nach dem obligatorischen: „Ich nominiere als nächstes…“ Wasser von zweifelhafter Temperatur über den Kappes, die anderen posten Videos, in denen sie betroffen dasitzen und von Wasserverschwendung, sinnlosen Grilleinladungen, Selbstprofilierungssucht bis hin zu pornographisch motivierten Unterstellungen („…ich stelle mich doch nicht halb nackt hier hin und…“) lamentieren, um dann Kund zu tun, dass sie niemanden mehr nominieren. Zeitungen schrieben, dass in Deutschland angeblich nur 3500 Euro zusammen kamen, während in Amerika 60 Millionen gespendet wurden. Das Internet- Dings sei aber sehr böse, da die amerikanische Spenden- Empfängerin, die ALS- Association, mit dem Geld Tierversuche macht. Und die BLÖD titelt mit dem ersten Toten. Jemand hätte vor seinem tödlichen Unfall an der „IBC“ teilgenommen. Sommerloch gefüllt.


Aber um was geht es eigentlich?

Zunächst um Aufmerksamkeit. Der Ursprung der eigentlichen Idee, mit dieser Aktion auf die Erkrankung ALS hinzuweisen, ist nach Wikipedia nicht mehr zweifelsfrei festzustellen. Explizit zum Generieren von Spenden hat dann der Baseball- Star Peter Frates genutzt. Selbst erkrankt, schüttete er sich zwar kein Wasser über den Körper, nominierte aber eine Stange Promis hierfür – die auch brav teilnahmen. Ab da hieß es: „10 Flocken und Wasser, oder 100 Tacken für die ALS- Association zum Freikaufen losmachen“. Klappte: Im letzten Jahr noch 2 Millionen an Spenden für die ALS Association, kamen jetzt in wenigen Wochen schon 60 Millionen zusammen. Erfolg. OK, 100 Euro von den Promis bei Nichtgefallen der Aktion ist nicht für jeden der nun teilnehmenden erschwinglich. Aber auch kleinere Beträge werden bestimmt nicht zurück überwiesen!

Die hiesige Polizei. 300 Euro. Danke! (Screenshot)

Die hiesige Polizei. 300 Euro. Danke! (Screenshot)

Die Spenden sind notwendig, weil der Hauptgeldgeber im Medikamenten- Forschungsbereich, die Pharmaindustrie, bei ein paar Tausend Neuerkrankten im Jahr kaum Interesse daran hat, wirklich eine möglicherweise helfende Pille zu kreieren. Sie werfen lieber ein neues Schnupfenmittel auf den Markt, was es in der Zusammensetzung wahrscheinlich schon zwanzig mal gibt, aber bei Millionen von Betroffenen in jedem Jahr tonnenweise abgesetzt werden kann.

Einzelheiten zur Nervenerkrankung ALS kann man hier bei Wikipedia nachlesen.

Nun ist die Welle hier rüber geschwappt. Und läuft bei vielen aus dem Ruder. Wurde anfangs noch der Zweck erfüllt, auf die Erkrankung hinzuweisen und ab und zu auch gespendet, gibt es jetzt leider immer mehr Idioten, denen es nur noch um das sinnlose Eiswasser- Baden geht. Anstatt mit guten Berichten und Informationen  gegen zu steuern, gerät die Aktion in den Medien aufgrund negativer Berichterstattung in Verruf. Dabei kann man in einigen Artikeln durchaus nachlesen, dass zum Beispiel die Berliner Charitée oder das Essener Klinikum sich über ein stark gestiegenes Spendenaufkommen freuen, während einige Feuerwachen und Polizeiinspektionen gleich nicht nur geschlossen duschen, sondern auch erwähnen, was bei der Aktion für welches Projekt locker gemacht wurde. Und solche Projekte gibt es in Deutschland scheinbar mehr, als vermutet! Leider wird zum Beispiel der Aufruf der „Ärzte gegen Tierversuche“, der amerikanischen ALS-Association nichts mehr zu spenden, in aller Breite präsentiert, ohne auch nur kurz anzudeuten, dass man ja auch hier sein Geld unterbringen kann.

Frau. Meine. 50 Euro. Danke!

Frau. Meine. 50 Euro. Danke!

Während ich die Videos, in denen sich die Leute einfach nur die Frisur ruinieren, noch augenverdrehend wegklicke, werde ich bei den tollen Menschen, die diese Aktion beschimpfen, richtig ärgerlich. Immerhin besteht die Chance, dass unter all denen, die von den Wasserpfosten nominiert wurden, sich der eine oder andere findet, der die Sache immer noch ernst nimmt und etwas spendet. Und sei es einen Zehner ans lokale Tierheim.

Diejenigen allerdings, die sich toll dabei vorkommen, mit ernster Miene die zu verteufeln, die sich an der Aktion beteiligen, haben manchmal nicht nur selbst nichts kapiert, sondern auch manchmal eine seltsame Argumentation. Zum Beispiel würden Massen von Wasser „verbraucht“.

In Deutschland verschwindet das Wasser nicht einfach so. Anders als in einigen trocknen Gegenden zum Beispiel in Afrika ist das vergossene Wasser hier nicht verloren, sondern geht wieder in den Kreislauf. In unseren Breiten haben wir viel mehr Probleme mit „gespartem“ Wasser: Während die Einnahmen durch gebührenpflichtige Abwässer und sinkende Verbrauchswerte abnehmen, bleiben die gerade in der Wasserwirtschaft hohen Fixkosten erhalten. Das Kanalisationssystem verstopft öfters, durch die Konzentration von schädlichen Stoffen zersetzen sich die Rohre schneller, es können in Mischwassersystemen aufgrund der gleichbleibenden Regenfälle sowieso nicht einfach kleinere Rohre verbuddelt werden. Die Kläranlagen werden nicht billiger, was auch auf der Frischwasser- Seite so ist: Die Wasseraufbereitungskosten teilen sich sehr ungleich auf die Fixkosten der Anlagen und die aufzubereitende Menge auf. Langfristige Folge: Höhere Abwasser- und Frischwasserkosten, zudem ein höherer Wartungsaufwand bei den Kanälen.

Die Kritiker schwafeln also von der „enormen Wasserverschwendung“ und posten Bilder von trocknen afrikanischen Kindern. Das ist in etwa so, als würden sie mich auffordern, mein übrig gebliebenes, halbes Croissant nicht weg zu werfen, sondern den Hungernden in Indien zu schicken.

Andere regen sich über die Sinnlosigkeit der Aktion auf. Klar, wenn es nur um eine Einladung zum Grillen ginge (was leider tatsächlich bei einigen der Fall zu sein scheint), und im Video nicht einmal auf den Ursprung hingewiesen wird, mag das sein. Diese Kritiker deuten allerdings meinst nicht mal mit einer einzigen Silbe an, dass sie selbst hinterfragt haben, was das Ganze eigentlich soll. Und ich denke, sie wissen es dann auch nicht.

Eine weitere Gruppe Kritiker sitzt mit betroffenem Gesicht da, erklärt erst die Krankheit, dann alle anderen für doof, erwähnen, dass sie etwas spenden – aber fühlen sich toll damit, „diesem Schwachsinn“ ein Ende zu machen, indem sie niemanden mehr nominieren. Klasse. So wird wirkungsvoll verhindert, dass sich in deren Linie noch jemand mit ALS oder der Möglichkeit, zu spenden, auseinandersetzt. Spendenaktion beendet.

Ich finde es auch nicht gut, wenn jemand das Argument anführt: „Ihr seid scheiße, weil es erst einen solchen Blödsinn braucht, damit ihr spendet!“ – Alternative: Gar keine zusätzlichen Spenden. Statt sich zu freuen, dass es einen Schub gibt, wird rumgemoppert, weil es nicht immer so ist. (Und die Dauerauftrags- Belege zum Beispiel ans Rote Kreuz bleiben bei diesen Menschen allerdings auch aus…)

Püppchen. Auch nichts verstanden.

Püppchen. Auch nichts verstanden.

Hahnebüchen wird es dann noch, wenn ein aufgestyltes Püppchen im Designerfummel vor der Kamera sitzt und andere dafür verurteilt, dass sie sich mit der Teilnahme an der Challenge bloß selbst darstellen wollten. Aha. Und du, Püppchen? Hätte es ein Posting ohne Video dann nicht auch getan?

Auch diese „Ich-bin-besser-als-ihr-Püppchen“ haben etwas an der Sache nicht verstanden: Sie funktioniert nur gerade deswegen, weil  sich der Nominierte selbst darstellen kann! Ohne die kleine Aufgabe, sich selbst zum Honk zu machen, wäre die ganze Aktion völlig uninteressant. Oder glaubt wirklich jemand, es hätte sich so weit verbreitet, wenn ein einfaches Textposting verlangt würde?

Mein Chef mit Verstärkung. 200 Flocken. Danke! (Screenshot)

Mein Chef mit Verstärkung. 200 Flocken. Danke! (Screenshot)

Nicht alle, die sich den Eimer über den Dööz kippen, behaupten auch, etwas zu spenden. Aber selbst dann, wenn nur 1% der Leute, die es behaupten, wirklich spenden, ist es vollkommen vertretbar, wenn ein zunehmender Teil der triefenden Figuren keine Ahnung davon hat, warum sie überhaupt mitgemacht haben. Und die Zahlen geben mir recht. In meinem Umfeld (Polizei, Feuerwehr, Familie) wurden zumindest schon mal 590 Euro an lokale Forschungs- und Pflegeprojekte gespendet. Das ist sicher. Die DGM ließ verlauten, dass bisher fast 60 000 Eumel alleine bei ihr gelandet sind!

Und mein Filmchen steht noch aus. Das wird morgen gedreht. Zudem ist es garantiert sinnvoller, als sich vor laufender Kamera einen Halben auf Ex runter zu schütten oder seine Fürze anzuzünden.

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Über firefox05c

Firefighter, Kittyowner, Bagpipeplayer. Querulant. Manchmal bissig, aber im Großen und Ganzen handzahm. Die Themen hier: Feuerwehr - Rettungsdienst - Alltag .
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19 Antworten zu Die Ice-Bucket-Challenge. Doof? Oder Sinnvoll?

  1. Thomas Kuhn schreibt:

    Bin ganz Deiner Meinung – und habe gestern statt Eiswürfel-Wasser Düsseldorfer Eis-Regen genommen, heute brav an Paulinchen gespendet. Einer der Nominierten hat für Reporter ohne Grenzen gespendet, einer für eine Flüchtlingsinitiative. Eine Challenge-Reaktion steht noch aus. Und hoffentlich geht das noch lange so weiter – für viele Initiativen, die das Geld brauchen können. Mein Video steht hier: https://www.facebook.com/video.php?v=10152675881221151

  2. Ralf Hauptvogel schreibt:

    Das eigentlich Traurige ist doch, das es erst solcher oder ähnlicher Aktionen bedarf um auf Krankheiten und ihre Bekämpfung aufmerksam zu machen, die von der milliardenschweren Pharmaindustrie wegen der geringen Rendite,vernachlässigt werden. Das Problem habe ich mit allen Spendenaktionen. Wir lebe in einem vergleichsweise reichen Land, aber es bedarf Spendenaktionen wie z.B. „Ein Herz für Kinder“ um Mitgliedern unser Gesellschaft ein zukunftsträchtiges Leben zu ermöglichen. Bei so was kommt mir immer wieder „Sicko“ von Michael Moore in den Sinn. Leider ist noch nie jemand wegen Art. 14 (2) des Grundgesetzes je zur Rechenschaft gezogen worden.

  3. An Ralf Hauptvogel: Das Problem ist doch viel eher, dass es so eine Fülle an Organisationen gibt, dass man sich ja fast erschlagen fühlt. Es gibt so viele Organisationen, deren Arbeit ich bewundere und denen ich Geld oder Sachen spenden würde. Das Problem ist nur dass dazu mein Monatsgehalt nicht mal annähernd ausreichen würde.
    De facto ist es völlig normal, dass Leute an Organisationen spenden, bei denen das „Thema“ sie irgendwie mitnimmt oder betrifft. Und sei es nur durch solche Aktionen.

    Natürlich ist es gut der ALS-Forschung zu spenden. Allerdings stellt sich mir die Frage wie sinnvoll diese „Tiermodelle“ in der ALS-Forschung sind.
    Soweit ich informiert bin, ist es eine Krankheit, die nur beim Menschen auftritt und die man bei Tieren nicht „nachahmen“ kann.
    Was also soll es bringen ein Medikament an etwas zu testen, was weder alle Symptome aufweist, noch an der Krankheit an sich („Muskelschwund“) stirbt?
    Dass man es anfangs aus Unwissen tat, ist ja noch verständlich. Aber mittlerweile hat man ja durchaus schon festgestellt, dass die Tierversuche relativ wenig Sinn machen.
    Vielleicht hätte man schon einen Wirkstoff zur Linderung gefunden, wenn nicht alle bei Tieren unwirksamen Präparate sofort wieder verworfen würden…
    Es klingt zwar böse, aber klammern sich diese Menschen nicht an jeden Strohhalm?

  4. P.S.: Nicht falsch verstehen! Ich finde Spendebereitschaft und die Idee an sich super. Und wie schon aufgeführt, kann man sich die Organisation ja selbst aussuchen.

  5. Steffi schreibt:

    Du sprichst mir aus der Seele!

    Bei mir im Freundeskreis ging es vor zwei Wochen los, dort wurde sich erst mal munter selbst nominiert, um die Welle in Gang zu bringen, danach musste jeder mal. Viele hatten von der Aktion tatsächlich noch gar nichts mitbekommen, und auch wenn viele nichts spenden (können) weiß ich von einigen, dass sie zumindest einen kleinen Betrag an verschiedene Organisationen gespendet haben. Super Sache soweit.

    Hat aber keine 2 Tage gedauert bist die angesprochenen Bilder mit Kindern aus Afrika kamen, oder besagte Püppchen (wundert mich wirklich, dass ich bei unter 50 Facebookfreunden solche Nulpen in der Timeline habe) und vor ein paar Tagen ging dann der Mist mit den Tierversuchen los.

    Ich könnte kotzen!!!
    Wasserverschwendung? In Deutschland? Wo waren die in der Grundschule, als der Wasserkreislauf dran kam? Und wie du so schön sagst: Was zum Geier haben Kinder in Afrika damit zu tun? Das erste Püppchen hat für seinen Kommentar mit Selfie von wegen „Mittlerweile ist der Sinn der Aktion ja verloren gegangen, es machen ja alle nur noch aus Spaß. Wer spenden will kann das ja auch so tun. Ich nominiere niemanden.“ auch noch x likes bekommen -.- . Und Tierversuche? Leute, in seeehr viele Ländern, wie beispielsweise auch Deutschland werden Medikamente an Tieren getestet. Nicht nur ALS Medikamente. Hatten die niemals Biounterricht?

    Eigentlich wollte ich nur den ersten Satz schreiben. Man merkt also vielleicht wie sehr mich sowas aufregt…

    • firefox05c schreibt:

      Schreib ruhig. Wir sind ja unter uns. 😉

      • Steffi schreibt:

        Gerade schon wieder der nächste Post -.- Wieder schön Püppchen im Video die kluge Schilder hoch hält. Jetzt sind es gleich nur noch 45 Facebookfreunde…

  6. @Steffi: Prinzipiell gebe ich dir völlig Recht, nur siehe meine Ausführung warum gerade bei ALS Tierversuche doch etwas sinnlos erscheinen. Zumindest so wie ich das verstanden habe.
    Man kann nicht immer von Tierversuchen absehen, genau wie auch die ersten Testpersonen „menschliche Versuchskarnickel“ sind.
    Aber wie schon gesagt, man kann ja durchaus eine für einen selbst wichtig erscheinende Organisation auswählen. Am Ende geht es ja eher ums Prinzip, und das finde ich doch sehr gut.

    • A.F. schreibt:

      Das die Tierversuche in Amiland gemacht werden liegt auch an deren Zulassungssystem für Medikamente. Die müssen erst im Tierversuch nachweisen, dass das Medikament weder tödliche Nebenwirkungen hat noch das es nicht wirkt, vorher erlaubt die FDA nur in sehr sehr begrenzten Fällen Versuche am Menschen, was auch gut so ist.
      Prinzipiell ist das vorgehen also sinnvoll, nur bei dieser Krankheit eben eher weniger.

  7. Zwetschgenmann schreibt:

    Danke für den Text. Sehr gut. Daher habe ich mich entschlossen, eine Nominierung anzunehmen, was ich sonst wohl nicht gemacht hätte…

    • firefox05c schreibt:

      Und wenn du dann im Video noch auf den Sinn hinweist… 😉

      • Zwetschgenmann schreibt:

        Bedingt… denn ich spende für die Wasserwacht, das liegt mir sehr viel mehr am Herzen. Das Video kommt in mein Blog und das wieder als Link auf FB. Also das rafft wohl der, der es raffen will. Mit Link zu diesem Beitrag 🙂

  8. Ulrich Wolf schreibt:

    Den guten Zweck haben doch die Meisten schon bei der CWC „übersehen“. Nachdem landauf landab zunächst Feuerwehren und auch andere Vereine mitgemacht haben, wurde die duchaus sinnvolle Aktion (wenn man denn gespendet hatte) von „offizieller“ Seite schlechtgeredet. Meinte doch so mancher Kreisbrandrat, etc. darauf hinweisen zu müssen, dass sich Feuerwehren gefälligst nicht „zum Affen“ zu machen haben. Punkt aus.. Spaß verdorben. Die mahnenden Worte vom DFV und der Unfallkassen wurden gerne mal dazu hergenommen, die Aktion gleich ganz zu verbieten. Nun, so schnell, wie die CWC kam, ging sie auch wieder. Trotzdem wurde aber ordentlich gespendet, Paulichen e.V. hats gefreut. Mich übrigens auch. Ich habe auch dorthin gespendet.
    Seit kurzem ist nun die IBC auf dem Vormarsch und nur weil es ein paar Promis gemacht haben, finden es alle plötzlich total klasse? Für mich nicht verständlich. Und auch bei der IBC haben bereits einige Leute das Spenden vergessen… Auch doof.
    Beide Aktionen, die CWC und auch die IBC, laufen mehr oder weniger unfallträchtig ab, wenn man sich so manche Filmchen auf youtube anschaut. Da fällt schon mal einem ein großer Wasserkübel mit der Unterkante auf die Rübe 😦 . Leider neigen manche Leute dazu, es zu übertreiben und dann kann es weh tun……
    Ich spende übrigens regelmäßig an @fire und somit braucht mich keiner mehr zu Challenges aufzurufen.

    • firefox05c schreibt:

      Das Übertreiben ist es. Jeder Macho musste bei der CWC noch eins draufsetzen. Da wurde erst mit B- Rohren, dann gleich mit Wasserwerfern geschossen. Und als die CWC auf andere Vereine übergegriffen hat, war es mit dem Sinn ganz vergessen und vorbei. Das hat mich auch geärgert.
      Die IBC ist zumindest vom Ansatz her nicht so gestrickt, dass nun „regelmäßig“ unfallträchtige Klamotten gemacht werden. Verteufelt wird die Aktion leider trotzdem schon wieder, festgemacht an irgendwelchen Extrembeispielen.
      Übrigens wurde mir das Argument, „der Fw- Verband hätte die Aktion nicht genehmigt“, auch schon als Ausrede präsentiert, um nicht mitmachen zu brauchen. Dabei ist z.B. die Akion von meinem Chef (alte, gefüllte Helme aufsetzen) nicht nur wenig gefährlich (Feuerwehrleute sollten einen Helm unfallfrei aufsetzen können), sondern auch noch lustig. Und wenn man sich nicht traut, ein Video zu machen, ist das „Freikaufen“ durch eine Spende – man berichtige mich, wenn ich etwas falsches annehme – nicht zwingend durch den Verband genehmigungspflichtig.
      Wenn man ein wenig recherchiert, sind jedenfalls eine Menge Spenden an eine Menge karitative und forschende Einrichtungen geflossen.

  9. nnf schreibt:

    Der Zweck heiligt die Mittel?

    Dein Argument lautet hier wohl: Weil ein allgemein als „gut“ anerkanntes Ziel erreicht werden kann, ist es richtig mit zu machen, sogar verwerflich sich dessen zu verweigern.

    Meines erachtens nach sollten Spenden und ähnliches auf freiwilliger Basis und ohne Zwang erfolgen. Bei der IBC geht es allerdings vor allem um Gruppenzwang. Man muss mitmachen, wenn man nicht zum Monster im Freundeskreis erklärt werden will. Das wird wohl auch das sein, was die meisten seriösen Kritiker daran zu kritisieren haben.

    Ist es jetzt immer noch eine „gute“ Aktion, wenn zur Durchsetzung auf Zwang zurückgegriffen wird?
    Letztendlich handelt es sich um nichts anderes, als um eine simple Form der Erpressung. Du machst was wir wollen, ansonsten widerfährt dir etwas, was du nicht willst.
    Genau da liegt auch der Unterschied zu anderen Spendenaktionen, die bspw. im Fernsehen den Zuschauer indirekt erreichen, ohne einen realen Druck aus zu üben, oder eine nachträgliche Kontrolle durch zu führen.

    Natürlich kommt bei der IBC mehr an Spendengeldern heraus. Aber das liegt vor allem am von der Gesellschaft ausgeübten Zwang. Ist es legitim für eine höhere Ausbeute für einen Zweck, den man selber als „gut“ erachtet, andere Leute unter Druck zu setzen?

    Gewissermaßen passiert das ja tagtäglich durch die Gesetze in diesem Staat. Aber hier gilt zumindest noch der allgemeine Grundsatz nur diejenigen Handlungen unter Strafe zu stellen, die die Freiheit anderer Mitmenschen einschränkt.
    Ich denke nicht, dass nicht zu spenden die Freiheit eines anderen Einschränkt.

    Daher sollte es jedem selbst überlassen sein, ob er spenden will, oder nicht, ohne daraufhin in der Öffentlichkeit kontrolliert zu werden.

    Natürlich ist der Vergleich erheblich übertrieben, aber von der grundsätzlichen Struktur, ist das hier nichts anderes als das was es schonmal ab 1933 in Deutschland gab:
    Die Mehrheit tritt für Werte ein, die für sie unangreifbar als Richtig und „Gut“ gelten. Leute die eine andere Meinung vertreten werden ausgegrenzt und sozial in ein schlechtes Licht gerückt.

    Wie ich selber sagte, ist das alles sehr abgeschwächt und kaum mit den damaligen Verhältnissen zu vergleichen.
    Aber hier ging es ja schon von Anfang an darum, was moralisch richtig und was falsch ist oder?

    • firefox05c schreibt:

      Von einem „Zwang“ zum Mitmachen zu sprechen ist, wie ich finde, etwas übertrieben. Wer nicht auf eine Nominierung reagiert hat, wurde ja auch nicht geächtet oder gar verfolgt. Diejenigen, die einfach nur nicht mitmachen, sind auch nicht diejenigen, die mich ärgern.
      Ärgern tu ich mich aber über die Menschen, die mit an den Haaren herbeigezogenen „Argumenten“ (Wasserknappheit, Unfallgefahr, Verwaltungskosten…) versuchen, diese Aktion schlecht zu reden und sich als „bessere Menschen“ darstellen, weil sie NICHT mitmachen (das ist durch zahlreiche Postings und Videos belegt). Mit deren Begründungen kann man nämlich JEDER Benefiz- Aktion den Sinn absprechen: Sei es so etwas wie Fernseh- Galas (Red Nose Day usw.), in denen sich Prominente „im Glanze der guten Sache“ sonnen und PR betreiben, Benefiz- Konzerte, bei denen Unmengen von Energie verbraucht und die Umwelt durch Müll und erhöhtes Verkehrsaufkommen geschädigt wird, oder Straßensammlungen, bei denen wieder die von dir erwähnte emotionale Erpressung benutzt wird.
      Wenn man etwas finden will, findet man auch etwas.
      Kontrolliert wurde die Spende in den meisten Fällen wohl auch nicht, man hat sich darauf verlassen, dass es schon stimmen wird, falls überhaupt eine Spende erwähnt wurde.
      Und was die „Ächtung“ angeht: Ich glaube, dass es mehr Postings und Videos gibt, in denen die Teilnehmer der Aktion als profilierungssüchtige Idioten dargestellt wurden, als umgekehrt.

    • paul schreibt:

      Ja, das ganze basiert auf sozialem Druck. Sehr viel basiert auf sozialem Druck. Wie immer ist das in Maßen sinnvoll, denn ein Zusammenleben funktioniert nur so.Auch hier gibt es einen sozialen Druck, mit einem sinnvollen Zweck. Ich sehe das angesprochene Problem also durchaus.

      Nur: Ich glaube auch, dass hier noch kein problematischer Druck herrscht. In meinem Bekanntenkreis habe ich noch nicht erlebt, dass jemand irgendwie angegrifen wurde, wenn er auf eine Nominierung nicht reagiert hat. Und wenn jemand schreibt, er macht kein video, spendet aber – überprüfen kann und will das keiner. Und selbst die posts von wegen „ich will aus xyz nich mitmachen“ wurde – wie in diesem Blogbeitrag ^^ – zwar durchaus einer kritischen Diskussion über die angegebenen Gründe unterzogen, aber die Entscheidung selbst toleriert.

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